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Freuds Konzeption zur Weiblichkeit

Termpaper, 2008, 22 Pages
Author: Swetlana Katolnik
Subject: Psychology - General

Details

Category: Termpaper
Year: 2008
Pages: 22
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V92273
ISBN (E-book): 978-3-638-06091-2
ISBN (Book): 978-3-640-11717-8
File size: 159 KB

Abstract

Die vorliegende Arbeit analysiert das Standardwerk Sigmund Freuds zur Weiblichkeitskonzeption. Die Grundlage der Untersuchung bildet für Freud die Entwicklung von Frauen aus dem Blickpunkt ihrer Sexualfunktion mit dem Fokus auf frühkindliche Entwicklungsstadien. Das Kapitel II fokussiert zunächst auf das Leben und Werk des Autors und entwickelt dabei die Entstehungsgeschichte der Psychoanalyse. Im Abschnitt III wird dann die Weiblichkeitstheorie Freuds umfassend dargelegt und analysiert. Der IV. Teil fasst die wesentlichen Erkenntnisse kurz zusammen und ergänzt sie um einen Ausblick auf aktuelle Forschungsergebnisse der Weiblichkeitstheorie. Sigmund Freud wird am 6.Mai 1856 in Freiberg als Sohn des jüdischen Wollhändlers Jakob Freud und seiner Ehefrau Amalia geboren. Sein Vater hat noch zwei Söhne aus seinen beiden vorherigen Ehen, für die zwanzig Jahre jüngere Amalia ist Sigmund Freud jedoch das erste Kind. Im Jahr 1860 zieht seine Familie nach Wien, die Stadt, in der Freud die meiste Zeit seines Lebens verbringen wird. Bereits in seiner Schulzeit glänzt Sigmund Freud mit außerordentlichen Leistungen, 1873 beginnt er ein Medizinstudium an der Wiener Universität und erlangt 1881 seinen Doktortitel. Er begegnet Ernst Brücke, der einen entscheidenden Einfluss auf Freuds Denkweisen wie auch seine spätere Arbeit nimmt. 1882 lernt Freud seine zukünftige Ehefrau Martha Bernays kennen und nimmt eine Stelle im Wiener Allgemeinen Krankenhaus an. Aus finanziellen Gründen kommt es jedoch erst 1886 zu einer Heirat, fünf Monate nachdem Freud eine eigene Praxis in Wien eröffnet hat. Aus der Ehe folgen innerhalb von neun Jahren sechs Kinder, von denen sich die jüngste Tochter Anna auch der Psychoanalyse widmet und später zu der Sekretärin, Vertreterin und Vertrauten Sigmund Freuds wird. Das Jahr vor seiner Heirat verbringt Freud bei dem französischen Neurologen Jean-Martin Charcot, der sich mit der Hypnose als Heilungsinstrument internistischer Krankheiten beschäftigt und mit seinen Anschauungen zur Hysterie eine große Bewunderung bei Freud auslöst. So spezialisiert sich Freud auf die Analyse nervöser Leiden und bezeugt die Theorie des Seelenlebens. 1887 freundet er sich mit dem Berliner Facharzt Wilhelm Fleiß an, mit dem er auch für die nächsten zehn Jahre im vertrauten Kontakt bleibt.


Excerpt (computer-generated)

Leibniz Universität Hannover, Wintersemester 2007/08

Zuordnung zum Wahlfach ,,Psychologie", Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät,

Hausarbeit zum Thema

Sigmund Freuds Konzeption zur

Weiblichkeit

Vorgelegt von:

Svetlana Katolnik

9. Fachsemester

Studienfach: Wirtschaftswissenschaften


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung 2

II Freud und die Entstehung der Psychoanalyse 2

III Freuds Konzeption zur Weiblichkeit 6

IV Schlussbetrachtung 18

Literaturverzeichnis 20


1


I Einleitung

Die

vorliegende

Arbeit

analysiert

das

Standardwerk

Sigmund

Freuds

zur

Weiblichkeitskonzeption. Die Grundlage der Untersuchung bildet für Freud die Entwicklung

von Frauen aus dem Blickpunkt ihrer Sexualfunktion mit dem Fokus auf frühkindliche

Entwicklungsstadien.

Das Kapitel II fokussiert zunächst auf das Leben und Werk des Autors und entwickelt dabei

die Entstehungsgeschichte der Psychoanalyse. Im Abschnitt III wird dann die

Weiblichkeitstheorie Freuds umfassend dargelegt und analysiert. Der IV. Teil fasst die

wesentlichen Erkenntnisse kurz zusammen und ergänzt sie um einen Ausblick auf aktuelle

Forschungsergebnisse der Weiblichkeitstheorie.

II Freud und die Entstehung der Psychoanalyse

Sigmund Freud wird am 6.Mai 1856 in Freiberg als Sohn des jüdischen Wollhändlers Jakob

Freud und seiner Ehefrau Amalia geboren. Sein Vater hat noch zwei Söhne aus seinen beiden

vorherigen Ehen, für die zwanzig Jahre jüngere Amalia ist Sigmund Freud jedoch das erste

Kind. Im Jahr 1860 zieht seine Familie nach Wien, die Stadt, in der Freud die meiste Zeit

seines Lebens verbringen wird.1

Bereits in seiner Schulzeit glänzt Sigmund Freud mit außerordentlichen Leistungen, 1873

beginnt er ein Medizinstudium an der Wiener Universität und erlangt 1881 seinen Doktortitel.

Er begegnet Ernst Brücke, der einen entscheidenden Einfluss auf Freuds Denkweisen wie

auch seine spätere Arbeit nimmt. 1882 lernt Freud seine zukünftige Ehefrau Martha Bernays

kennen und nimmt eine Stelle im Wiener Allgemeinen Krankenhaus an. Aus finanziellen

Gründen kommt es jedoch erst 1886 zu einer Heirat, fünf Monate nachdem Freud eine eigene

Praxis in Wien eröffnet hat. Aus der Ehe folgen innerhalb von neun Jahren sechs Kinder, von

denen sich die jüngste Tochter Anna auch der Psychoanalyse widmet und später zu der

Sekretärin, Vertreterin und Vertrauten Sigmund Freuds wird.2

Das Jahr vor seiner Heirat verbringt Freud bei dem französischen Neurologen Jean-Martin

Charcot, der sich mit der Hypnose als Heilungsinstrument internistischer Krankheiten

beschäftigt und mit seinen Anschauungen zur Hysterie eine große Bewunderung bei Freud

auslöst. So spezialisiert sich Freud auf die Analyse nervöser Leiden und bezeugt die Theorie

des Seelenlebens. 1887 freundet er sich mit dem Berliner Facharzt Wilhelm Fleiß an, mit dem

er auch für die nächsten zehn Jahre im vertrauten Kontakt bleibt. Freud forscht zunehmend

1 Vgl. Gay (1991), S. 447.

2 Vgl. Gay (1991), S. 447ff.

2


auf dem Fachgebiet der Hysterie und analysiert dabei vorwiegend das weibliche Geschlecht.

Im Jahr 1895 veröffentlich er zusammen mit Josef Breuer seine

Studien über Hysterie

, welche

sich primär mit Breuers ehemaliger Patientin Anna O. beschäftigen. Das Werk zeigt auf, dass

die Quelle von Hysterie auf sexuellen Fehlfunktionen basiert und dass sich die Symptome

dieser neurotischen Störung durch sprachlichen Austausch zurückhalten lassen. Im gleichen

Jahr gelingt Freud erstmals die Zerlegung eines Traumes durch die Interpretation seiner

eigenen im Traum erlebten Bilder. Vier Jahre später veröffentlicht er dann in dem Werk

Traumdeutung

seine Modellannahmen für die psychoanalytische Traumdeutung, in denen er

die Träume als Wunscherfüllungen betrachtet. Den Begriff der Psychoanalyse verwendet

Freud erstmals im Jahr 1986. Kurze Zeit später stirbt sein Vater. Das Ereignis stellt für Freud

eine der durchdringendsten Erfahrungen seines Lebens dar.3

Im Jahr 1901 veröffentlicht Freud das Werk

Zur Psychologie des Alltagslebens

, in welchem

er die Grundprinzipien aufstellt, nach denen das Seelenleben organisiert ist. Im Jahr 1902

wird Freud zum außerordentlichen Professor der Wiener Universität ernannt. Er gründet

zusammen mit vier weiteren Ärzten ein regelmäßiges Zusammentreffen zur Erörterung

psychoanalytischer Fragestellungen. Infolge einer wachsenden Mitgliederzahl wird diese im

Jahr 1910 offiziell die ,,Wiener Psychoanalytische Vereinigung" umbenannt.4 Im Jahre 1905

veröffentlicht Freud die

Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie

, eine Publikation über

Perversionen und die normale Entwicklung eines Kindes bis zum Pubertätsalter. In den

folgenden Jahren publiziert Freud drei Fallberichte zur psychoanalytischen Technik, die

,,Analyse der Phobie eines fünfjährigen Knaben" (,,Der kleine Hans"), ,,Bemerkungen über

einen Fall von Zwangsneurose" (,,Der Rattenmann") und psychoanalytische Überlegungen

zum autobiographisch verfassten Fall von Paranoia (,,Der Fall Schreber"). Auch im Bereich

der psychoanalytischen Theorie entwickelt Freud neue Erkenntnisse, so beispielsweise in der

Schrift ,,Formulierungen über die Prinzipien des psychischen Geschehens", in der der

primitive und unbewusste Teil der Psyche als der Primärprozess definiert wird, während der

bewusste, kontrollierte Zustand als der Sekundärprozess. Seine Publikationen über Literatur,

Religion, sexuelle Moralvorstellungen wie auch andere Themengebiete durchbrechen die

bisherigen Grenzen des klinischen und theoretischen Fachgebiets und tangieren neue

Erkenntnisfelder in der Frage der Existenz des menschlichen Daseins.5

Im September 1909 erhält Freud die Auszeichnung der Ehrendoktorwürde der Clark

University in Worcester, Massachusetts. Im Jahr 1911 kommt es zu einem Bruch in der

3 Vgl. Gay (1991), S. 449ff.

4 Vgl. Gay (1991), S. 451f.

5 Vgl. Gay (1991), S. 452f.

3


Wiener Vereinigung, als der zuvor mit Freud verbündete Wiener Arzt und Sozialist Alfred

Adler mit seinen Anhängern aus der Verbindung austritt. Auch der Schweizer Psychiater Carl

Gustav Jung, den Freud ursprünglich zu seinem Nachfolger ernennen wollte, entfremdet sich

immer stärker von Freuds Ansichten, 1914 beenden beide ihre Freundschaft und Jung wendet

sich von der Psychoanalyse ab.6

Die Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand von Österreich und seiner Ehefrau im Juni

1914 und der darauf folgende Kriegsausbruch im August gleichen Jahres verhindern die

weitere psychoanalytische Forschungstätigkeit. So befinden sich viele Patienten im

Kriegseinsatz, Analytiker werden zur ärztlichen Unterstützung verpflichtet. Fachbezogene

Kommunikationsmöglichkeiten werden zudem stark eingeschränkt und die Zahl neuer

psychoanalytische Publikationen substantiell vermindert. Speziell für Sigmund Freud kommt

erschwerend hinzu, dass sich alle drei Söhne im gefährlichen Kriegseinsatz befinden.7

Ab 1915 hält Freud Vorlesungen an der Universität. Im Jahr 1917 werden diese unter dem

berühmten Band

Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse

publiziert, später neu

aufgelegt und in verschiedene Sprachen übersetzt.8 Zu diesen Folgen zählt in der 33.

Vorlesung auch die Schrift Freuds zu der Frage der Weiblichkeit, die die Grundlage für die

vorliegende Arbeit im Abschnitt III bildet.

Kurz vor Kriegsende wird erstmals seit fünf Jahren wieder ein Treffen der deutschen und

österreichisch-ungarischen

Psychoanalytiker

organisiert,

was

im

Zeichen

des

Wiederauflebens psychoanalytischer Tätigkeit steht. Auch Freuds Söhne kehren unversehrt

aus dem Krieg zurück. Dennoch kennzeichnen die Folgejahre die folgeschweren

Kriegswirkungen, begleitet von Nahrungsmittel- und Brennstoffmangel, Hunger, Kälte und

Krankheiten. An den Kriegsfolgen stirbt im Januar 1920 auch Sigmund Freuds zweite Tochter

Sophie an den Folgen einer Grippeerkrankung. So wird vielfach hervorgebracht, dass die im

gleichen Jahr erschienene Schrift

Jenseits des Lustprinzips

von der Theorie des Todestriebes

durch Sophies Tod geleitet wurde. In Wirklichkeit hat Freud das Werk bereits im Vorjahr fast

beendet. Die Vervollständigung seiner theoretischen Untersuchungen erfolgt im Jahr 1923 mit

der Schrift

Das Ich und das Es

.9 Hier analysiert Freud die Struktur der psychischen

Persönlichkeit, in dem er diese in die drei Instanzen Ich, Es und Über-Ich zergliedert, welche

ihrerseits in die drei psychischen Qualitäten bewusst, unbewusst und vorbewusst eingebettet

sind. Dabei bezieht sich das Es auf die konstitutionell festgelegten körperlichen Triebe eines

6 Vgl. Gay (1991), S. 454ff.

7 Vgl. Gay (1991), S. 456.

8 Vgl. Gay (1991), S. 457.

9 Vgl. Gay (1991), S. 458f.

4



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