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Die jüngere Steinzeit auf Bornholm

Hauptseminararbeit, 2006, 49 Seiten
Autor: Hilthart Pedersen
Fach: Archäologie

Details

Veranstaltung: Neolithische Gesellschaften im nördlichen Mitteleuropa und Südskandinavien
Institution/Hochschule: Christian-Albrechts-Universität Kiel (Ur- und Frühgeschichte)
Tags: Steinzeit, Bornholm, Neolithische, Gesellschaften, Mitteleuropa, Südskandinavien
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2006
Seiten: 49
Literaturverzeichnis: ~ 19  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V90340
ISBN (E-Book): 978-3-638-05260-3
ISBN (Buch): 978-3-638-94559-2
Dateigröße: 9806 KB

Zusammenfassung / Abstract

Bornholm ist eine kleine Insel von 588,4 km², heute Dänemark zugehörig und ca. 40 km südlich der Küste Schonens gelegen. Die Insel war in der nacheiszeitlichen Periode eine isolierte Insel und wurde vom Kontinent abgetrennt durch steigendes Wasser des Ancylus Sees. Die Folge ist eine Kommunikation sich auf das am nächsten benachbarte Festland, Schonen, beziehend. Auch der Einfluss anderer Regionen des Ostseegebietes sollten nicht unterschätzt werden. Bis in die späten 70er Jahre war das Neolithikum auf Bornholm nur durch die Großsteingräber, Einzelfunden und durch einige Deponierungen bekannt. Dies änderte sich jedoch schlagartig mit den ersten Siedlungsarchäologischen Untersuchungen in den frühen achtziger Jahren stark. Heute ist Bornholm in Verbindung mit dem fast 20 jährigen dauernden „Stenalderprojekt“ eines der am besten untersuchten Gebiete im Anbetracht der Siedlungsarchäologie des Neolithikums, nicht nur im Skandinavischen Raum sondern auch in Mittel- und Nordeuropa. Dies besonders im Hinblick auf Siedlungsstrukturen des Früh und- Spätneolithikums. Die Untersuchungen begannen 1979 bei Runegård und Grødby, wo reiches Material der Trichterbecherkultur (TBK) aus dem Mittelneolithikum geborgen wurde.


Textauszug (computergeneriert)

Christian ­ Albrechts - Universität zu Kiel

Institut für Ur- und Frühgeschichte

Hauptseminar: Neolithische Gesellschaften im nördlichen Mitteleuropa und Südskandinavien

Thema: Jüngere Steinzeit auf Bornholm

Referent: Hilthart Pedersen

Die Jüngere Steinzeit auf Bornholm

Ur -und Frühgeschichte, Mittlere und

Neuere Geschichte, Alte Geschichte

7. Fachsemester


Das Neolithikum auf Bornholm

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

3

2. CHRONOLOGIE

3

2.1 Relative Chronologie

4

2.2 Absolute Chronologie

4

2.3 Synthese

4

3. INVENTAR

5

3.1 Keramik

5

3.2 Steingeräte

7

3.3 Bernstein u. Kupfer

8

3.4 Knochengeräte

8

4. SIEDLUNGSSTRUKTUREN

9

4.1 Siedlungsstrukturen auf Bornholm

9

4.2 Haustypologie (Abb. 16)

9

4.3 Besiedlung im Kontext

12

4.4 Erdwerke

12

5. WIRTSCHAFTSWEISE

14

5.1 Botanische Analysen

14

5.2 Rohstoffvorkommen

14

6. BESTATTUNGSSITTE

16

6.1 Grabformen

16

6.1.1 Quellenkritischer Exkurs

17

6.2 Grabbeigaben

18

7. DEPONIERUNGEN

19

8. GESELLSCHAFT

19

9. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK

19

1


10.

ABBILDUNGEN

21

11. LITERATUR

46

2


1.

Einleitung

Bornholm ist eine kleine Insel von 588,4 km², heute Dänemark zugehörig und ca. 40 km süd-

lich der Küste Schonens gelegen. Die Insel war in der nacheiszeitlichen Periode eine isolierte

Insel und wurde vom Kontinent abgetrennt durch steigendes Wasser des Ancylus Sees. Die

Folge ist eine Kommunikation sich auf das am nächsten benachbarte Festland, Schonen, be-

ziehend (Nielsen, F. O. 1990: 54). Auch der Einfluss anderer Regionen des Ostseegebietes

sollten nicht unterschätzt werden. Bis in die späten 70er Jahre war das Neolithikum auf

Bornholm nur durch die Großsteingräber, Einzelfunden und durch einige Deponierungen be-

kannt. Dies änderte sich jedoch schlagartig mit den ersten Siedlungsarchäologischen Untersu-

chungen in den frühen achtziger Jahren stark. Heute ist Bornholm in Verbindung mit dem fast

20 jährigen dauernden ,,Stenalderprojekt" eines der am besten untersuchten Gebiete im An-

betracht der Siedlungsarchäologie des Neolithikums, nicht nur im Skandinavischen Raum

sondern auch in Mittel- und Nordeuropa. Dies besonders im Hinblick auf Siedlungsstrukturen

des Früh und- Spätneolithikums.

Die Untersuchungen begannen 1979 bei Runegård und Grødby (Abb. 2 & 3), wo reiches Ma-

terial der Trichterbecherkultur (TRB) aus dem Mittelneolithikum geborgen wurde.

2. Chronologie

Zeitperiode

Jahre in BC

Keramik

Frühneolithikum A

3900 - 3700

Grisby / Gudhjem Syd

Frühneolithikum B

3700 - 3500

Pileskoven

Frühneolithikum C

3500 - 3300

Møllebjerg

Mittelneolithikum A I/II

3300 - 3100

St. Myrebjerg

Mittelneolithikum A III

3100 - 2900

Stenby Mølle

Mittelneolithikum A V

2900 - 2800

Vasagård - Grødby

Mittelneolithikum B I

2800 - 2500

Mittelneolithikum B II

2500 - 2300

Spätneolithikum A

2300 - 2100

Spätneolithikum B

2100 - 1900

Spätneolithikum C

1900 - 1700

3


2.1 Relative Chronologie

Die relative Chronologie Bornholms orientiert sich nach einer Aufstellung bei der die Kera-

mik die Grundlage bildet. Für Bornholm wurde somit ein Eigenes Chronologieschema der

relativen Chronologie erstellt. Dieses orientiert sich im Bezug auf die verschiedenen Kera-

mikstile und deren Einordnung zum einen auf die Chronologie Jütlands und den dänischen

Inseln und zum Anderem auf die der Chronologie Schonens (Jensen, Jørgen 2001: 271).

2.2 Absolute Chronologie

Die Absolute Chronologie auf Bornholm setzt sich meist zusammen aus dem Material der

Siedlungsausgrabungen. Genauer aus den Pfostenlöchern und hier sind seltener Holzkohle

und häufiger aber verkohlte Getreidekörner, meist Weizen oder Gerste als Datierungsmaterial

herangezogen worden. Das älteste Haus findet sich sowohl auf Grødbygård als Limensgård

Auf Grødbygård wurde dies haus jedoch nur mit Hilfe der Typologischer Analyse der Kera-

mik in den Zeitraum 3900 - 3700 v. Chr. Datiert.

Auf Limensgård ist der Nachweis der Besiedlung frühestens mit Haus FH u. FJ (nur eine

Pfostenreihe) auf 3800 BC zu datieren1 (Nielsen, P.O. 1999: 150).

2.3 Synthese

Eine wesentliche Grundlage für Dänemark ist die relativ-chronologisch Datierung basierend

auf der Keramik, die z. Teil mit absoluten chronologischen Daten verknüpft ist, bei Grab- und

Siedlungsfunden neueren Datums.

1 OxA- 2895: 5000+/- 70 bp, kalibriert 3890-3780 BC, mit Standardabweichung 3950-3700 BC

4


3. Inventar

Bornholm umfasst das ganz ganze Trichterbecherzeitliche Inventar von den dicknackigen,

spitznackigen bis zu den dünnnackigen Beilen, Klingen, Meisel, Trichterbecher, und sogar

drei Kupferflachbeile.

3.1 Keramik2

Eine größere Anzahl kann den Einzelfunden der des frühen Neolithikums (EN A) zugeordnet

werden (Abb. 19). Hier stellt sich Vallensgård I in den Vordergrund, eine Platz der sich an

Rande des Moores von

Vallensgård Mose

sich befindet, gerade südlich des zentralen bergi-

gen und bewaldeten Teils der Insel. Hier wird charakteristische Keramik von

kurzhalsigen

Trichterbechern

ohne Ornamentierung oder eingestempelten oder geritzten Mustern unterhalb

des Randes gestellt. Ösenhalsbecher und Lehmscheiben und sowie die spitznackigen Äxte

gehören auch dazu. Nachteilig ist das die Keramik auf Vallensgård auch solche des En B be-

inhaltet. An der Lokalität Gudhjem Syd die Keramikscherben stammen von Trichterbechern

mit einer Varietät von gestempelten oder eingedrückten unterhalb des Randes, inklusive Fin-

gerkuppen Eindrücke und Schnurrmuster. Im Bezug auf die Ornamentierung und den Formen

der Keramik zeigt diese Keramik des FNA (Abb. 20 b,d) verschiedene Parallelen mit der von

Westpommern, wie die Keramik von

Kosin

(Nielsen, F. O. & P. O. 1990: 59).

Wie schont erwähnt wurde auf Vallensgård I auch Keramik aus dem Frühen Neolithikum B

(FN B) gefunden (Abb. 20 a,c,e), welche schnurverzierte Trichterbecher aufweist. Dieser

Komplex des FN B weist einige Gemeinsamkeiten mit Svenstrop Gruppen in südwest- Scho-

nen auf. Auch sind Parallelen mit dem Ystad Gebiet aufgezeigt worden. Von dieser Phase gilt

es für Süd-Schonen und Bornholm, dass geflochtene Schnurreindrücke besonders beliebt er-

scheinen.

Auf dem Nedre Grødbygård sind dann Scherben aus dem FN C gefunden worden. Hier wer-

den geschlagene Schnureindrücke eingeführt, sowie Trichterbecher mit vertikalen Linien oder

Leisten an der Schulter und dem unteren Teil des Gefäßes. Diese Funde weisen wiederum

Ähnlichkeiten mit der südwest-schonischen Bellevuegård Gruppe auf. Aber auch mit der in

Jütland und Schleswig- Holstein vorkommenden Fuchsberg Keramik und des Virum Stiles.

Dementsprechend wurde typische Keramik im Virum-Stil auch auf Bornholm gefunden

(Nielsen, F. O. & P. O. 1990: 60). Diese Keramik ist auch assoziiert mit dem frühesten Er-

2 Für die relativchronologische z. T. absolut datierte Keramikabfolge siehe Abb. 17.

5


scheinen der ersten Dolmen, wurde aber auch im Siedlungskontext wie in Kabusa III in Scho-

nen gefunden. Die Funde mehren sich mit dem Mittelneolithikum durch die Siedlungen im

Südosten der Insel und damit in Verbindung durch die 14 Ganggräber, sieben davon in Rund-

hügeln (Ebbesen spricht von 12 Ganggräbern). Hier ist die Keramik häufig in Form von Vo-

tivdeponierungen vor dem Eingang der Gräber anzutreffen (Abb. 23), welche hauptsächlich

auch durch ,,Ausgräber" des 19. Jahrhunderts untersucht wurden. Diese Keramik aus den

Ganggräbern stammt aus den Perioden des MN A Ib (Abb.21) bis MN III/IV. Jedoch besteht

keine Basis für dieses Material, um es mit dem Material auf dänischen Inseln mit entspre-

chenden Unterteilungen/Chronologieschemas zu korrelieren. Die Ganggrabskeramik taucht in

zwei Varianten auf. Zum einen ist der Klintebakke Stil präsent, zum anderen wo der MN III

Stil dominant erscheint. Dazu gehört auch die Keramik von St. Myregård I und II welche

Keramik der frühen Ganggrabzeit und aus dem MN AI (Abb. 21) beinhaltet. Dazu kommt die

Keramik aus dem MN BI aus Ndr. Grødbygård der Grube 165 und Limensgård (Abb.22), mit

meist horizontalen Furchenstichen und vertikalen und horizontalen Ritzlinien. Auffällig ist

hier auch das die Keramik hier zu der aus den Siedlungen gut zusammenpasst. Markant ist das

die Keramik von einer feinen Qualität und in verschiedenen Formen auftaucht. Diese Typen

sind große und kleine Trichterbecher, offene Schalen ornamentiert mit Dreiecken, Rauten,

Leitermotiven und Sparrenmotiven.

Auf Vasagård wurde grobgemagerte dicke Keramik einer extensiv genutzten Siedung gefun-

den. Die Keramik weist hier eine Dekoration mit einfachen Eindrücken und welche mit Fin-

gerkuppen auf. Auch ist eine feine Ware vorhanden die jedoch meist in mit hängenden Drei-

ecken verziert ist. Auch tauchen hier die Lehmscheiben auf die mit konzentrischen Zirkel-

mustern verziert sind.

Einige der Lehmscheiben mit dekorative Elemente und die Fingerkuppen verzierte Keramik,

Becher die den Einzelgrabbechern ähnlich sind (Store Valby) (Abb. 24) kann chronologisch

mit den MN A V Funden aus Ost Jütland und den dänischen Inseln verbunden werden ­ Also

der Gruppe zu St. Valby, die ebenfall auf Schonen zu finden ist im Erdwerk von Stävie (Niel-

sen, F. O. & P. O. 1990: 61). Unter der Keramik aus dem MN V A tauchen auch die dickna-

ckigen Beile auf.

Zum Übergang auf das MN B fängt hier das Fundspektrum mit der des Fundkomplexes der

Einzelgrabkultur (EGK) an. Zu dieser Zeit ist in Nordjütland die Grubekeramische Kultur

vorherrschen an den Küstenzonen, so auch in Süd-Ost-Schonen. Auf Bornholm wurde keine

derartige Keramik gefunden, jedoch die typischen Pfeilspitzen der Typen A, B und C (nach

Peter Vang Petersen 1993), (Nielsen, F. O. & P. O. 1990: 66).

6



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