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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 20 Pages
Author: Hilthart Pedersen
Subject: Archaeology
Details
Institution/College: Christian-Albrechts-University of Kiel (CAU Institut für Ur- und Frühgeschichte)
Year: 2004
Pages: 20
Grade: 2
Bibliography: ~ 22 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-06424-8
ISBN (Book): 978-3-638-95165-4
File size: 1837 KB
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Abstract
Dies ist eine einführende hervorragende Darstellung des Schiffsbaus der Wikingerzeit. So zeigt die Arbeit beginnend mit den gotländischen Bildsteinen, wo sich früh Wikingerlangschiffe anhand markanter Merkmale klassifizieren lassen. Jedoch so einfach ist dies jedoch nicht mit z. B. den Siegeln von Lübeck aus der Zeit um 1226, als Lübeck unter Kaiser Friedrich II. freie Reichsstadt wurde. Hier sind anfangs Schiffe zu erkennen, die mehr Ähnlichkeit mit Langschiffen haben, als mit der klassischen Kogge wie wir sie von der Bremer Kogge oder von urkundlichen Quellen her kennen, die aber nicht näher beschrieben sind. Weiteres Thema ist sind die frühen Koggen und die Problematik, inwiefern die Kogge im 12., 13. und 14. Jahrhundert das Bild des Ostseehandels dominierte. Dabei konzentriert diese Arbeit sich hauptsächlich auf den Ostseeraum, der auch die besten erhaltenen und bearbeiteten Wrackfunde beherbergt, dagegen weist der Nordseeraum nur fragmentarische Funde von nordischen Langschiffen oder der frühen Kogge auf; ausgenommen ist die Kogge von Brügge und die Fragmente des Schiffs von Blackfraiars bei London.
Excerpt (computer-generated)
Christians Albrecht Universität zu Kiel
Institut für Ur- und Frühgeschichte
Hauptseminar: Maritime Archäologie Ergebnisse und Perspektiven
Referent: Hilthart Pedersen
Ur -und Frühgeschichte, Alte Geschichte, Antike Philologie
1./ 8. (Norwegen) Fachsemester
Schiffbau zwischen Wikingerzeit
und der Zeit der Hanse
INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung 2
1.1. Schiffsbautechnik, Material und Werkzeug 2
2. Nordischer Schiffbau Merkmale als Typ 3
2.1. Schiffsfunde 4
2.3.1. Gruppe der Langschiffe des 9./10. Jahrhunderts 4
2.3.2. Gruppe der Langschiffe des 11. Jahrhunderts 5
2.3.3. Gruppe der Langschiffe aus dem 12./13. Jahrhundert 6
2.2. Slawischer Schiffsbau 6
2.3. Die Kogge Merkmale der späten klassischen Kogge 7
2.4. Frühe Kogge Merkmale als Typ 7
3. Übergang des nordischen Schiffbaus bis zur ,,Hanse" Kogge 10
4. Zusammenfassung 12
Anhang
Literatur 13
Bildverzeichnis 13
Tabellen und Abbildungen 14
1
Sch
c iffbfau
a zwisch
c en Wi
W kingegrzeit und
d der Ze
Z it der Ha
H n
a se
1. Einleitung
Auf gotländischen Bildsteinen lassen sich früh Wikingerlangschiffe anhand markanter Merkmale
klassifizieren. So einfach ist dies jedoch nicht mit z. B. den Siegeln von Lübeck aus der Zeit um 1226,
als Lübeck unter Kaiser Friedrich II. freie Reichsstadt wurde. Hier sind anfangs Schiffe zu erkennen,
die mehr Ähnlichkeit mit Langschiffen haben, als mit der klassischen Kogge wie wir sie von der Bremer
Kogge oder von ,,urkundlichen Quellen" her kennen, die aber nicht näher beschrieben sind.
In diesem Referat setze ich mich mit der frühen Kogge und der Problematik auseinander, inwiefern die
Kogge im 12., 13. und 14. Jahrhundert das Bild
des
Ostseehandels
dominierte.
Dabei
konzentriere ich mich hauptsächlich auf den
Ostseeraum, welcher auch die besten erhaltenen
und bearbeiteten Wrackfunde beherbergt, der
Nordseeraum weist nur fragmentarische Funde
von nordischen Langschiffen oder der frühen
Kogge auf, ausgenommen der Kogge von
Brügge und die Fragmente des Schiffs von
Blackfraiars bei London.
1.1 . Schiffsbautechnik, Material und
Werkzeug
Der Teppich von Bayeux gibt einer der
frühesten Darstellungen mit der Anwendung
verschiedener Werkzeuge u. a. Beile für den
Langschiffbau wieder.
Diese Langschiffe, die Wilhelm der Eroberer zu
Abb. 1: Schiffswerkzeug aus dem Bayeux Teppich, 11. Jhd.
seiner Überfahrt genutzt hatte, waren denen im
Ostseeraum sehr ähnlich. Vermutlich waren sie deutlich größer und breiter als die kleineren Schiffe im
Ostseeraum, welche nur für Ostseefahrten und nicht für ozeanische Fahrten wie im Atlantik
2
konstruiert wurden. Das Langschiff wurde völlig anders gebaut als die Kogge, wobei die frühen
Koggen im Bezug auf den Bau, mehr den Langschiffen zuzuordnen sind, als den klassischen Koggen
mit gesägten Planken die in echten Werften gebaut wurden.
Zuerst wurde ein Gestell aufgestellt, das den Kiel und den Kielgang stützte (die untersten Planken
direkt neben dem Kiel). Der Kiel und die Planken wurden darauf mit dem Steven verbunden
(Laschung). Dann wurden weitere Planken hinzugesetzt und miteinander verbunden bis zu den
Spantenenden, wo der Bordgang, der meistens die letzten drei Plankenreihen fortsetzt und mit Knien,
Stützen und Seitenspanten mit der darunter liegenden Konstruktion verbunden wurde.
Typische Beile waren das kurze Beil für eine Grobe Formung und Behauung der Planken, das Breitbeil,
um eine Glättung und Planbehauung zu verfertigen und das Querbeil für die Glättung und für eine
feinere Behauung der Planken. Für die Klinkerung der Planken, dem Verbinden der Planken mit
Eisennägeln und Nieten wurde der Klinkerhammer zu Hilfe genommen (Andersen, /u. a., 2000).
2. Nordischer Schiffbau Merkmale als Typ
Das nordische Langschiff zeichnet sich durch seine geschwungenen Linien aus. Gebaut wird das
Langschiff, indem die Planken zuerst auf einem Gestell zusammengeklinkert werden und danach
erfolgt die Einsetzung der Spanten und Biten und der Rest der inneren Struktur. Der Mast selbst ist in
einem Kielschwein verankert, welches über 4-6 Spanten verläuft. Die Spanten selbst sind gebogen und
geschwungen dem Schiffskörper angepasst. Vorder- und Hintersteven laufen hoch hinaus in einem
geschwungenen Bogen, im Gegensatz zur späteren Kogge mit einem geraden und gewinkelten Steven.
Die meisten archäologisch belegten Langschiffe
Skuldelev 2
weisen einen T-förmigen Kiel auf. In der Mitte
Snelle
des Schiffes, auf dem Kiel, ruht das
Rumpfstück
Kielschwein, das durch Snellen von oben und an
den Seiten an die Spanten befestigt ist. Auf Stringer/Weger
Kielschwein
diesen Snellen liegen die Bitestützen (längliche
Stangen) die die Biten oberhalb von ihnen
tragen und stützen. Häufig, abhängig von der
Größe des Schiffes, sind auf den Biten zwei
Spant
weitere Bitestützen vorhanden, die noch einen
Bite
Vordersteven
Kiel
Biten weiter oben tragen. Die oberen Biten
dienen dann zur Halterung und Festigung der
Abb.2: Konstruktionsmerkmale eines nordischen
Langschiffs(Skuldelev 2)
Decksplanken, die meistens ohne Befestigung von
3
Nägeln oder Klammer zwischen den Biten gelegt waren, so dass man leicht zum Boden des Schiffes
jederzeit Zugang hatte.
Der nordische Schiffsbau zeichnet sich am markantesten durch die Klinkertechnik aus. Das soll heißen,
ein Boot oder Schiff, bei dem die Planken am gesamten Rumpf oder zumindest an den Seiten
dachziegelartig überlappend miteinander verbunden sind, im Unterschied zu kraweelgebauten Fahrzeugen,
die einen mauerwerkähnlichen außen glatten Plankenverband haben.
Verbunden sind die Planken der nordischen Langschiffe mit Eisennägeln und Nieten am anderen Ende
auf der Innenseite. Die Abdichtung der geklinkerten Planken erfolgte über eine Kalfaterung aus Wolle
und ähnlichen Textilien. Beim slawischen Schiffsbau und auch bei frühen Koggen finden wir eine
Kalfaterung aus Moos oder Tierhaaren (Crumlin-Pedersen 1997).
2.2 Schiffsfunde
Ich habe die hier behandelten Schiffe in drei Gruppen aufgeteilt entsprechend ihrer Zeitperiode des 9. -
10., 11. und 12. 13. Jahrhunderts.
2.1.1. Gruppe der Langschiffe des 9/10. Jahrhunderts
Die frühesten Funde wikingerzeitlicher Schiffe sind die von Oseberg1 (dendrodatiert 820), Gokstad,
Borre und das Kvalsund Schiff. Diese Schiffe sind an sich allerdings auch sehr unterschiedlich was
Größe, Breite und Form des Querschnitts betrifft. Diese vier Schiffe können somit auch nicht (da die
drei ersten im Grabkontext zu verstehen sind) die Schifffahrt der Wikingerzeit präsentieren, auch wenn
einige andere aus Haithabu (Wrack 1 und 3), der Nordsee und Schweden (Äskekärr, Galtbäck)
hinzukommen (Crumlin-Pedersen 1999). Somit haben erst die Skuldelevschiffe und später auch die
Schiffe von Roskilde, uns eine klare Vorstellung geben können, wie das Langschiff und dessen
unterschiedliche Ausprägung in dieser Zeit vom 9.-11. Jahrhundert ausgesehen hat (Crumlin-Pedersen
2002).
2.1.2. Gruppe der Langschiffe des 11. Jahrhunderts
Einer der bedeutendsten Funde von Langschiffen sind die sechs Schiffe vom Peberrenden bei
Skuldelev des Roskilde Fjords. Im Jahr 1957 wurden sie von Tauchern entdeckt und dann unter
Crumlin-Pedersen 1962 mit Hilfe eines Kofferdamms aus Eisenstahlträgern sorgfältig ausgegraben. Bei
1 Siehe zur Datierung aller hier genanten Schiffe Tabelle 1,
Schiffsfunde des Frühmittelalters
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