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Seminararbeit, 2007, 11 Seiten
Autor: Mag. Klaudia Zotzmann
Fach: Philosophie - Philosophie der Antike
Details
Institution/Hochschule: Universität Wien (Institut für Philosophie)
Tags: Kunstwerk, Plotin, Bilder, Philosophie, Bild, Kunst, Ästhetik, Kunstphilosophie
Jahr: 2007
Seiten: 11
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 4 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-07134-5
Dateigröße: 192 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Ausgehend von der Annahme, Kunst ist in der Lage, die Schau des Göttlichen zu transportieren, dem Betrachter Einblick gewähren, ihn Gott schauen lassen, stellt sich die Frage, wie diese Einsicht vonstatten gehen kann und soll. Hierauf weiß bereits Plotin eine valide Antwort zu geben. Aus dem Betrachtungswinkel des Neuplatonismus erscheint das Schöne im Vergleich zu den bis dahin geltenden ästhetischen Regeln um ein vielfaches göttlicher als bisher. Die alte, rational-diskursive Auffassung des Schönen und der Kunst wird abgelöst durch eine neue, emotional-religiöse Betrachtungsweise. Plotin richtet sich vornehmlich gegen die stoische Auffassung, das Schöne sei abhängig von der Symmetrie und schafft damit Platz für ein neues ästhetisches Denken, in welchem die Seele im Schönen das ihr Gleiche schaut und sich in ihrem göttlichen Ursprung selbst erkennt.
Textauszug (computergeneriert)
Das Kunstwerk bei Plotin
Inhalt
Einleitung 2
Emanation 3
Das Schöne 4
Das Häßliche 6
Die Kunst 7
Das Kunstwerk 9
Literatur: 10
1
Einleitung
Ausgehend von der Annahme, Kunst ist in der Lage, die Schau des Göttlichen zu
transportieren, dem Betrachter Einblick gewähren, ihn Gott schauen lassen, stel t sich die
Frage, wie diese Einsicht vonstatten gehen kann und soll. Hierauf weiß bereits Plotin eine
valide Antwort zu geben. Aus dem Betrachtungswinkel des Neuplatonismus erscheint das
Schöne im Vergleich zu den bis dahin geltenden ästhetischen Regeln um ein vielfaches
göttlicher als bisher. Die alte, rational-diskursive Auffassung des Schönen und der Kunst
wird abgelöst durch eine neue, emotional-religiöse Betrachtungsweise. Plotin richtet sich
vornehmlich gegen die stoische Auffassung, das Schöne sei abhängig von der Symmetrie
und schafft damit Platz für ein neues ästhetisches Denken, in welchem die Seele im
Schönen das ihr Gleiche schaut und sich in ihrem göttlichen Ursprung selbst erkennt. In
,,Über das Schöne" (En. I 6) schreibt Plotin:
,,
Die
Schönheit ist als das Erste anzusetzen, das zugleich
das
Gute ist, unmittelbar
von diesem her ist der Geist das Schöne; die Seele ist schön durch den Geist; und das
übrige ist dann von der gestaltenden Seele her schön, das in den Handlungen und das in
den Beschäftigungen."1
Die Schönheit und das Gute liegen somit bereits im Einen, dem Göttlichen. Dieses
Absolute als unbedingte Fülle des Seins emaniert in die Vielgestaltigkeit der Welt. Plotin
vertritt ein Weltbild, welches vollständig auf diesem Prinzip der Emanation beruht.
Emanation
bedeutet
Aus-
bzw.
Überfließen
und bezeichnet das Überquellen des Einen,
des höchsten Prinzips, welches aus reiner Vollkommenheit sich ergießt. Durch dieses
Überquellen entstehen weitere Seinsstufen, von denen die ersten beiden sowie auch das
Eine dem
kosmos noetos
, der intelligiblen, oberen Welt angehören und nur rein geistig
erfaßbar sind. Nach dem Einen folgt die Stufe des Geistes und der Vernunft, auf welcher
auch die Götter gedacht werden. Aus dieser Stufe entspringt die nächste, welche die
Weltseele darstellt. Diese Weltseele zerfällt wiederum in die Einzelseelen, jedoch entsteht
aus dieser Spaltung keine neue Stufe, Weltseele und Einzelseelen sind gemeinsam in der
dritten Stufe enthalten. Erst hiernach wird die entstehende Welt materiell wahrnehmbar,
1 Plotin; Ausgewählte Schriften; Philipp Reclam jun.; Stuttgart, 2001; S. 56 (Über das Schöne)
2
der
kosmos aisthetos
, die untere, sensible mit den Sinnen wahrnehmbaren Welt2
entsteht. Die Seele ergießt sich in eine weitere Stufe, den Sternenhimmel. Danach folgt
die Stufe der Menschen, dann die der Tiere, darauf die der Pflanzen, weiterhin al es
Anorganische und Unbelebte und schließlich, als letzte Konsequenz der überfließenden
Vol kommenheit die formlose Materie. Im Laufe der Emanation entstehen immer mehr
Unreinheiten des ursprünglich Vollkommenen, das zunächst absolut Reine wird mit jeder
Stufe die sich aus der vorangegangenen ergießt befleckter und schadhafter. Das
ursprünglich rein Gute wird mit Bösem angereichert und endet schließlich in der formlosen
Materie, dem Bösen schlechthin, gekennzeichnet durch seine völlige Formlosigkeit.
Emanation
1.
das Eine (
hen
); auch: das Gute & das Schöne
2.
Geist (
nous
), Vernunft & Intel igenz, das Sein; auch: die Götter
3.
die Weltseele (
psyche
), welche wiederum in die Einzelseelen zerfällt & das
Leben
*
hierunter beginnt erst die materiel e, für den Menschen wahrnehmbare Welt
*
4.
der Sternenhimmel (
uranos
)
5.
die Menschen
6.
die Tiere
7.
die Pflanzen
8.
Anorganisches & Unbelebtes
9.
die formlose Materie (
hyle
)
Ein sinnführendes Bild für die Emanation ist das Aussenden der Lichtstrahlen von der
Sonne.
2 Vgl: http://achimwagenknecht.de/Augustin/a72plotin.html
3
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