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Details

Tags: Libellen
Kategorie: Referat / Schulaufsatz
Jahr: 2000
Seiten: 6
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 85 KB
Archivnummer: V99629
ISBN (E-Book): 978-3-638-98068-5

Volltext (computergeneriert)

 

Autorin:
Annika Matheika 

 

LIBELLEN
(Odonata)

 

 

Einführung:

Vor mehr als 200 Millionen Jahren,  als es noch keine Wirbeltiere auf der Erde gab,  existierten bereits die Vorfahren der heutigen Libellen.

Diese hatten im Gegensatz zu den heutigen Libellen eine fast 7 mal so große Flügelspannweite.  Libellen haben auch jetzt noch die größten Augen und sind die besten Flieger.  Obwohl einige,  allerdings nur gebietsweise gebrauchte Namen wie Teufelsnadel den Verdacht nahe legen,  dass die Tiere stechen können,  ist dies nicht der Fall.  Libellen besitzen keinen Stachel und sind für den Menschen harmlos.  Libellen haben kaum natürliche Feinde,  außer Vögel,  Spinnen und Frösche,  doch wenn ihr Lebensraum zerstört wird , nämlich Teiche und langsam fließende Bäche,  können auch sie nicht überleben. 

Groß- und Kleinlibellen:

Jede Libellenart hat ihre eigene Färbung und Musterung,  um sie zu unterscheiden.  Sie können sich nämlich nur mit ihrer Art fortpflanzen. 

Libellen werden in Groß- und Kleinlibellen unterteilt.  Alle Großlibellen halten in Ruhestellung ihre Flügel waagerecht abgespreizt (wie Flugzeuge).  Kleinlibellen tragen sie dagegen mehr oder weniger parallel zum Körper.  Ein weiteres Kennzeichen für jede Gruppe ist die Augenstellung.  Bei den Großlibellen berühren sich die großen Facettenaugen,  die aus bis zu 30. 000 Einzelaugen bestehen,  oben am Kopf.  Bei den Kleinlibellen hingegen sind sie weit voneinander getrennt. 

Sie sind die Hauptsinnesorgane mit denen die Libellen fliegende Beutetiere oder Artgenossen sehr schnell wahrnehmen können.  Ihre Punktaugen (Einzelaugen auf den Facettenaugen) dienen dem Hell-Dunkel-Sehen.  Die kurzen,  dünnen Fühler sind dagegen Geschwindigkeitsmesser.  Die Fühler melden der Libelle (über Sinneszellen),  wie sie ihren Flug an die Windverhältnisse anpassen muss.  Auch beim Fliegen zeigen sich deutliche Unterschiede.  Großlibellen flitzen ausdauernd durch die Luft und vollführen blitzschnelle Wendemanöver.  Kurze Strecken legen sie auch segelnd zurück.  Die Kleinlibellen dagegen sind langsame Flieger,  die mehr durch die Luft schaukeln und auch nicht so lange fliegen können.

Paarung:

Die Paarung ist zwischen den Arten verschieden und findet hauptsächlich am Ufer statt.  Manche Großlibellen können sich sogar im Flug aneinanderkoppeln.  Dann landen sie irgendwo auf einem Stängel.  Andere Arten fliegen als Paarungsrad,  um hoch in den Baumkronen die Begattung zu vollziehen.  Je nach Art dauert die Paarung wenige Sekunden bis zu einer Stunde.

Eiablage und Schlüpfen der Larve:

Groß- und Kleinlibellen unterscheiden sich auch bei der Eiablage.  Fast alle legen ihre Eier ins Wasser ab. Bei den Kleinlibellen ist aber das Männchen stets als Bewacher dabei. Die Eier werden vom Weibchen ins Gewebe von Wasserpflanzen eingestochen. 

Es gibt Arten,  die dazu manchmal ganz ins Wasser tauchen. Auffallend ist,  dass viele Kleinlibellenarten sich für die Eiablage zu Gruppen versammeln. Vielleicht deshalb,  damit Frösche,  ihre Feinde,  Mühe haben,  ein einzelnes Paar anzugreifen-kurz,  um sie zu verwirren.  Das Weibchen der meisten Großlibellen sorgt allein für die Eiablage. 

Je nach Wassertemperatur schlüpft nach 2 bis 4 Wochen oder,  falls das Ei erst im Spätsommer abgelegt wurde, im kommenden Frühjahr die nur 2mm große Junglarve aus dem Ei. Zuerst ist sie wurmförmig und wird Prolarve genannt. 

Schnell erfolgt die erste Häutung und eine Larve mit den für Insekten typischen Merkmalen-6 Beine und der Gliederung in Kopf, Brust und Hinterleib kommt zum Vorschein. Da sie einen starren Chitinpanzer hat,  der nicht wachsen kann, muss sie sich im Laufe ihrer Entwicklung und Verwandlung zum fertigen Insekt immer wieder häuten, insgesamt 7 bis 13 mal. Je nach Art dauert das Wachstum bis zu 3 Jahre. 

Libellenlarven:

Libellenlarven ernähren sich nur von lebenden Tieren.  Die großen Arten erbeuten sogar kleine Fische,  auch vor kleineren Libellenlarven machen sie nicht halt.  Weil sie selber langsam sind , besitzen sie eine Fangmaske,  die unter dem Kopf eingeklappt ist. Erst bei der Jagd tritt sie in Aktion und packt blitzschnell die Beute.  Die Larven haben auch Feinde, allen voran Fische. Die Larven der Kleinlibellen sind viel zierlicher gebaut und ernähren sich von kleineren Beutetieren, wie Würmchen, Krebschen und anderem.  Alle atmen über ihren Kiemendarm, der vom Wasser den Sauerstoff aufnimmt. 

Wenn die Libellenlarve ihre Entwicklung beendet hat,  steigt sie an einem Halm aus dem Wasser und häutet sich das letzte Mal.

Wie Libellen  fliegen:

Libellen sind wahre Flugkünstler und die einzigen Insekten, die ihre Flügelpaare je nach Flugweise sowohl gleichzeitig,  wie auch abwechselnd auf- und abschlagen können. Die Grossen Flügel erlauben allerdings" nur" etwa 30 Schläge in der Sekunde. Großlibellen dürften aber eine Fluggeschwindigkeit von bis zu 50 kmh erreichen. Manche sind ausdauernde "Kunstflieger", die bei günstigem Wind sehr weite Strecken zurücklegen können. 

Es gibt 3 verschiedene Flugarten: Tragflügelmethode, Luftschaufelmethode und der Schnellflug.


Libellenarten:

Von den in allen Erdteilen vertretenen 3700 Arten leben rund 80 in Mitteleuropa.  Viele von ihnen sind selten geworden,  weil sie hohe Ansprüche an ihren Lebensraum stellen. 

Die bekanntesten Arten sind

  • Große Königslibelle: - misst 7 bis 8 cm,  spannt 9 bis 11 cm
    fliegt von Mitte Juni bis Ende August
    oft an Teichen und Tümpeln, aber auch weit vom Wasser entfernt
    legt die Eier ohne Begleitung
     
  • Schlankjungfer:
    -wird auch Binsenjungfer genannt,  da sie ihre Eier
    in untergetauchte Binsenstängel versenkt
    misst 3, 5 cm,  spannt 4, 5 cm
    fliegt von Ende Mai bis Anfang Oktober
     
  • Große Heidelibelle:
    misst 3, 5 bis 4 cm,  spannt 5, 5 bis 6, 5 cm
    fliegt von Ende Juli bis Ende Oktober
    ist fern vom Wasser auf Feldern und Wegen
    sowie in Ortschaften zu beobachten

Tod im Herbst:

Im Herbst sind die meisten Libellenarten des Sommers verschwunden.  Mit dem ersten Frost sterben die letzten Libellen. Aber das Leben geht weiter: Ihre Eier oder Larven überdauern den Winter in frostsicheren Zonen der Gewässer,  um im nächsten Jahr zu schlüpfen.

ZUSAMMENFASSUNG:

LIBELLEN

Steckbrief Libelle:

  • Lebensraum: Teiche und langsam fließende Bäche
     
  • Größe: nach Art zwischen 4 und 12 cm
     
  • Nahrung: Fliegen, Mücken, Schnaken
     
  • Lebenszeit: ungefähr 2 Monate
     
  • Feinde: Frösche, Spinnen, Vögel
     
  • Besondere Merkmale:
    große Flugkünstler,  können wie lautlose Hubschrauber auf der Stelle schweben

 

Typisches Verhalten: fliegen mittags dicht über dem Wasser kleine Schleifen

 

Unterschiede zwischen Groß- und Kleinlibellen

 
Großlibellen

Kleinlibellen
     

Flügelform

Vorder -und Hinterflügel ungleich: Hinterflügel an der Wurzel verbreitert

Vorder- und Hinterflügel nahezu gleich gestaltet

Flügel

Flügelpaare ungleichartig

Flügelpaare gleichartig

Flug

reißend

langsam und flatternd

Ruhehaltung

waagerecht ausgebreitet

zusammengeschlagen und zurückgelegt

Eiablage

mit Legebohrer in Pflanzen und Schlamm, oder ohne Legebohrer frei ins Wasser

stets mit Legebohrer in Pflanzen,  unter oder über der Wasseroberfläche

Larven

zigarrenförmig oder kurz und plump, am Ende mit Stacheln

schlank und langbeinig, am Ende mit 3 Ruderblättchen

Larvenfortbewegung

durch Ausstoßen des Atemwassers aus dem Enddarm

durch Seitwärtsschlagen des Hinterleibs und Rudern der Schwanzblättchen

Andere Körpermerkmale

Augen halbkugelig, oft auf dem Kopf zusammenstoßend ;Hinterleib derb und oft sehr lang

Augen knopfartig, zu Seiten des hammerähnlichen Kopfes; Hinterleib fein bis nadeldünn

 

Kommentare

Reni
01.03.2002 15:21:53
gut!
Ein toll ausführlicher Bericht! Habe ich mir viele Informationen für meinen Vortrag hergeholt.
Snooze
03.11.2002 18:27:01
Genau das Richtige!
Endlich hab ich was für mein Bioreferat gefunden :) und dann noch sehr schön zusammengefasst ...danke!!

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/99629/