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Die questione ladina - Über die sprachliche und gesellschaftliche Situation der Dolomitenladiner

Scholary Paper (Seminar), 2002, 15 Pages
Author: Martin Klüners
Subject: Romance Languages - Italian and Sardinian Studies

Details

Event: Einführung in die italienische Soziolinguistik
Institution/College: Humboldt-University of Berlin (Institut für Romanistik)
Tags: Situation, Dolomitenladiner, Einführung, Soziolinguistik
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2002
Pages: 15
Grade: 1,7
Language: German
Archive No.: V9131
ISBN (E-book): 978-3-638-15915-9

File size: 179 KB


Excerpt (computer-generated)

Die questione ladina
- Über die sprachliche und gesellschaftliche Situation der Dolomitenladiner

von Martin Klüners


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Geographische, wirtschaftliche
und Bevölkerungssituation der Sellaladiner 4

3. Geschichte der Ladiner und ihrer Sprache 6

4. "Rätoromanisch": eine eigenständige,
zusammenhängende Sprache? 9

5. "Prestige" des Dolomitenladinischen in der Gegenwart 13

6. Literatur 15


1. Einleitung

Das von Frau Köhler im Sommersemester 2002 gehaltene Proseminar "Einführung in die italienische Soziolinguistik" befaßte sich mit der Erforschung des Beziehungsgefüges Sprache und Gesellschaft im allgemeinen und der italienischen wissenschaftlichen Disziplin im besonderen, wobei über eine der Definition des Begriffes sowie des weiteren eine dem Mutterland der Soziolinguistik, den USA, gewidmte Einführung - konkret ging es um zwei auf diesem Gebiet richtungweisende Arbeiten von William Labov und Joshua A. Fishman - anhand von Literatur italienischer Wissenschaftler wie Gaetano Berruto und Tullio De Mauro bald das Phänomen der italienischen Soziolinguistik erörtert wurde. Vier unterschiedlichen Bereichen soziolinguistischer Forschung geltende Sitzungen erhellten nacheinander die Aspekte des Verhältnisses von Standard-, Regionalitalienisch und Dialekt, Minderheitensprachen, Schrift- und gesprochenem Italienisch sowie geschlechtsspezifischer Sprache und Sprachverhalten. Eine nicht allen Seminarteilnehmern mögliche Exkursion nach Norditalien sollte die gewonnenen Erkenntnisse vertiefen.
Besonders augenfällig wurde bei der Auseinandersetzung mit Minderheitensprachen und Mehrsprachigkeit und der zugehörigen Kontaktlinguistik die oftmals komplizierte Situation von Sprechern einer Minderheitensprache und ihres Verhältnisses zur Standardsprache in einem Land, in dem europaweit die meisten anderssprachigen Ethnien leben. Häufig benachteiligt wenn nicht gar an der Pflege ihrer sprachlichen und kulturellen Tradition gehindert, ist ihre Situation aber nicht nur von Volksgruppe zu Volksgruppe, sondern sogar von Region zu Region und jeweils herrschender Gesetzeslage sehr unterschiedlich. Vorliegende Arbeit soll die außergewöhnliche Situation der Dolomitenladiner, deren Siedlungsgebiet auf drei verschiedene Regionen verteilt ist, untersuchen. Ein besonderes Gewicht soll dabei - nach einer einführenden Schilderung der geographischen, wirtschaftlichen und Bevölkerungsituation der Sella- oder Dolomitenladiner - auf den Sprachkontakt in der Geschichte, gewissermaßen von den Anfängen dieser rätoromanischen Sprachgruppe - wobei noch zu klären sein wird, inwieweit diese mit den beiden anderen "rätoromanisch" genannten Mundarten verwandt ist und ob man von einer selbständigen rätoromanischen Sprache ausgehen kann - bis in die Gegenwart, gelegt werden. Ein kurzer Ausblick gilt dabei den weitgehend positiven Veränderungen der letzten Jahrzehnte, die Joachim Born in einer soziolinguistischen Befragung Anfang der 1980er Jahre dokumentiert hat.
Zur Quellenlage ist noch hinzuzufügen, daß wohl angesichts der Tatsache, daß es sich hier um ein relativ spezielles Thema innerhalb der Soziolinguistik handelt - immerhin sprechen gerade einmal knapp 30000 Menschen diese rätoromanische Mundart - nur auf eine begrenzte Anzahl von Titeln zurückgegriffen und aus noch weniger Bänden zitiert werden konnte; das Etymologische Lexikon von Kramer sowie Heidi Siller-Runggaldiers Arbeit über "Grödnerische Wortbildung" dienten lediglich der Vertiefung und dem besseren Verständnis von in anderen Texten angesprochenen linguistischen Sachverhalten; sie sind aber dennoch in der Literaturliste aufgeführt.

2. Geographische, wirtschaftliche und Bevölkerungssituation der Sellaladiner

[...]


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