Geldpolitische Entscheidungen der EZB. Einfluss auf die Einkommens- und Vermögensentwicklung in Deutschland seit Beginn der Finanzkrise 2008


Hausarbeit, 2020

32 Seiten, Note: 1,3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die geldpolitischen Maßnahmen der EZB und deren Umsetzung seit Beginn der Finanzkrise
2.1 Geldpolitische Ziele und Aufgaben
2.2 Geldpolitischen Instrumente und Verfahren
2.3 Die Umsetzung der Geldpolitik seit Beginn der Wirtschaftskrise im Jahr 2008

3. Die Einkommens- und Vermögensentwicklung in Deutschland seit Beginn der Finanzkrise
3.1 Definition von Einkommen und Vermögen
3.2 Die Einkommensentwicklung
3.3 Die Vermögensentwicklung
3.4 Der Einfluss der Inflation auf Einkommen und Vermögen

4. Auswirkungen der geldpolitischen Maßnahmen der EZB nach der Finanzkrise
4.1 Grundlage der Kritik an der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank
4.2 Auswirkungen auf die Einkommensentwicklung in Deutschland
4.3 Auswirkungen auf die Vermögensentwicklung in Deutschland

5. Fazit und kritische Würdigung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Vergleich: Entwicklung EZB Leitzins (Deutsche Bundesbank 2020)

Abbildung 2: Vergleich: Bestand des erweiterten Anleihenkaufprogramms der EZB von März 2015 bis Dezember 2019 (europa.eu 2020)

Abbildung 3: Vergleich: Verfügbares Pro-Kopf- Einkommen der Haushalte in Deutschland (Eurostat 2020)

Abbildung 4: Vergleich: Gini-Koeffizient Deutschland (OECD 2020)

Abbildung 5 Vergleich: Individuelles Vermögen in Deutschland und dessen Verteilung (DIW Wochenbericht 40/2019, S.744)

Abbildung 6: Vergleich verschiedener Perzentile des individuellen Nettovermögens (Bundesregierung 2015, S.119)

Abbildung 7: Vergleich: Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland (Deutsche Bundesbank 2019)

Abbildung 8: Vergleich: Inflationsrate in Deutschland von 2002 bis 2018 (Statistisches Bundesamt 2020)

Abbildung 9: Vergleich: Real verfügbares Pro-Kopf-Einkommen der Haushalte in Deutschland (Abbildung 3 und 8)

Abbildung 10: Vergleich: Real verfügbares Geldvermögen in Deutschland (Abbildung 7 und 8)

Abkürzungsverzeichnis

AEU-Vertrag Vertrag zur Arbeitsweise der Europäischen Union

HVPI Harmonisierter Verbraucherpreisindex

ESZB Europäisches System der Zentralbanken

EZB Europäische Zentralbank

NPOE Private Organisationen ohne Erwerbszweck

1. Einleitung

Die öffentliche Kritik an der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank1 ist in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Der EZB wird vorgeworfen durch ihre Politik des billigen Geldes, die vor etwa zehn Jahren mit der Finanzkrise begann, die Sparerinnen und Sparer in Deutschland zu enteignen und damit die Ungleichheit in Deutschland zu fördern.2 Der frühere Finanzminister Wolfgang Schäuble bekräftigte diese Kritik noch einmal deutlich, indem er der EZB vorwarf mit ihrer Geldpolitik gar die rechtsextreme AfD zu stärken und die politische Spaltung des Landes zu fördern.3 Zumindest die Auswirkungen auf Sparerinnen und Sparer scheinen auf den ersten Blick nicht von der Hand zu weisen, da diese in Deutschland für ihr Sparkonto kaum noch Zinsen erhalten.4 Doch neben diesem Effekt der geringen Zinserträge auf sicherere Vermögenswerte wie Sparkonten und Staatsanleihen gibt es auch positive Effekte, die schnell aus der Betrachtung herausfallen. Hierzu zählen beispielsweise die höheren Renditen auf riskantere Vermögenswerte wie etwa Aktien oder Immobilien. Kritiker merken hier jedoch an, dass Hauptprofiteure dieser Renditen hauptsächlich vermögende Bürgerinnen und Bürger sind.5

Doch besteht wirklich ein Zusammenhang zwischen den geldpolitischen Entscheidungen der EZB und der Entwicklung von Einkommen und Vermögen nach der Finanzkrise? Oder überwiegen nicht viel mehr die positiven Effekte einer expansiven Goldpolitik, die nach der Finanzkrise zu einer Erholung der Wirtschaft, einem Absinken der Arbeitslosigkeit und einem Anstieg der Einkommen geführt haben? Um diesen möglichen Zusammenhang genauer betrachten zu können, ist eine detaillierte Analyse der Auswirkungen der Geldpolitik der EZB notwendig. Hierbei müssen sowohl positive als auch negative Effekte der Geldpolitik betrachtet und deren Auswirkungen auf die Einkommens- und Vermögensbildung gegenübergestellt sowie analysiert werden.

Dazu wird im Rahmen dieser Ausarbeitung in Kapitel zwei zunächst ein genauerer Blick auf die geldpolitischen Maßnahmen der EZB geworfen sowie die dahinter liegende geldpolitische Strategie. Zudem werden die durch die EZB ergriffenen geldpolitischen Maßnahmen nach Beginn der Finanzkrise betrachtet. In Kapitel drei erfolgt dann eine Analyse der Einkommens- und Vermögensentwicklung in Deutschland seit Beginn der Finanzkrise sowie der Vergleich mit dem Zeitraum vor der Finanzkrise. Im darauffolgenden vierten Kapitel werden dann die Auswirkungen der geldpolitischen Maßnahmen der EZB auf die Vermögens- und Einkommensentwicklung in Deutschland beleuchtet und in Zusammenhang gebracht. Abschließend wird ein kritisches Fazit zum möglichen Einfluss der geldpolitischen Maßnahmen der EZB auf die Einkommens- und Vermögensentwicklung in Deutschland gezogen.

2. Die geldpolitischen Maßnahmen der EZB und deren Umsetzung seit Beginn der Finanzkrise

2.1 Geldpolitische Ziele und Aufgaben

Wird im Allgemeinen von der Europäischen Zentralbank gesprochen, ist hierbei zumeist das Europäische System der Zentralbanken6 gemeint. Dieses umfasst die Europäische Zentralbank und die nationalen Zentralbanken aller EU-Mitgliedsstaaten.7

„Das vorrangige Ziel des ESZB ist es, die Preisstabilität zu gewährleisten“8. Dieses oberste Ziel regelt der AEU-Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union. Dieser Vertrag regelt zudem ein weiteres wichtiges Ziel des ESZB, denn heißt es dort weiter: „Soweit dies ohne Beeinträchtigung des Zieles der Preisstabilität möglich ist, unterstützt das ESZB die allgemeine Wirtschaftspolitik in der Union, um zur Verwirklichung der in Artikel 3 des Vertrags über die Europäische Union festgelegten Ziele der Union beizutragen“9. Die in Artikel 3 des Vertrags über die Europäische Union festgehaltenen Ziele umfassen unter anderem die nachhaltige Entwicklung Europas, basierend auf einem ausgewogenen Wirtschaftswachstume bei vorgegebener Preisstabilität. Zudem eine soziale und wettbewerbsfähige Marktwirtschaft, ausgerichtet auf Vollbeschäftigung und sozialen Fortschritt, bei gleichzeitigem Schutz der Umwelt und einer Verbesserung der Umweltqualität.10

Daraus ergibt sich für die EZB eine klare Hierarchie der Ziele. Die Preisstabilität ist der wichtigste und entscheidende Faktor, den die Geldpolitik zu den Zielen des Wirtschaftswachstumes und der Vollbeschäftigung beisteuern kann. Um eine genaue Definition von Preisstabilität festzulegen, gab der EZB-Rat 1998 eine quantitative Definition bekannt: „Preisstabilität wird definiert als Anstieg des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für das Euro-Währungsgebiet von unter 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Preisstabilität muss mittelfristig gewährleistet werden“11. Die Definition von Preisstabilität der EZB wird damit an den HVPI gekoppelt, der mit seinem repräsentativen Warenkorb an Konsumgütern und Dienstleistungen die Gesamtinflationsarte messen soll. Kaufkraftverluste werden somit transparent gemacht und können nachvollzogen und analysiert werden. Im Rahmen der Strategie der EZB wird dann definiert wie Geldmarktzinssätze ausgestaltet werden müssen, um mittelfristige Preisstabilität erreichen zu können.12

Zu den Aufgaben der EZB gehören die Festlegung und Durchführung der Geldpolitik der Europäischen Union, die Durchführung von Devisengeschäften, das Halten und Verwalten von Währungsreserven der Mitgliedsstaaten sowie sicherzustellen, dass das Zahlungssystem reibungslos funktioniert. Zur Umsetzung dieser Aufgaben stehen der EZB geldpolitische Instrumente und Verfahren zur Verfügung, die im nachfolgenden Kapitel näher betrachtet werden.13

2.2 Geldpolitischen Instrumente und Verfahren

Um das Ziel der Preisstabilität zu erreichen steht der EZB ein Handlungsrahmen zur Verfügung, der geldpolitische Instrumente und Verfahren umfasst. Generell kann hierbei zwischen Offenmarktgeschäften, ständigen Fazilitäten und den Mindestreserven unterschieden werden. Offenmarktgeschäfte spielen die wichtigste Rolle bei der Zinssatzsteuerung, der Kommunikation des geldpolitischen Kurses sowie der Liquiditätssteuerung im Bankensektor und werden von der EZB auf dem Geldmarkt durchgeführt. Geldmarkt bezeichnet dabei Geschäfte mit einer allgemeinen Laufzeit von weniger als einem Jahr. Zu den Offenmarktgeschäften zählen Hauptrefinanzierungsgeschäfte, längerfristige Refinanzierungsgeschäfte, Feinsteuerungsoperationen und strukturelle Operationen. Über Offenmarktgeschäfte verleiht die EZB Geschäftspartnern, in Form befristeter Transaktionen, Mittel auf Kreditbasis. Dies stellt die standardmäßige Liquiditätsversorgung von Geschäftsbanken im Geldmarkt dar. Der Zinssatz zu dem die EZB Geschäftspartnern, in Form des Hauptrefinanzierungssatzes, Geld zur Verfügung stellt wird auch als Leitzins bezeichnet.14

Zudem bietet die EZB Geschäftspartnern zwei ständige Fazilitäten, die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagefazilität. Mit dessen Hilfe können kurzfristige Zinssätze am Geldmarkt gesteuert werden und die Volatilität begrenzt werden. Beide Fazilitäten können zudem von den Geschäftspartnern freiwillig verwendet werden und gelten über Nacht und somit für Tageseinlagen. Die Nutzung der Spitzenrefinanzierungsfazilität ist an einen Zinssatz über dem Geldmarktzins geknüpft und die Nutzung der Einlagefazilität an einen Zinssatz unter dem Geldmarktzins.15

Die Mindestreserven stellen Pflichteinlagen der Geschäftspartner bei den nationalen Zentralbanken dar, die im Durchschnitt eines bestimmten Zeitraums erfüllt sein müssen. Die Funktion der Mindestreserven liegt zum einen in der Stabilisierung der Geldmarktsätze und zum anderen darin eine strukturelle Liquiditätsknappheit zu erzeugen, wodurch die Nachfrage nach Geld der Zentralbank gesteigert wird.16

2.3 Die Umsetzung der Geldpolitik seit Beginn der Wirtschaftskrise im Jahr 2008

Mit Beginn der Bankenkrise im Jahr 2007 und der sich daraus entwickelnden weltweiten Finanzmarktkrise sowie anschließenden Wirtschaftskrise ab dem Jahr 2008, reagierte die EZB mit verschiedenen geldpolitischen Instrumenten um sowohl die Wirtschaft im Euroraum zu stärken, als auch die Preisstabilität sicherzustellen. Das Hauptproblem dieser Krise bestand in einem Vertrauensverlust der Banken untereinander, da diese die gegenseitige Zahlungskraft infrage stellten. Deshalb verliehen diese ihr Geld nicht mehr untereinander, stellten es also nicht dem Interbankenmarkt zur Verfügung. Sie legten liquide Mittel bei der EZB an, da auf diese Weise sichergestellt war, dass sie ihr Geld auch zurückbekamen. Als die Bankenkrise am 9. August 2007 Auswirkungen auf den Finanzmarkt zeigte, war die EZB eine der ersten Institutionen die auf diese Entwicklungen reagierte.17 Dies geschah im ersten Schritt durch kurzfristige geldpolitische Instrumente, womit dem Geldmarkt ca. 95 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt wurden. Jedoch erst als es am 6.10.2008 zu einem Kurseinbruch des DAX Index um 7,6 Prozent kam18 und damit zu einem Übergreifen der Finanzmarktkrise auf die Realwirtschaft, reagierte die EZB mit einer erstmaligen Absenkung des Leitzinses zum 8.10.2008 auf 3,75 Prozent.19 Da die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Wirtschaft im Euroraum weiter zunahmen und die Preisstabilität dies zuließ, kam es wie in Abbildung 1 zu sehen, Ende 2008 zu zwei weiteren Absenkungen des Leizinses. Zunächst um 0,5 Prozent von Oktober auf November und weitere 0,75 Prozent im Dezember, auf 2,0 Prozent. Der damalige EZB Präsident Jean-Claude Trichet begründete die Entscheidung zur weiteren Unterstützung der Wirtschaft durch Absenkung des Leitzinses damit, dass sich der Inflationsausblick verbessert habe und das Geldmengenwachstum zwar stark, eine Abschwächung jedoch erkennbar wäre.20

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Vergleich: Entwicklung EZB Leitzins (Deutsche Bundesbank 2020)

Da zu Beginn des Jahres 2009 die Aussichten auf eine konjunkturelle Erholung weiterhin schlecht waren, entschied sich die EZB in kleineren Schritten für weitere Absenkungen des Leitzinses bis Mitte Mai 2009, um insgesamt 1 Prozent. Begründet wurde dies durch den Präsidenten der EZB abermals durch eine weiterhin abgeschwächte Inflation, womit die Preisstabilität nicht gefährdet schien.21 Trotz der aufkommenden Staatsschuldenkrise im Jahr 2010 kam es jedoch Mitte 2011 zu einer zweistufigen Zinserhöhung auf 1,5 Prozent. Jean-Claude Trichet begründete dies sowohl mit der sich abschwächenden Wirtschaftskrise als auch mit einer steigenden Inflationsrate und der damit verbundenen aufkommenden Gefahren für die Preisstabilität.22

Ende des Jahres 2011 kam es dann wieder zu einer Absenkung des Leitzinses durch den neuen EZB Präsidenten Mario Draghi, der dies mit den sich negativen wirtschaftlichen Aussichten für den Euroraum begründete.23 Es erfolgte bis Ende 2011 eine Absenkung des Leitzinses auf 1 Prozent. Dies geschah trotz der bestehenden Gefahren eines weiteren Anstiegs der Inflation, die zu dieser Zeit bereits über 2 Prozent lag. Jedoch prognostizierte Draghi ein absinken selbiger unter diese Marke im Laufe des Jahres 2012.24 Durch die Auswirkungen der Eurokrise und der damit verbundenen negativen wirtschaftlichen Entwicklungen in vielen EU-Mitgliedsstaaten erfolgten von 2012 bis Ende 2015 weitere Absenkungen des Leitzinses bis auf 0,05 Prozent. Eine Gefahr für die Preisstabilität bestand nicht, da die Inflationsrate seit 2013 auf unter 2 Prozent fiel.25 Auf Grund der anhaltend niedrigen Inflationsraten von weit unter 2 Prozent kam es dann im März 2016 zu einem historischen Absenken des Leitzinses auf 0 Prozent. Hiermit sollte die Inflation sowie die Wirtschaft weiter angekurbelt werden, da die Inflationsrate im Dezember 2016 im Euroraum bei nur 1,1 Prozent lag.26 Noch heute steht der Leitzins bei 0 Prozent und wird voraussichtlich auch weiterhin 0 Prozent verbleiben.

Darüber hinaus betrieb die EZB weitere geldpolitische Maßnahmen im Rahmen der aufkommenden Eurokrise. Hierzu versprach EZB Präsident Draghi im September 2012 unbegrenzte Anleihenkäufe von Eurostaaten, die sich dem Anpassungsprogramm des europäischen Rettungsfonds ESM unterwerfen. Hierdurch sollte Druck von den entsprechenden Eurostaaten genommen werden, indem die Zinslast gesenkt wurde.27 Zudem sollte die Inflationsrate auf knapp unter 2 Prozent gebracht werden. Zwischen Oktober 2014 und September 2019 führte die EZB im Rahmen mehrerer Programme zum Ankauf von Vermögenswerten Käufe von Wertpapieren durch. In diesem Zeitraum kaufte die EZB wie in Abbildung 2 zu sehen ist Anleihen mit einem Wert von 2,55 Billionen Euro.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Vergleich: Bestand des erweiterten Anleihenkaufprogramms der EZB von März 2015 bis Dezember 2019 (europa.eu 2020)

3. Die Einkommens- und Vermögensentwicklung in Deutschland seit Beginn der Finanzkrise

3.1 Definition von Einkommen und Vermögen

In der einschlägigen Literatur lässt sich keine genaue Definition für Einkommen und Vermögen finden. Die wohl verständlichste Definition liefert der Duden, der Vermögen als den gesamten Besitz bezeichnet, der einen materiellen Wert darstellt.28 Vermögen jedoch nur als Anhäufung materiellen Besitzes zu sehen greift zu kurz. Deshalb lässt sich eine umfassendere Bedeutung dieses Begriffes am ehesten mit dem Konzept der Verwirklichungschancen des Ökonomie-Nobelpreisträgers Amartya Sen beschreiben. Dieser beschreibt Verwirklichungschancen als „die Möglichkeiten oder umfassenden Fähigkeiten („Capabilities“) von Menschen, ein Leben führen zu können, für dass sie sich mit guten Gründen entscheiden konnten, und das die Grundlagen der Selbstachtung nicht in Frage stellt.“29. Einkommen und Vermögen befähigen somit eine Person ein selbstbestimmtes Leben zu führen, auf Grundlage ihrer individuellen ökonomischen Wohlfahrt. Neben dieser Nutzungsfunktion von Vermögen gibt es weitere einzelwirtschaftliche Funktionen von Vermögen. Hierzu zählt die Einkommensfunktion, da Vermögen Einkommen erbringt, etwa in Form von Zinserträgen bei Geldanlage. Vermögen erfüllt auch eine Sicherungsfunktion, da es bei Bedarf verbraucht werden kann. Ebenso erfüllt es ab einer bestimmten Größe eine Machtfunktion, diese kann sowohl wirtschaftlich als auch politisch sein. Zudem kann Vermögen eine soziale Statuserhaltungs- und Platzierungsfunktion erfüllen, weil dieses einen hohen Status ermöglicht und dieser für Nachkommen ebenfalls gesichert werden kann. Abschließend erfüllt Vermögen ebenfalls eine Vererbungsfunktion, da dieses vererbt oder verschenkt werden kann.30

[...]


1 Im folgenden EZB

2 Vgl. Sinn (2016)

3 Vgl. Trauthig (2016)

4 Vgl. Hock (2019)

5 Vgl. Tenhagen (2016)

6 Im Folgenden „ESZB“

7 Vgl. Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (2012), Artikel 282 Abs.1

8 Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (2012), Artikel 125 Abs.1

9 Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (2012), Artikel 125 Abs.1

10 Vgl. Vertrag über die Europäische Union (2012), Artikel 3 Abs. 3

11 Europäische Zentralbank (2011), S.69

12 Vgl. ebd., S.70-71

13 Vgl. Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (2012), Artikel 127 Abs.2

14 Vgl. Europäische Zentralbank (2011), S.104

15 Vgl. ebd., S.108-109

16 Vgl. ebd., S.109-110

17 Vgl. Illing (2013), S. 26

18 Vgl. ebd., S. 56

19 Vgl. ebd., S.26 - 27

20 Vgl. Sonntag (2008)

21 Vgl. Reuters (2009)

22 Vgl. Clarysse (2011)

23 Vgl. Stelz (2011)

24 Vgl. ebd.

25 Vgl. Eurostat (2020)

26 Vgl. Jackrich (2018)

27 Vgl. U.S. (2012)

28 Vgl. Duden: Vermögen (2019)

29 Sen (2000), S. 29

30 Vgl. Hauser (2007), S. 13-14

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Geldpolitische Entscheidungen der EZB. Einfluss auf die Einkommens- und Vermögensentwicklung in Deutschland seit Beginn der Finanzkrise 2008
Hochschule
Universität zu Köln
Note
1,3
Jahr
2020
Seiten
32
Katalognummer
V1011182
ISBN (eBook)
9783346402257
Sprache
Deutsch
Schlagworte
EZB, Finanzkrise, geldpolitische Maßnahmen
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Geldpolitische Entscheidungen der EZB. Einfluss auf die Einkommens- und Vermögensentwicklung in Deutschland seit Beginn der Finanzkrise 2008, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1011182

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