Subtitle: Eine Betrachtung der Notwendigkeit einer europäischen Identität nach Thomas Meyer
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2007, 16 Pages
Author: Marie-Christin Pollak
Subject: Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
Details
Tags: Seele
Year: 2007
Pages: 16
Bibliography: ~ 9 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-06096-7
File size: 110 KB
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Abstract
Diskussionen um eine europäische Verfassung oder den EU-Beitritt der Türkei stellen uns Europäer immer wieder vor die Fragen, was nun Europa eigentlich ist und wer dazu gehört. Zumindest sollte man sich diese Fragen stellen. Aber wie kann man zu diesen kontroversen Themen eine klare Stellung beziehen? Braucht man dazu eine europäische Identität? Viele Autoren gehen heute von einem „Ja“ als Antwort aus. Wie muss eine solche europäische Identität aussehen? Ist eine kulturelle Identität Europas nötig bzw. ist sie überhaupt möglich? Oder ist für die Europäische Union eine politische Identität das einzige was sie hervorbringen kann? Was bedeutet es Europa eine „Seele“ zu geben? Mit genau diesen Fragen beschäftigt sich die folgende Arbeit. Grundlage der Überlegungen ist der Text von Thomas Meyer „Die Identität Europas. Der EU eine Seele?“, der sich eingehend und nach Meinung des Autors dieser Arbeit überzeugend mit den genannten Fragen beschäftigt. Zunächst soll kurz versucht werden zu klären, was Europa überhaupt ist. Gibt es in der europäischen Geschichte Ansatzpunkte, die bei der Beantwortung dieser Frage helfen? Kann man vielleicht Kernpunkte ausmachen, die Europa einzigartig machen? „Worauf soll sich eine europäische Identität beziehen? Auf kulturelle Traditionen Alteuropas, auf politische Leitideen, auf wirtschaftliche Verflechtungen, auf Ähnlichkeiten in der Sozialstruktur und Alltagskultur?“ (Lepsius 1999: 201) An erster Stelle soll nun untersucht werden, ob Europa über die Geografie bestimmbar ist. Auf diese Weise sollten schließlich Grenzen erkennbar sein, in denen sich Europa, zum Beispiel kulturell entwickelt hat. Europa wird häufig als „Anhängsel der großen asiatischen Landmasse“ (Timmermann 1998: 7) benannt. Allerdings ist auch über den Punkt geografische Grenze Europa nicht wirklich zu definieren, denn diese haben sich seit vier Jahrtausenden permanent verschoben (Vgl. Münkler 1995: 12). Bedenkt man die Erweiterungen der Europäischen Union, könnte man sogar behaupten, dass die Grenzverschiebungen noch nicht abgeschlossen sind.
Excerpt (computer-generated)
Universität Stuttgart, Institut für Sozialwissenschaften
Abt. für Politische Theorie und Empirische Demokratieforschung
(Sozialwissenschaften II)
Hauptseminar: Identität und Legitimität der Europäischen Union
SoSe 2007
,,Der EU eine Seele?"
Eine Betrachtung der Notwendigkeit einer europäischen Identität nach Thomas Meyer
vorgelegt von:
Marie-Christin Pollak
Geschichte (HF 10. Semester)
Philosophie/Ethik (HF 10. Semester)
Politikwissenschaft (BF 10. Semester)
Abgabedatum: 19.10.2007
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. ,,Der EU eine Seele?" 4
2.1 Was ist das Europa? 4
2.1.1 Geografische Grenzen 4
2.1.2 Kulturelle Grenzen 4
2.1.3 Fazit 5
2.2 Was leistet eine Identität und welche Konsequenzen hat sie? 6
2.3 Braucht Europa eine Identität? 9
2.3.1 Wie sollte die Identität Europas aussehen? 9
2.3.2 Warum eine politische ,,Seele" für Europa? 10
3. Resümee 13
5. Literaturverzeichnis 15
2
1. Einleitung
Diskussionen um eine europäische Verfassung oder den EU-Beitritt der Türkei stellen uns
Europäer immer wieder vor die Fragen, was nun Europa eigentlich ist und wer dazu gehört.
Zumindest sollte man sich diese Fragen stellen. Aber wie kann man zu diesen kontroversen
Themen eine klare Stellung beziehen? Braucht man dazu eine europäische Identität? Viele
Autoren gehen heute von einem ,,Ja" als Antwort aus.
Wie muss eine solche europäische Identität aussehen? Ist eine kulturelle Identität Europas
nötig bzw. ist sie überhaupt möglich? Oder ist für die Europäische Union eine politische
Identität das einzige was sie hervorbringen kann? Was bedeutet es Europa eine ,,Seele" zu
geben?
Mit genau diesen Fragen beschäftigt sich die folgende Arbeit. Grundlage der Überlegungen ist
der Text von Thomas Meyer ,,Die Identität Europas. Der EU eine Seele?", der sich eingehend
und nach Meinung des Autors dieser Arbeit überzeugend mit den genannten Fragen
beschäftigt.
3
2. ,,Der EU eine Seele?"1
2.1 Was ist das Europa?
Zunächst soll kurz versucht werden zu klären, was Europa überhaupt ist. Gibt es in der
europäischen Geschichte Ansatzpunkte, die bei der Beantwortung dieser Frage helfen? Kann
man vielleicht Kernpunkte ausmachen, die Europa einzigartig machen? ,,Worauf soll sich eine
europäische Identität beziehen? Auf kulturelle Traditionen Alteuropas, auf politische
Leitideen, auf wirtschaftliche Verflechtungen, auf Ähnlichkeiten in der Sozialstruktur und
Alltagskultur?" (Lepsius 1999: 201)
2.1.1 Geografische Grenzen
An erster Stelle soll nun untersucht werden, ob Europa über die Geografie bestimmbar ist. Auf
diese Weise sollten schließlich Grenzen erkennbar sein, in denen sich Europa, zum Beispiel
kulturell entwickelt hat.
Europa wird häufig als ,,Anhängsel der großen asiatischen Landmasse" (Timmermann 1998:
7) benannt. Allerdings ist auch über den Punkt geografische Grenze Europa nicht wirklich zu
definieren, denn diese haben sich seit vier Jahrtausenden permanent verschoben (Vgl.
Münkler 1995: 12). Bedenkt man die Erweiterungen der Europäischen Union, könnte man
sogar behaupten, dass die Grenzverschiebungen noch nicht abgeschlossen sind.
2.1.2 Kulturelle Grenzen
Entscheidender für eine Bestimmung der europäischen Identität scheint aber zu sein, wie sich
Europa kulturell begreifen lässt.
Was ist nun genuin europäisch? Gibt es so etwas überhaupt? Thomas Meyer geht dazu auf den
Ursprungsmythos Europas zurück, der von der Entführung der Europa, einer phönizischen
Prinzessin, durch Zeus berichtet (Vgl. Meyer 2004: 33). ,,Europa, die schöne Namensgeberin
unseres zerrissenen Erdkreises, stammt nämlich aus Asien" (Meyer 2004: 33). Nicht nur sie
stammt ursprünglich aus Asien. Auch ,,[d]as Verwaltungssystem, die Schrift und vieles mehr
übernahmen die Bewohner Kretas, eine der Wiegen der Kultur, die zur europäischen werden
sollte, schon im 3. Jahrtausend vor Christi von den >asiatischen und der >afrikanischen Europa lässt sich nicht nur mythologisch als ,,Hybrid" (Ebd.: 34) bezeichnen, denn es war wie
die meisten Kulturen vielen Einflüssen erlegen. Etwas wirklich Genuines gibt es also nicht.
1 Thomas Meyer: Die Identität Europas Der EU eine Seele?
4
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