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Essay, 2008, 27 Pages
Author: Dr. Stefan Schweizer
Subject: Speech Science / Linguistics
Details
Tags: Grammatikalisierung, Modalpartikeln
Year: 2008
Pages: 27
Grade: keine, freier Aufsatz
Bibliography: ~ 18 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-03885-0
ISBN (Book): 978-3-638-93554-8
File size: 314 KB
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Abstract
Ich möchte versuchen im folgenden Aufsatz zwei verschiedene Aspekte der Linguistik in einen Zusammenhang zu bringen. Dabei handelt es sich einmal um die Grammatikalisierung. Zum zweiten werden Modalpartikeln behandelt. Es ist nun zu untersuchen, ob - und wenn ja inwieweit - die deutschen Modalpartikeln einen Grammatikalisierungsprozess durchlaufen haben oder ob sie eventuell sogar als Resultat eines Grammatikalisierungsprozesses zu verstehen sind. Bei der Behandlung des Phänomens der Grammatikalisierung wurde hauptsächlich auf Gabriele Diewalds Grammatikalisierung, Eine Einführung in Sein und Werden grammatischer Formen zurückgegriffen. Die Gesamtdarstellungsweise und das methodische Vorgehen in der Abhandlung schienen mir plausibel und sinnvoll zu sein. Das Buch sollte dem neueren Forschungsstand entsprechen. Die Modalpartikeln als solche wurden in Anlehnung an Jörg Meibauers Modaler Kontrast und konzeptuelle Verschiebung und Maria Thurmairs Modalpartikeln und ihre Kombination beschrieben. Beide Bücher gehören bereits heute zu den Standardwerken der einschlägigen Literatur über Modalpartikeln. Bei der Untersuchung der Grammatikalisierung von Modalpartikeln wurde hauptsächlich auf den Aufsatz von Werner Abraham The grammaticalization of German modal particles und die bereits erwähnte Einführung von Gabriele Diewald Bezug genommen. Komplementär dazu mussten verschiedene etymologische Wörterbücher eingesehen werden, um teilweise die Bedeutungsveränderungen der Wörter eigenständig nachvollziehen zu können. Um eine möglichst sinnvolle Gliederung des Aufsatzes zu erreichen, wurde zunächst allgemein das Thema der Grammatikalisierung dargestellt. Als nächster Schritt wurden dann die Modalpartikeln als solche untersucht. Im dritten Abschnitt wurde konkret die Grammatikalisierung einiger ausgewählter Modalpartikeln bearbeitet. In Anbetracht der Tatsache aber, dass sowohl das Thema der Grammatikalisierung, als auch das Thema der Modalpartikeln an sich sehr schwierig und sehr schwer zugänglich sind, schien mir eine jeweilige Einführung und Klärung der Themenblöcke als unabdingbar notwendig. Dies unter dem Aspekt meines besseren Verständnisses des gesamten Themas. Bei allen drei Themenblöcken mussten thematische Reduktionen in Kauf genommen werden. In einem Aufsatz dieses Umfangs kann es nur darum gehen zu versuchen, anhand einiger Teilaspekte der Themen die Gesamtthematik erahnen zu lassen. Es ist also nicht möglich, alles zu jedem der Teilgebiete zu sagen.
Excerpt (computer-generated)
Grammatikalisierung von Modalpartikeln
von
Dr. Stefan Schweizer
Gliederung
1. Einleitung ... S. 1
2. Begriffsklärung: Was ist Grammatikalisierung ... S. 2
2.1. Verschiedene Aspekte der Grammatikalisierung ... S. 3
2.2. Prozesse und Stadien der Grammatikalisierung ... S. 5
3. Modalpartikeln ... S. 8
3.1. Unflektierbarkeit der Modalpartikeln ... S. 10
3.2. Unbetonbarkeit der Modalpartikeln ... S. 11
3.3. Fakultative Elemente ... S. 12
3.4. Stellung der Modalpartikeln ... S. 14
3.4.1.Modalpartikeln im Mittelfeld ... S. 16
4. Grammatikalisierung der Modalpartikeln ... S. 17
4.1. Die Modalpartikel doch ... S. 19
4.2. Die Modalpartikel eben ... S. 20
4.3. Die Modalpartikel halt ... S. 22
4.4. Die Modalpartikel ja ... S. 24
5. Zusammenfassung und Ausblick
1. Einleitung
Ich möchte versuchen im folgenden Aufsatz zwei verschiedene Aspekte der Linguistik in einen Zusammenhang zu bringen. Dabei handelt es sich einmal um die Grammatikalisierung. Zum zweiten werden Modalpartikeln behandelt.
Es ist nun zu untersuchen, ob - und wenn ja inwieweit - die deutschen Modalpartikeln einen Grammatikalisierungsprozess durchlaufen haben oder ob sie eventuell sogar als Resultat eines Grammatikalisierungsprozesses zu verstehen sind.
Bei der Behandlung des Phänomens der Grammatikalisierung wurde hauptsächlich auf Gabriele Diewalds Grammatikalisierung, Eine Einführung in Sein und Werden grammatischer Formen zurückgegriffen. Die Gesamtdarstellungsweise und das methodische Vorgehen in der Abhandlung schienen mir plausibel und sinnvoll zu sein. Das Buch sollte dem neueren Forschungsstand entsprechen.
Die Modalpartikeln als solche wurden in Anlehnung an Jörg Meibauers Modaler Kontrast und konzeptuelle Verschiebung und Maria Thurmairs Modalpartikeln und ihre Kombination beschrieben. Beide Bücher gehören bereits heute zu den Standardwerken der einschlägigen Literatur über Modalpartikeln.
Bei der Untersuchung der Grammatikalisierung von Modalpartikeln wurde hauptsächlich auf den Aufsatz von Werner Abraham The grammaticalization of German modal particles und die bereits erwähnte Einführung von Gabriele Diewald Bezug genommen. Komplementär dazu mussten verschiedene etymologische Wörterbücher eingesehen werden, um teilweise die Bedeutungsveränderungen der Wörter eigenständig nachvollziehen zu können.
Um eine möglichst sinnvolle Gliederung des Aufsatzes zu erreichen, wurde zunächst allgemein das Thema der Grammatikalisierung dargestellt. Als nächster Schritt wurden dann die Modalpartikeln als solche untersucht. Im dritten Abschnitt wurde konkret die Grammatikalisierung einiger ausgewählter Modalpartikeln bearbeitet.
In Anbetracht der Tatsache aber, dass sowohl das Thema der Grammatikalisierung, als auch das Thema der Modalpartikeln an sich sehr schwierig und sehr schwer zugänglich sind, schien mir eine jeweilige Einführung und Klärung der Themenblöcke als unabdingbar notwendig. Dies unter dem Aspekt meines besseren Verständnisses des gesamten Themas.
Bei allen drei Themenblöcken mussten thematische Reduktionen in Kauf genommen werden. In einem Aufsatz dieses Umfangs kann es nur darum gehen zu versuchen, anhand einiger Teilaspekte der Themen die Gesamtthematik erahnen zu lassen. Es ist also nicht möglich, alles zu jedem der Teilgebiete zu sagen.
2. Begriffsklärung: Was ist Grammatikalisierung?
Die Grammatikalisierung als richtige Forschungsrichtung der Linguistik gibt es erst seit zehn oder fünfzehn Jahren.1
Unter dem 1921 von A. Meillet eingeführten Begriff der Grammatikalisierung wird ein Sprachwandelprozess beschrieben, „in dessen Verlauf eine autonome lexikalische Einheit allmählich die Funktion einer abhängigen grammatischen Kategorie erwirbt“.2
Im Duden findet sich eine Definition des Verbes „grammatikalisieren“, welche besagt, dass im Verlauf einer Sprachentwicklung etwas zum festen Bestandteil der Grammatik gemacht würde.3 Zu dem dazugehörigen Substantiv ist überraschenderweise kein Eintrag zu finden. Zunächst ist zu bemerken, dass die Definitionen des Dudens und des Lexikons der Sprachwissenschaft im wesentlichen Deckungsgleichheit aufweisen.
Ein Schwachpunkt an ihnen ist aber ihre Ungenauigkeit in der zeitlichen Dimension. Beide Definitionen lassen zwar erkennen, dass etwas im Verlauf von etwas geschieht, definieren diesen Punkt jedoch nicht weiter in einer zufriedenstellenden Art und Weise, denn der Begriff „Sprachentwicklung“ ist naturgemäß sehr weit gefasst und verhilft nicht zu einer genauen zeitlichen Einordnungskategorie.
Schon hier bleibt vorwegzunehmen und festzuhalten, dass an dem Prozess der Grammatikalisierung sowohl synchrone als auch diachrone Prozesse beteiligt sind. Unter Synchronie versteht man den Zustand einer Sprache zu einem bestimmten Zeitpunkt. Diachronie hingegen meint die geschichtliche Entwicklung einer Sprache. Es ist anzunehmen, dass beide Aspekte interaktiv an dem Prozess der Grammatikalisierung mitwirken.
[....]
1 Gabriele Diewald, S. VII
2 Hadumod Bußmann, S. 289
3 Duden, S. 627
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