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Zur Idee öffentlicher Meinung im "Anti-Machiavel" Friedrichs des Großen

Scholary Paper (Seminar), 2003, 41 Pages
Author: Christian Heger
Subject: Communications: Theories, Models, Terms and Definitions

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 41
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 21  Entries
Language: German
Archive No.: V92638
ISBN (E-book): 978-3-638-07252-6

File size: 208 KB

Abstract

Die Arbeit untersucht die berühmte Streitschrift "Anti-Machiavel" Friedrichs des Großen auf Grundlage der von Elisabeth Noelle-Neumann entwickelten Theorie öffentlicher Meinung. Nach einer biographischen und historischen Einordnung des Textes und Hinweisen zu seiner Entstehungs- und Editionsgeschichte wird das darin zu Tage tretende Verständnis Friedrichs von öffentlicher Meinung systematisch analysiert.


Excerpt (computer-generated)

Christian Heger

Zur Idee öffentlicher Meinung im
,,Anti-Machiavel" Friedrichs des Großen


Inhaltsverzeichnis


I. Einleitung _______________________________________________________________ 2

II. Friedrich II. von Preußen ­ Biographischer Abriss _____________________________ 4

III. Entstehung und Wirkung des ,,Anti-Machiavel"_______________________________ 9

IV. Stein des Anstoßes: Machiavelli und sein ,,Principe" __________________________ 14

V. Der ,,Anti-Machiavel" und die öffentliche Meinung ____________________________ 18

1. Wechselbeziehungen zwischen öffentlicher Meinung und Politik ____________________ 19

2. Orts- und Zeitgebundenheit der öffentlichen Meinung_____________________________ 21

3. Öffentlichkeit und ihre Beeinflussung___________________________________________ 24

4. Öffentliche Meinung als dynamischer Prozess: Das Beispiel Religion_________________ 30

5. Öffentliche Moral und menschliche Natur _______________________________________ 32

Anhang: Drei Portraits _____________________________________________________ 38

Literaturverzeichnis ________________________________________________________ 39

1


I. Einleitung

,,Machiavellis

Fürst

habe ich stets als eines der gefährlichsten Werke betrachtet, die auf der

Welt Verbreitung fanden; es ist ein Buch, dass seiner Natur nach in die Hände der Fürsten und

all derer fallen muss, die an Politik Geschmack finden"1.

Diese Worte stammen von Friedrich II. von Preußen ­ demjenigen Friedrich, welcher der

Nachwelt gemeinhin als

der Große

in Erinnerung geblieben ist2. Zahlreiche politische Erfolge

fallen in die Regentschaftszeit des ,,alten Fritz", wie ihn der Volksmund oft nannte. Unter

seiner Herrschaft avancierte Preußen von einem untergeordneten kleinen Territorialstaat zur

europäischen Großmacht, die sich fortan neben Großbritannien, Frankreich, Russland und

Österreich in die lange Zeit gültige Macht-Konstellation der Pentarchie einfügte. Friedrich

perfektionierte das von seinem Vater sorgsam aufgebaute preußische Heereswesen, führte das

merkantilistische Wirtschafts- und Finanzsystem ein und förderte die Bildung eines zu

unbedingtem Gehorsam verpflichteten Beamtenstandes. Er tat sich als umsichtiger

Kolonisator der verwaisten ostdeutschen Provinzen hervor und reformierte das Rechts- und

Erziehungswesen. Im Gedächtnis geblieben ist er jedoch vor allem auch als königlicher

,,Philosoph von Sanssouci"3, als ,,Philosophenkönig" und monarchischer Aufklärer4,

Schriftsteller und Komponist5. Bereits während seiner Jugendzeit als Kronprinz galt sein

Interesse der hohen Kunst der Politik. Bereits 1739 verfasste er im Alter von nur 27 Jahren

eine seiner berühmtesten Schriften, betitelt in der anonym veröffentlichten französischen

Originalausgabe mit ,,Examen du Prince de Machiavel". In diesem kaum hundert Seiten

umfassenden Traktat setzte sich der hohenzollerische Thronfolger höchst kritisch mit dem

wohl berühmtesten aller Fürstenspiegel, Niccolò Machiavellis ,,Il Principe" ­ zu deutsch

schlicht ,,Der Fürst" ­ aus dem Jahre 1513 auseinander, wobei er Machiavellis Lehre einer

alles moralische Unrecht legitimierenden Staatsräson umfassend zu widerlegen suchte.

Bereits die zweite, im Oktober 1740 gedruckte Auflage von Friedrichs Schrift trug den

schlagwortartigen und bis heute gebräuchlichen Titel ,,Anti-Machiavel". Das öffentliche

Echo, das die kleine Streitschrift zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung erfuhr, war immens,

1 Friedrich der Große: Der Antimachiavell oder Untersuchung von Machiavellis ,,Fürst" bearbeitet von Voltaire.

Leipzig 1991. S. 5 (Hervorhebung im Original). Diese für die vorliegende Studie benutzte Ausgabe folgt dem

Text der ersten, anonym veröffentlichen Fassung des ,,Anti-Machiavel" aus dem Jahr 1740.

2 ,,Zum ersten Male", berichtete Wolfgang Venohr unter Berufung auf eine zeitgenössische Ausgabe der

,,Berlinischen Nachrichten", habe der Preußenkönig dieses imposante Attribut ,,von seinem Volk" nach der

Heimkehr als Sieger im Zweiten Schlesischen Krieg verliehen bekommen (vgl. Venohr, Wolfgang: Friedrich der

Zweite. In: Sebastian Haffner / Ders.: Preußische Profile. Berlin 1998. S. 45-88. dort S. 60).

3 Möller, Horst: Fürstenstaat oder Bürgernation. Deutschland 1763-1815. Berlin 1998. S. 362.

4 Vgl. ebd.

5 Vgl. Friedrichs, Hanns Joachim [Hrsg.]: Illustrierte deutsche Geschichte. Vom Werden einer Nation. München

o. J. S. 129.

2


Friedrichs Verfasserschaft schon bald allgemein bekannt. In intellektuellen Kreisen feierte

man den jungen Aristokraten als Sinnbild einer neuen Epoche aufgeklärten Monarchentums

und vernunftgeleiteter Humanität. ,,Krieg", so schrieb Friedrich im ,,Anti-Machiavel", ,,bringt

ganz allgemein so viel Unglück mit sich, sein Ausgang ist so ungewiss und seine Folgen sind

für ein Land so verheerend, dass die Fürsten nicht lange genug überlegen können, ehe sie sich

auf Krieg einlassen"6. Und weiter: ,,Wenn die Monarchen ein wahrhaftiges und getreues Bild

des Elends vor Augen hätten, das eine einzige Kriegserklärung für die Völker mit sich bringt,

so blieben sie meiner Überzeugung nach dafür nicht empfindungslos."7

Schon ein halbes Jahr nach seiner Thronbesteigung im Mai 1740 offenbarte der preußische

König allerdings seine grundlegende Differenzierung zwischen ,,philosophischen Maximen

und praktischer Politik"8. Auf seinen plötzlichen Einfall im österreichischen Schlesien im

Dezember gleichen Jahres reagierte ein überraschtes Europa ,,sprachlos, ja aufs tiefste

gekränkt"9. Auf die Dauer sollte es nicht die letzte kriegerische Auseinandersetzung sein, die

es diesem jugendlichen ,,Friedensfürsten" zu verdanken hatte. ­ War der junge König zuletzt

selbst jenen Prinzipien erlegen, die der florentinische Gelehrte Niccolò Machiavelli Anfang

des sechzehnten Jahrhunderts als notwendige Handlungsgrundlagen jeglicher Politik

postuliert hatte?

In der Vorrede zu seinem ,,Anti-Machiavel" schrieb Friedrich: Nur ,,zu leicht kann ein

ehrgeiziger junger Mann, dessen Herz und Hirn noch nicht geformt sind, um Gut und Böse

sicher unterscheiden zu können, von den Maximen verdorben werden, die den Leidenschaften

schmeicheln."10 Und später, im sechsten Kapitel heißt es: ,,Wenn Ehren und Würden die

Leidenschaften von Privatpersonen anstacheln, so nähren Provinzen und Königreiche den

Ehrgeiz von Monarchen"11. Die fatalen Konsequenzen, die daraus entstehen, diesem Drange

nachzugeben, waren dem Thronfolger dabei durchaus bewusst: Um ,,das Vertrauen" und ,,die

Herzen" seiner Untergebenen, seines Volkes ,,zu gewinnen" müsse man all dem abschwören,

was Machiavelli als Eigenschaften erfolgreicher Herrscher bezeichnete. Keinesfalls dürfe man

so beispielsweise ,,ungerecht, grausam, ehrgeizig und einzig darauf aus" sein, ,,seinen

Machtbereich zu vergrößern."12

In seinem kleinen Werk erwies sich der künftige Monarch als genauer Analyst von Prozessen

öffentlicher Meinung und sozialpsychologischen Verhältnissen. Wie schon sein ideeller

6 Friedrich der Große: Der Antimachiavell. a. a. O. S. 104f.

7 Ebd. S. 105.

8 Friedrichs, H. J. [Hrsg.]: Illustrierte deutsche Geschichte. a. a. O. S. 130.

9 Venohr, W.: Friedrich der Zweite. a. a. O. S. 51.

10 Friedrich der Große: Der Antimachiavell. a. a. O. S. 5.

11 Ebd. S. 22.

12 Ebd. S. 89.

3


Gegner Machiavelli vor ihm maß er dem Vertrauen des Volkes in den Regenten

entscheidende Bedeutung bei. ,,Nichts trägt also mehr zur Stärkung einer Monarchie bei als

die enge, untrennbare Einheit aller ihrer Glieder, und es muss das Ziel eines klugen Fürsten

sein, sie zu schaffen. [...] Glücklicher noch jene, die Liebe und Zuneigung ihrer Völker

verdienen!"13

Anhand der vorliegenden Arbeit soll der ,,Anti-Machiavel" Friedrichs II. besonders unter dem

letztgenanntem Aspekt des werkimmanenten Verständnisses von Wesen und Auswirkung

öffentlicher Meinung auf das Gemeinwesen eingehend untersucht werden. Informationen zu

Gegenstand, Entstehung und biographischem Hintergrund der Schrift ergänzen die

Ausführungen.

II. Friedrich II. von Preußen ­ Biographischer Abriss

Geboren wurde Friedrich II. als Sohn des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. und

dessen Frau Sophie Dorothea von Hannover am 24. Januar des Jahres 1712 in Berlin.

Durch das Recht der früheren Geburt zum Kronprinz und Thronfolger designiert, wuchs

,,Fritz", wie er von seinem Vater meist genannt wurde, neben 13 Geschwistern unter der

Obhut mehrerer Kindermädchen und Erzieher am königlichen Hof auf. In seiner

Gedenkschrift aus Anlass des zweihundertsten Geburtstages Friedrichs berichtete Theodor

Rehtwisch über seine frühe Kindheit: ,,Bis zu seinem siebten Jahre war Kronprinz Friedrich in

Frauenhänden. Die Oberhofmeisterin Frau von Kamecke hatte die Oberaufsicht, und eine alte

Französin, die verwitwete Frau des Obersten Rocoulles, war die Gouvernante des kleinen

Fritz. So erlernte er schon in seiner Kindheit die französische Sprache, die er so lieb gewann,

dass er ihr dauernd treu blieb."14

Schon bald darauf allerdings nahm sich Friedrich Wilhelm I., seiner Wertschätzung des

Militärs zufolge oft als ,,Soldatenkaiser" bezeichnet, selbst der Erziehung des ältesten Sohnes

an. ,,Für den Gang der Erziehung", notierte Rehtwisch, ,,entwarf der König einen genauen

Plan [...], um seinen Prinzen zu einem Könige zu erziehen, wie er selbst einer war, zu einem

arbeitsamen, tüchtigen Manne, wohl unterrichtet in allen praktischen Dingen des Lebens und

stramm als Soldat."15 Im Zuge dessen kam es schon bald zu ersten Differenzen zwischen

Vater und Sohn. Der heranwachsende Friedrich zeigte nur geringes Interesse für die

13 Ebd. S. 73f.

14 Rehtwisch, Theodor: König Friedrich der Große. Ein Gedenkbuch zu seinem 200jährigen Geburtstage. Leipzig

1912. Zitiert nach http://www.jadu.de/berlin/fdg (Zugriff vom 09.01.2003).

15 Ebd.

4


militärischen und leibesertüchtigenden Vorlieben des Königs, sondern begann, sich

zunehmend kulturellen und philosophischen Belangen zu widmen. ,,Die körperlichen

Übungen, Reiten, Schießen, Jagen vernachlässigte er gegenüber dem Lesen französischer

Werke, dem geliebten Flötenspiel und anderen Zerstreuungen"16, vermerkte Theodor

Rehtwisch und Biograph Pierre Gaxotte konstatierte ,,Der Prinz litt sehr unter der Tyrannei

des Vaters, aber seine empfindsame, melancholische Natur ertrug sie schweigend."17

Friedrich Wilhelm I. hielt seinem Sohn mehrfach Ungehorsam und Pflichtvernachlässigung

vor, züchtigte ihn mitunter sogar in Form von körperlichen Misshandlungen. Als das Ausmaß

seiner Rohheiten unerträglich wurde, entschloss sich der gerade achtzehnjährige Kronprinz

zur Flucht nach Frankreich. Ein entsprechender Versuch schlug im Juni 1730 allerdings fehl

und der Zorn des Regenten kannte nun kaum mehr Grenzen. Mehrere in die Fluchtpläne

eingeweihte Vertraute Friedrichs wurden streng bestraft, sein Jugendfreund Hans Hermann

von Katte gar vor den Augen des erschütterten Thronfolgers hingerichtet. Für den Prinzen

folgten Monate der Festungshaft in Küstrin, die erst durch seine Zustimmung in die

Verlobung mit der von ihm ungeliebten Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern ein

Ende fanden. Fortan wurde Friedrich zum Dienst in der örtlichen Kriegs- und

Domänenkammer verpflichtet, nebenher sammelte er als Regimentschef in Neuruppin

militärische Erfahrung. Nach seiner erzwungenen Heirat siedelte der Kronprinz nach Schloss

Rheinsberg über, ,,einem staatlichen Besitz, den der König ihm geschenkt hatte"18. Hier

endlich gelangte sein Vorliebe für Philosophie und Kunst voll zu Geltung. Friedrich bekannte

sich zur humanitären Idee der Aufklärung, studierte Bücher und versammelte an seinem

Tische die europäischen Geistesgrößen seiner Epoche, unter anderen den Franzosen Voltaire,

mit dem ihn zeitlebens eine besondere Freundschaft verband. Aus dem Briefwechsel beider

entwickelte sich nach und nach auch die Idee zu einer Schrift gegen die Maximen des

italienischen Renaissance-Gelehrten Niccolò Machiavelli, die Friedrich im Laufe des Jahres

1739 fertig stellte. Bereits aus dem Vorjahr stammten seine vielbeachteten ,,Considérations

sur l′état présent du corps politique de l′Europe" ­ ein erster schriftstellerischer Versuch.

Die Zeit ausgedehnter geistiger Muße endete abrupt mit dem Tode Friedrich Wilhelms I. am

31. Mai 1740. Am gleichen Tage bestieg sein achtundzwanzigjähriger Sohn, von der Menge

umjubelt, als Friedrich II. den preußischen Königsthron.

16 Ebd.

17 Gaxotte, Pierre: Friedrich der Große. Mit 130 Bilddokumenten. Frankfurt am Main / Berlin / Wien 31974. S.

23.

18 Rehtwisch, T.: König Friedrich der Große. a. a. O.

5


Nur ein halbes Jahr später befand sich das Land bereits im Krieg. In einer zweijährigen

militärischen Auseinandersetzung eroberte der junge Monarch ohne Rechtsgrundlage die zu

Österreich gehörige Provinz Schlesien, deren Besitz er im Zweiten Schlesischen Krieg

1744/45 behauptete. Der Ort der siegreichen Schlacht blieb nicht zuletzt der Nachwelt in

Erinnerung durch den Friedrich zugeschriebenen berühmten ,,Hohenfriedberger Marsch".

In dem nun folgenden Friedensjahrzehnt widmete sich der Regent dem Ausbau des

Bildungswesens, führte eine Justizreform durch und betrieb eine hart durchgreifende

Steuerpolitik. Auch literarisch betätigte er sich weiterhin, sein wohl berühmtestes Werk aus

dieser Zeit ist die ,,Histoire de mon temps" (1746). Daneben galt sein Bemühen immer auch

besonders der von seinem Vater initiierten Perfektionierung des Heerwesens. Im Bewusstsein

des sich mehr und mehr herauskristallisierenden europäischen Dualismus′ zwischen Preußen

und Österreich einerseits, Großbritannien und Frankreich andererseits, marschierte Friedrich

schließlich ­ aus präventivorientiertem Kalkül heraus ­ im August 1756 in Kursachsen ein

und entfachte damit den Siebenjährigen Krieg, an dessen Ende er aufgrund glänzender

strategischer Erfolge und nicht zuletzt durch glückliche Umstände19 Preußen im Frieden von

Hubertusburg (1763) als europäische Großmacht etablieren konnte.

Nach dem Krieg galt seine Aufmerksamkeit vornehmlich dem Wiederaufbau des Landes und

der Verwaltung. ,,Hinzu", schreibt Wolfgang Venohr, ,,kam die Urbarmachung des Warthe,

Oder- und Netzebruchs. Der König gewann so ohne Schwertstreich drei Provinzen mitten im

Frieden. Allein auf dem trockengelegten Warthe- und Netzebruch wurden bis 1779 über

hundert neue Ortschaften geschaffen. Ehrgeizige Straßenbauvorhaben wurden in Angriff

genommen, Flüsse reguliert und zukunftsweisende Kanalbauten in die Tat umgesetzt. Überall

wurde das Land im Sinne des merkantilistischen Wirtschaftssystems durchindustrialisiert, das

Gewerbe- und Bankwesen angekurbelt, der Binnen- und Außenhandel belebt."

1772 erhielt Friedrich im Zuge der ersten polnischen Teilung Westpreußen und den Netze-

Distrikt als zusätzliche Territorialgewinne, sechs Jahre später schließlich verhinderte er

österreichische Vergrößerungsbestrebungen im unblutigen Bayerischen Erbfolgekrieg20, der

aufgrund ständiger Versorgungsprobleme im Volksmund bald spöttisch als ,,Kartoffelkrieg"

bezeichnet wurde. Seine letzte nennenswerte Aktion bestand schließlich in der Anregung des

19 Als die preußische Kapitulation schon greifbar war, starb plötzlich die mit Österreich verbündete russische

Zarin Katharina II., worauf Russland unter Peter III. mit Preußen Frieden schloss.

20 Nach dem Tode des bayerischen Kurfürsten Maximilian III. Joseph im Dezember 1777 und dem somit

bedingten Erlöschen der älteren bayerischen Linie der Wittelsbacher versuchte Kaiser Joseph II. der

bevorstehenden wittelsbachschen Ländereienanhäufung infolge der Vereinigung Bayerns mit der Kurpfalz unter

Karl Theodor entgegenzuwirken. Durch den Erwerb bayerischer Teilgebiete sollten die schlesischen Verluste

ausgeglichen und die Machtposition der Habsburger im Reich gestärkt werden. Dem Einmarsch österreichischer

Truppen in Bayern entgegnete Friedrich II. mit der Besetzung Böhmens. Der Krieg, in dem es zu keinerlei

größeren Militäraktionen kam, fand sein offizielles Ende am 13. Mai 1779 im Frieden von Teschen.

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