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Thetis in der Schmiede des Hephaistos

Subtitle: Analyse röm. Kopien überlieferter griech. Bildthemen und Kompositionen

Scholary Paper (Seminar), 2002, 25 Pages
Author: Britta Heidel
Subject: Archaeology

Details

Event: Proseminar: Figürliche Wandbilder aus den Vesuvstädten
Institution/College: Ruhr-University of Bochum (Klassische Archäologie)
Tags: Pompeji, Wandmalerei
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2002
Pages: 25
Grade: 2
Language: German
Archive No.: V9234
ISBN (E-book): 978-3-638-15996-8
ISBN (Book): 978-3-638-64091-6
File size: 1251 KB

Abstract

„...Sei getrost und laß dies nicht das Herz dir bekümmern. Könnt` ich ihn doch so gewiß entrücken dem grausamen Tode fern in der Weite, sobald ihm naht das schreckliche Schicksal, wie ihm die herrlichen Waffen bereit sein werden, die mancher, wer sie gewahrt, bestaunen noch wird von den Völkern der Menschen. Also sprach er, ließ sie zurück und schritt zu den Bälgen, wandte sie gegen das Feuer und hieß am Werke sie schaffen....“ (Homerus, Ilias XVIII, 464-482) Basierend auf diese und die folgenden Textpassagen aus Homers Ilias wur-de ein Kunstwerk in der griechischen Malerei geschaffen, das die Meernym-phe Thetis in der Werkstatt des Hephaistos zeigt. Thetis überredete Hephaistos Waffen für ihren Sohn Achilleús zu schmieden, um ihn vor seinem tödlichem Ende im Kampf gegen Troja zu schützen. Auch sollten sie ihn von seiner Trauer um seinen Kampfgenossen und Freund Pa-troklus ablenken. Da dieses Gemälde leider nicht mehr erhalten ist, soll anhand von Verglei-chen römischer Kopien aus der verschütteten Vesuvstadt Pompeji gezeigt werden, wie der Aufbau und die Komposition dieses Gemäldes höchstwahr-scheinlich gewesen sein kann. Die römische Wandmalerei liefert zwei Darstellungsformen, die sich mit die-sem Thema befassen. a) Hephaistos steht in seiner Werkstatt und zeigt Thetis den Schild für ihren Sohn Achilles b) Hephaistos sitzt und läßt den Schild Thetis durch einen Gehilfen zeigen Für die erste Darstellungsweise stehen drei relativ gut erhalten Wandgemäl-de in den Häusern Casa degli Amorini dorati, Casa di Sirico und Casa IX 5,2 (Domus Uboni) zur Verfügung. In der Casa befindet sich ein Gemälde, das sich mit der zweiten Variante des sitzenden Hephaistos befaßt. Sowohl die Gemälde des Casa IX 5,2, als auch der übrigen Häuser sind durch das Museo Nazionale in Neapel archiviert und katalogisiert. Da sich diese Szene in einer Schmiede abspielt, wird kurz auf die damalige Bauweise einer solchen Werkstatt im Mittelmeerraum eingegangen.


Excerpt (computer-generated)

Ruhr-Universität Bochum
Klassische Archäologie
Proseminar: Figürliche Wandbilder aus den Vesuvstädten
Sommersemester 2002

Thetis in der Schmiede des Hephaistos

Analyse römischer Kopien überlieferter griechischer Bildthemen und Kompositionen

Eingereicht von: Britta Heidel

Studiengang: Kunstgeschichte 2
Klassische Archäologie 2
Wirtschaftswissenschaft 2
Abschluß: Magister

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 1

2. Vergleich der beiden Darstellungsvarianten 2

2.1. Hephaistos steht in seiner Werkstatt und zeigt Thetis den Schild für ihren Sohn Achilles 2


2.1.1. Wandmalerei in der Casa IX 5,2 ( Abbildung 1) 2
2.1.2. Wandgemälde aus der Casa di Sirico (Abbildung 3) 9
2.1.2 Gemälde der Casa degli Amorini dorati (Abbildung 4) 12

2.2. Hephaistos sitzt und zeigt Thetis den Schild für ihren Sohn Achilleús in seiner Werkstatt 13


2.2.1. Gemälde der Casa IX, 1,7 (Abbildung 4) 13

3. Das griechische Tafelbild 16

4. Literatur 18

5. Internetseiten 18

6. Bildnachweise 19

 

1. Einleitung

...Sei getrost und laß dies nicht das Herz dir bekümmern. Könnt` ich ihn doch so gewiß entrücken dem grausamen Tode fern in der Weite, sobald ihm naht das schreckliche Schicksal, wie ihm die herrlichen Waffen bereit sein werden, die mancher, wer sie gewahrt, bestaunen noch wird von den Völkern der Menschen. Also sprach er, ließ sie zurück und schritt zu den Bälgen, wandte sie gegen das Feuer und hieß am Werke sie schaffen....1

Basierend auf diese und die folgende Textpassagen aus Homers Ilias wurde ein Kunstwerk in der griechischen Malerei geschaffen, das die Meernymphe Thetis in der Werkstatt des Hephaistos zeigt.
Thetis überredete Hephaistos Waffen für ihren Sohn Achilleús zu schmieden, um ihn vor seinem tödlichem Ende im Kampf gegen Troja zu schützen. Auch sollten sie ihn von seiner Trauer um seinen Kampfgenossen und Freund Patroklus ablenken.
Da dieses Gemälde leider nicht mehr erhalten ist, soll anhand von Vergleichen römischer Kopien aus der verschütteten Vesuvstadt Pompeji gezeigt werden, wie der Aufbau und die Komposition dieses Gemäldes höchstwahrscheinlich gewesen sein kann.
Die römische Wandmalerei liefert zwei Darstellungsformen, die sich mit diesem Thema befassen.

a) Hephaistos steht in seiner Werkstatt und zeigt Thetis den Schild für ihren Sohn Achilles
b) Hephaistos sitzt und läßt den Schild Thetis durch einen Gehilfen zeigen

Für die erste Darstellungsweise stehen drei relativ gut erhalten Wandgemälde in den Häusern Casa degli Amorini dorati, Casa di Sirico und Casa IX 5,2 (Domus Uboni) zur Verfügung. In der Casa befindet sich ein Gemälde, das sich mit der zweiten Variante des sitzenden Hephaistos befaßt.

Sowohl die Gemälde des Casa IX 5,2, als auch der übrigen Häuser sind durch das Museo Nazionale in Neapel archiviert und katalogisiert.
Da sich diese Szene in einer Schmiede abspielt, wird kurz auf die damalige Bauweise einer solchen Werkstatt im Mittelmeerraum eingegangen.

2. Vergleich der beiden Darstellungsvarianten
2.1. Hephaistos steht in seiner Werkstatt und zeigt Thetis den Schild für ihren Sohn Achilles

2.1.1. Wandmalerei in der Casa IX 5,2 ( Abbildung 1)

Die Wandmalerei im Haus IX 5,2 hat eine Höhe von 1,21m und wurde bei den Ausgrabungen nicht aus dem Wandsystem entfernt2.
Das Bild weist eine symmetrische Komposition in der Figurendarstellung auf. Insgesamt sind auf dem Gemälde vier Personen dargestellt. Die Hauptpersonen dieser Viererkonstellation sind der Gott des Feuers und der Schmiedekunst, Hephaistos und die Meernymphe und Mutter Achilles, Thetis. Sie werden jeweils von einer Nebenfigur flankiert. Hinter Hephaistos scheint ein Gehilfe emsig in seiner Arbeit vertieft zu sein. Er hat dem Betrachter den Rücken zugewandt. Neben Thetis steht eine geflügelte Dämonin, die sich über ihre rechte Schulter beugt Diese Dämonin fällt allerdings kaum auf. Die Farbe ihres Inkarnats und ihrer Kleidung hebt sich kaum vom Hintergrund ab. Sie ist fast identisch. Sie scheint der Nymphe Verzierungen auf einem Schild zu erläutern, der mittig auf einem Amboß zwischen Hephaistos und Thetis aufgebaut ist. Dieser Schild stellt eine Beziehung zwischen Hephaistos und der Nymphe auf. Diese Verbindung wird durch zwei Gesten noch untermauert. Die Dämonin unterstreicht ihre Erklärungen, indem sie mit einem Stock auf die Verzierungen zeigt und Thetis diesen Ausführungen bewundernd folgt. Des weiteren muß Hephaistos den Schild festhalten, damit die Meernymphe seine Arbeit in Augenschein nehmen kann.

[...]


1 Homerus, Ilias XVIII, 464-482, 9. Auflage, München 1989

2 L. Curtius: Die Wandmalerei Pompejis,, Leipzig 1929, S. 221


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