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„Die Grünen Menschen von Intensiv I“ als Indikator für Roman Brodmanns Strategie

Scholary Paper (Seminar), 1997, 23 Pages
Author: Tatjana Schikorski
Subject: Art - Photography / Film

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 1997
Pages: 23
Grade: 1.3
Bibliography: ~ 9  Entries
Language: German
Archive No.: V91561
ISBN (E-book): 978-3-638-04974-0

File size: 82 KB
Notes :
Eine Studie zum Dokumentarfilm, exemplarisch aufbereitet und in die Tiefe anhand eines Beispieles verfolgt die Autorin das Wesen des Dokumentarfilmes. Ein interessanter Beitrag zum Thema des Dokumentarfilmes und seiner Geschichte.


Abstract

Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung 2. Roman Brodmann und seine Werke 2.1. Biografie 2.2. Werke 2.2.1. Filmografie (eine Auswahl) 2.2.2. Preise (u.a.) 2.2.3. Veröffentlichungen 2.3. Das Umfeld: Die Stuttgarter Schule 2.4. Brodmanns Persönlichkeit und Arbeitsweise 3. Allgemeine Informationen über den Film „Die Grünen Menschen von Intensiv I“ 3.1. Allgemeine Daten 3.2. Thematischer Inhalt 3.2.1. Personen 3.2.2. Aufbau 4. Arbeitsweise Roman Brodmanns 4.1. Brodmanns Strategie 4.2. Brodmann und das Prinzip der living camera 4.3. Brodmanns Montagetechnik 5. Schlußbetrachtung 6. Literaturverzeichnis 1. Einleitung Roman Brodmann gehört zu den Autoren, die jenseits der üblichen aktuellen Berichte, Reportagen und Magazine eine unkonventionelle Verarbeitung der Wirklichkeit versuchen und eine ganz persönliche Handschrift haben. Brodmann geht aus der Stuttgarter Schule hervor, wurde dementsprechend von ihr geprägt und beeinflußte sie seinerseits. Dennoch nimmt er innerhalb dieses Bereiches eine eigene Stellung ein. Seine ambivalente Persönlichkeit, einerseits seine unbequeme Ambition, verschiedene Sachverhalte kritisch zu beleuchten, andererseits seine ruhige, fast bedächtige Art, sich zu äußern, machen ihn zu einer interessanten Gestalt. „Gespielte Naivität“ sowie „der Einsatz von trojanischen Pferdchen“ meint der Journalist Joachim Hauschild bei Roman Brodmann entlarvt zu haben. Der Dokumentarfilm „Die Grünen Menschen von Intensiv I“ soll in der folgenden Abhandlung analysiert und unter diesem Gesichtspunkt besprochen werden. Um das Anliegen Brodmanns zu verdeutlichen, erschien es mir wichtig, zunächst die Biographie des Autors, sowie seine Werke vorzustellen. Anschließend wird der Film inhaltlich und technisch analysiert, bevor auf das spezielle Anliegen Brodmanns eingegangen werden kann. In einer abschließenden Diskussion werden Art des Feature, Wirkung und Berechtigung des Filmes diskutiert werden.


Excerpt (computer-generated)

FB 11 der HdK Berlin

Lietzenburgerstr. 45

SoSe 1996

Hauptseminar: Geschichte des Dokumentarfilms

Hausarbeit zum Thema:

,,Die Grünen Menschen von Intensiv I" als Indikator für Roman

Brodmanns Strategie

vorgelegt

von:

Tatjana

Schikorski

am: 20.09.1996


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Roman Brodmann und seine Werke 4

2.1. Biographie 4

2.2. Werke 6

2.2.1. Filmografie (eine Auswahl) 6

2.2.2 Preise (u.a.) 7

2.2.3. Veröffentlichungen 8

2.3. Das Umfeld: Die Stuttgarter Schule 8

2.4. Roman Brodmanns Persönlichkeit und Arbeitsweise 10

3. Allgemeine Informationen über den Film ,,Die grünen Menschen von Intensiv I" 12

3.1. Allgemeine Daten 12

3.2. Inhalt 13

3.2.1. Personen: 14

3.2.2. Aufbau 14

4. Arbeitsweise Roman Brodmanns 17

4.1. Brodmanns Strategie 17

4.2. Brodmann und das Prinzip der living camera 17

4.3. Brodmanns Montagetechnik 19

5. Schlußbetrachtung 20

2


1. Einleitung

Roman Brodmann gehört zu den Autoren, die jenseits der üblichen aktuellen Berichte,

Reportagen und Magazine eine unkonventionelle Verarbeitung der Wirklichkeit versuchen

und eine ganz persönliche Handschrift haben.

Brodmann geht aus der Stuttgarter Schule hervor, wurde dementsprechend von ihr geprägt

und beeinflußte sie seinerseits. Dennoch nimmt er innerhalb dieses Bereiches eine eigene

Stellung ein. Seine ambivalente Persönlichkeit, einerseits seine unbequeme Ambition,

verschiedene Sachverhalte kritisch zu beleuchten, andererseits seine ruhige, fast

bedächtige Art, sich zu äußern, machen ihn zu einer interessanten Gestalt. ,,Gespielte

Naivität" sowie ,,der Einsatz von trojanischen Pferdchen"1 meint der Journalist Joachim

Hauschild bei Roman Brodmann entlarvt zu haben. Der Dokumentarfilm ,,Die Grünen

Menschen von Intensiv I" soll in der folgenden Abhandlung analysiert und unter diesem

Gesichtspunkt besprochen werden.

Um das Anliegen Brodmanns zu verdeutlichen, erschien es mir wichtig, zunächst die

Biographie des Autors, sowie seine Werke vorzustellen. Anschließend wird der Film

inhaltlich und technisch analysiert, bevor auf das spezielle Anliegen Brodmanns

eingegangen werden kann. In einer abschließenden Diskussion werden Art des Feature,

Wirkung und Berechtigung des Filmes diskutiert werden.

1 Joachim Hauschild in: Süddeutsche Zeitung, 1996. Nr. 299

3


2. Roman Brodmann und seine Werke

Im folgenden Kapitel wird der Regisseur Roman Brodmann und seine Werke vorgestell.

Bevor im darauffolgenden Teil der Arbeit die Technik und der Stil Brodmanns untersucht

werden kann, scheint es sinnvoll, sich mit der Persönlichkeit des Autors vertraut zu

machen, da bestimmte Motive durch die Biographie veranschaulicht werden können.

Ebenfalls erklären sich verschiedene Ansichten möglicherweise durch das Umfeld des

Autors, gemeint ist hier die Stuttgarter Schule.

2.1. Biographie

Roman Brodmann wird 1920 in Binningen, im Kanton Baselland in der Schweiz geboren.

Er stammt aus einer sehr konservativen und katholischen Familie. Über seinen Vater ist

bekannt, daß ihm der Aufstieg vom Bankboten zum Prokuristen gelang. Diese

Entwicklung ist deswegen erwähnenswert, da sie möglicherweise die Wahl Brodmanns

einiger Themen erklärt: ein oft wiederauftauchendes Thema in seinen Arbeiten ist das nach

oben hin orientierte Kleinbürgertum, das besonders in seinen späteren Arbeiten ein

bevorzugtes Angriffsziel darstellt. Brodmann selbst bezeichnet seinen Vater zynisch als

einen ,,musterhafter Untertan der Bank".

Nach der Schule macht Brodmann ein Volontariat bei der katholischen Monatszeitschrift

,,Baseler Volksblatt". Gleichzeitig absolviert er den dreijährigen Militärdienst. Auch das

ist der Anstoß für viele Arbeiten Brodmanns: Er entwickelt sich während dieser Zeit zum

Antimilitaristen und wird Mitbegründer der ,,Initiative für eine Schweiz ohne Armee".

1943 beginnt Brodmann als Lokalredakteur der ,,Zürcher Tat". Außerdem geht er noch

anderen Aktivitäten für verschiedene Schweizer Zeitungen als Journalist nach. Gleichzeitig

arbeitet er als Kabarettautor. Die Themen bestehen oftmals aus selbst verhaßtem Inhalt.

1960 bis 1963 arbeitet Brodmann als Chefredakteur der ,,Zürcher Woche". Zur selben Zeit

ist er Moderator des ,,Freitagsmagazins", das ein populäres Magazin im Schweizer

Fernsehen war und nach dem Vorbild des BBC Magazins ,,Tonight" gedreht wurde.

4


1963 allerdings geschieht eine Wende seiner Karriere in der Schweiz: Zum einen bekommt

Brodmann Schwierigkeiten mit der ,,Zürcher Woche". Er hatte versucht, mit dem

rechtskonservativen Blatt eine 180 Grad Wende zu vollführen. Ebenfalls stößt das

,,Freitagsmagazin" mit wachsender Beliebtheit auf den Widerstand der Gremien, da

Brodmann zunehmend kritische Kommentare einbaut. Im Laufe der Jahre werden die

Sendezeit, sowie die Termine von 60 Minuten pro Woche auf 35 Minuten pro Monat

gekürzt. Als schließlich eine Vorzensur stattfinden soll, beschließt Brodmann, die Arbeit in

der Schweiz zu beenden.

1963 geht Brodmann daraufhin ins berufliche Exil. Er arbeitet zunächst beim ZDF; sein

erster Film dort lautet ,,Volksabstimmung über die eventuelle atomare Bewaffnung der

Schweiz.".

1963 bis 1965 arbeitet Brodmann als freier Redakteur.

1965 geschieht ein entscheidender Schritt in Richtung Fernsehen. Brodmann wird

überraschend vom SDR engagiert. Durch den Film ,,Heja Safari" wird Dieter Ertel auf ihn

aufmerksam und holt ihn gleich am nächsten Tag nach Stuttgart. Brodmann dreht dort 28

Filme in der Serie ,,Zeichen der Zeit".

1975 entsteht ,,Die Grünen Menschen auf Intensiv I". Brodmann erhält für diese Arbeit

den Sonderpreis des Stiftverbandes der deutschen Wissenschaft.

Nach ,,Zeichen der Zeit" beschäftigt sich Brodmann mit anderen Themen, vorrangig geht

es nun um historische Fragestellungen. Er ist an drei Sendereihen mit historischer

Ausrichtung beteiligt. (,,Magische Namen", in der Persönlichkeiten wie Mussolini, Steiner,

Pestalozzi und Macchiavelli vorgestellt werden; ,,Europa unterm Hakenkreuz", in der

verschiedene Städte porträtiert werden; ,,Laterne Teutonica", eine filmhistorische Reihe).

Die Wahl seiner Themen verbindet Brodmann stets mit persönlichen Anliegen und

Neigungen, immer macht er seine biographischen Bezüge nutzbar.

Während die Beschäftigung mit dem Faschismus einen großen Schwerpunkt Brodmanns

Arbeit darstellt, ist ein weiteres größeres Thema die Ökologie. Er dreht beispielsweise

5



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