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Intermediate Diploma Thesis, 2008, 22 Pages
Author: Olivia Schellenberg
Subject: Pedagogy - Job Education, Occupational Training, Further Education
Details
Tags: Lernen, Kontext, Perspektive
Year: 2008
Pages: 22
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 17 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-04871-2
File size: 286 KB
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Abstract
Lebenslanges Lernen, was ist das? Wieso ist das wichtig und warum ist es so schwierig, die gesamte Gesellschaft zum lebenslangen Lernen bzw. überhaupt zum Lernen anzuregen? Die vorliegende Arbeit soll einen Einblick in die seit den 60er Jahren begonnenen Diskussionen des lifelong learning geben. Die Begrifflichkeit an sich sagt eigentlich alles darüber aus, was die Bestrebungen dieses Konzeptes sind, und doch ist es mir beim Lesen der Literatur schwer gefallen, eine Definition zu finden, die allen Publikationen gerecht wird. Fakt ist, dass Bildung einen hohen Stellenwert bekommen hat und es schwierig ist, einen Weg zu finden, mit dem alle Menschen einer Gesellschaft die gleichen Chancen haben, ihren Lebenslauf zu formen. Theoretisch ist das möglich, aber praktisch sieht es doch anders aus (siehe dazu den biographietheoretischen Teil dieser Arbeit). Selbst die Lehrenden behandeln die Personen nicht neutral, sondern gehen mit einer schichtspezifischen Erwartungshaltung an den Unterricht heran (vgl. Allmendinger/Aisenbrey 2005, S. 48f). Der zweite Teil der Arbeit geht auf die biographietheoretische Perspektive ein. Hierbei wird auf Schlagwörter wie Reflexivität, soziale Umwelt und Lernhabitus eingegangen. Es ist eine theoretische Perspektive für das Konzept des lebenslangen Lernens.
Excerpt (computer-generated)
Humboldt-Universität zu Berlin
Philosophische Fakultät IV
Institut für Erziehungswissenschaften
Abteilung Erwachsenenbildung/ Weiterbildung
Wintersemester 2007/2008
Hausarbeit für das schriftliche Vordiplom
Das lebenslange Lernen im Kontext der
biographietheoretischen Perspektive
Olivia Schellenberg
Studienfach: Rehabilitationpädagogik
Fachsemester: 5
Berlin, 07.01.2008
Inhalt
EINFÜHRUNG 3
1 ERWACHSENENBILDUNG
UND
/ ODER WEITERBILDUNG? 4
1.1
Gliederung der Weiterbildung 4
2 LEBENSLANGES
LERNEN 5
2.1
Was bedeutet ,,lebenslanges Lernen"? 5
2.2
Ursprung des lebenslangen Lernens 6
2.2.1
Faure Report 7
2.2.2
Delors Report 7
2.2.3
Dohmen Report 8
2.2.4
1996 ,,Year of the lifelong learning" 9
2.3
Warum lebenslang lernen? 9
3 BIOGRAPHIETHEORETISCHE PERSPEKTIVE 11
3.1
Habituskonzept von Pierre Bourdieu 11
3.2
Der Biographische Lernhabitus 12
3.2.1
Von der sozialen Perspektive zur biographietheoretischen Perspektive 12
3.2.2
Zusammenhang zwischen Lern- und Bildungsprozessen und Biographie 13
3.2.3
Lernhabitus 14
3.3
Biographieforschung 15
3.3.1
Lebenslauf 16
3.3.2
Lebensgeschichte 16
3.3.3
Probleme der Biographieforschung 17
AUSBLICK 19
QUELLENNACHWEIS 20
2
Einführung
Lebenslanges Lernen, was ist das? Wieso ist das wichtig und warum ist es so schwierig,
die gesamte Gesellschaft zum lebenslangen Lernen bzw. überhaupt zum Lernen
anzuregen?
Die vorliegende Arbeit soll einen Einblick in die seit den 60er Jahren begonnenen
Diskussionen des lifelong learning geben. Die Begrifflichkeit an sich sagt eigentlich
alles darüber aus, was die Bestrebungen dieses Konzeptes sind, und doch ist es mir
beim Lesen der Literatur schwer gefallen, eine Definition zu finden, die allen
Publikationen gerecht wird.
Fakt ist, dass Bildung einen hohen Stellenwert bekommen hat und es schwierig ist,
einen Weg zu finden, mit dem alle Menschen einer Gesellschaft die gleichen Chancen
haben, ihren Lebenslauf zu formen. Theoretisch ist das möglich, aber praktisch sieht es
doch anders aus (siehe dazu den biographietheoretischen Teil dieser Arbeit). Selbst die
Lehrenden behandeln die Personen nicht neutral, sondern gehen mit einer schichtspe-
zifischen Erwartungshaltung an den Unterricht heran (vgl. Allmendinger/Aisenbrey
2005, S. 48f).
Der zweite Teil der Arbeit geht auf die biographietheoretische Perspektive ein. Hierbei
wird auf Schlagwörter wie Reflexivität, soziale Umwelt und Lernhabitus eingegangen.
Es ist eine theoretische Perspektive für das Konzept des lebenslangen Lernens. Die
Bildungsinstitutionen müssen die Menschen anregen zu lernen, aber um zu wissen wie,
muss wie hier die vorgestellte biographietheoretische Perspektive mit einbezogen
werden.
3
1
Erwachsenenbildung und / oder Weiterbildung?
Nachdem in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts die Begriffe Volksbildung, Arbeiter-
bildung und Erwachsenenbildung parallel verwendet wurden, setzte sich in den 50er
Jahren der Begriff der Erwachsenenbildung durch. Er umfasste das gesamte
Bildungsangebot für Erwachsene. 1970 entschied der Deutsche Bildungsrat die
Einführung des Weiterbildungs-Begriffes als Oberbegriff. Er sollte verdeutlichen, dass
das organisierte Lernen nach Abschluss des Primar-, Sekundar- und Tertiärsektors auch
ein Teil des deutschen Bildungswesens ist. Der Weiterbildungsbereich hat sich somit als
quartärer Bereich der institutionalisierten Bildung etabliert (vgl. Weinberg 2000, S. 10).
Heute werden die Begriffe Erwachsenenbildung und Weiterbildung meist synonym
verwendet, zum Teil werden sie aber auch zur Erwachsenenweiterbildung
zusammengesetzt.
1.1 Gliederung der Weiterbildung
Strukturell wird die Weiterbildung in die berufliche (Fortbildung, Umschulung) und in
die allgemeine Weiterbildung (Grundbildung, politische Bildung) geteilt. Bei der
beruflichen Weiterbildung ist der Bund zuständig, während bei der allgemeinen
Weiterbildung die Länder diesen Bereich gesetzlich steuern. Der dahinter stehende
Gedanke ist, dass eine abgeschlossene Berufsausbildung deutschlandweit anerkannt
wird und dass der allgemeine Weiterbildungssektor den Kulturen und Traditionen der
einzelnen Bundesländer oder Regionen unterliegen kann. (vgl. Wittpoth 2003, S. 108ff,
Weinberg 2000, S. 9ff).
Seit 1998 ist die Gesetzesgrundlage des Anspruches auf berufliche Weiterbildung und
Umschulung im SGB III und im Berufsbildungsgesetz geregelt. Es gibt aber noch eine
Reihe weiterer Sonderregelungen für verschiedene Gruppierungen.
Inhaltlich geht es in der beruflichen Weiterbildung nicht um die Höherqualifizierung
oder der Wissenserweiterung einer Person, sondern eher darum, einem Arbeitslosen
beispielsweise eine Aufgabe zu geben, mit denen er sich neue berufliche Perspektiven
eröffnen kann (vgl. Wittpoth 2003, S. 111f).
4
2
Lebenslanges Lernen
2.1 Was bedeutet ,,lebenslanges Lernen"?
Wenn vom lebenslangen Lernen die Rede ist, wird dies meist nur einseitig betrachtet
und mit der Weiterbildung / Erwachsenenbildung in Zusammenhang gebracht. Dabei
bezieht sich diese Begrifflichkeit an sich nicht nur auf die Lebensspanne nach der
beruflichen Ausbildung.
Kurze, präzise Definitionen über das lebenslange Lernen sind kaum zu finden. Häufig
werden in Publikationen durch lange Abschnitte verschiedene Merkmale dieses
Konzeptes erklärt. Bei der mir bekannten Literatur, hat nur die Bund-Länder-
Kommission eine treffende Beschreibung dargelegt:
,,Lebenslanges Lernen umfasst alles formale, nicht-formale und informelle Lernen an
verschiedenen Lernorten von der frühen Kindheit bis einschließlich der Phase des
Ruhestandes. Dabei wird ,,Lernen" verstanden als konstruktives Verarbeiten von
Informationen und Erfahrungen zu Erkenntnissen, Einsichten und
Kompetenzen."
(Bund-Länder-Kommission 2004, S. 13).
Bei dieser Definition ist zu erkennen, dass dieser Grundgedanke des Lernens, wie oben
schon erwähnt, das ganze Leben umfasst und nicht nur eine Lebensphase.
Auch Knoll erwähnt in seinem Aufsatz kritisch, dass das lebenslange Lernen nicht nur
im quartären Bereich angesiedelt werden darf. Der quartäre Bildungsbereich hat sich als
ein eigener Zweig der Bildung etabliert. Es besteht damit auch die Gefahr des separieren
von den anderen Bildungsbereichen und das Einbüßen der Flexibilität der
Wissensaneignung (vgl. Knoll 1997, S. 28). Mit dieser Seite der Ansicht schließen sich
lebenslanges Lernen und Weiterbildung zum Teil aus bzw. sollte die Weiterbildung als
ein Teil des lebenslangen Lernens sein.
Inhaltlich geht es also darum, dass Bildung nicht mehr auf eine bestimmte Bildungs-
Zeitspanne während der Schule und der beruflichen Ausbildung festgelegt ist, sondern
dass die Menschen eine Chance bekommen, sich individuell nach ihren Bedürfnissen
weiterzubilden (vgl. Kade / Seitter 1996, S: 15).
5
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