Presentation (Pre-University), 1999, 3 Pages
Author: Janine Kophamel
Subject: Philosophy - Philosophy of the Middle Ages (approx. 500 - 1300)
Details
Year: 1999
Pages: 3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-08575-5
File size: 54 KB
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Janine Kophamel
FGM82
Das Mittelalter
Das Mittelalter ist die Zeit, die zwischen zwei anderen Epochen liegt, und zwar zwischen Antike und Renaissance.
Im Mittelalter bildete sich das Schulwesen heraus. Schon frühzeitig entstanden die ersten Klosterschulen.
Im 12. Jhd. kamen die Domschulen hinzu, und ab 1200 wurden die ersten Universitäten gegründet
Im Jahre 313 wurde das Christentum im Römerreich als Religion anerkannt, das geschah unter Kaiser Konstantin.
Im Jahre 330 verlegte Kaiser Konstantin die Hauptstadt des Römischen Reiches nach Konstantinopel
Im Jahre 380 wurde das Christentum zur Staatsreligion des gesamten Römischen Reiches
Fünfzehn Jahre später wurde das Römische Reich aufgeteilt. Von nun an gab es das Weströmische Reich mit Rom als Zentrum und das Oströmische Reich, dessen Hauptstadt die neue Stadt Konstantinopel war.
410 wurde Rom von barbarischen Volksstämmen geplündert. 476 ging der gesamte weströmische Staat zugrunde. Das Oströmische Reich existierte bis ins Jahr 1453, als die Türken Konstantinopel eroberten.
529 wurde Platons Akademie in Athen geschlossen und der Benediktinerorden gegründet. Von nun an hatten die Klöster das Monopol für den Unterricht, Reflexion und Versenkung.
Die ersten hundert Jahre nach dem Jahr 400 brachten einen kulturellen Niedergang.
Die Römerzeit war eine >Hochkultur< mit großen Städten, die über öffentliche Abwässersysteme, öffentliche
Bäder und öffentliche Bibliotheken verfügten, ganz zu schweigen von der stolzen Architektur. Diese Kultur verfiel während der ersten Jahrhunderte des Mittelalters, dasselbe galt für den Handel und die Finanzen. Im Mittelalter setzten wieder Naturalienwirtschaft und Tauschhandel ein. Nun prägte der Feudalismus die Wirtschaft.Während der ersten Jahrhunderte ging auch die Bevölkerungszahl stark zurück.
Roms Zeit als politische Größe war bereits gegen Ende des 4. Jhd. vorbei.
Der Bischof von Rom wurde zum Oberhaupt der gesamten römisch-katholischen Kirche. Er erhielt den Namen Papst - oder >Vater< und galt als Stellvertreter Jesu auf Erden. Während des gesamten Mittelalters war Rom deshalb die Hauptstadt der Kirche. Es gab nicht viele, die es wagten, >ihre Stimme wider Rom zu erheben<. Nach und nach gewannen die Könige und Fürsten der neuen Nationalstaaten dann aber so große Macht, dass
einzelne den Mut hatten, sich der starken Kirchenmacht zu widersetzen.
Es wurden teilweise griechische Philosophen vergessen. Einige kannten ein paar Schriften des Aristoteles, andere einige von Platon.
Das alte Römische Reich zerfiel in drei verschiedene Kulturräume. In Westeuropa bekamen wir eine lateinisch-sprachige christliche Kultur mit der Hauptstadt Rom. In Osteuropa bildete sich eine griechisch-sprachige christliche Kultur mit der Hauptstadt Konstantinopel. Später erhielt Konstantinopel den griechischen Namen Byzanz, deshalb auch >byzantisches Mittelalter< im Unterschied zum >römisch-katholischen Mittelalter<.
Auch Nordafrika und der Mittlere Osten hatten zum Römischen Reich gehört. Sie entwickelten im Mittelalter eine arabisch-sprachige moslemische Kultur. Nach dem Tod Mohammeds im Jahre 632 wurden der Mittlere Osten und Nordafrika für den Islam gewonnen. Auch Spanien wurde für den moslemischen Kulturbereich einverleibt. Seine heiligen Stätten waren z.B. Mekka, Medina, Jerusalem, Bagdad und die alte hellenistische Stadt Alexandria. Auf diese Weise erbten sie einen Großteil der griechischen Wissenschaft. Die Araber übernahmen während des gesamten Mittelalters in Wissenschaften wie der Mathematik, der Chemie, Astronomie und Medizin die Führungsrolle. Der Neuplatonismus überlebte im Westen, Platon im Osten und Aristoteles im Süden bei den Arabern. Die Philosophen des Mittelalters nahmen es als fast gegeben hin, daß das Christentum die Wahrheit bedeutete. Ausgustinus, der von 354 bis 430 lebte, versuchte sich an religiösen und philosophischen Strömungen, ehe er zum Christen wurde. Eine Zeitlang war er Manichäer. Die Manichäer waren eine für die Spätantike sehr typische Sekte. Sie verkündeten eine halb religiöse und halb philosophische Heilslehre und teilten die Welt in Gut und Böse, Licht und Finsternis, Geist und Stoff ein. Eine Zeitlang war er von der stoischen Philosophie beeinflusst. Die Stoiker stritten eine scharfe Trennung zwischen Gut und Böse ab.
Augustinus wurde vorallem von der zweiten wichtigen philosophischen Richtung der Spätantike geprägt - dem
Neuplatonismus. Hier stieß er auf den Gedanken, dass das gesamte Dasein göttlicher Natur sei. Augustinus` Christentum ist vom platonischen Denken stark beeinflusst. Er sah keinen scharfen Widerspruch zwischen Christentum und platonischer Philosophie. Augustinus selber hatte erlebt, dass die Philosophie nicht unbegrenzt weit reichen konnte. Erst als er Christ wurde, fand seine Seele Ruhe. Augustinus schrieb: >Unruhig ist unser Herz, bis es ruhet in Dir<. Augustinus erklärte zwar, Gott habe die Welt aus nichts geschaffen, aber er meinte auch: ehe Gott die Welt erschuf, existierten die >Ideen< in Gottes Gedanken. Er meinte wie Platon, dass das Böse in der >Abwesenheit< Gottes besteht und dass das Böse durch den Ungehorsam der Menschen entsteht.
Er sagte: Der >gute Wille< ist >Gottes Werk<, der >böse Wille< ist der >Abfall vom Werke Gottes. Augustinus erklärt, dass zwischen Gott und der Welt ein unüberbrückbarer Abgrund klafft, aber er betont auch das der Mensch ein geistiges Wesen ist, das er einen materiellen Körper hat, aber auch eine Seele, die Gott erkennen kann. Augustinus zufolge wurde das gesamte menschliche Geschlecht nach dem Sündenfall verdammt. Ihm geht es darum, dass kein Mensch Gottes Erlösung verdient. Sein Rat lautet, dass wir so leben sollen, dass wir an unserem eigenen Lebenslauf erkennen können, dass wir zu den Auserwählten gehören. Er leugnet nicht, dass wir einen freien Willen haben - nur hat Gott schon im voraus >gesehen< wie wir leben werden. Augustinus teilte die Menschen in zwei Gruppen ein - die eine Gruppe ist erlöst, die andere ist verdammt. Er stützt sich dabei auf die Lehre der Bibel über die Erlösung und die Verdammnis.
Die Kirche und der Staat kämpften während des gesamten Mittelalters um die Macht, es hieß: >Es gibt kein Heil außerhalb der Kirche<.
Ab dem 12 Jhd. machte sich der Einfluss der Araber in Spanien geltend. Sie hatten während des gesamten Mittelalters eine lebendige Aristoteles-Tradition bewahrt. Die Frage nach dem Verhältnis der christlichen Offenbarung zur griechischen Philosophie wurde neu belebt.
Der größte und wichtigste Philosoph des Hochmittelalters war Thomas von Aquin, der von 1225 bis 1274 lebte. Er war ebensosehr Theologe wie Philosoph. Thomas von Aquin habe Aristoteles auf die selbe Weise >christianisiert<, wie Augustinus das zu Beginn des Mittelalters mit Platon getan hatte.
Thomas von Aquin gehörte zu denen, die die Philosophie des Aristoteles mit dem Christentum vereinbaren wollten. Thomas von Aquin glaubte nicht an einen unvermeidbaren Widerspruch zwischen dem, was die Philosophie oder die Vernunft uns erzählen, und dem, was die christliche Offenbarung oder der Glaube uns sagt.
Thomas meinte, es gebe auch eine Reihe >natürlicher theologischer Wahrheiten<. Darunter verstand er Wahrheiten, die sowohl durch die christliche Offenbarung als auch durch unsere angeborene oder >natürliche< Vernunft erlangt werden können. Eine solche Wahrheit ist für ihn zum Beispiel, dass es einen Gott gibt. Thomas glaubte also an zwei Wege, die zu Gott führen. Der eine Weg führt über den Glauben und die Offenbarung, der andere Weg über die Vernunft und die Sinne. Gott, so Thomas, hat sich den Menschen durch die Bibel und durch die Vernunft offenbart. Es gibt also eine >offenbare< und eine >natürliche Theologie<. Thomas glaubt an einen steigenden Existenzgrad von Pflanzen und Tieren zu Menschen, von Menschen zu Engeln und von den Engeln zu Gott. Leider übernahm Thomas von Aquin auch Aristoteles` Frauenbild. Aristoteles hielt die Frau für eine Art unvollkommenen Mann. Thomas hielt die Frau nur als Naturwesen für dem Mann untergeordnet, aber
die Seele der Frau ist für ihn ebensoviel wert wie die des Mannes. Im Mittelalter gab es keine Philosophinnen.
Die Kirche war im Mittelalter sehr stark von Männern dominiert, aber es gab Denkerinnen eine von ihnen war Hildegard von Bingen. Sie lebte von 1098 bis 1179 als Nonne im Rheinland. Sie war eine Frau, arbeitete aber trotzdem als Predigerin, Schriftstellerin, Ärztin, Botanikerin und Naturforscherin. Es gab eine alte christliche und jüdische Vorstellung, dass Gott nicht nur Mann sei, er habe auch eine weibliche Seite oder >Mutternatur< - denn auch die Frau sei als Ebenbild Gottes erschaffen. Auf griechisch heißt diese weibliche Seite Gottes >Sophia<. >Sophia< oder >Sofie< bedeutet >Weisheit<. Bei den Juden und in der griechisch-orthodoxen Kirche spielte >Sophia< - oder Gottes Mutternatur - während des Mittelalters eine gewisse Rolle. Im Westen geriet sie in Vergessenheit.
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21.06.2001 02:44:16
Holpriger Stil, ansonsten brauchbar