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Subtitle: Modelle der Unterstützung in Niederösterreich und Aufgaben der Sozialarbeit in diesem Handlungsfeld
Diploma Thesis, 2007, 81 Pages
Author: Mag. (FH) Elisabeth Pilecky
Subject: Social Pedagogy / Social Work
Details
Tags: Begleitung, Unterstützung, Bewältigung, Verlust, Trauer, Krise
Year: 2007
Pages: 81
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 55 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-03700-6
ISBN (Book): 978-3-638-93450-3
File size: 302 KB
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Abstract
80 % aller Menschen sterben heute nicht im Kreis ihrer Familie sondern in Krankenhäusern oder Heimen. Diese Entwicklung führt auch zu einer Veränderung der traditionellen Bewältigungsformen. Der Tod eines nahen Angehörigen kann eine Krise auslösen. Die Auswirkungen dieses Verlustes sind sehr unterschiedlich und hängen von zahlreichen Faktoren ab, unter anderem von der Art und dem Zeitpunkt des Verlustes, der Beziehung zum Verstorbenen, dem jeweiligen sozialen Umfeld und zunehmend auch von den professionellen Unterstützungsmöglichkeiten in der Region. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt in der Erfassung und Darstellung der professionellen Modelle zur Unterstützung betroffener erwachsener Angehöriger bei der Bewältigung von Verlust und Trauer in Niederösterreich. Weiters wird untersucht, in welchen Einrichtungen es Sozialarbeit gibt und welchen berufsspezifischen Beitrag sie in diesem Handlungsfeld leistet. In dieser Diplomarbeit werden die Ziele und Zielgruppen nachstehend angeführter Einrichtungen anhand von ExpertInneninterviews und Internetrecherchen näher beschrieben: • Kriseninterventionsteam Rotes Kreuz, • Akutteam Land NÖ, • Hospiz, • Palliativstation, • Bestattung, • Telefonseelsorge und • Selbsthilfegruppen. Mit der Darstellung einer Übersicht der einzelnen Einrichtungen und ihrer Schnittstellen möchte diese Arbeit dazu beitragen, die Zusammenarbeit untereinander zu verbessern und mithelfen, dass sich jede als wichtiger Teil eines Gesamtnetzwerkes sieht und dadurch zur „Unterstützung und Begleitung bei der Bewältigung von Verlust und Trauer“ effizienter für die Betroffenen arbeiten kann. Wie aus dem Hospizkonzept und dem Leitbild des Akutteams hervorgeht, kann auf Sozialarbeit in diesem Handlungsfeld aus qualitativen Gründen nicht verzichtet werden.
Excerpt (computer-generated)
Begleitung und Unterstützung bei der Bewältigung von Verlust und Trauer -
Modelle der Unterstützung in NÖ und Aufgaben der Sozialarbeit
in diesem Handlungsfeld
von
Elisabeth Pilecky
Diplomarbeit
eingereicht zur Erlangung des Grades
Magistra (FH) für sozialwissenschaftliche Berufe
an der Fachhochschule St. Pölten
im August 2007
Inhalt
Abstract II
Memento IV
Inhaltsverzeichnis 1
1 EINLEITUNG ... 4
1.1 PROBLEMSTELLUNG ... 4
1.2 FORSCHUNGSFRAGE ... 5
1.3 INHALTLICHER AUFBAU DER ARBEIT ... 6
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN ... 7
2.1 EINLEITUNG ... 7
2.2 VERLUST ... 7
2.2.1 Definition des Begriffes Verlust ... 7
2.2.2 Verschiedene Formen des Verlustes ... 8
2.2.2.1 Der schleichende Tod und die vorgezogene Trauer ... 8
2.2.2.2 Der plötzliche Tod ... 8
2.2.2.3 Suizid ... 10
2.2.2.4 Der Tod von Kindern ... 10
2.3 KRISEN ... 12
2.3.1 Definition des Begriffes Krise ... 12
2.3.2 Arten von Krisen ... 13
2.3.2.1 Traumatische Krisen ... 13
2.3.2.2 Klassische Krisen ... 14
2.3.2.3 Soziale Krise ... 14
2.4 TRAUER ... 16
2.4.1 Definition des Begriffes Trauer ... 16
2.4.2 Trauerphasen nach Kast ... 17
2.5 WICHTIGE FAKTOREN FÜR DIE VERLUSTBEWÄLTIGUNG ... 19
2.5.1 Art des Todes ... 20
2.5.2 Beziehung zum Verstorbenen und soziales Umfeld ... 20
2.5.3 Persönlichkeit des Betroffenen und Selbstwertgefühl ... 21
2.5.4 Bisherige Erfahrungen mit Verlusten und Einstellung zum Tod ... 22
2.5.5 Männer trauern anders ... 23
2.5.6 Schuldgefühle ... 24
2.5.7 Rituale ... 24
2.5.8 Professionelle Hilfe ... 27
3 FORSCHUNGSDESIGN ... 28
3.1 EINLEITUNG ... 28
3.2 METHODENWAHL ... 28
3.3 DATENGEWINNUNG ... 28
3.4 DATENAUSWERTUNG ... 29
4 MODELLE DER UNTERSTÜTZUNG ... 31
4.1 EINLEITUNG ... 31
4.2 KRISENINTERVENTIONSTEAM (ROTES KREUZ) ... 33
4.2.1 Geschichtliche Entwicklung ... 33
4.2.2 Ziele und Zielgruppen ... 33
4.2.3 Zahlen und Fakten ... 34
4.3 AKUTTEAM (LAND NÖ ... 36
4.3.1 Geschichtliche Entwicklung ... 36
4.3.2 Ziele und Zielgruppen ... 36
4.3.3 Zahlen und Fakten ... 37
4.4 HOSPIZ ... 40
4.4.1 Geschichtliche Entwicklung ... 40
4.4.2 Ziele und Zielgruppen ... 41
4.4.3 Zahlen und Fakten ... 41
4.5 PALLIATIVSTATION KRANKENHAUS ... 43
4.5.1 Geschichtliche Entwicklung ... 43
4.5.2 Ziele und Zielgruppen ... 44
4.5.3 Zahlen und Fakten ... 44
4.6 BESTATTUNG ... 45
4.6.1 Geschichtliche Entwicklung ... 45
4.6.2 Ziele und Zielgruppen ... 46
4.6.3 Zahlen und Fakten ... 46
4.7 TELEFONSEELSORGE ... 48
4.7.1 Geschichtliche Entwicklung ... 48
4.7.2 Ziele und Zielgruppen ... 49
4.7.3 Zahlen und Fakten ... 50
4.8 SELBSTHILFEGRUPPEN ... 51
4.8.1 Geschichtliche Entwicklung ... 51
4.8.2 Ziele und Zielgruppen ... 52
4.8.3 Zahlen und Fakten ... 54
5 AUSWERTUNG UND INTERPRETATION DER INTERVIEWS ... 55
5.1 EINLEITUNG ... 55
5.2 KATEGORIEN ... 55
5.2.1 Ziele und Zielgruppen ... 55
5.2.2 Problemlagen ... 56
5.2.3 Methoden und Handlungen ... 57
5.2.4 Konflikte und Lösungsansätze ... 57
5.2.5 Veränderungswünsche ...
6 AUFGABEN DER SOZIALARBEIT IN DIESEM HANDLUNGSFELD ... 61
6.1 HOSPIZ UND PALLIATIVSTATION ... 61
6.2 AKUTTEAM ... 62
6.3 BEDÜRFNISPYRAMIDE NACH MASLOW ... 63
6.4 AUFGABEN DER SOZIALARBEIT ... 64
7 RESÜMEE ... 66
8 LITERATUR ... 68
9 ABBILDUNGSVERZEICHNIS ... 73
10 ANHANG ... 74
LEITFADEN FÜR INTERVIEWS ... 74
1 Einleitung
Karl Marx schrieb nach dem Tod seines achtjährigen Sohnes: „Der Tod ist kein Unglück für den, der stirbt, sondern für den, der überlebt.“ (Diderich 2002:1) Der Tod ist in unserem Leben allgegenwärtig und doch seltsam fremd. Er wird in den Medien inszeniert und in der Gesellschaft peinlich gemieden. Noch nie in der Menschheitsgeschichte haben so viele Menschen so viele Tote und Todesarten durch die Medien gesehen und dennoch gleichzeitig persönlich so wenig Berührung mit Sterbenden oder einem Leichnam gehabt. (Student 2004:11)
Die durchschnittliche Lebenserwartung von Menschen in den westlichen Industriestaaten ist in den letzten Jahrzehnten ständig angestiegen. Das hat dazu geführt, dass viele junge Menschen noch keinen Todesfall innerhalb ihrer Familie bzw. im engen Freundeskreis erlebt haben. Diese Diskrepanz könnte eine Erklärung für die Unsicherheit vieler heutiger Menschen gegenüber Tod und Sterben – und in der Folge gegenüber der Trauer sein. (Student 1994:116)
1.1 Problemstellung
Die Strategie unserer Zeit im Umgang mit Trennungen ist vor allem die Vermeidung. Unangenehme Erscheinungen werden „ungeschehen“ gemacht, indem sie verleugnet oder verdrängt werden. Die Frage nach Sterben, Tod und Trauer und deren angemessene Bewältigung bereiten vielen Menschen Probleme, weil sie nie gelernt haben, mit Trennungen umzugehen. Und gerade der Tod ist die letzte aller Trennungen. (Student 1994:9)
Zu Beginn des 20. Jh. starben noch viele Menschen zu Hause in der vertrauten Umgebung begleitet und umgeben von ihren Angehörigen. Hilfreiche Rituale unterstützten sie und ihre Angehörigen bei der Bewältigung von Sterben und Tod. Das ersparte zwar nicht die Schmerzen des Verlustes, aber es half vor allem den Angehörigen bei der Bewältigung der Trauer. (Aries zit. nach Student 1994:10)
Ulrich Beck (1986) ist in seinem Buch „Risikogesellschaft“ der Ansicht, dass man früher Ereignisse eher als „Schicksalsschlag“ betrachtet hat, der von Gott oder der Natur gesandt wurde. Trug früher der Betroffene dafür keinerlei Verantwortung, so werden heute in der individualisierten Gesellschaft weit eher diese Ereignisse als „persönliches Versagen“ angesehen. Es kommt dadurch, was noch zusätzlich belastet, zu neuen Formen der „Schuldzuweisung“. (Beck 1986:218)
Überlieferte Formen der Angst- und Unsicherheitsbewältigung versagen. Es entsteht ein Zwang zur Selbstverarbeitung und Selbstbewältigung. Durch die zunehmenden sozialen und kulturellen Erschütterungen und Verunsicherungen (in NÖ z.B. durch Großereignisse wie das verheerende Busunglück auf der Autobahn bei Melk im Jahr 2000, die Gasexplosion in Wilhelmsburg 1999 sowie das Hochwasser 2002 an der Donau und am Kamp und das Hochwasser 2006 im Marchfeld) entstehen neue Anforderungen an professionelle Einrichtungen. Ausbildung, Beratung, Therapie und Politik sind immer mehr gefordert, neue Modelle der Unterstützung für Betroffene zu entwerfen bzw. auch zu finanzieren. (Beck 1986:251f.)
1.2 Forschungsfrage
Ich habe mein Langzeitpraktikum in einem stationären Hospiz absolviert. Angehörigenarbeit, das heißt die Unterstützung und Begleitung von betroffenen Familienmitgliedern, Freunden und Arbeitskollegen war in dieser Einrichtung ein wichtiges Thema, das vorrangig von der Sozialarbeiterin koordiniert wurde.
Mein Diplomarbeitsthema ist aus der Frage entstanden: Wohin können sich betroffene erwachsene Angehörige in NÖ mit ihren Problemen und Sorgen in diesem Bereich wenden?
Die Forschungsfrage lautet:
Welche professionellen Modelle zur Unterstützung der Bewältigung von Verlusten gibt es in NÖ für betroffene erwachsene Angehörige und welchen berufsspezifischen Beitrag kann hier Sozialarbeit leisten?
Auf diesem Gebiet gibt es kaum Publikationen. Das Ziel dieser Arbeit ist eine Erfassung und Darstellung der professionellen Modelle bzw. Einrichtungen in NÖ, die betroffene erwachsene Angehörige bei der Verlustbewältigung und Trauerarbeit unterstützen und begleiten.
Welche Ziele verfolgen diese Einrichtungen und welche Zielgruppen werden von ihnen betreut? Mit welchen Problemlagen werden sie bei ihrer Arbeit mit den KlientInnen konfrontiert und welche Faktoren spielen laut Meinung von ExpertInnen in diesen Einrichtungen eine wichtige Rolle bei der Bewältigung von Verlust und Trauer? Weiters soll erfasst werden, in welchen Einrichtungen SozialarbeiterInnen tätig sind und welche Aufgaben von diesen in diesem Handlungsfeld übernommen werden.
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