Neben der Schriftart und der Schriftgröße können Sie in Word einzelne Wörter oder Abschnitte fett, kursiv, unter- oder durchgestrichen, tief- oder hochgestellt, eingerückt oder farbig darstellen oder auch komplett in Großbuchstaben setzen. Wir zeigen Ihnen in diesem Beitrag, wie das geht und wann Sie derartige Hervorhebungen lieber vermeiden sollten.  

Alle Tipps, die wir Ihnen hier vorstellen, beziehen sich auf die aktuelle Version von Microsoft Word, die in Office 365 und Office 2019 enthalten ist. 

Fällt ins Auge: der fette Text 

Mit der Schriftstärke bezeichnet die Typografie die „Strichbreite“ eines gedruckten oder virtuellen Buchstabens bzw. Schriftzeichens. Viele Schriftfamilien bestehen aus verschiedenen Schriftstilvarianten, die die unterschiedlichen Schriftstärken (normal oder fett), Schriftbreiten (schmaler oder weiter Abstand zwischen den Buchstaben) oder Schriftlagen (normal oder kursiv) berücksichtigen: so gibt es neben Arial auch Arial Narrow und Arial Black.  

Welche Schriftstärke Sie wählen, beeinflusst die Lesbarkeit Ihres Textes. Je dichter die Buchstaben zusammenstehen, desto dunkler wird das Schriftbild. Umgekehrt wird das Schriftbild heller, wenn Sie sich für sehr dünne Schriftarten entscheiden oder einen zu großen Abstand zwischen den Buchstaben wählen. Beide Varianten sind unangenehmer und schwerer zu lesen als ein Text mit normalem Schriftstil. 

Achten Sie also darauf, dass Sie möglichst keinen ganzen Absatz fett auszeichnen – einzelne Wörter oder Wortgruppen sind jedoch in Ordnung.  

Verlangsamt den Lesefluss: der kursive Text 

Die Schriftlage bezeichnet die gerade oder schräge Ausrichtung einer Schrift, gemessen am vertikalen Hauptstrich der Buchstaben. Schrägstehende Schriftlagen nennen wir kursiv.  

Auch für kursive Schriften gilt, dass sie deutlich langsamer und schlechter lesbar sind als eine normal ausgerichtete Schrift. Vermeiden Sie es daher lieber, längere Textpassagen kursiv auszuzeichnen.  

Wie Sie Ihren Text in Word auszeichnen 

Alles, was Sie brauchen, um Passagen in Ihrem Text optisch hervorzuheben, finden Sie in Microsoft Word im Reiter Start gleich links unter „Schriftart“. Markieren Sie den Abschnitt oder die Worte, die Sie auszeichnen möchten, und klicken Sie auf das entsprechende Symbol: 

Screenshot, der Möglichkeiten der Textauszeichnung in MS Word zeigt

Weitere Texteffekte finden Sie, wenn Sie den kleinen Pfeil in der rechten unteren Ecke anklicken: 

Screenshot, der Texteffekte in Word zeigt

Hier können Sie auch festlegen, ob der markierte Abschnitt in Kapitälchen oder GROSSBUCHSTABEN erscheinen soll. Für Letzteres gibt es übrigens bei Windows-Rechnern auch eine schnelle Tastenkombination: Drücken Sie gleichzeitig die Shift-Taste und F3, können Sie Ihren Text schnell in Großbuchstaben formatieren oder dies rückgängig machen. 

Laute und leise Auszeichnungen: Die Wirkung entscheidet!

Fettgedruckteunterstrichene oder farbige Wörter stechen aus einer Textpassage hervor, noch bevor das Auge die betreffende Zeile überhaupt erreicht hat. Man bezeichnet diese als „laute Auszeichnungen“. Im Gegensatz dazu bemerkt der Leser die „leise Auszeichnung“ erst, wenn das Auge sich in der betreffenden Zeile befindet. Leise ausgezeichnete Wörter fügen sich harmonisch in das Schriftbild ein. Sie erreichen diese Wirkung, indem Sie den markierten Text kursiv oder in Kapitälchen setzen. Da die Effekte dieser Auszeichnungen sich deutlich voneinander unterscheiden, sollten Sie es vermeiden, laute und leise Auszeichnungen miteinander zu vermischen. Man spricht in solchen Fällen von einer typografischen Redundanz.

Schriften mischen: Sinnvoll oder nicht? 

Wer einen längeren Text verfasst, steckt viel Zeit und Mühe in die Recherche und anschließende Formulierung, egal ob es sich dabei um eine wissenschaftliche Arbeit handelt oder um einen Kriminalroman. Doch wenn Sie die Lesemotivation Ihrer Leser fördern wollen, reicht der Inhalt allein nicht aus. Der Text sollte auch gut strukturiert und möglichst harmonisch gestaltet sein.  

Eine Möglichkeit, mehr Struktur in Ihren Text zu bringen, ist das Mischen von verschiedenen Schriftarten. Sie können etwa Ihren Überschriften eine andere Schriftart geben als dem Fließtext, doch auch Zitate, Bildunterschriften oder Fußnoten können von Ihrem Fließtext abweichen. Es ist erwiesen, dass Schriftmischungen das schnelle Querlesen fördern können, weil das Auge anhand verschiedener Schriftarten oder Schriftstile die Textstruktur besser erfasst.  

Wie man Schriften mischt 

Eine Grundregel, die Sie besonders beim Schreiben und Formatieren wissenschaftlicher Texte beachten sollten, lautet: Mischen Sie nie mehr als zwei oder drei Schriftarten pro Text miteinander! Zu viele verschiedene Schriften lassen Ihren Text unruhig und überladen wirken, was den Lesefluss stört, statt ihn zu fördern.   

Microsoft Word stellt Ihnen bereits eine große Palette an vorinstallierten Schriftarten zur Verfügung. Wenn Sie ein möglichst harmonisches Gesamtbild erreichen wollen, bleiben Sie am besten in derselben Schriftfamilie: „Lucida“ beispielsweise bietet Ihnen von Haus aus Varianten mit Serifen- und serifenloser Schrift.  

Wollen Sie lieber Schriftarten mischen, die unabhängig voneinander sind, dann sollten Sie darauf achten, dass sie sich deutlich voneinander unterscheiden. Times New Roman und Garamond, beides Serifenschriften, sind sich zu ähnlich, als dass der eigentliche Zweck der Vermischung wirklich zum Tragen kommen könnte. Achten Sie bei wissenschaftlichen Arbeiten aber auch auf Seriosität. In einem Roman kann es sich durchaus anbieten, verspielte Schreibschriften für die Überschriften zu verwenden – im akademischen Kontext sorgt dies jedoch eher für Irritation.  

Wussten Sie schon, dass: 

  • kursive Schriften ohne Serifen immer schlechter lesbar sind als kursive Schriften mit Serifen?  
  • eine Schrift schwerer zu lesen ist, je weiter ihre Schriftstärke von der Basisschriftstärke (normal) abweicht?  
  • bereits in der Antike Schriften miteinander vermischt wurden und eines der bekanntesten Beispiele der Stein von Rosetta aus dem Jahr 196 v. Chr. ist? 

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