Die Pariser Vorortverträge


Referat / Aufsatz (Schule), 2001
13 Seiten, Note: 14 Punkte

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I. Der Versailler Vertrag:

1. Allgemeines:

- nach den gewaltigen Auseinandersetzungen im 1. WK sprachen die Westmächte vom

„letzen Krieg“; am 11. November 1918, den Tag des Waffenstillstandes hatte Clemenceau gesagt: „Wir haben den Krieg gewonnen. Nun müssen wir den Frieden gewinnen und das wird noch schwerer sein...“ (man erkennt schon zu diesem Zeitpunkt die pessimistische Einstellung des Franzosen; er sieht drastische Probleme kommen)

-V.V. war der wichtigste der Pariser Vorortverträge; zwischen Deutschland du den Ententemächten abgeschlossen und am 28.6.1919 im Spiegelsaal von Versailles (an dem Ort, wo 1871 das Deutsche Reich proklamiert wurde; dies bedeutete natürlich eine derbe Erniedrigung für D. und war bewusst so gewählt) unterzeichnet und am 10.1.1919 ratifiziert
- das besiegte Deutschland wurde (ebenso wie Russland) nicht zu den Verhandlungen hinzugezogen; dies führe zu einer immensen Empörung in D. einige wollten sogar wieder zu den Waffen greifen, aber Militärbefehlshaber wiesen auf die Unmöglichkeit dieses Vorhabens hin; also mussten die deutschen Unterhändler unter dem Druck „des Messers an der Kehle“ unterschreiben
- alleEntscheidungen trafen der Oberste Rat der Großmächte, bestehend aus den Regierungschefs und Außenministern der USA, GB, F, I und Japan (Japan schied bald aus, Italien auch weniger wichtig)
- besonders Die „Großen Vier“ waren Woodrow Wilson, Lloyd George, Benjamin Clemenceau und Orlando spielten eine wichtige Rolle

2. Die Interessen der Siegermächte:

der amerikanische Präsident Wilson unterschied sich in sofern von seinen europäischen Kollegen, dass er mehr auf das Wohl der Menschen bedacht war und sich der „historischen Art zu sehen und zu denken“ widersetze

- er war ja als Präsident der USA erst 1917 in den Krieg eingetreten, obwohl schon vorher Sympathien mit den Ententemächten vorhanden waren; aufgrund des uneingeschränkten U- Boot Krieges von Deutschland kommt es zur Kriegserklärung
- 1918 hatte Wilson auch mit seinem 14-Punkte-Programm die Grundlage für einen Frieden vorgelegt
Forderungen der 14-Punkte: - Verzicht aller Staaten auf Geheimdiplomatie
- wirtschaftlche Schranken fallen
- nationale Rüstung auf niedrigen Stand
- Schifffahrt auf den Meeren nicht beschränkt
- Selbstbestimmungsrecht aller Völker
- Rückgabe aller eroberten Gebiete
- Schließen eines Bundes zur Sicherung der Unabhängigkeit aller Staaten = Völkerbund

2. Frankreich: wollte natürlich eine deutliche Schwächung D’s ( Revanche – Gedanke nach 1870/71); beinhaltete militärische Schwächung, Entzug der Amtsgewalt über das linke Rheinufer, Entwaffnung, Fortnahme von Gebieten, Auflösung der staatlichen Einheit, Besetzung durch Truppen, Abschöpfen der Finanzkraft, Einkreisung durch mächtige Gegner

- ein deutsch- franz. Versöhnung (wie später unter Stresemann und Briand versucht wurde) schien zu dieser Zeit unmöglich

3. England: (Lloyd George) Unterstützung der französischen Sicherheitspolitik aber Gegner einer Hegemonie Frankreichs in Europa; Abschirmung des Bolschewismus (1.

Sicherheitsgedanke); militärische, wirtschaftliche Schwächung, Interesse an See- und Kolonialfragen; zusammen mit USA milderte England die franz. Maximalfoderungen etwas ab

- wollte, dass D. die Nachkriegsregelung aus freien stücken akzeptierte; der Grund dafür basierte auf 3 Zielen: 1. D. friedfertig zu machen

2. D. und Europa wirtschaftlich wieder aufzubauen und wohlhabend zu machen

3. zu verhindern, dass D. bolschewistisch wird

Ð George, nicht Wilson setzte sich am meisten für Deutsche Interessen ein

4.Italien: (Orlando): Interesse an Fragen im Zusammenhang mit der Adria

3. Inhalt des Vertrages:

a, Völkerbundstatut

Der Völkerbund war die Grundlage des V.V und wurde als sog. Völkerbundsstatut an den Anfang des jeweiligen Vertrages gestellt

Grundsätze des Völkerbundes:

- die Vollversammlung umfasst alle Mitglieder, die gleiches Stimmrecht haben
- ständige Vertretung ist der Völkerbundsrat (bildet sich aus Vertretern von GB, F, I, Ja und vier kleineren Staaten)
- Völkerbund kann Sanktionen gegen Angreifer verhängen
- Mandatsverteilung für Kolonien (siehe V. V. : Verlust aller deutschen Kolonien)

Bedeutung des Völkerbundes: sehr eingeschränkt, da Amerika nicht dazugehörte (Isolationspolitik aufgrund der Enttäuschung über die Politik der europäischen Siegermächte; keine Unterzeichnung der Pariser Friedensverträge; Sonderfrieden mit Deutschland; Rückzug aus europ. Politik) und somit eine entscheidende Macht fehlte; Aufnahme D. und der Sowjetunion durch F und GB verhindert um dem Bolschewismus entgegenzuwirken und die Hegemonie in Europa zu halten (D tritt 1926, Sowjetunion 1934 bei)

Des Weiteren verfügte der Völkerbund über keine militärischen Mittel, nur wirtschaftliche

- Scheitern des Völkerbundes = 2. Weltkrieg

b, territoriale Bestimmungen:

-Deutschland verliert 1/7 seines Gebietes von 1919 (ohne Kolonien) und 1/10 seiner Bevölkerun g; Gebietsabtretungen wurden teilweise mit, meistens aber ohne Volksabstimmung (= Selbstbestimmungsrecht; 14-Punkte) durchgeführt
- Elsaß-Lothringen an Frankreich (ohne V); dies wurde nicht als Gebietsabtretung, sondern als Revision des Frankfurter Vertrages von 1871 angesehen)
- Eupen und Malmedy an Belgien (mit umstrittener V)
- Saarland auf 15 Jahre dem Völkerbund unterstellt; jedoch Ausbeutung der Kohlegruben durch Frankreich; später sollte eine Volksabstimmung die Zugehörigkeit regeln
- Volksabstimmung in Nordschleswig: Ergebnis: Nordzone an Dänemark, Südzone an Deutschland
- Verlust Posens an den neu entstandenen Staat Polen, sowie Teile von Ostpommern,

Hinterpommern und Westpommern (als sog. „polnischer Korridor“) mit V

(=Schaffung eines Korridors im Norden, der Polen den Weg zum Meer ermöglichte, dadurch wurde Ostpreußen von Deutschland abgeschnitten)

- Polen forderte wegen der reichen Kohlevorkommen das vorwiegend deutsch besiedelte Oberschlesien; Volksabstimmung zugunsten D’s aber: Teilung des Gebietes 1924 durch Alliierte, wodurch 90% der oberschlesischen Kohlebecken an Polen fielen
- Danzig erhält internationalen Status unter der Kontrolle des Völkerbundes und wurde zur Freien Stadt erklärt
- Memelgebiet 1923 an Litauen (ohne V)
- Hultschiner Ländchen an die Tschechoslowakei (ohne V)

- Verlust alle Kolonien, die zunächst dem Völkerbund unterstellt wurden, der sie als Mandate weiterverteilte:
- Togo und Kamerun an Frankreich
- Ostafrika an England
- Ruanda – Urundi an Belgien
- Deutsch - Südwestafrika an Südafrikanische Union
- Deutsch - Neuguinea an Australien
- Ein Teil Samoas an Neuseeland

(Japan blieb im Besitzt von Kiautschou und Schantung trotz der Einsprüche Chinas)

- Verbot der Vereinigung mit Österreich

Alle diese territorialen Beschlüsse wurden im Teil II Grenzziehungen und Volksabstimmungen; Aufhebung der Neutralität Belgiens (Art 31) des Vertrages festgelegt; Anerkennung der Unabhängigkeit Österreichs (Art 80) sowie der Tschechoslowakei und Polens (Art 81 und 87)

c, Wirtschaftliche Bestimmungen; Reparationen

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Details

Titel
Die Pariser Vorortverträge
Note
14 Punkte
Autor
Jahr
2001
Seiten
13
Katalognummer
V104302
Dateigröße
371 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pariser, Vorortverträge
Arbeit zitieren
Alexander Müller (Autor), 2001, Die Pariser Vorortverträge, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/104302

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