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Scholary Paper (Seminar), 2002, 12 Pages
Author: Konrad Lischka
Subject: Art - Computer Art / Graphics / Art in Media
Details
Institution/College: LMU Munich (Institut für Kunstgeschichte)
Tags: digitale Kunst, Netzkunst, Netart, net art, DeskSwap, Vopos
Year: 2002
Pages: 12
Grade: 2,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-16225-8
ISBN (Book): 978-3-640-32681-5
File size: 225 KB
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Abstract
Die Installationsroutine des Programms "Deskswap" gleicht der herkömmlicher Anwendungen: Es wird nach dem Zielordner gefragt, Standardbuttons erlauben das Navigieren in der Verzeichnisstruktur, die Farbgebung des Fensters ist klassisch dunkelgrau-blau vor einem Hintergrund mit Blauverlauf. In einem Punkt unterscheidet sich jedoch die Installationsroutine von der vieler kommerzieller Programme: Es fehlt jeder Hinweis auf die Funktion der Software. Während der Installation sind nicht die sonst üblichen schematischen oder animierten Darstellungen der Programminhalte zu sehen. Ebenso fehlt im angelegten Programmordner eine Hilfedatei oder sonstige Funktionsbeschreibung. Wenn der Nutzer also das Programm ohne genaues Vorwissen zum ersten Mal startet, erlebt er einen - wohl intendierten - Bilderschock. Zunächst bleibt der Bildschirm für wenige Sekunden schwarz, ein wachsender, blauer Balken in der Statuszeile rechts unten zeigt jedoch an, dass etwas geschieht. In dieser Zeit fertigt das Programm einen Screenshot des Desktops an und schickt diesen über die Internetverbindung an einen Server (Mirapaul). Von diesem lädt es zugleich Bilder anderer Desktops, die zuvor auf dieselbe Art hochgeladen wurden. Der Nutzer bemerkt diesen Datentausch nicht, sondern sieht nach wenigen Sekunden schwarzer Bildschirmfläche schlagartig einen anderen Desktop...
Excerpt (computer-generated)
Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Kunstgeschichte
Proseminar ,,Digitale Kunst (Kunst im digitalen Zeitalter)"
Sommersemester 2002
DeskSwap, Minitasking, Vopos -
Ort und Raum als paradigmatische Konzepte
digitaler Informationstechnologie
22.7.2002
vorgelegt von Konrad Lischka,
Hauptfach Journalistik, Nebenfächer Kunstgeschichte und Politik, 6. Fachsemester
Konrad Lischka
I. Inhalt
II. Werkangaben
1. DeskSwap
2. Minitasking
3. Vopos
III. Beschreibung und Interpretation
1. DeskSwap - der fremd bestimmte Ort
a. Beschreibung
b. Interpretation
2. Minitasking - Raum als emergenter Prozess
a. Beschreibung
b. Interpretation und Vergleich
3. Vopos - Anreicherung und Transformation physischer Realität
a. Beschreibung
b. Interpretation und Vergleich
IV. Fazit
V. Quellen
1. Monographien
2. Aufsätze
3. Presseartikel
4. Interviews
II. Werkangaben
II.1. Deskswap
Mark Daggett (Konzept und Prototyp), Vincent Toms (Programmierung der Version 2.0): Deskswap, 2001 (Prototyp und Version 1.0.), unter Windows ME/2000/XP lauffähiges Programm, geschrieben in COM Visual Basic. Hier beschriebene Version: 2.0., 2002 (http://www.deskswap.com). Benutzt unter Windows 2000 Professional bei 1024 x 768 Pixeln, High Color (16 Bit) und einer Internetverbindung mit 768 Kbit/s Down- und 128 Kbit/s Upstream am 22.6.2002.
II.2. Minitasking
Schoenerwissen (Anne Pascual, Marcus Hauer): Minitasking, 2002, unter Windows NT/98/ME/2000/XP lauffähiges Programm, geschrieben in Java, Flash. Hier beschriebene Version: 0.99a (http://www.minitasking.com). Benutzt unter Windows 2000 Professional bei 1024 x 768 Pixeln, High Color (16 Bit) und einer Internetverbindung mit 768 Kbit/s Down- und 128 Kbit/s Upstream am 23.6.2002.
II.3. Vopos
0100101110101101.org: Vopos, 2002, Internetseite http://www.0100101110101101.org/home/vopos. Benutzt mit Opera 6.0 unter Windows 2000 Professional bei 1024 x 768 Pixeln, High Color (16 Bit) und einer Internetverbindung mit 768 Kbit/s Down- und 128 Kbit/s Upstream am 19. Juli 2002.
III. Beschreibung und Interpretation
III.1. Deskswap - der fremd bestimmte Ort
a) Beschreibung
Die Installationsroutine des Programms "Deskswap" gleicht der herkömmlicher Anwendungen: Es wird nach dem Zielordner gefragt, Standardbuttons erlauben das Navigieren in der Verzeichnisstruktur, die Farbgebung des Fensters ist klassisch dunkelgrau-blau vor einem Hintergrund mit Blauverlauf. In einem Punkt unterscheidet sich jedoch die Installationsroutine von der vieler kommerzieller Programme: Es fehlt jeder Hinweis auf die Funktion der Software. Während der Installation sind nicht die sonst üblichen schematischen oder animierten Darstellungen der Programminhalte zu sehen. Ebenso fehlt im angelegten Programmordner eine Hilfedatei oder sonstige Funktionsbeschreibung.
Wenn der Nutzer also das Programm ohne genaues Vorwissen zum ersten Mal startet, erlebt er einen - wohl intendierten - Bilderschock. Zunächst bleibt der Bildschirm für wenige Sekunden schwarz, ein wachsender, blauer Balken in der Statuszeile rechts unten zeigt jedoch an, dass etwas geschieht. In dieser Zeit fertigt das Programm einen Screenshot des Desktops an und schickt diesen über die Internetverbindung an einen Server (Mirapaul). Von diesem lädt es zugleich Bilder anderer Desktops, die zuvor auf dieselbe Art hochgeladen wurden. Der Nutzer bemerkt diesen Datentausch nicht, sondern sieht nach wenigen Sekunden schwarzer Bildschirmfläche schlagartig einen anderen Desktop.
Zwei Programmeigenschaften steigern die Verwirrung beim ersten Programmstart: Fremde Mauszeiger werden vom Programm aus Screenshots entfernt, der Benutzer kann aber seinen eigenen Mauszeiger über die Abbildungen der fremden Desktops führen. Außerdem überlagert anfangs die reale Startleiste das gerade von "Deskswap" angezeigte Bild eines fremden Desktops. So verschränken sich unvermittelt der Ort des eigenen, privaten Rechners mit dem fremden eines anderen. Beim ersten Start von "Deskswap" muss der Betrachter diese Bezüge zunächst selbst rekonstruieren, was keineswegs leicht fällt. Vor allem, weil das Programm in der Voreinstellung alle fünf Sekunden ein anderes Abbild zeigt.
Bei der vierten Darstellung verschwindet dann die eigene Windows-Startleiste, die Abbilder fremder Desktops nehmen dann den Bildschirm vollkommen ein. Der Mauszeiger verbleibt als letztes Element des eigenen Desktops im Bild. Außerdem werden nun drei Menüknöpfe des Programms und eine Anzeige, in wie vielen Sekunden das Bild wechseln wird, sichtbar. Sie deuten an, dass es sich um eine steuerbare Inszenierung handelt. Die drei Buttons "Settings", "Change Mode" und "Exit" ermöglichen es, die Geschwindigkeit des Bildwechsels zu ändern, die Desktops bestimmter Nutzer anzuzeigen oder das Programm ganz zu verlassen.
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