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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2007, 28 Pages
Author: Daniela Schmitt
Subject: German Studies - Linguistics
Details
Institution/College: University of Heidelberg
Tags: Sprache, Werbung, Methoden, Textanalyse, Methoden, Textanalyse
Year: 2007
Pages: 28
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 8 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-06618-1
ISBN (Book): 978-3-640-22689-4
File size: 460 KB
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Abstract
Werbung ist in unserem Zeitalter omnipräsent - egal ob in Fernsehen, Radio, Kino, in Printmedien wie Zeitungen, Zeitschriften, Werbeplakaten, oder im Internet - überall wird man mit Kaufaufforderungen konfrontiert. An dieser Stelle drängt sich die Frage auf, was genau zum Kauf verleitet. Sicherlich ist es einerseits die Aufmachung der Anzeige, andererseits die ansprechende textuelle Gestaltung und Argumentation im Textverlauf. Diese Hausarbeit beleuchtet Werbetexte für verschiedene Zielgruppen aus unterschiedlichen Lifestyle-Magazinen. Zur Einführung erfolgt im zweiten Gliederungspunkt eine Hinleitung zur Thematik, indem kurz dargestellt wird, was unter Werbung verstanden werden kann, welchem Zweck sie dient und welche Definitionen sich anbieten. Im Anschluss daran wird Brinkers Analyse von Textfunktionen eingeführt und in Bezug auf Werbetexte beleuchtet. Im Folgenden werden verschiedene Werbeanzeigen aus Zeitschriften vorgestellt und analysiert. Daraufhin wird Janichs Kritik an der Werbung, sowie der Werbesprache dem Erarbeiteten kritisch gegenübergestellt. Abschließend werden die Ergebnisse in einer Schlussbetrachtung gesichert.
Excerpt (computer-generated)
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Germanistisches Seminar
Hauptseminar: Methoden der Textanalyse
SoSe 2007
Die Sprache der Werbung
Methoden der Textanalyse
Daniela Schmitt
Germanistik / Erziehungswissenschaft (Lehramt)
Die Sprache der Werbung
I
Inhalt
1 Einleitung - 2 -
2
Werbung
- 2 -
2.1 Moralische Appelle - 3 -
2.2 Emotionale Appelle - 3 -
2.3 Rationale Argumentation - 4 -
3 Textanalyse nach Brinker - 6 -
3.1 Allgemeines zur Textfunktion - 6 -
3.2 Die fünf textuellen Grundfunktionen nach Brinker - 8 -
3.2.1
Informationsfunktion
- 8 -
3.2.2
Appellfunktion
- 8 -
3.2.3
Obligationsfunktion
- 9 -
3.2.4
Kontaktfunktion
- 9 -
3.2.5
Deklarationsfunktion
- 10 -
3.3 Analyse von Textsorten - 10 -
4 Analyse von Werbeanzeigen - 13 -
4.1 Bausteine der Werbung - 13 -
4.2 Visuelle Effekte der Werbeanzeigen - 14 -
4.3 Zeitschriften als Werbeträger - 15 -
4.4 Analyse zweier Werbeanzeigen - 17 -
4.4
.
1 Qualität ist niedriger Blutdruck - 17 -
4.4.2 Erleben, was andere nur sehen - 20 -
5
Werbung
und
Werbesprache
in der Kritik - 22 -
6 Fazit - 25 -
7 Literaturverzeichnis II
7.1 Onlinequellen II
7.2 Abbildungsverzeichnis II
Die Sprache der Werbung
- 2 -
1 Einleitung
Werbung ist in unserem Zeitalter omnipräsent - egal ob in Fernsehen, Radio, Kino,
in Printmedien wie Zeitungen, Zeitschriften, Werbeplakaten, oder im Internet -
überall wird man mit Kaufaufforderungen konfrontiert. An dieser Stelle drängt sich
die Frage auf, was genau zum Kauf verleitet. Sicherlich ist es einerseits die Aufma-
chung der Anzeige, andererseits die ansprechende textuelle Gestaltung und Argu-
mentation im Textverlauf.
Die folgende Hausarbeit beleuchtet Werbetexte für verschiedene Zielgruppen aus
unterschiedlichen Lifestyle-Magazinen. Zur Einführung erfolgt im zweiten Gliede-
rungspunkt eine Hinleitung zur Thematik, indem kurz dargestellt wird, was unter
Werbung verstanden werden kann, welchem Zweck sie dient und welche Definitio-
nen sich anbieten. Im Anschluss daran wird Brinkers Analyse von Textfunktionen
eingeführt und in Bezug auf Werbetexte beleuchtet. Im Folgenden werden ver-
schiedene Werbeanzeigen aus Zeitschriften vorgestellt und analysiert. Daraufhin
wird Janichs Kritik an der Werbung, sowie der Werbesprache dem Erarbeiteten kri-
tisch gegenübergestellt. Abschließend werden die Ergebnisse in einer Schlussbe-
trachtung gesichert.
2 Werbung
An dieser Stelle soll mit einigen Definitionen versucht werden, aufzuzeigen, was
Wer-
bung
im speziellen bedeutet und welche Ziele diese verfolgt. Janich gibt zu Anfang
ihres Arbeitsbuches ,,Werbung" folgende Definition:
Werbung
beabsichtigt eine Beein-
flussung von Menschen aus kulturellen, wirtschaftlichen oder politischen Gründen.
Wirtschaftliche
Werbung
zum Beispiel zielt darauf, ein Produkt auf dem Markt einzufüh-
ren, seinen Absatz zu erhalten oder zu erhöhen (vgl. Janich, 2005: S.18).
Werbung ist in erster Linie ein Instrument, das im Rahmen des Gesamtmarke-
ting-Mix die Erfüllung der Marketingziele dient. Durch die Übermittlung von In-
formationen an die Verwender und Käufer von Produkten und Dienstleistungen
wird eine Anpassung an die bestehenden Marktgegebenheiten und damit eine
Ausnutzung dieser Gegebenheiten vorgenommen. (Rogge, 2000: S. 28.)
Auch auf nichtkommerziellem Gebiet gewinnt
Werbung
immer stärker an Bedeutung.
So sorgt
Werbung
für religiöse, kulturelle, und gemeinnützige Zwecke, für soziale An-
liegen, sowie für politische Zwecke auch hier dafür, dass die Einstellungen, Meinungen
Die Sprache der Werbung
- 3 -
und schließlich das Verhalten ihnen gegenüber auf eine gewisse Art und Weise beein-
flusst wird (vgl. Schweiger/ Schrattenecker, 2001: S. 102f.).
Die Form der
Werbung
und das Bestreben, Dritte zu überzeugen, reichen weit in die
Vergangenheit hinein, so unterschied bereits Aristoteles in der Rhetorik zwischen ver-
schiedenen Möglichkeiten der Überzeugung:
-Ethos: Appelle an das Gewissen, an die Moral
-Pathos: Appelle an Gefühle
-Logos: Rationale Argumentation (Schweiger/ Schrattenecker, 1995: S.185.)
Diese Appelle sollen nun im Folgenden kurz erläutert werden.
2.1 Moralische Appelle
Bei
moralischen
Appellen
hängt die Beeinflussungswirkung hauptsächlich vom Sender
und weniger von der Botschaft selbst ab. Ob Normen, die übermittelt werden, vom
Empfänger als für die eigene Person gültig übernommen werden, ist eine Frage der
Glaubwürdigkeit und Attraktivität der Kommunikationsquelle.
Als glaubwürdig gilt ein Sender dann, wenn er zum einen über spezielle Erfah-
rungen und Kenntnisse in einem Themenbereich verfügt, also als Experte für
kompetent angesehen wird und zum anderen als vertrauenswürdig erachtet
wird: Man glaubt, sich auf eine Aussage verlassen zu können. (Schweiger/
Schrattenecker, 1995. S. 185.)
So werden zum Beispiel für Produkte, die der Gesundheit dienlich sind, Ärzte als ge-
eignete Übermittler der Botschaft angesehen, denn wer könnte ein bestimmtes Medi-
kament glaubwürdiger empfehlen als ein Arzt? Ein Sender wird als attraktiv empfun-
den, wenn sich die Zielperson mit ihm identifizieren kann, wenn sie beim Sender ge-
meinsame persönliche und soziale Merkmale bemerkt und letztendlich eine Sympathie
für den Sender hegt (vgl. ebd. S.185f.).
2.2 Emotionale Appelle
Eine gewisse emotionale Spannung ist nicht nur die Auseinandersetzung mit einer
Werbebotschaft dienlich, sondern kann auch den gesamten Verarbeitungsprozess po-
sitiv beeinflussen.
Es gibt eine Reihe von Stimuluskategorien, die besonders stark aktivieren. Zu
nennen sind hier erotische Darstellungen, Familienszenen, Kinder bzw. Kind-
chenschema und starke Farben. (ebd. S. 186.)
Die Sprache der Werbung
- 4 -
Diese Reize aktivieren automatisch jeden Menschen, da sie auf grundlegende Triebe
und Motive zielen.
Werbung
übermittelt in der Regel angenehme Gefühle, wie zum
Beispiel Erotik, Familienglück, Wohlbefinden, bis hin zu dem Gefühl der sozialen Aner-
kennung. Diese Art der Belohnung, welche in
Werbung
suggeriert wird, wird durch oft-
malige Wiederholung mit dem Markennamen konditioniert.
Emotionale
Appelle
in der
Werbung
werden zum Beispiel eingesetzt bei Anti-Rauch-Kampagnen, Zeckenimpfung,
Versicherungen (Angstappelle), Witz, Wortspiel, Ironie oder Slapstick (Humor in der
Werbung) (vgl. Schweiger/ Schrattenecker, 1995: S.187ff.).
2.3 Rationale Argumentation
Zielpersonen können durch Sachinformationen und logische Argumente folgenderma-
ßen überzeugt werden:
- Einseitige oder zweiseitige Argumentation: Hier geht es darum, eine Entscheidung zu
treffen, ob man sich auf Argumente, die für das Werbeobjekt sprechen, beschränkt
(einseitige Argumentation) oder ob Gegenargumente und ihre Widerlegung in die Bot-
schaft einbezogen werden sollen (zweiseitige Argumentation).
- Implizite oder explizite Schlussfolgerungen: Implizit bedeutet hier, dass der Empfän-
ger selbst die Schlussfolgerung für seine Haltung aus den Werbeaussagen ziehen
muss. Das Vorhandensein einer gewissen Neugier, bzw. ein Interesse an einer weite-
ren Auseinandersetzung mit der Botschaft ist hierfür allerdings Voraussetzung.
- Reihenfolge der Argumente: Nach verschiedenen Forschungsergebnissen u.a. von
McGuire ist die Aufmerksamkeit zu Beginn einer Botschaft am größten. Um diese auf-
rechtzuerhalten und die Zielperson zu motivieren, sollten die stärksten Argumente zu
Anfang aufgeführt werden.
Die Streitfrage, ob
Werbung
eher emotional oder eher rational aufgebaut werden soll,
ist vielfach normativer Art: Auf der einen Seite fordern die Konsumentenschützer von
der Werbung, dass sie möglichst rational angelegt sein sollte. Sachinformationen und
nicht emotionale Techniken zur Manipulation sollten hier als Entscheidungsgrundlage
dienen. Auf der anderen Seite sind viele Werbefachleute der Auffassung, dass der
Mensch kein rein rational entscheidendes Wesen ist, dem es nur um den Grundnutzen
der Konsumgüter geht. Die Konsumenten hätten auch Bedürfnisse anderer Art, die
durch emotional besetzte
Werbung
befriedigt werden könnten, unter anderem auch
Vereinfachung der Kaufentscheidung durch Markenimages.
Emotionale
und
rationale
Werbung
bilden jedoch nicht unbedingt Gegensätze, meis-
tens sind beide Elemente in Werbebotschaften enthalten. Welche Informationen ge-
Die Sprache der Werbung
- 5 -
wünscht werden, hängt jedoch u.a. von der Produktart und der Persönlichkeit der Ziel-
person ab. Auch ist hier die Art der Medien entscheidend. Manche Medien wie Fernse-
hen oder Rundfunk eignen sich besser zur Übertragung von emotionalen Appellen,
andere Medien, insbesondere Printmedien, sind für rationale Appelle besser geeignet
(vgl. ebd. S.191f.).
Der Kommunikationsprozess zwischen Sender und Empfänger stellt sich als sehr
komplexe Struktur dar und ist daher immer der Gefahr von Störungen, die den Prozess
stoppen oder behindern können, ausgesetzt. Pepel greift zur Darstellung dieses Vor-
gangs auf ein
Stufenmodell der Werbung
zurück, wie nachfolgend dargelegt:
- Aufmerksamkeit steht am Anfang von allem, denn ohne die Weckung von
Aufmerksamkeit beim Adressaten ist eine Werbebotschaft für diesen erst
gar nicht wahrnehmbar. Damit sie tatsächlich wahrgenommen wir, hilft zu-
dem
- Sympathie, denn Adressaten beschäftigen sich lieber mit emotional basier-
ten Inhalten. Bei der Relevanz der Werbebotschaft für den Empfänger folgt
daraus die
- Akzeptanz des beworbenen Angebots. Es wird als für eine Problemlösung
generell geeignet erachtet, bei besonderer Eignung entsteht dazu
- Interesse an einer näheren Auseinandersetzung mit den Angebotsinhalten.
Dabei wird immer auch der Absender der Werbebotschaft beachtet. Nur
wenn ihm
- Kompetenz zugesprochen wird, können schließlich Präferenzen entstehen.
Da aber wohl immer Präferenzen für mehrere Anbieter/ Angebote bestehen,
muss darüber hinaus
- Respekt bei den Zielpersonen für die Fähigkeiten des Anbieters zu einer
überlegenen Problemlösung erreicht werden. Sofern dies gelingt, folgt dar-
aus die
- Überzeugung zum Kauf des ausgelobten Angebots. Entsprechende Rand-
bedingungen (Bedarf, Kaufkraft, etc.), kann aus der Werbewirkung dann
Werbeerfolg werden, indem der
- Kaufakt folgt. Damit ist jedoch die Abfolge keineswegs, beendet, sondern es
beginnt die Phase, der
- Kaufnachbereitung. Dabei geht es vor allem um die Reduzierung unver-
meidlich auftretender, kognitiver Dissonanz und die Unterstützung der Kun-
denzufriedenheit. Diese ist über das weitere
- Kontakthalten eine zentrale Voraussetzung für einen möglichst marken-
/firmentreuen Wiederkauf. Entsteht der Bedarf dann von Neuem, kann über
eine
- Kundenreaktivierung die sukzessive Ausschöpfung seines Lebenszeitwerts
angegangen werden. Es kommt im positiven Fall zu einer Feedback-
Schleife zur Stufe der Überzeugung bzw. im negativen Fall zur Stufe der
Aufmerksamkeit für ein anderes Angebot. (Pepels, 2004: S. 7ff.)
Werbung
ist somit auch die bewusste Beeinflussung von marktwirksamen Meinungen
bei Zielpersonen mittels Instrumentaleinsatz und mit der Absicht, die Meinungsrealität
im Markt den eigenen Zielvorstellungen darüber anzupassen (vgl. ebd. S.9).
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