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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 1999, 36 Pages
Author: Anonym
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Tags: Annette, Drost-Hülshoff´s, Judenbuche, Antisemitismus
Year: 1999
Pages: 36
Grade: 1,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-15905-0
File size: 210 KB
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Abstract
Einleitung Mit dieser vorliegenden Arbeit möchte ich die Novelle "Die Judenbuche" unter dem Aspekt des Antijudaismus bzw. Antisemitismus betrachten. Dazu ist es notwendig, die historische Situation in Westfalen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu betrachten. Besonderes Augenmerk gilt dabei der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung dieses Landstriches. Die Novelle von Annette von Droste-Hülshoff trägt den Untertitel "Ein Sittengemälde aus dem gebirgichten Westfalen". Deswegen bedarf es einer Betrachtung der alltäglichen Lebenssituation der damaligen Bevölkerung, um zu sehen, inwieweit die Autorin diese Lebenswelt in ihre Schilderungen einbaut. Da die Dichterin am Schluss ihres Werkes schreibt, dass es sich wirklich so zugetragen hat, ist es wichtig, die Entstehungsgeschichte der Novelle zu betrachten. Ist doch nachweisbar, dass sich die Droste auf historische Quellen bezieht. Die in der "Judenbuche" vorkommenden Juden werden auf eine besondere Art und Weise dargestellt. Um diese Darstellungen genauer untersuchen zu können, ist es sehr wichtig, die Situation der Juden als Minderheit in Deutschland in der damaligen Zeit mit einzubeziehen. Dabei sind besonders die Beziehungen zwischen der Sprache, der Schrift und den in der "Judenbuche" vorkommenden relevant. Um den Bogen weiterzuführen, möchte ich einen kleinen Exkurs zur jüdischen Magie, der Kabbala und der jüdischen Schrift und Symbole in der Novelle geben. Um das Werk von Annette von Droste-Hülshoff auf antijüdische Darstellungen untersuchen zu können, möchte ich speziell die Sprache des Antisemitismus allgemein und in der Novelle im Besonderen betrachten. Ich möchte eine Reihe von Fragen durch diese Untersuchung aufwerfen: Welche Funktion haben die antijüdischen Darstellungen, fall sie vorhanden sind, in diesem Werk? Bedeutet die Darstellung von Antisemitismus in einem literarischen Werk, dass dessen Autorin eine antijüdische Einstellung oder Meinung hat? Ich hoffe, diese und weitere Fragen durch die vorliegende Arbeit beantworten zu können.
Excerpt (computer-generated)
Humboldt-Universität Berlin
Annette von Drost-Hülshoff´s Judenbuche und der Antisemitismus
1999
Inhaltsverzeichnis
Einleitung ...4
1. Die Situation Westfalens in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ...5
2. Die Entstehungsgeschichte der "Judenbuche" ...7
3. Die Situation der Juden in Deutschland im 17. und 18. Jahrhundert ...13
4. Sprache - Schrift - Zeichen - Namen - Magie - die "Judenbuche" ...9
4.1 Sprache und Schrift in der "Judenbuche" ...14
4.2 Die heiligen Schriften ...15
4.4 Die Magie der Schrift, Zeichen und Symbole ...19
5. Die Darstellung des Antisemitismus in der "Judenbuche" ...23
6. Zusammenfassung ...34
Literaturverzeichnis ...35
"Ihr ernster, zum Nachsinnen, ja mitunter zum Grübeln geneigter Geist trieb sie, die
Resultate ihrer reichen Beobachtung der Natur und des Menschenlebens, der Sitten und
der feinen, vielfach verschlungenen Bewegungen des Menschenherzens, und ihres
analysirenden Nachdenkens in Poesie zu kleiden und zum Ausdruck zu bringen. Seltsam vereinte sich in ihr mit einem gefühlvollen, die menschlichen Zustände jedes Alters, jeder Lebensepoche, jedes Ranges, Standes, Geschäftes und jeder Situation innig mitempfindenden Herzen eine ungewöhnliche Gabe, die verwickeltsten Zustände zergliedernd zu entwirren, und so sie klar durchschauend zu begreifen und vollkommen zu beurtheilen. Sie übte diese Gabe nachmals schier bis zur Leidenschaft, und Nichts war vor ihrem psychologischen Secirmesser sicher."
Christoph Bernhard Schlüter: Nekrolog aus dem
Sterbejahr der Annette von Droste-Hülshoff.
(1848). In: Ders. (Hrsg.): Briefe der Freiin
Annette von Droste-Hülshoff.Münster.1877.S. 2
Einleitung
Wie schon aus dem wiedergegebenen Zitat von Christoph Bernhard Schlüter ersichtlich, hatte Annette von Droste-Hülshoff eine ganz eigene, spezielle Art, ihre Gedanken und Gefühle literarisch umzusetzen. Die Charakterisierung durch Schlüter, eines langjährigen Bekannten der Droste, der als Philosophiedozent in Münster tätig war und die geistliche Lyrik Annette von Droste-Hülshoff herausgab, ist sehr gelungen. Es verdeutlicht nur zu gut die Eigenarten der Autorin, die eine sehr scharfe Beobachterin ihrer Umgebung und ihrer Mitmenschen war und sich dadurch nicht nur beliebt machte.
Annette von Droste-Hülshoff, geboren am 12. Januar 1797 auf Schloss Hülshoff, schrieb eine ganze Reihe von Werken, wobei "Die Judenbuche" eines ihrer bekanntesten wurde. Die Novelle, erstmalig vom 22. April bis 10. Mai 1842 in Cottas "Morgenblatt für gebildete Leser" in 16 Teilen erschienen, wurde in viele Sprachen übersetzt und gehört mittlerweile in vielen Schulen zum Lesestoff.
Mit dieser vorliegenden Arbeit möchte ich die Novelle "Die Judenbuche" unter dem Aspekt des Antijudaismus bzw. Antisemitismus betrachten. Dazu ist es notwendig, die historische Situation in Westfalen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu betrachten. Besonderes Augenmerk gilt dabei der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung dieses Landstriches. Die Novelle von Annette von Droste-Hülshoff trägt den Untertitel " Ein Sittengemälde aus dem gebirgichten Westfalen". Deswegen bedarf es einer Betrachtung der alltäglichen Lebenssituation der damaligen Bevölkerung, um zu sehen, inwieweit die Autorin diese Lebenswelt in ihre Schilderungen einbaut.
Da die Dichterin am Schluss ihres Werkes schreibt, dass es sich wirklich so zugetragen hat, ist es wichtig, die Entstehungsgeschichte der Novelle zu betrachten. Ist doch nachweisbar, dass sich die Droste auf historische Quellen bezieht.
Die in der "Judenbuche" vorkommenden Juden werden auf eine besondere Art und Weise dargestellt. Um diese Darstellungen genauer untersuchen zu können, ist es sehr wichtig, die Situation der Juden als Minderheit in Deutschland in der damaligen Zeit mit einzubeziehen. Dabei sind besonders die Beziehungen zwischen der Sprache, der Schrift und den in der "Judenbuche" vorkommenden relevant. Um den Bogen weiterzuführen, möchte ich einen kleinen Exkurs zur jüdischen Magie, der Kabbala und der jüdischen Schrift und Symbole in der Novelle geben.
Um das Werk von Annette von Droste-Hülshoff auf antijüdische Darstellungen untersuchen zu können, möchte ich speziell die Sprache des Antisemitismus allgemein und in der Novelle im Besonderen betrachten.
Ich möchte eine Reihe von Fragen durch diese Untersuchung aufwerfen: Welche Funktion haben die antijüdischen Darstellungen, fall sie vorhanden sind, in diesem Werk? Bedeutet die Darstellung von Antisemitismus in einem literarischen Werk, dass dessen Autorin eine antijüdische Einstellung oder Meinung hat?
Ich hoffe diese und weitere Fragen durch die vorliegende Arbeit beantworten zu können.
1. Die Situation Westfalens in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
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