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Das Mediensystemmodell Melvin DeFleurs - Stärken und Schwächen im Vergleich mit anderen Theorieansätzen

Scholary Paper (Seminar), 2000, 16 Pages
Author: Konrad Lischka
Subject: Communications: Theories, Models, Terms and Definitions

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2000
Pages: 16
Language: German
Archive No.: V988
ISBN (E-book): 978-3-638-10609-2

File size: 86 KB


Excerpt (computer-generated)

Das Mediensystemmodell Melvin DeFleurs - 
Stärken und Schwächen im Vergleich mit anderen Theorieansätzen

Hausarbeit für das Proseminar I "Theorien und Modelle der Massenkommunikation ",

Vorgelegt von Konrad Lischka

WS 1999/2000

Inhalt

Inhalt 2
I. Übersicht 3
II. Darstellung des Modells 3


1. struktural- funktionaler Ansatz 3
2. Elemente und Beziehungen 4
3. Stabilitätswahrung als Funktion des Medieninhalts 5

II. Diskussion des Modells 6


1. Offenlegung der Interdependenz zwischen Medien- und gesamtgesellschaftlichen System 6
2. Statik der Systemelemente 10
3. Der Rezipient - das unterstellte S-R-Wirkungsprinzip 11
4. Der Kommunikator - die unterstellte rein finanzielle Motivation 12
5. Der Inhalt - die unterstellte allein funktionale Wirkung 12

III. Fazit 13
IV. Bibliographie 16

I. Übersicht
Basierend auf der Systemtheorie Talcott Parsons stellt Melvin DeFleur die Beziehung zwischen Subsystem Massenmedien und dem gesamtgesellschaftlichen System dar. Für die Beschaffendheit des Medieninhalts gibt DeFleur eine struktural-funktionale Antwort: Der Medieninhalt hat die Funktion, das System Gesamtgesellschaft zu stabilisieren.
Bei der Darstellung des Modells beginne ich also zunächst mit DeFleurs Bezug auf die Systemtheorie Parsons (II.1), stellte dann Elmente des Modells und ihre Beziehungen vor (II.2), um zuletzt die struktural-funktionale Antwort DeFleurs darzulegen (II.3).
Im zweiten Teil, der Diskussion der Modells, gehe ich auf Parallelen zwischen DeFleurs Modell und neomarxistischen Ansätzen und der kritischen Theorie ein (III.1), um dann einzelne Punkte des DeFleurschen Modells - wie die Statik der Systemelemente (III.2), das unterstellte S-R-Wirkungsprinzip (III.3), die rein finanzielle Motivation der Kommunikatoren (III.4) und zuletzt die rein funktionale Wirkung des Medieninhalts (III.5) kritisch zu analysieren.
Das Fazit (IV) setzt sich mit der Bedeutung des von DeFleur thematisierten Zusammenhangs zwischen Ökonomie und Medien für Gegenwart und Zukunft auseinander.

II. Darstellung des Modells
1. struktural- funktionaler Ansatz
Melvin DeFleur will mit seinem Ende der 60er Jahre veröffentlichten Mediensystemmodell (De Fleur, 1970) zunächst eine einfach Frage beantworten: Warum bieten Massenmedien konstant und erfolgreich vor allem "low-taste-content" - also schlechten Geschmack - an, obwohl Kulturkritiker diesen ständig abwerten, wie Henry Thoreau es schon 1854 tat: "To a philosopher all news, as it is called, is gossip, and they who read it and edit it are old women over their tea." (Thoreau, 1854,S. 148)
Die Antwort ist struktural-funktional. DeFleur betrachtet Massenkommunikation als ein Subsystem des gesamtgesellschaftlichen Systems: "Such an analysis begins by viewing the media as social systems that operate within a specific external system - the set of social and cultural conditions that is the American society itself." (DeFleur, 1983, S. 170). Den Grund für das Stehvermögens des "low-taste-content" sucht DeFleur in dessen Funktion für das Subsystem Massenkommunikation und das gesamtgesellschaftliche System: "The fact that such content has long survived the jibes of influential critics was said to require explanation. One form of explanation will be provided by noting the function of such a repetitive phenomenon within some stable system of action." (DeFleur, 1983, S. 170).
Die Grundlage von DeFleur Antwort ist die im wesentlichen von Talcott Parsons geprägte struktural-funktionale Systemtheorie. Ihr zufolge ist das generelle Ziel aller Systeme "das auf Selbstregulierung basierende Gleichgewicht des sozialen Systems z.B. einer Gesellschaft, mit dem Zweck der Selbsterhaltung (Silbermann, Krüger, 1973, S. 83). Parsons lehnt sein Modell bewusst an das kybernetische Prinzip der Homöostase aus der Naturwissenschaft an: Jedes System hat endogene Kräfte, dass die Prozesse so steuert, dass die existenznotwendigen Funktionen gewährleistet sind. In sozialen Systemen sind dies: Erhaltung der institutionalisierten normativen Standards, Integration, Zielverfolgung und Anpassung. Ein System befindet sich kurz gesagt in störungsfreiem Zustand, wenn "seine strukturalen Elemente in funktionalem Sinne das System als Ganzes im Gleichgewicht halten" (Silbermann, Krüger, 1973, S. 84).
Wie der Bezug auf dieses Modell bei seiner Fragestellung hilft, macht DeFleur an einem einfachen Beispiel klar: Wieso tragen Eheleute Eheringe? "...the repetitive practice of wearing wedding rings on the part of a given married couple has the function (consequence) of reminding them as well as others that the two are bound together by obligations and ties that matrimony implies. This practice thereby contributes indirectly to maintaining the permanence of the marriage - the stability of that particular social system." (DeFleur, 1983, S. 171). Somit hat DeFleur die Struktur seiner Antwort aufgezeigt: "Low-taste-content" existiert, da er die Stabilität des Subsystems Massenmedien und des gesamtgesellschaftlichen Systems sichert.

[...]


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