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Subtitle: Empirie und Theorie zu Kapitalmarkteffekten der Ankündigung und Durchführung von Unternehmensübernahmen
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 33 Pages
Author: Dipl. Oec. Sebastian Gröll
Subject: Economics / Business: Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
Details
Tags: Perspektive
Year: 2006
Pages: 33
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 37 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-04913-9
File size: 315 KB
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Abstract
Die intuitiv aus dem Titel der vorliegenden Arbeit ableitbare Zielsetzung der folgenden Analyse besteht in der theoretischen Diskussion und empirischen Beobachtungen eines speziellen Themenkomplexes der Unternehmensübernahme. Angesichts von Messproblemen und divergierenden Ergebnissen in der Kapitalmarktbewertung erscheint es angebracht, den Fokus des Betrachters auf die theoretischen Grundlagen und empirisch beobachtbaren Besonderheiten der Börsenkursentwicklung bei Unternehmensübernahmen zu lenken. Da diese Übernahmen sehr häufig in engem Zusammenspiel mit den Kapitalmärkten stehen, ist der Kauf von Unternehmen auf eine ähnliche Weise zu betrachten wie eine Investitionsentscheidung in Eigen- oder Fremdkapital, die an einer Börse gehandelt werden. Die Performance stellt dabei die erbrachte Leistung eines Wertpapierportfolios dar und bezieht sich auf den Anteil des über einen bestimmten Zeitraum erzielten Anlageerfolgs, der vom Ergebnis eines bestimmten Referenzportfolios (Benchmark) abweicht. Zur weiteren empirischen Analyse werden an erster Stelle theoretische Grundlagen im Rahmen der Performancemessung betrachtet. Hierbei werden verschiedene Marktgleichgewichtsmodelle, Messmethoden und Benchmarks analysiert und verglichen. Wie sich herausstellen wird, weichen die Inhalte der einzelnen Bausteine teilweise doch stark voneinander ab, was zu Verzerrungen bei empirischen Berechnungen führen kann. Im darauf folgenden empirischen Teil der Arbeit werden vier zentrale These, die in der weit reichenden Literatur häufiger anzutreffen sind, herausgearbeitet und anhand empirischer Ergebnisse auf ihre Validität überprüft. In den abschließenden Bemerkungen werden die maßgeblichen Schlussfolgerungen gezogen und auf Probleme im Rahmen von Unternehmensübernahmen hingewiesen.
Excerpt (computer-generated)
Börsenkursentwicklungen nach durchgeführten Unternehmensübernahmen
Hauptseminar
Öffentliche Übernahmeangebote in ökonomischer und rechtlicher Perspektive
- Empirie und Theorie zu Kapitalmarkteffekten der Ankündigung und Durchführung von
Unternehmensübernahmen -
Sommersemester 2006
Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre,
insbesondere Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen
Universität Hohenheim
Dipl. Oec.: Sebastian Gröll
Studiengang: Wirtschaftswissenschaften
Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS I
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS II
SYMBOLVERZEICHNIS III
1. PROBLEMSTELLUNG 1
2. MARKTGLEICHGEWICHTSMODELLE 1
2.1. CAPITAL ASSET PRICING MODEL (CAPM) 1
2.2. KRITIK AM MARKTGLEICHGEWICHTSMODELL 3
2.3. ARBITRAGE PRICING THEORY (APT) 3
3. DIE MESSUNG DER PERFORMANCE 4
3.1. DIE MESSUNG DER SELEKTIONSPERFORMANCE (JENSEN´S ALPHA) 4
3.2. DIE MESSUNG DER TIMING-PERFORMANCE 5
3.2.1. Quadratic Market Model (QMM) 5
3.2.2. Dual Beta Market Model (DBM) 6
4. BENCHMARKMODELLE 7
4.1. KLASSISCHE BENCHMARKMODELLE 7
4.1.1. Value Weighted Index 7
4.1.2. Equally Weighted Index 7
4.2. MODERNE BENCHMARKMODELLE 8
4.2.1. Three Factor Benchmark 8
4.3.2. Four Factor Benchmark 8
4.3.3. Ten Factor Portfolio Benchmark 9
4.3.4. Cumulative Average Abnormal Return 10
4.3.5. Eight Portfolio Benchmark 10
4.3. PASSIVE PORTFOLIOS 11
EMPIRIE 12
5. LITERATURE REVIEW: THESEN UND ERGEBNISSE 12
5.1. THESE ÜBER DIE ÜBERNAHMEART: MERGER VS. TENDER OFFER 12
5.2. THESE ÜBER DIE ZAHLUNGSWEISE: CASH VS. STOCK FINANCED 14
5.3. THESE ÜBER DIE KÄUFERPARTEI: GLAMOUR VS. VALUE FIRMS 15
5.4. THESE ÜBER DIE WAHL DES BENCHMARKS 17
6. SCHLUSSBETRACHTUNG 19
ANHANG 20
LITERATUR 25
II
Abkürzungsverzeichnis
3F Three Factor Benchmark
4F Four Factor Benchmark
8P Eight Portfolio Benchmark
10F Ten Factor Benchmark
AMEX American Stock Exchange
APT Arbitrage Pricing Theory
CAAR Cumulative Average Abnormal Return
CAPM Capital Asset Pricing Model
CRSP Center for Research in Security Prices
DBM Dual Beta Model
EWI Equally Weighted Index
GLF Glamour Firm
NYSE New York Stock Exchange
QMM Quadratic Market Model
VALF Value Firm
Vgl. Vergleiche
VWI Value Weighted Index
III
Symbolverzeichnis
Rendite durch Selektivität
2i Rendite durch Timing (DBM)
p Gesamtrisiko des Portfolios
Rendite durch Timing (QMM)
m Standardabweichung der Marktrendite
p Standardabweichung des Gesamtportfolios (Risiko)
E(Rm) erwartete Marktrendite
E(Rp) erwartete Portfoliorendite
M Marktportfolio
MV Marktwert
P Preis
rf risikofreier Zinssatz
ri,t Erträge aus Wertpapiere
rm,t erwartete Marktrendite
rs,t gleichgewichtete Erträge aller Firmen
rp erwartete Portfoliorendite
1
1. Problemstellung
Die intuitiv aus dem Titel der vorliegenden Arbeit ableitbare Zielsetzung der folgenden Ana-
lyse besteht in der theoretischen Diskussion und empirischen Beobachtungen eines speziellen
Themenkomplexes der Unternehmensübernahme. Angesichts von Messproblemen und diver-
gierenden Ergebnissen in der Kapitalmarktbewertung erscheint es angebracht, den Fokus des
Betrachters auf die theoretischen Grundlagen und empirisch beobachtbaren Besonderheiten
der Börsenkursentwicklung bei Unternehmensübernahmen zu lenken.
Da diese Übernahmen sehr häufig in engem Zusammenspiel mit den Kapitalmärkten stehen,
ist der Kauf von Unternehmen auf eine ähnliche Weise zu betrachten wie eine Investitionsent-
scheidung in Eigen- oder Fremdkapital, die an einer Börse gehandelt werden.
Die Performance stellt dabei die erbrachte Leistung eines Wertpapierportfolios dar und be-
zieht sich auf den Anteil des über einen bestimmten Zeitraum erzielten Anlageerfolgs, der
vom Ergebnis eines bestimmten Referenzportfolios (Benchmark) abweicht.
Zur weiteren empirischen Analyse werden an erster Stelle theoretische Grundlagen im Rah-
men der Performancemessung betrachtet. Hierbei werden verschiedene Marktgleichge-
wichtsmodelle, Messmethoden und Benchmarks analysiert und verglichen. Wie sich heraus-
stellen wird, weichen die Inhalte der einzelnen Bausteine teilweise doch stark voneinander ab,
was zu Verzerrungen bei empirischen Berechnungen führen kann.
Im darauf folgenden empirischen Teil der Arbeit werden vier zentrale These, die in der weit
reichenden Literatur häufiger anzutreffen sind, herausgearbeitet und anhand empirischer Er-
gebnisse auf ihre Validität überprüft.
In den abschließenden Bemerkungen werden die maßgeblichen Schlussfolgerungen gezogen
und auf Probleme im Rahmen von Unternehmensübernahmen hingewiesen.
THEORIE
2. Marktgleichgewichtsmodelle
2.1. Capital Asset Pricing Model (CAPM)
Das CAPM wurde von
Sharpe
(1964),
Lintner
(1965) und
Mossin
(1966) entwickelt und er-
weitert die Portfoliotheorie von
Markowitz
durch eine Zerlegung des Portfoliorisikos in das
systematische und unsystematische Risiko.1 Das unsystematische Risiko kann im Gegensatz
zum systematischen Risiko durch eine geeignete Diversifikation des Portfolios beseitigt wer-
1 Vgl. Lehmann/Modest (1988), S. 213 f.
2
den. Somit ist das systematische Risiko die vom Markt abhängige Variable und wird in fol-
genden Berechnungen als Beta bezeichnet.2
Mit dem CAPM soll der Versuch unternommen werden, risikobehaftete Anlagemöglichkeiten
innerhalb sehr restriktiver Annahmen3 am Kapitalmarkt zu bewerten.4 Der Kerngedanke des
CAPM liegt in der Mischung eines beliebigen Portefeuilles mit einer Anlage zum sicheren
Zins
rf
, die durch eine Gerade (die Kapitalmarktlinie, vgl. Anhang Abb. 1) durch die Punkte
rf
und
M
im Risiko-Rendite-Diagramm veranschaulicht wird.5
E
(
R
) -
r
m
f
E
(
R
) =
r
+
× (1a)
p
f
p
m
mit
E(Rp) = erwartete Portfoliorendite
E(Rm) = erwartete Marktrendite
m = Standardabweichung der Marktrendite
p = Gesamtrisiko des Portfolios (Standardabweichung)
Die Steigung der Kapitalmarktlinie wird in der Literatur auch häufig als Marktpreis des Risi-
kos bezeichnet. Abhängig von der jeweiligen Risikopräferenz kann jeder Marktteilnehmer
einen Punkt zwischen
rf
und
M
auf der Gerade wählen.
Im Gegensatz zur Kapitalmarktlinie beurteilt das Konzept der Wertpapierlinie (SML, vgl.
Anhang Abb. 2) nicht die gesamte Portfoliovarianz, sondern lediglich den Anteil der Kovari-
anz zwischen Portfolio und Gesamtmarkt am Risiko des Gesamtmarktes.
E
(
R
) =
r
+ [
E
(
R
) -
r
]× mit
pm
=
(1b)
p
f
m
f
p
p
2
m
Die Wertpapierlinie stellt durch die Modellierung eines linearen Zusammenhangs zwischen
erwarteter Rendite und marktbezogenem Risiko aller riskanten Anlagen das eigentliche
CAPM dar.6 Im Marktgleichgewicht müssen somit unter der Annahme der Markteffizienz alle
Renditen auf der Wertpapierlinie liegen. Anlagen, deren Renditen oberhalb dieser Linie lie-
gen, werden am Markt sofort gekauft, sodass als Folge der Aktienpreis ansteigt und die Ren-
dite solang sinkt, bis sie auf der Wertpapierlinie liegt.7
2 Vgl. Peters (1987), S. 24.
3 Eine Übersicht über die getroffenen Prämissen im CAPM findet sich bei Peters (1987), S. 20 ff. Die zentralen
Restriktionen sind: Risikoaversion, homogene Erwartungen, vollkommene Transparenz und ein Gleichgewichts-
zustand am Kapitalmarkt.
4 Vgl. Grinblatt/Titman (1994), S. 419.
5 Vgl. Stahlhut (2002), S. 30.
6 Vgl. Allen/Soucik (2000), S. 8.
7 Vgl. Stahlhut (2002), S. 31 dieser Sachverhalt gilt genauso bei Renditen unterhalb der SML, jedoch mit ent-
gegengesetzter Wirkung.
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