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Reduktion von Stereotypen und Vorurteilen

Subtitle: Welche Möglichkeiten gibt es?

Scholary Paper (Seminar), 2007, 18 Pages
Author: Lisa Breiter
Subject: Psychology - Social Psychology

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2007
Pages: 18
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 14  Entries
Language: German
Archive No.: V90846
ISBN (E-book): 978-3-638-04862-0
ISBN (Book): 978-3-640-31988-6
File size: 316 KB

Abstract

Ziel meiner Hausarbeit ist es herauszufinden, welche Möglichkeiten der Stereotypenkontrolle es gibt und welche ihre Vor- und Nachteile sind. Im Speziellen werde ich versuchen, die Methode herauszufinden, welche am sinnvollsten erscheint und am realistischsten anwendbar ist. Zu Beginn meiner Hausarbeit möchte ich kurz auf die Entstehung und die Funktionen von Stereotypen und Vorurteilen und ihren Auswirkungen eingehen. Im Anschluss stelle ich vier potentielle Möglichkeiten der Reduktion von Stereotypen vor. Zum einen die Gedankenunterdrückung, die einem beim Reduzieren von Stereotypen wohl am ehesten in den Sinn kommt. Hier werden lediglich die unerwünschten Gedanken unterdrückt, aber nicht verändert, was unter Umständen sogar gegensätzlich verlaufen kann. Eine weitere Möglichkeit ist die Kontakthypothese, bei der die „verfeindeten“ Gruppen oder Personen in direkten Kontakt treten. Dies ist allerdings nur unter bestimmten Umständen erfolgreich. Eine dritte Möglichkeit ist das Hervorrufen von Empathie für ein Mitglied einer stigmatisierten Gruppe. Diese Methode überschneidet sich mit perspective-taking, also das Betrachten der Person oder deren Handeln von alternativen Standpunkten aus. Letzere Methode halte ich für die sinnvollste, was ich am Ende meiner Arbeit näher erläutern möchte.


Excerpt (computer-generated)

Fachrichtung: Sozialpsychologie

21.12.2007

Semester: HS 2007

Universität Mannheim

Reduktion von Stereotypen und Vorurteilen

Welche Möglichkeiten gibt es?

Hausarbeit für das Hauptseminar

,,Stereotype und Vorurteile"

Lisa Breiter


2

Inhaltsverzeichnis


1. Einleitung 3

2. Kurze Einführung zu Stereotypen und Vorurteilen 4

3. Möglichkeiten der Reduktion von Stereotypen und Vorurteilen 5

3.1. Gedankenunterdrückung 5

3.2. Kontakthypothese 7

3.3. Empathie 9

3.4. Perspective-taking 12

4. Fazit 13

Literaturverzeichnis 16


3

1. Einleitung

Stereotype und Vorurteile sind allgegenwärtige Phänomene des alltäglichen Lebens, die

Menschen helfen, ihre mentalen Strukturen zu ordnen. Dabei können Stereotypen sowohl

sinnvoll, als auch weniger sinnvoll sein, bzw. negativ, als auch positiv. Häufig treten sie in

Bezug auf stigmatisierte Gruppen auf, z. B. ethnische Minderheiten, was zu

diskriminierendem Verhalten gegenüber diesen Gruppen oder einzelnen Mitgliedern führen

kann. Menschen möchten oftmals ihre stereotypen Einstellungen gegenüber anderen

verstecken, um nicht z. B. als Rassist abgestempelt zu werden. Doch dadurch ergibt sich keine

dauerhafte Einstellungsänderung.

Ich finde das Thema bedarf näheren Untersuchungen, da man, um den Einfluss von

Stereotypen auf unsere Einstellungen und unser Handeln zu verstehen, zunächst untersuchen

sollte, warum Stereotypen entstehen und wann sie den Menschen beeinflussen. Nachdem dies

erkannt wurde, ist es möglich, sich Gedanken über die Reduktion von Stereotypen zu machen.

In ihrem sozialen Umfeld begegnen Menschen fortwährend stereotypbehafteten Personen. In

manchen Situationen hat dies keinerlei negative Auswirkungen, da diese Stereotype korrekt

sind und somit zu einem leichteren Verständnis unserer Umwelt beitragen. In vielen Fällen

treffen sie jedoch nicht zu oder lassen sich nicht bedingungslos auf alle Personen einer

stereotypen Gruppe übertragen. Hier wäre es am sinnvollsten Stereotype komplett ausschalten

zu können. Doch dies ist leider nicht so einfach. Ich finde es faszinierend, dass Methoden wie

Unterdrückung des Stereotyps unter Umständen sogar genau das Gegenteil bewirken können,

obwohl es zunächst als eine plausible Idee erscheint. Doch wie ist es nun möglich,

Stereotypen zu reduzieren und lassen sie sich eventuell auch komplett beseitigen? Diesen

Fragen möchte ich in meiner Hausarbeit auf den Grund gehen.

Ziel meiner Hausarbeit ist es herauszufinden, welche Möglichkeiten der Stereotypenkontrolle

es gibt und welche ihre Vor- und Nachteile sind. Im Speziellen werde ich versuchen, die

Methode herauszufinden, welche am sinnvollsten erscheint und am realistischsten anwendbar

ist.

Zu Beginn meiner Hausarbeit möchte ich kurz auf die Entstehung und die Funktionen von

Stereotypen und Vorurteilen und ihren Auswirkungen eingehen. Im Anschluss stelle ich vier

potentielle Möglichkeiten der Reduktion von Stereotypen vor. Zum einen die

Gedankenunterdrückung, die einem beim Reduzieren von Stereotypen wohl am ehesten in

den Sinn kommt. Hier werden lediglich die unerwünschten Gedanken unterdrückt, aber nicht


4

verändert, was unter Umständen sogar gegensätzlich verlaufen kann. Eine weitere

Möglichkeit ist die Kontakthypothese, bei der die ,,verfeindeten" Gruppen oder Personen in

direkten Kontakt treten. Dies ist allerdings nur unter bestimmten Umständen erfolgreich. Eine

dritte Möglichkeit ist das Hervorrufen von Empathie für ein Mitglied einer stigmatisierten

Gruppe. Diese Methode überschneidet sich mit perspective-taking, also das Betrachten der

Person oder deren Handeln von alternativen Standpunkten aus. Letzere Methode halte ich für

die sinnvollste, was ich am Ende meiner Arbeit näher erläutern möchte.

2. Kurze Einführung zu Stereotypen und Vorurteilen

Bei der Suche nach Definitionen von Stereotypen stößt man auf eine beachtliche Anzahl.

Lippmanns (1922) Erklärung finde ich persönlich sehr zutreffend: Stereotype sind "pictures in

one′s head", die helfen, die Komplexität der Umgebung zu managen, da sie die soziale Welt

vereinfachen.1 Stereotype lassen sich auch als kognitive Strukturen umschreiben, die das

Wissen, die Überzeugungen und Erwartungen der wahrnehmenden Person über bestimmte

Gruppen von Menschen enthalten. Menschen haben also einen Satz von Attributionen in

ihrem Kopf, der Gruppen von Menschen zugeschrieben wird. Vorurteile bezeichnen fast

dasselbe. Es sind meist negative Einstellungen gegenüber Mitgliedern einer Gruppe.

Einstellungen lassen sich in drei Komponenten unterteilen. Einmal die affektive oder

emotionale Komponente, nämlich die Bewertung einer Person oder einer Gruppe. Das zweite

ist die kognitive Komponente, also das stereotype Wissen. Als dritte Komponente ist die

Verhaltenskomponente zu nennen, also die Handlungen einer Person, was in diesem Fall

häufig Diskriminierung bedeutet.2

Wie am Anfang schon erwähnt, müssen Stereotype nicht zwingend negativ und auch nicht

immer inkorrekt sein. Zudem sind sie für das bessere Verständnis der Welt notwendig. Die

Realität ist so komplex, dass Menschen sich in ihr ohne Stereotype wahrscheinlich nicht

zurechtfinden würden. Macrae et al. (1994) bezeichnen Stereotype deswegen als ,,energy-

saving-devices". Sie helfen die kognitiven Prozesse der Informationsverarbeitung und

Abspeicherung zu erleichtern. Sie vereinfachen die Wahrnehmung, die Urteilsbildung und die

1 Vgl. Lippmann, W. (1922). Public opinion. New York: Harcourt & Brace, S. 3ff.

2 Vgl. Aronson, E.A., Wilson, T.D., & Akert, R. (2003). Sozialpsychologie 4., aktualisierte Ausgabe. München:

Pearson Studium, S. 484f.



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