So normal sind Studienwechsel und Studienabbrüche

Ein Studienwechsel oder sogar ein Studienabbruch bedeuten für viele Studierende Stress. Die Gesellschaft lebt uns vor, dass die Studienwahl den Rest unseres Lebens bestimmt und wer sich umentscheidet, wird als undiszipliniert und ziellos angesehen.

Tatsächlich sind Studienabbrüche nicht ungewöhnlich. Laut Statista (2021) lag die Studienabbruchsquote in Bachelorstudiengängen an deutschen Universitäten 2018 bei 32%. Eine von drei Personen bricht also ihr Erststudium ab und wechselt entweder das Fach oder widmet sich einer alternativen Ausbildung.

Die Auswahl ist groß und so ist es nicht verwunderlich, dass man erst einmal den richtigen Studiengang finden muss. Es verständlich, dass man auch mal die Fachrichtung wechseln will oder merkt, dass ein Studium doch nicht zu einem passt. Denn wer weiß schon direkt nach dem Abitur was er oder sie studieren will, geschweige denn, was für einen Beruf er oder sie später ausüben will.

Wegweiser Karriereberatung

Wenn Sie zwar wissen, dass Ihr aktueller Studiengang nichts für sie ist, aber sich nicht sicher sind, wie es weitergehen soll, dann besuchen Sie doch eine Karriereberatungsstelle. Dort können Sie sich in Ruhe beraten lassen und Ihre Optionen auskundschaften.

Die meisten Universitäten und Hochschulen bieten einen solchen Service an und es gibt darüber hinaus noch zahlreiche weitere Dienste, die darauf spezialisiert sind, Studierende in einer solchen Situation zu beraten.

Falls Sie noch mehr darüber erfahren möchten, schauen Sie doch bei der Bundesagentur für Arbeit vorbei: https://www.arbeitsagentur.de/bildung/berufsberatung.

 

Eine Auszeit nehmen

Manchmal tut es uns ganz gut, etwas Abstand vom hektischen Alltag zu gewinnen. Weg vom Bildschirm, den Deadlines und den Meinungen der anderen kann man in Ruhe in sich gehen und herausfinden, was man wirklich will. Vielleicht finden Sie so heraus, dass sie das richtige studieren und nur eine Pause gebraucht haben. Vielleicht bestärkt diese Auszeit aber auch Ihr Gefühl, dass sie Ihre Zeit in eine andere Ausbildung investieren wollen.

Auszeiten sind keine Umwege, sondern ein Teil Ihres Weges zu Ihrem Wunschstudium und Traumberuf. Lassen Sie sich nicht von Aussagen wie „Aber das ist doch gar nicht gut für deinen Lebenslauf!“ in die Irre führen. Am Ende kommt es nicht darauf an, wie schnell Sie am Ziel angekommen sind, sondern ob Sie eine Karriere gewählt haben, von der Sie begeistert sind.

 

Mit Praktika Berufserfahrung sammeln

Praktika sind eine großartige Möglichkeit Berufsluft zu schnuppern und herauszufinden, welcher Berufsalltag Sie später erwartet. Zudem können Sie während eines Praktikums Ihr Wissen und Ihr Können vergrößern sowie Ihr soziales Netzwerk erweitern. Wer weiß, vielleicht lernen Sie eine Mitarbeiterin kennen, die sich später an Sie erinnert und Ihnen eine Position in Ihrem neu gegründeten Startup anbietet. Oder Sie überzeugen so mit Ihren Fähigkeiten, dass Ihnen eine permanente Stelle angeboten wird. Tatsache ist, dass Praktika als Sprungbrett für Ihre Zukunft dienen können!

Leider werden Praktika häufig nicht bezahlt und häufig sind die Plätze schon vergeben, aber trotzdem sind sie ausgezeichnete Wegweiser und helfen Ihnen dabei herauszufinden, ob ein Berufsfeld für Sie in Frage kommt oder nicht. In diesem Sinne ist der Erfahrungswert unbezahlbar.

Haben Sie Mut zur Lücke! Nehmen Sie sich ein Semester Zeit, um alternative Ausbildungen auszukundschaften, machen Sie ein freiwilliges soziales Jahr oder verreisen Sie. All diese Aktivitäten bieten Ihnen eine Chance, eine genauere Vision Ihrer Zukunft zu erhalten.

 

Es muss kein Studium sein

Das Studium ist nicht für alle das Nonplusultra. Es gibt im heutigen Bildungssystem so viele verschiedene Wege in die Berufswelt. Es muss kein Studium an einer Universität sein! Es gibt zum Beispiel praxisorientierte Hochschulen, Berufslehren und die Möglichkeit, sich selbstständig weiterzubilden. Die Auswahl ist groß und wir alle können so eine passende Ausbildung finden.

Uns wird von der Gesellschaft vorgelebt, dass eine Ausbildung möglichst geradlinig verlaufen sollte und dass Umwege wie Studienwechsel oder gar Studienabbrüche minderwertig sind. Diese Einstellung entspricht allerdings nicht der Durchlässigkeit des modernen Bildungssystems. Also seien Sie beruhigt! Wir müssen nicht alle mit Mitte zwanzig in die Berufswelt einsteigen.

Also nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen und vergessen Sie nicht: Viele Wege führen nach Rom!

 

Quellen:

  • https://de.statista.com/statistik/daten/studie/883795/umfrage/studienabbruch
    quote-in-bachelorstudiengaengen-an-universitaeten-in-deutschland-nach-fachrichtung/
  • https://www.bildungsserver.de/Studienabbruch-4605-de.html
  • https://www.studis-online.de/Studieren/studienabbruch.php

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