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Zwischenprüfungsarbeit, 2004, 26 Seiten
Autor: Britta Heidel
Fach: Design (Industrie, Grafik, Mode)
Details
Institution/Hochschule: Ruhr-Universität Bochum (Kunstgeschichte)
Tags: VW-Käfer, Abschied, Legende, Design, Jahre, Hochhausarchitektur, Design, Jahre
Jahr: 2004
Seiten: 26
Note: 2,5
Literaturverzeichnis: ~ 22 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-05862-9
ISBN (Buch): 978-3-638-94868-5
Dateigröße: 373 KB
22 Einträge im Literaturverzeichnis, davon 8 Internetquellen.
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Zusammenfassung / Abstract
Im mexikanischen Puebla war am 31.Juli 2003 der letzte VW–Käfer vom Band gerollt. Er war Teil einer Nostalgie–Edition von insgesamt 3000 Stück. Die Sonderversion war mit einem CD-Spieler ausgestattet und glich fast genau dem Prototypen aus dem Jahre 1934. Nach Angaben von Jens Neumann, Direktor der Volkswagenwerke in Amerika, sollten 2999 Fahrzeuge von dieser Edition zum Preis von 84000 Pesos, umgerechnet 8000 Euro, verkauft werden. Das letzte Exemplar wurde nach Wolfsburg geliefert und ist jetzt als Ausstellungsstück in der Autostadt zu bewundern. Das VW-Werk in Mexiko war das letzte, das diese Automobile noch produzierte. Mit der Herstellung der Sonderedition endete allerdings eine glanzvolle Ära des Automobilbaus. Neunundsechzig Jahre waren nach der Planung des ersten Volkswagen im Jahre 1934 vergangen. Seit dieser Zeit wurden insgesamt 21,5 Millionen Stück produziert. Der VW–Käfer war lange Zeit der Verkaufsschlager des Automobilkonzerns Volkswagen. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Amerika wuchs die Anzahl der „Käferliebhaber“. Obwohl dieses Fahrzeug Ende der vierziger Jahre von den britischen Besatzern als veraltet und unrentabel deklariert wurde, mauserte es sich zu einem Kultobjekt, dessen Charme sich Liebhaber bis heute nicht entziehen können. Doch was macht diesen „Charme“ aus? Liegt es an dem Design dieses Automobils? Ist es die Qualität der Fabrikation? Oder ist das Hauptargument das Image, das durch die geschickte Werbestrategie der New Yorker Agentur Doyle Dern Bernbach sowohl in Amerika als auch in Deutschland Ende der fünfziger Jahre aufgebaut und durch Spielfilme über „Herbie das Wunderauto“ von Walt Disney und das deutsche Pendant aus den Siebzigern von dem deutsche Regisseur Rudolf Zehetgruber weiter vertieft wurde?
Textauszug (computergeneriert)
Ruhr-Universität Bochum
Kunstgeschichte
Proseminar: Hochhausarchitektur und Design der 50er Jahre
Prof. Dr. Petsch
Wintersemester 2003/2004
Der VW-Käfer
Abschied von einer Legende Design der 50er Jahre
Schriftliche Hausarbeit zur Zwischenprüfung
Eingereicht von: Britta Heidel
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 4
2 Der
VWKäfer 4
2.1
Die Entstehungsgeschichte 5
2.2
Ein Volkswagen für jeden Volksgenossen 7
3
VW-Käfer der fünfziger Jahre 8
3.1
Das Design 9
3.2
Technik 12
3.3
Prototypen und Vorgängermodelle 13
3.3.1 Prototypen von NSU und Zündapp 13
3.3.2 Porsche Typ 60 13
3.4
Werbestrategien in Deutschland in der Vor- und Nachkriegszeit 14
4
Neue Märkte für ein altes Auto 17
5
Der VW Beetle, die Fortsetzung des Käfermythos? 18
6 Literaturnachweis 20
7 Bildnachweis 22
2
Abbildungsverzeichnis
Titelbild 1: Sonderbriefmarke des VW-Käfer von 2003 24
Abbildung 1: Käfer Typ 1, Exportmodell von 1949 22
Abbildung 2: Werbeannonce für das Sparkonzept aus dem Jahr 1938 23
Abbildung 3: Volkswagen-Anzeige von 1956 23
Abbildung 4: Der Käfer konkurrenzlos und unermüdlich 24
Abbildung 5: Wrapped Volkswagen 24
Abbildung 6: ,,Volkswagen Yellow Sky" von 1985 25
3
1 Einleitung
Im mexikanischen Puebla war am 31.Juli 2003 der letzte VWKäfer vom Band gerollt. Er
war Teil einer NostalgieEdition von insgesamt 3000 Stück. Die Sonderversion war mit ei-
nem CD-Spieler ausgestattet und glich fast genau dem Prototypen aus dem Jahre 1934. Nach
Angaben von Jens Neumann, Direktor der Volkswagenwerke in Amerika, sollten 2999 Fahr-
zeuge von dieser Edition zum Preis von 84000 Pesos, umgerechnet 8000 Euro, verkauft wer-
den. Das letzte Exemplar wurde nach Wolfsburg geliefert und ist jetzt als Ausstellungsstück
in der Autostadt zu bewundern.1
Das VW-Werk in Mexiko war das letzte, das diese Automobile noch produzierte. Mit der
Herstellung der Sonderedition endete allerdings eine glanzvolle Ära des Automobilbaus.
Neunundsechzig Jahre waren nach der Planung des ersten Volkswagen im Jahre 1934 vergan-
gen. Seit dieser Zeit wurden insgesamt 21,5 Millionen Stück produziert. Der VWKäfer war
lange Zeit der Verkaufsschlager des Automobilkonzerns Volkswagen. Nicht nur in Deutsch-
land, sondern auch in Amerika wuchs die Anzahl der ,,Käferliebhaber". Obwohl dieses Fahr-
zeug Ende der vierziger Jahre von den britischen Besatzern als veraltet und unrentabel dekla-
riert wurde, mauserte es sich zu einem Kultobjekt, dessen Charme sich Liebhaber bis heute
nicht entziehen können.
Doch was macht diesen ,,Charme" aus? Liegt es an dem Design dieses Automobils? Ist es die
Qualität der Fabrikation? Oder ist das Hauptargument das Image, das durch die geschickte
Werbestrategie der New Yorker Agentur Doyle Dern Bernbach sowohl in Amerika als auch
in Deutschland Ende der fünfziger Jahre aufgebaut und durch Spielfilme über ,,Herbie das
Wunderauto" von Walt Disney und das deutsche Pendant aus den Siebzigern von dem deut-
sche Regisseur Rudolf Zehetgruber weiter vertieft wurde?
Diese Arbeit soll ansatzweise Antworten auf diese Fragen geben. Da sowohl Vorgänger als
auch verschiedene, nie auf den Markt gebrachte oder verbesserte Versionen des Prototyps aus
dem Jahre 1934 existierten, soll das Augenmerk auf den Volkswagen Typ 1 und das Export-
Modell von 1949 (Abb. 1) gelegt werden.
2 Der VWKäfer
Was in den USA durch das bis 1927 bei Ford in mehr als 15 Millionen Exemplaren gefertigte
T-Modell schon Wirklichkeit geworden war, blieb hier noch lange Zeit Wunschbild, bis sich
1http://www.ndr.de/ndr/wirtschaft/nachrichten/20030606_vw_kaefer.html[09.02.2004], Hg.: Norddeutscher
Rundfunk, Veröffentlichungsdatum: 06.06.2003
4
Ferdinand Porsche an die Realisierung der automobilen Vision machte. Porsche und sein
Entwicklerteam wußten, daß für die Konstruktion eines erschwinglichen ,,Volksautos" völlig
neue Wege beschritten werden mußten. Moderne Stromlinienform, Ganzstahlkarosserie,
Drehstabfederung, ein robuster und verbrauchsarmer Motor im Fahrzeugheck und Hinterrad-
antrieb keines der Konstruktionsprinzipien war für sich vollkommen neuartig. Mit der funk-
tionellen Verbindung dieser Elemente brachte das Stuttgarter Büro von Porsche jedoch fri-
schen Wind in die Fahrzeuglandschaft. Durch die Kombination von visionärem Denken und
konstruktiver Detailversessenheit entstand ein revolutionäres wie zeitloses Fahrzeug.
2.1 Die Entstehungsgeschichte
In der Weimarer Republik war die Expansion der Automobilindustrie geringer als in anderen
Ländern. Die Produktion basierte auf altmodischen Technologien, was die Herstellung im-
mens verteuerte. Um den Absatz zu steigern und Herstellungskosten zu verringern, war es
nötig auf Massenproduktion umzusteigen, wie es beispielsweise in Amerika der Fall war.
Die Firma Opel gehörte zu den Ausnahmen, die über die neusten Produktions-Technologien
verfügte. Aufgrund der Firmenübernahme durch die General Motors Corporation im Jahre
1929 war dank des amerikanischen Firmenkapitals eine Modernisierung und Rationalisierung
möglich.2
Die Kapitalausstattung der deutschen Firmen und auch die Bereitschaft der Banken waren
allerdings zu gering, um dem Beispiel der amerikanischen Vorgehensweise zu folgen. Die
Kosten, sich eine Investition in Fertigungsmaschinen leisten zu können bzw. sich auf eine
solche riskante Finanzierung einzulassen, waren viel zu hoch. In Deutschland gab es bis dato
keinen Absatzmarkt für Automobile, so daß von einer Massenproduktion in der Automobil-
branche lange Zeit nicht die Rede sein konnte.
Erst durch die öffentliche Bekanntmachung der Pläne für die Errichtung eines Autobahnnet-
zes anläßlich der Frankfurter Automobilausstellung am 18. Februar 1933 konnte dieser Bran-
chenzweig ausgebaut werden. Der Bau dieses Netzes bot die Möglichkeit einer groß angeleg-
ten Arbeitsbeschaffungsmaßnahme zu Demonstrationszwecken. Doch waren eine gut florie-
rende Industrie und Autobahnen auch aus wehrpolitischen Zwecken wichtig. Beweglichkeit
und zunehmende Schnelligkeit der Fahrzeuge waren für einen Angriffskrieg bei Festigung
einer Vormachtstellung Deutschlands von immensem Vorteil.
Am 17.1.1934 legte Porsche seine Idee für das Massenautomobil dem Reichsverkehrsministe-
rium als "Exposé betreffend den Bau eines deutschen Volkswagens" vor. In dem historisch
2 Petsch, Joachim: Geschichte des Autodesigns, Köln 1982, S. 98 - 99
5
bedeutendem Exposé beschrieb er minutiös technische Eigenschaften und die Linie des
Volkswagens. Ein ,,vollwertiges Gebrauchsfahrzeug" mit geringem Gewicht und ,,narrensi-
cheren Einrichtungen" stand Ferdinand Porsche vor Augen. Schnell sollte das Auto sein und
über einen leistungsstarken Motor verfügen, der den Wagen flott über jeden Paß bringen
konnte. Mit ,,bequemer Platzaufteilung" berücksichtigte das Konzept hohen Fahrkomfort -
und dies alles zu einem niedrigen Preis. Die konstruktiven Vorgaben erforderten mithin die
Quadratur des Kreises. Es entstand ein Fahrzeug mit unvergeßlicher Kugelform.
Schon vor Vertragsabschluß war vielen Mitgliedsfirmen des Reichsverbandes der Automobil-
industrie (RDA)3 Porsches Idee vom billigen Volkswagen suspekt. Gegenseitiges Mißtrauen
bewirkte, daß nicht nur Finanzierungsfragen ein Thema unzähliger Differenzen waren. Trotz-
dem übernahm der RDA die Kosten für den Bau der ersten beiden Vor-Prototypen: V1, die
geschlossene Limousine, und V2, das Cabriolet. Diese entstanden 1935 in der Doppelgarage
der Porsche Villa, am Stuttgarter Feuerbacherweg. Das erste VW-Fahrgestell mit Zentralrohr-
rahmen, der sich hinten zur Motoraufnahme gabelte, war im August 1935 fertig. Nach erfolg-
reicher Erprobung der ersten Prototypen V1 und V2 baute man ein Jahr später in der Porsche-
Garage drei weitere Prototypen: Type VW I, Typ VW II und Typ VW III. Ein Wagen war in
Ganzstahlkarosserie ausgeführt, die beiden anderen aus Kostengründen in Gemischtbauweise
mit Holz-Blechkonstruktion. 120 SS-Männer testeten die Wagen unter strengster Geheimhal-
tung auf strapaziösen 2,4 Millionen Kilometern. Im Daimler-Benz-Karosseriewerk Sindelfin-
gen entstand 1937 die Vorserie von 30 Volkswagen (VW 30). Alle Wagen, 29 Limousinen
ohne Heckfenster und ein Cabriolet, waren in Ganzstahlkarosseriefassung4 mit kleiner Front-
haube, Heckseh- und Belüftungsschlitzen und den nach vorn herausgezogenen Scheinwerfer-
fassungen gehalten. Die Türen öffneten sich nach hinten. Die Winker waren in den vorderen
Seitenteilen verankert. Ein luftgekühlter Vierzylinder-Boxermotor im Heck leistete 22 PS. Im
Februar 1937 begutachtete Adolf Hitler eines der frühen Exemplare und zeigte sich angetan.
Er hatte auch einen Namen für das Auto des Volkes parat: "KdF-Wagen" sollte es heißen.
KdF stand für "Kraft durch Freude" und war ein Motto der so genannten Arbeitsfront, ein von
den Nationalsozialisten erzwungener Zusammenschluss aller Arbeitnehmer- und Arbeitge-
berverbände.5 Eigens für diese Produktion wurde die Gestaltung des Volkswagenwerks in
3 Ebd.: S. 95
4 Für die Karosseriekonstruktion und Formgebung des KdF-Wagens war Erwin Komenda verantwortlich. Erwin
Komenda entwickelte die Karosserie des Volkswagens auf Basis seines Karosseriedesignentwurfs zum Porsche
Typs 32. 1935 war die Frage nach der endgültigen Käferkarosserieform noch offen.
http://www.komenda.at/biografie.htm#VW-Entwicklung[22.01.2004], Dr. Steineck, Iris (Hg.), Veröffentli-
chungsdatum: 2003 (o. A.)
5 http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,256280,00.html[25.01.04]
Haupt, Heiko (Red.), Veröffentlichungsdatum: 08.07.2003
6
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