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Tourismus in Andalusien - Schwerpunkt Malaga

Untertitel: Die Auswirkungen des Tourismus auf die andalusische Wirtschaft, Kultur und Immigration sowie die Frage des "Turismo residencial"

Diplomarbeit, 2007, 108 Seiten
Autor: Jennifer Böhm
Fach: Dolmetschen / Übersetzen

Details

Kategorie: Diplomarbeit
Jahr: 2007
Seiten: 108
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 43  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V92192
ISBN (E-Book): 978-3-638-06047-9

Dateigröße: 7825 KB

Zusammenfassung / Abstract

Spanien ist ein beliebtes, europäisches Tourismusland, das Millionen von Touristen mit seiner herrlichen Landschaft, den Bergen und den zahlreichen Stränden anzieht. Der WTO (World Tourism Organization) nach, ist es das von Touristen zweit meist bereiste Land der Welt, gleich nach Frankreich. Mit 7% des Welttourismus setzt sich Spanien sogar vor die USA und Italien. Viele Touristen kommen nach Andalusien, um Sonne, Strand und Meer zu genießen, doch auch das reiche gastronomische Angebot, die Tapas, Paella, der frische Fisch und der vor Ort angebaute Wein, ziehen Touristen an. Der Süden Spaniens, mit seinem maurisch-kulturellen Erbe verfügt zudem über einige brillante, kulturhistorisch wichtige Sehenswürdigkeiten, wie die „Alhambra de Granada“, die bei der Wahl der neuen Weltwunder in diesem Jahr leider ausschied. Spaniens Süden ist mit fast 300 Sonnentagen im Jahr und einer Temperatur zwischen 20 und 40 Grad in der Hochsaison für viele Europäer durch die geographische Nähe und dem daraus resultierenden ökonomischen Faktor das ideale Urlaubsziel. Laut Vorhersagen der WTO wird sich der Tourismus in Spanien in den nächsten 20 Jahren noch einmal um 5% steigern, was auf 75 Mio. ausländische Touristen in Spanien im Jahr 2020 schätzen lässt, fast 20 Mio. mehr als noch 2005. Der Tourismus und die Agrikultur sind Spaniens Haupteinnahmequellen. In Andalusien gilt der Tourismus, obwohl gerade in Andalusiens Wirtschaft die Landwirtschaft eine tragende Rolle spielt, sogar als die Haupteinnahmequelle.


Textauszug (computergeneriert)

FACHHOCHSCHULE MAGDEBURG

Fachbereich Fachkommunikation



DIPLOMARBEIT

zur Erlangung des akademischen Grades

Dipl. Fachübersetzerin

(Spanisch/Englisch)


zum Thema

Tourismus in Andalusien - Schwerpunkt Malaga

Die Auswirkungen des Tourismus auf Wirtschaft, Kultur

und Immigration sowie die Frage des ,,Turismo

residencial"



Jennifer Böhm

Magdeburg

09.11.2007


Inhaltsverzeichnis

Bibliographische Beschreibung und Referat 3

Vorwort 4

Ziel- und Aufgabenstellung der Arbeit, theoretische Ausgangsposition 5

Materialgrundlage und methodologisches Vorgehen 6

Einleitung 7

1

Tourismus ­ ein Weltphänomen 8

1.1 Überblick 8

1.2 Tourismusnachfrage 9

1.3 Der

Faktor

Umwelt 10

2

Andalusien und Malaga 13

2.1

Tourismus in Andalusien und Malaga: Zahlen und Fakten 15

2.2

Tourismusarten in Andalusien 19

2.3

Haupt-,,Sendeländer" und ihre Charakteristiken 34

2.4

Nachhaltigkeit und Wettbewerb in Malaga 37

3

Tourismus und Wirtschaft in Andalusien/Malaga 38

3.1 Andalusiens

Tourismuswirtschaft 38

3.2

Die Wirtschaft in Malaga und Umgebung 42

3.3

Auswirkungen des Tourismus auf die andalusische Wirtschaft

44

4

Die andalusische Kultur

56

4.1

Kultur und ,,andalusische Kultur" 56

4.2 Andalusische

,,Mentalität" 58

4.3

Auswirkungen des Tourismus auf die andalusische Kultur...59

5

Die Immigration nach Andalusien 68

5.1 Die Immigration in Spanien ­ ein Wandel 68

6

Das Phänomen ,,Turismo residencial" ­ ,,Turismo de segunda

residencia" 84

6.1 ,,Turismo residencial" ­ ein positiver Faktor? 89

6.2 ,,Turismo residencial" ­ Tourismus oder Immigration? ...91

7 Zusammenfassung 92
8

Schlussfolgerungen und offene Fragen 96

Abbildungs- und Grafikverzeichnis 104

- 2 -


Bibliographische Beschreibung und Referat

Tourismus in Andalusien ­ Schwerpunkt Malaga ­ Auswirkungen auf die

Wirtschaft, Kultur und Immigration, sowie die Frage des ,,Turismo residencial".

Böhm, Jennifer. ­ 2007. ­ 107 S.

Magdeburg, Fachhochschule, Fachbereich Fachkommunikation.

Mit der vorliegenden Arbeit werden anhand von Recherchen und eigenen

Umfragen die Auswirkungen des Tourismus in Andalusien auf dessen Wirtschaft,

Kultur und dessen Einfluss auf die Immigration nach Andalusien untersucht, und

es wird versucht, die Frage zu klären, ob der ,,Turismo residencial", der

Residentialtourismus, eher eine Tourismus- oder Immigrationsform ist.

Aus den Ergebnissen der Untersuchungen wurden Schlussfolgerungen über die

positiven und negativen Einflüsse des Tourismus auf die Region Andalusiens und

die Umgebung Malagas gezogen. Die Gesamtbetrachtung überrascht.

- 3 -


Vorwort

Das Motiv für die Diplomarbeit das Thema ,,Tourismus in Andalusien - seine

Effekte auf Wirtschaft, Kultur und Immigration, sowie das Phänomen ,,Turismo

residencial"" auszuwählen, resultiert aus dem Wunsch, nach abgeschlossenem

Studium - eventuell mit einem weiterführenden Masterstudiengang in

Tourismusmanagement - im Bereich Tourismus, Dolmetschen oder Übersetzen

tätig zu werden. Daher wurde ein tourismusbezogenes Thema gewählt. Die Wahl

fiel auf Andalusien mit dem Schwerpunkt Region Malaga,

Costa del Sol

, da diese

Region durch den Zweitwohnsitzes eines Familienmitgliedes in

Torrox-Costa

,

Malaga, so etwas wie eine zweite Heimat geworden ist, mit persönlichen

Kontakten und einer engen Beziehung zu Land und Leuten seit mehreren Jahren.

Mein besonderer Dank gilt meinen Betreuern, Herrn Prof. Carlos Melches und

Frau Prof. Pilar Martino, die mich mit guten Ideen und Informationsquellen

unterstützten. Durch sie kontaktierte ich die Consejería de Turísmo in Malaga, der

ich ebenfalls für die Bereitstellung einer meiner Kernquellen der Arbeit danken

möchte. Weiterhin ist das Statistik-Institut in Malaga zu nennen, dessen

Mitarbeiter sich die Zeit nahmen, mir Statistiken und Informationen zur

Verfügung zu stellen und mir damit weitere Anregungen verschafften.

Danken, möchte ich auch der Firma Cofinanz, die mir ermöglichte, bei ihren

Kunden meine Umfragen durchzuführen.

Als letztes danke ich Herrn Luis Pérez-Rivas und Frau Erika Warnke für ihre

Anregungen und Hilfe bei der Informationsbeschaffung und bei technischen

Fragen und meinen Eltern für ihre Geduld.

El Morche, 27.10.2007

Jennifer Böhm

- 4 -


Ziel- und Aufgabenstellung der Arbeit, theoretische
Ausgangsposition

Durch diese Diplomarbeit soll der Tourismus in Andalusien näher untersucht

werden. Das Ziel ist es jedoch nicht, den Tourismus Andalusiens/Malagas allein

zu untersuchen, sondern ihn im Zusammenhang mit seiner Wirkung auf Land und

Leute zu betrachten und hierzu insbesondere die unterschiedlichen Auswirkungen

zu analysieren, die der Tourismus auf Andalusien bzw. die Stadt Malaga und

Umgebung hat. Die Arbeit soll schwerpunktmäßig auf die Auswirkungen auf

Andalusiens/Malagas Wirtschaft, Kultur und Immigration eingehen und so neue

Einsichten ermöglichen.

Es soll herausgearbeitet werden, ob der Tourismus auch negative Effekte auf die

Wirtschaft Andalusiens hat und genauso, ob das Zusammentreffen der Touristen

aus verschiedensten Ländern mit den Einwohnern Malagas bzw. Andalusiens,

durch evtl. Veränderungen des Umfeldes (Bebauung, Verkehr, Infrastruktur,

Handel), einen entscheidenden Einfluss auf die Kultur und das alltägliche Leben

der Einwohner haben kann oder nicht.

Ebenfalls wird versucht zu klären, ob die Immigration nach Andalusien bzw. die

Stadt Malaga maßgeblich durch den Tourismus beeinflusst wird.

Die ,,Modeerscheinung" des Tourismus, der ,,Turismo residencial" (ein in Spanien

weit verbreitetes Phänomen von ausländischen Touristen, die sich ,,am Ferienort"

niederlassen und dort bleiben), soll vorgestellt und als Tourismus-, bzw. aufgrund

des permanenten Verweilens im Zielland, eventuell sogar als Immigrationsform

eingeordnet werden.

- 5 -


Materialgrundlage und methodologisches Vorgehen

Diese Diplomarbeit wurde in Malaga geschrieben, um vor Ort die notwendige

Recherche durchführen zu können. Zuvor wurde in Deutschland, in Magdeburg,

Braunschweig und Umgebung recherchiert, in Bibliotheken und Universitäten

nach Büchern, zuerst zum Thema Tourismus allgemein, zu Andalusien, dessen

Wirtschaft, Kultur und Immigration gesucht, um einen Gesamtüberblick zu

erhalten.

Vor Ort in Malaga wurden die Institutionen mit Tourismusbezug konsultiert, die

Junta de Andalucía - Consejería de Turismo, Comercio y Deporte, die Consejería

de Cultura, das Statistikzentrum in Malaga IET (Instituto de estadísticas turísticas)

sowie einige weitere Einrichtungen, um an geeignete Statistiken und

Informationen zu kommen. Die Consejería de Turismo stellte die ,,Balance del

Año Turístico de Andalucía 2005" zur Verfügung. Statistische Informationen der

INE und CEM (Cultura, Economía, Medio Ambiente) etc. waren im

Onlinekatalog am besten zu finden, auf direkte Nachfrage in deren

Informationsbüros und Bibliotheken wurde darauf hingewiesen, dass Bücher und

Publikationen leider nicht ausgeliehen werden können.

Die Recherche in Bezug auf die Effekte des Tourismus auf die Kultur

Andalusiens stellte sich als besonders schwierig heraus, da niemand über

Informationen verfügte, da dazu noch keine Publikationen vorlagen. Hier waren

die Seiten im Internet über Malagas Tourismus (webmalaga.com, IET, SAETA -

Sistema de Análisis y Estadística del Turismo de Andalucía-, costadelsol.net,

info-spanienbotschaft.de, cem-malaga.es etc.) eine große Hilfe.

Aus Mangel an geeigneten Informationen zu einigen Kernpunkten der Arbeit und

zur Bestätigung der Recherchen, wurden Umfragen zu den behandelten Themen

mit Fragen zum ,,Zeitwohnsitz in der Region Malaga" und ,,Meinungen über den

Tourismus in Malaga" erstellt. Diese sollten Aufschluss über kulturelle

Auswirkungen geben sowie allgemeine Bevölkerungsmeinungen zum Tourismus

und Anpassungsweisen der Zweitresidenz-Bewohner reflektieren.

- 6 -


Einleitung

Spanien ist ein beliebtes, europäisches Tourismusland, das Millionen von

Touristen mit seiner herrlichen Landschaft, den Bergen und den zahlreichen

Stränden anzieht. Der WTO (World Tourism Organization) nach, ist es das von

Touristen zweit meist bereiste Land der Welt, gleich nach Frankreich. Mit 7% des

Welttourismus setzt sich Spanien sogar vor die USA und Italien.

Viele Touristen kommen nach Andalusien, um Sonne, Strand und Meer zu

genießen, doch auch das reiche gastronomische Angebot, die Tapas, Paella, der

frische Fisch und der vor Ort angebaute Wein, ziehen Touristen an. Der Süden

Spaniens, mit seinem maurisch-kulturellen Erbe verfügt zudem über einige

brillante, kulturhistorisch wichtige Sehenswürdigkeiten, wie die ,,Alhambra de

Granada", die bei der Wahl der neuen Weltwunder in diesem Jahr leider

ausschied. Spaniens Süden ist mit fast 300 Sonnentagen im Jahr und einer

Temperatur zwischen 20 und 40 Grad in der Hochsaison für viele Europäer durch

die geographische Nähe und dem daraus resultierenden ökonomischen Faktor das

ideale Urlaubsziel.

Laut Vorhersagen der WTO wird sich der Tourismus in Spanien in den nächsten

20 Jahren noch einmal um 5% steigern, was auf 75 Mio. ausländische Touristen in

Spanien im Jahr 2020 schätzen lässt, fast 20 Mio. mehr als noch 2005. Der

Tourismus und die Agrikultur sind Spaniens Haupteinnahmequellen.1 In

Andalusien gilt der Tourismus, obwohl gerade in Andalusiens Wirtschaft die

Landwirtschaft eine tragende Rolle spielt, sogar als die Haupteinnahmequelle.

1 Vgl. Ministerio de industria, turismo y comercio,

Balance del turismo en España

, 2006, S. 1

- 7 -


1 Tourismus ­ ein Weltphänomen

1.1 Überblick

Die ,,Encuesta de Coyuntura Turística de Andalucía (ECTA)" beschreibt

Touristen als jene Personen, die nicht aus Andalusien kommen, aber die

Comunidad Autónoma für die Ferien besuchen, sich dort aufhalten und

übernachten.2

Touristen sind vor allem Konsumenten von Gütern und Dienstleistungen, welche

der bestehenden Nachfrage angepasst sind. Tourismus ist ein komplexes Geschäft,

eine Art Industrie, die Arbeit und Handel für die Bevölkerung schafft, es ihr aber

gleichzeitig schwer macht, durch den Kontakt mit anderen Kulturen und

Lebensweisen, ihr gewohntes Leben und ihre Traditionen aufrecht zu erhalten.3

Der Tourismus bricht mit dem normalen, alltäglichen Leben

und schafft andere Räume und Zeiten. Er ist ein wichtiger

Faktor der Veränderung,

der Modernisierung und

Globalisierung.4

Grafik 1, Globaliserung

Tourismus kann auf viele verschiedene Arten unterschieden werden: nach

Entfernung und Reiseziel, in Nah- oder Fern- bzw. Inlands- und

Auslandstourismus oder auch nach nationalem (aus dem eigenen Land in andere

Länder), internationalem (aus anderen Ländern ins eigene Land) und ,,internem

Tourismus" (aus dem eigenen Land ins eigene Land).5,6

Weiterhin kann nach Dauer (Kurzurlaub (2-4 Tage), Wochenendtourismus (1-2

Übernachtungen), Urlaubs- und Langzeittourismus) oder nach Teilnehmerzahl

(Gruppen- und Individualtourismus), nach Organisationsform sowie

Leistungsangebot (Pauschal- und Individualtourismus) unterschieden werden.7

Ein sehr bekanntes und nicht sehr beliebtes Tourismusphänomen vereint alle diese

Kategorien: der Massentourismus. Dieser ,,bezeichnet die durch wachsenden

2 Vgl. Nogués,

Cultura y turismo

, S. 33

3 Vgl. Nogués, ebd., S. 57

4 Vgl. Nogués, ebd., S. 29

Grafik 1: www.psp-tao.de, 7/10/2007

5 Vgl. www.lexikon.meyers.de, vom 02/07/2007

6 Vgl. Ministerio de industria, turismo y comercio, a.a.O. (vgl. Nr. 1), S. 7

7 Vgl. www.lexikon.meyers.de vom 02/07/2007

- 8 -


Wohlstand hervorgerufene Reiseintensität breiter Bevölkerungsschichten; wird in

kulturkritischer, z.T. polemischer Absicht aber meist negativ verwendet aufgrund

des ,,massierten" Auftretens von Touristen."8 Durch den Massentourismus haben

sich die vielen verschiedenen Tourismusformen erst herausgebildet, durch ihn

wurde ein weit gefächertes Spektrum von Urlaubsangeboten geschaffen und

finanzierbar gemacht.9

1.2 Tourismusnachfrage

Im heutigen Dienstleistungsbereich des Tourismus existieren eine sehr große

Konkurrenz und ein starker Verdrängungswettbewerb. Der heutige Markt ist

bestimmt von Konkursanmeldungen, Betriebs- und Marktanalysen und dem

Einsatz modernster Kommunikationsmittel. Die touristischen Betriebe versuchen

mit den neusten Marketingmethoden ihren Marktanteil zu halten und

auszuweiten.10

Die Tourismusnachfrage (Nachfrage nach Beherbergung, Verpflegung,

Beförderung, Reiseleitung und noch vieles mehr) hängt hauptsächlich von dem

Individuum selbst, der Gesellschaft, dem Staat, der Umwelt, der Wirtschaft sowie

dem Anbieter, ab.11 Die Reiseanbieter richten sich nach der Nachfrage. Sie

berücksichtigen 4 Faktoren: die Produktpolitik gestaltet möglichst attraktive

Reiseformen, die Preispolitik versucht etwas für jeden Geldbeutel anzubieten und

die Vertriebspolitik versucht, die Leute zum Buchen zu animieren. Die

Kommunikationspolitik informiert die Nachfrager über Reisemöglichkeiten und -

ziele.

Insbesondere neue Reiseziele- und -formen sind gefragt, da die reiseerfahrenen

und kritischen Kunden Neues erleben wollen. Aktivurlaub, sanfter Tourismus,

Städtereisen, Freizeitparks sind nur einige der neuen Reisetrends.12

Verschiedene Reisemotive sind unter anderem geschäftlich-wirtschaftliche,

kommunikative, sportliche, Erholung, bzw. gesundheitliche sowie religiöse

Motive.

8 Opaschowski,

Tourismusforschung

, S. 25, Z.29-32

9 Vgl. Opaschowski, ebd., S. 115

10 Vgl. Mundt,

Einführung in den Tourismus

, S. 39

11 Vgl. Mundt, ebd., S. 60

12 Vgl. Mundt, ebd., S. 29

- 9 -


Touristische Nachfrage wird als Teil privaten Konsums gesehen, sie ist abhängig

von der individuellen und gesamtwirtschaftlichen Situation.

Mit einer Reise werden oft neben den Dienstleistungen auch Erwartungen

gekauft. Je größer der Anteil von Dienstleistungen bei einer Reise (Planungen,

Verpflegung etc.), desto höher ist das Risiko der Nichterfüllung der Erwartungen

durch Vermassung, Anonymität, Sterilität und Massentransportmittel.13

Viele Touristen sind auf der Suche nach dem Einzigartigen, Authentischen,

Original-typischen eines Ortes, wollen das Reiseland mit seiner

Kultur und seinen Menschen erforschen.

,,Der touristische Blick ist nicht nur passiv, indem er das

aufnimmt, was er vorfindet und Teile davon im Gedächtnis

abspeichert, sondern er verändert auch die Wahrnehmung der

Orte durch ihre Einwohner. In der Folge werden Orte den

Erwartungen des touristischen Blicks angepasst und damit

verändert ­ in der Regel aus ökonomischen Gründen."14

Grafik 2, Werbung für Andalusien

1.3 Der Faktor Umwelt

So einträglich der Tourismus auch sein mag, er hat jedoch auch Schattenseiten.

Beträchtlich sind zum Beispiel die Schäden an Umwelt und Natur.

Schwefeldioxid- und Kohlenmonoxid von Flugzeugen und Autos verschmutzen

die Luft. Selbst kleinere Fremdenverkehrsorte erreichen oft das in Großstädten

übliche Niveau und überschreiten bisweilen zulässige Grenzwerte. Aber auch

Wasser und Boden sind vielfachen Belastungen etwa durch das Öl von

Kraftfahrzeugen und Sportbooten, aber auch die Sonnenschutzmittel der in großer

Zahl die Mittelmeerküste belagernden Badereisenden ausgesetzt.

Ein großes Problem stellt auch der von Touristen zurückgelassene Müll dar

(Grafik 3, Müll). Dieser fällt im Urlaub meist in größeren Pro-Kopf-Mengen an

als zu Hause. Vor allem aber kann er an Stränden häufig nur mit ungleich

13 Vgl. Mundt, a.a.O. (vgl. Nr. 10), S. 151

14 Mundt, ebd., S. 185, Z. 30-35

Grafik 2: www.kataloge.web.de, vom 07/10/2007

- 10 -



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