Andersch, Alfred - Sansibar oder der letzte Grund - Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem Roman und seiner Verfilmung


Referat / Aufsatz (Schule), 2000
1 Seiten
Anonym

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Johanna Born

Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem Roman „Sansibar oder der letzte Grund“ und seiner Verfilmung“

Zwischen dem Roman und seiner Verfilmung sind auf den ersten Blick viele Unterschiede zu erkennen. Am Allgemeinen wird der Inhalt des Buches im Film viel extremer dargestellt, als Alfred Andersch ihn beschrieben hatte, teilweise wird sogar die Handlung verändert.

Alfred Andersch legt im Buch den Schwerpunkt auf den Jungen. Das wird durch die kursiv gedruckten Abschnitte und die regelmäßige Reihenfolge der einzelnen Kapitel deutlich.

Im Film ist die Hauptperson Gregor, nicht der Junge. Das lässt sich durch die Erzählweise im Buch erklären. Der Junge ist ausschließlich aus der Innenperspektive geschrieben und dem Leser werden hauptsächlich seine Gedanken mitgeteilt. Gregor hingegen nimmt zum größten Teil aktiv an der Handlung des Buches teil. Außerdem lässt sich Alfred Andersch sehr stark mit Gregor identifizieren, der Regisseur will anscheinend an den Autor erinnern, in dem er Gregor als Hauptperson des Films wählt.

Weiterhin werden die 3 Gründe des Jungen Rherik zu verlassen im Film nur sehr vage angedeutet. Zwar wird der Wunsch des Jungen nach Sansibar zu gehen erwähnt, aber es bestehen keinerlei Hinweise auf die zwei ersten Gründe.

Im Buch tauchen diese 3 Gründe im Laufe der Handlung immer wieder auf und durchziehen sie wie ein roter Faden Alle Entscheidungen des Jungen werden von diesen Gründen abhängig gemacht.

Inhaltlich wird der Schwerpunkt sowohl im Buch als auch im Film auf den Nationalsozialismus und seine Auswirkungen gelegt.

Die Auswirkungen des Nationalsozialismus sind im Film sehr stark an Judith zu sehen. Sie verändert sich im Laufe der Handlung. Zu Beginn wird sie als eine starke und auch stolze Frau gezeigt. Sie akzeptiert nicht ihre Unterdrückung und die damit verbundenen Vorschriften. Im Film wird dies in einer Szene deutlich in der sie und ihre Mutter deutschen Fußgängern, die ihnen entgegenkommen in eine Schlammpfütze ausweichen müssen um den Weg für sie freizugeben. Die tut sie nur mit Widerwillen.

Im Laufe des Films wird Judith immer verzweifelter und ihr Selbstwertgefühl sinkt. Der Regisseur zeit dies an drei Szenen im Film. Kurz nach der Ankunft des schwedischen Schiffes im Hafen wird Judith von einem Matrosen gefragt was sie denn koste. Daraufhin antwortet sie, sie sei mit Sicherheit zu teuer für ihn. Wenig später schläft sie freiwillig mit einem der Matrosen, um auf das schwedische Schiff zu kommen. Nun ist sie sich nicht mehr zu gut und dieser Preis ist ihr nicht mehr zu hoch um ihre Flucht zu sichern. In der dritten Szene auf die ich verweisen möchte stolpert Judith über ihren eigenen Ausdruck. Ihr fällt auf, dass sie schon wie ein leichtes Straßenmädchen redet, sie ist über ihre Eigene Entwicklung so sehr erschrocken, dass sie sogar einen Moment inne hält.

Judiths Person ist im Film anders dargestellt als im Buch. Im Film wirkt sie durch ihre männliche Statur und ihre markanten Gesichtszüge sehr hart. Im Buch ist sie zwar auch als sehr starke Frau dargestellt kehrt dem Leser aber gleichzeitig immer wieder eine naive Seite zu.

Ein weiterer Unterschied zwischen Buch und Film ist der Punkt, an dem alle Charaktere zusammentreffen. Im Buch liegt der Schnittpunkt aller handelnden Personen bei dem Jungen. Die Informationen, die der Leser Stück für Stück erhält setzten sich ähnlich wie ein Puzzle zusammen und treffen sich schließlich bei dem Jungen.

Im Film bildet der Klosterschüler diesen Schnittpunkt. Durch ihn werden sogar Knudsen und Helander verbunden. Er bildet den Zentralen Handlungsschnittpunkt und repräsentiert somit den Zusammenhalt der unter den einzelnen Charakteren herrscht, die die gleiche Auffassung teilen.

Im Allgemeinen denke ich, dass der Film die Botschaft, die das Buch vermitteln möchte sehr gut wiedergibt. Der Film greift durch eindrucksvolle Bilder die Handlung des Buches auf und verändert sie soweit, dass der Zuschauer die Gedanken und Gefühle, die im Buch beschrieben werden verstehen und weitestgehend nachvollziehen kann.

1 von 1 Seiten

Details

Titel
Andersch, Alfred - Sansibar oder der letzte Grund - Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem Roman und seiner Verfilmung
Jahr
2000
Seiten
1
Katalognummer
V102758
Dateigröße
324 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Andersch, Alfred, Sansibar, Grund, Unterschiede, Gemeinsamkeiten, Roman, Verfilmung
Arbeit zitieren
Anonym, 2000, Andersch, Alfred - Sansibar oder der letzte Grund - Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem Roman und seiner Verfilmung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/102758

Kommentare

  • Gast am 23.2.2003

    gutes werk.

    echt super und vorallem zu gebrauchen ;-)

  • Gast am 19.1.2004

    Vielen Dank! :-D.

    Meine heutige HA in Deutsch war es einen Vergleich vom Buch und dem Roman zu vefassen. Dieser Beitrag ht mir viel Arbeit abgenommen! ;-)
    Vielen Dank! :-)
    Niobe.

  • Gast am 13.6.2004

    Gut, aber....

    Also was den Vergleich zwischen Buch und Film angeht finde ich den Artikel gelungen, allerdings finde ich nicht, dass der Film die Botschaft des Romans nicht authentisch genug wiedergibt. Viele Dinge, die Andersch in seinem Roman extra so geschrieben hat, wurden durch hinzugefügte Szenen (Bsp die Anfangsszene die es im Roman gar nicht gibt) "verfälscht". Aber na gut jeder hat ja seine eigene Meinung.

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