Das 2. Vatikanische Konzil


Hausarbeit, 2001

14 Seiten


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Inhaltsverzeichnis:

1. Vorwort

2. Zur Person des Papstes Johannes XXIII.

3. Gesteckte Ziele für das Konzil

4. Der Beginn der Vorbereitung (1959-1960)

5. Die Eröffnung des Konzils

6. Die erste Sitzungsperiode: ohne sichtbare Ergebnisse

7. Von Johannes XXIII. zu Paul VI.

8. Die zweite Sitzungsperiode:
8. 1 Kollegialität der Bischöfe und ,,Oktoberkrise
8.2 Die Verantwortung, der Bischöfe und der Ökumenismus
8.3 Die Liturgiereform

9. Die dritte Tagungsperiode (Herbst 1964)
9.1 Die Gegensätze spitzen sich zu
9.2 ruhigere Diskussionen: ein Wald von Texten
9.3 Die ,,Novemberkrise"

10. Die vierte Tagungsperiode: Kleinarbeit an den Texten

11. Der Abschluss des zweiten Vatikanums

12. Literaturnachweis

1. Einleitung

Kardinal Billot meinte 1923, dass es mit der Definition der päpstlichen Unfehlbarkeit keine Konzilien mehr geben würde. Die Epoche der Konzilien sei wohl zu Ende, da sie ziemlich aufwendig, unbequem, voll von Problemen und Gefahren jeglicher Art seien. Vor allem liesen sich diese Probleme durch die ungeheure Zahl von 2000 Mitgliedern und durch die Allgegenwart der Medien, die sofort Divergenzen unter den Konzilsvätern ausschlachten werde, potenzieren. Seine Prognose sollte sich aber wenig bewahrheiten.

Denn am 25. Januar 1959l kündigte Johannes XXXIII. die Einberufung eines Konzils an1

1. Zur Person des Papst Johannes XXXIII

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten 2

Die Überraschung war außerordentlich groß, dass gerade Papst Johannes XXXIII. ein allgemeines Konzil einberief. Man schätzte ihn, der schon im 77. Lebensjahr stand eher als ,,Übergangspapst" ein, und erhoffte sich von ihm keine grundlegenden Neuorientierungen. Zwar brachte ihm sein überaus kommunikativ-zwangloser persönlicher Stil viel Sympathie ,ein, doch sah man in ihm eher den Typ eines italienischen Landpfarrers: naiv-fromm, ohne große Perspektiven. Doch hier sollte man sich täuschen. Gerade dieser Unbekümmertheit und charismatischer Art, die Papst Johannes XXXIII. bewies, bedurfte es, ein ökumenisches Konzil einzuberufen.

Es ist zu bezweifeln, ob ohne seine Initiative das Konzil zustande gekommen wäre, und ob es sich tatsächlich so frei entwickelt hätte, wie es eben der Fall war. Seine natürliche Offenheit und Herzlichkeit ließ ihn die Herzen der Bischöfe, die er während des Konzils in nationalen und regionalen Gruppen empfing, für sich gewinnen.3

Gesteckte Ziele für das Konzil

Das Konzil stand unter dem Motto des ,,aggiornamento", womit die innere Erneuerung der Kirche auf allen Ebenen und in allen Bereichen gemeint ist, angefangen bei den Kardinälen in unmittelbarer Nähe des Papstes, von denen er sich Unterstützung und Anregungen erwartete, bis zu den entfernteren Kreisen der Nichtkatholiken, an die der Papst die Einladung richtete, ,,dass auch sie uns freundlich folgen mögen in diesem Suchen der Einheit und Gnade"4

Ebenso war mit ,,aggiornamento" auch ,,das Eingehen auf die Probleme der Zeit, bei jedoch klarem Bewußtsein für die Grundlagen des katholischen Glaubens gemeint. Denn der Papst wollte ein römisch-katholisches Konzil, das in seiner Ausstrahlung aber nicht ohne Wirkung auf die Christen bleiben sollte.

Das II. Vatikanum sollte ein pastorales Konzil sein, dessen Aufgabe darin zu sehen ist, ein Konzil um die Sorge der Menschen und um die Kirche zu sein.5

Der Beginn der Vorbereitung (1959-1960)

Sowohl zeitlich wie auch inhaltlich gliedert sich die Vorbereitung des Zweiten Vatikanischen Konzils in zwei Phasen: die antepraeparatorische Phase (Mai 1959-bis Mitte 1960) beschäftigt sich mit der weiteren Vorbereitung; die praeparatorische hingegen (Mitte 1960 - Oktober 1962) mit näheren und unmittelbaren Fragen.6

Es verstrichen nur knappe vier Monate nach Ankündigung des Konzils, bis dass die Comissio antepraeparatoria, also die Kommission zur Ingangsetzung der Vorbereitung am 17. Mai 1959 errichtet wurde. Die Mitglieder der Kommission waren die Sekretäre der römischen Kongregationen, mit Vorsitz von Kardinal Tardini, der der höchste Vertreter der römischen Kurie war.7

Anstatt wie vor dem ersten Vatikanum nur 47 ausgewählte Bischöfe über Konzilsthemen und Wünsche zu befragen, bestand nun die Aufgabe der Kommission darin, Meinungen und Vorschläge aller Bischöfe, der katholischen Universitäten und Fakultäten und der Organe der Kurie einzuholen.; die Sichtung des imposanten Materials von mehr als 2000 Meinungen, war die Hauptaufgabe der Kommission, die mehrere Monate dauerte.

Schließlich konnte am 5. Juni 1960 das Motuproprio ,,Superno Dei nutu" veröffentlicht werden, diese leitete in die praeparatorische Phase über.8

Ab diesem Zeitpunkt ist die organisatorische Aufgabe bei weitem diffiziler als in der antepraeparatorischen Phase:

Es wurden eine Zentrale Vorbereitungskommission (unter Vorsitz des Papstes), ein Sekretariat zur Förderung der Einheit der Christen und 10 Fachkommissionen gebildet, welche die Gliederung der kurialen Kongregationen widerspiegelten, deren Vorsitzende auch die Leitung der entsprechenden Kommissionen erhielten. Die Aufgabe der Znetralkommission war es, die von den Gremien erarbeiteten Entwürfe zu prüfen und zu koordinieren.

Doch litt die Arbeit der 10 Vorbereitenden Kommissionen vom Herbst 1960 bis zum Sommer 1962 darunter, dass ihnen keine Direktiven für die Bildung von Schwerpunkten gegeben worden waren. Sie waren in der Auswahl der Themen ihrer Entwürfe völlig frei. Was einerseits von Vorteil ist, aber auf der anderen Seite zeigte es sich, dass keine - wie so erhofft -Vorstöße in neue Bereiche gewagt wurden.9

Die Eröffnung des Konzils

Die feierliche Eröffnungssession am 11. Oktober 1962 mit 2540 Vätern übertraf an Großartigkeit bei weitem die des Ersten Vatikanischen Konzils.

Die Eröffnung wurde durch das Fernsehen übertragen, und so in der ganzen Welt miterlebt.10

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten11

In beeindruckendem Rahmen des Petersdom hielt Johannes XXIII. seine Eröffnungsansprache. Er erklärte , es stehe nicht der überlieferte Glaube in Frage, sondern es komme vielmehr darauf an, in möglichst wirksamer Weise, unter Berücksichtung der veränderten Lebensverhältnisse und Gesellschaftststrukturen, den Glauben an die Menschen heranzubringen.

Seine Rede, die sich eindeutig für eine offene Richtung aussprach, stellte sich den Fragen der modernen Welt, um erst dann das Evangelium richtig - zeitgemäß - an sie zu verkünden.12

Johannes XXIII. wünschte sich, ,,dass die Kirche erleuchtet vom Licht des Konzils, zunimmt an geistlichen Gütern und ohne Angst in die Zukunft blickt, aufgrund eines angemessenen Aggiornamento"13 Es sei daher unbedingt wichtig, ,,die Zeichen der Zeit zu unterscheiden"14, wobei es zu überwinden gilt ,,die Unterstellungen von Personen, die vor Eifer brennen, aber nicht genügend Sinn haben, für die nötige Unterscheidung und das rechte Maß; die in der heutigen Zeit nichts anderes sehen als Untreue und Verfall und ständig davon reden, dass unsere Zeit im Vergleich mit der Vergangenheit dauernd zum Schlechteren abgleitet"15

Unter anderem wandte er sich auch in seiner Rede gegen die ,,Unglückspropheten, die immer verhängnisvolle Ereignisse voraussagen, als ob das Ende der Welt bervorstünde"16

Die erste Sitzungsperiode: ohne sichtbare Ergebnisse

Am 8. Dezember wurde die erste Sitzungsperiode nach knapp zwei Monaten beendet. In diesem Zeitraum kam es zu noch keinen konkreten Ergebnissen; jedoch zeigte sich die Selbständigkeit des Konzils: der Episkopat hatte sich als Einheit fühlen gelernt und hat seinen Willen bekundet, dessen Entscheidungen selbst aktiv zu formen. Das Konzil war trotz seiner immens großen Zahl fähig, seine eigenen Kommunikationsmechanismen auszubilden, und somit zu wirklicher Willensbildung zu kommen. Gerade dies, nämlich dass eine solche Riesenversammlung imstande ist, ernsthaft und sachlich zu debattieren, war im Vorfeld von vielen Seiten bezweifelt worden, und deswegen glaubte man anfangs , dass die Konzilsväter sich damit begnügen würden, vorbereitete Schemata mehr oder weniger zu übernehmen. Doch hier sollte man sich getäuscht haben.

Es zeigte sich aber auch, dass - wie schon bei der Vorbereitung des Konzils- auch die erste Tagungsperiode darunter gelitten hat, dass aus der Masse des bereitgestellten Stoffes keine Schwerpunkte - und damit konkrete Ziele und Prioritäten - ausgewählt wurden.

Eine Straffung und Schwerpunktsetzung war unbedingt notwendig, da die Fülle der ausgearbeiteten Schemata viel zu umfangreich war. Deswegen wurde eine Koordinierungskommission eingesetzt, unter dem Vorsitz von Kardinalstaatssekretär Cicognani, die vor allem zwischen den Konzilssessionen, also in den Intersessionen tagten. Von ihnen wurde im wesentlichen aus den 69 vorbereiteten Schemata, die 16 Konzilsdokumente geschaffen, auch wenn diese dann bei den Konzilsdisskussionen mehr oder weniger tiefgreifend verändert wurden.17

Auch zeigte sich bereits der Wandel zur Weltkirche während der 1. Tagungsperiode: Stellte beim I. Vatikanum noch Europa in der Zusammensetzung der Bischöfe die Mehrheit, so signalisierte das Zweite Vatikanische Konzil die ,,Weltkirche", was folgende Statistik belegt.18 /19

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Vorbildlich kam sich die Weltkirche kam während der Konzilsarbeit näher: Weiße saßen neben Schwarzen, Asiaten neben Amerikanern. Es enstanden internationale Freundschaften, die den Austausch der Ortskirchen untereinander über das Konzil hinaus lebendig erhielten.20 /21

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Von Johannes XXIII. zu Paul VI.

Während der Intersessio verschlechterte sich der Gesundheitszustand des Papstes zunehmend, dennoch verfolgte er die Arbeiten der Intersession und er veröffentlichte sogar noch die Enzyklika ,,pacem in terris".

Doch war er von seiner Krankheit schwer gezeichnet, und starb bald darauf am Pfingsttag, den 03.06.1963, betrauert von der ganzen Welt, wie keiner seiner Vorgänger. Er war der am meisten geliebte Papst des letzten Jahrhunderts.

Sein Nachfolger wurde der Erzbischof von Mailand, Kardinal Giovanni Battista Montini, unter dem Namen Paul VI.22

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten23

Die Befürchtungen, dass Konzil würde nach dem Tod Johannes XXIII. nicht mehr aufgenomme n werden, zerstreute Paul VI., der sogar Mitglied der zentralen Vorbereitungskommission war und bekräftigte ,,Könnten wir wirklich von dem Weg abweichen, den Johannes XXIII., auch für die Zukunft, so meisterlich bebahnt hat? Es gibt gute Gründe, das nicht für möglich zu halten."24

Papst Paul VI. war beinahe prädistiniert dafür, das Konzil durch die Klippen hindurchzusteuern, welches Johannes XXIII. in seinem unverwüstlichen Gottvertrauen möglich gemacht hatte. Paul VI. war ein Mann, der sehr differenziert überlegte und danach handelte. Ihm war zwar nicht die menschliche Unmittelbarkeit und Spontaneität wie Johannes XXIII. gegeben, doch löste er Schwierigkeiten äußerst intellektuell und problembewußt, was im Laufe des Konzils unbedingt noch von Nöten war.

Paul VI. war entschlossen, die Zügel straff zu führen: anstelle des 10köpfigen und wenig handlungsfähigen Konzilspräsidium traten nun 4 Moderatoren: Döpfner, Suenens, Lercaro, Agagianian. Der neue Papst lockerte das Konzilsgeheimnis und führte die Laienbeteiligung am Konzil wieder ein, die es seit Trient nicht mehr gegeben hat.25

Die zweite Sitzungsperiode

Kollegialität der Bischöfe und ,,Oktoberkrise"

Bei der Wiederaufnahme der Arbeiten am 29. September 1963 hob Paul VI. vier Zielsetzungen des Konzils hervor: die Darstellung der Theologie der Kirche, ihre innere Erneuerung, die Förderung der Einheit der Christen und den Dialog mit der modernen Welt.

Im Oktober wurde die neue Fassung von ,,de Ecclesia" erörtert. Nachdem die theologische Kommission Schwierigkeiten hatte, die mehr oder weniger große Zustimmung zu den in der Konzilsaula eingebrachten Interventionen zu berücksichtigen, kündigten die Moderatoren eine Abstimmung über einige Eingaben zu den strittigsten Punkten an.

Aufgrund des Widerstands einer Minderheit wurde erst am 30.Oktober über fünf Anträge bezüglich Episkopat, Kollegialität, und Diakonat abgestimmt, nämlich 1. ob die Bischofweihe sakramentalen Charakter habe, 2. ob sie in das Bischofskollegium eingliedere, 3. ob das Bischofskollegium zusammen mit seinem Haupt Inhaber der höchsten Gewalt in der Kirche sei; 4. ob diese Gewalt auf göttlichem Recht beruhe; 5. ob der ständige Diakonat wiederherzustellen sei.

Sie fand eine überwält igende Mehrheit .Der Begriff ,,Bischofskollegialität" sagt aus, dass der Bischof seine Vollmacht jetzt unmittelbar durch Christus in der Weihe erhält. Doch diese Vollmacht kann nur in im Kollegium, also in Einheit mit Haupt und Gliedern des Kollegiums ausgeübt werden, und nicht als Individuum.

Darüber hinaus wurde das Schema über die Jungfrau in ,,de ecclesia" integriert.26 Dies

- auch in Hinsicht auf die Ökumene Ökumenismus - bedeutende Entscheidung, besagt in der Konseque nz, dass ,,eine schon selbst ä ndig gewordene Mariologie wieder kirchlich eingebunden und die Linie der marianischen Dogmen nicht weitergef ü rt wurde" 27

Ratzinger kommentierte dies folgendermaßen: ,,Sinn der konziliaren Bem ü hung konnte es selbstverst ä ndlich nicht sein, langsam aber sicher die Marienfr ö mmigkeit als solche zu demontieren und auf diese Weise gleichsam sich dem Protestantismus allm ä hlich zu assimilieren. Wohl aber mu ß te das Ziel sein, sich einer schriftvergessenen Spekulationstheologie unter dem Anruf des Fragens der getrennten Br ü der zu entziehen und sich n ü chtern und entschlossen auf den Boden des biblischen Zeugnises zu stellen. Nur wer wei ß , wie selbstverst ä ndlich Titel wie Mittlerin und Miterl ö serin unter dem Schutz p ä pstlicher Lehr ä u ß erungen in der Theologie schon geworden waren, wie v ö llig jeder Widerspruch verstummt war, wird das Gewicht dieser Vorg ä nge recht einsch ä tzen k ö nnen." 28

Die Verantwortung, der Bischöfe und der Ökumenismus

Nachdem die Krise bezüglich ,,de Ecclesia" überwunden war, wurde das Schema über Amt und Vollmacht der Bischöfe diskutiert.

Die Konzilsväter debattierten über die ,,Verantwortung der Bischöfe für die Leitung ihrer Kirchen, ihrer Beziehungen zu den zentralen römischen Autoritäten, den Bischofskonferenzen und der territorialen Ordnung (Diözesen und Pfarreien)"29 Es kam zu dem Beschluss eine Bischofssynode einzusetzen, das in ständiger enger Zusammenarbeit mit dem Papst Probleme angehe, die die Kirche in ihrer Gesamtheit betreffen.

Auch über die Rolle der Bischofskonferenzen gab es unterschiedliche Meinungen: zwar gab es einen breiten Konsens über ihre positive Funktion, doch wurde von anderen auch als Folge die Schmälerung des römischen Zentralismus gesehen, falls der Bischofskonferenz weitreichende Kompetenzen zuerkannt werden. Auch gab es kontroverse Standpunkte in Bezug auf die Frage, ob eine Altersgrenze für die residierenden Bischöfe gesetzt werden sollte, ebenso auch, ob die Zahl der Titularbischöfe vermehrt oder verringert werden sollte. Da man sich nicht einigen konnte, wurde das Schema für eine weitere Überarbeitung an die Kommission zurückverwiesen.

Daraufhin erließ Paul VI. ein Motuproprio am 30. November, mit welchem den Bischöfen eine Reihe von Vollmachten und Befugnissen zugestanden wurde, die in den letzten Jahrhunderten Rom an sich gezogen hatte. Hier setzte der Papst ein Zeichen für seine Aufgeschlossenheit, gegenüber den Forderungen nach größerer Anerkennung der Verantwortlichkeit jedes einzelnen Bischofs.

Die Debatte zum Schema über den Ökumenismus (18. November - 02. Dezember 1963) behandelte 5 Kapitel: die Grundsätze des katholischen Ökumenismus, die Kriterien seiner Gestaltung, das Verhältnis zu den orientalischen und den protestantischen Kirchen und Kirchengemeinschaften, die heilsgeschichtliche Stellung der jüdischen Religion, und das Prinzip der Religionsfreiheit.30

Das Schema spiegelte die Bemühung wider, die jahrhundertelange Intransigenz zu überwinden. Es richtete sich an die Katholiken ,,mit der Aufforderung durch Streben nach christlicher Vollkommenheit ihre Kirche zum Vorbild zu machen; es empfahl gegenseitiges Kennenlernen, gemeinsames Gebet um die Einheit mit den Getrennten"31, sprach sich jedoch gegen eine gemeinsame Mysterienfeier aus und ,,warnte vor jeder Verletzung der Liebe in der Auseinandersetzung".32

Mit den Entwürfen über die Kirche und den Ökumenismus, Judentum und Religionsfreiheit hatte das Konzil entscheidende Probleme ihres Selbstverständnisses und ihres Verhältnisses zu Umwelt angepackt, jedoch ohne sie zum Abschluss zu bringen. Vor allem die Themen über die Juden und die Religionsfreiheit rief heftigen Widerstand hervor und konnte noch nicht gelöst werden.33

Die Liturgiereform

Das Liturgieschema, an dem während der 1. Intersessio und der 2. Tagungsperiode intensivst gearbeitet wurde, wurde zu einem epochemachenden Dokument. Der Grundgedanke hierbei ist ,,die volle und tätige Teilnahme des ganzen Volkes"34 an der Liturgie.

Darunter fällt auch die Erlaubnis, große Teile des Wortgottesdienstes der Messe, vor allem die Schriftlesungen und das ,,gemeinsame Gebet"nach dem Offertorim in der jeweiligen Landessprache zu halten. Somit kann das Volk sowohl als ,,Hörer" als auch als Mitbeter und Mitvollzieher der Opferhandlung als aktive Gemeinschaft in die Messe miteingebunden werden:

Es erscheint ab jetzt realisierbar, dass gläubige Laien aktiver an der Liturgie und dadurch am Leben der Kirche teilnehmen können. Auch wuden liturgische Bücher, das Meßbuch ,und Brevier in einer postkonziliaren Kommission reformiert, um so den lebendigen Glauben an den modernen Menschen wieder heranzubringen.35

Die wichtigsten lehrmäßigen Aussagen der Konstitution sind unter anderem: der theologische Zentralbegriff des Pascha-Mysteriums, der Einheit von Jesu Tod und Auferstehung , die in der Liturgie ihre Gegenwart findet, und die wichtige Bedeutung der Liturgie als ,,Höhepunkt, dem das Tun der Kirche zustrebt und zugleich Quelle, aus der all ihre Kraft strömt (Nr. 10)"36, die vielfache Gegenwart Christi z.B. in der feiernden Gemeinde. uvm.

Die dritte Tagungsperiode (Herbst 1964)

Die dritte Tagungsperiode, die den Höhepunkt des Konzils brachte wurde am 14. September 1964 mit einer Konzelebration von Paul VI. mit 24 Konzilsvätern gefeierten Messe eröffnet. Damit sollte ein Zeichen für die liturgischen Erneuerungen gesetzt werden, die zuvor in der Liturgiekonstitution verabschiedet wurde.37

1. Die Gegensätze spitzen sich zu

Die Kollegialität der Bischöfe, über welche schon in der 2. Sitzungsperiode debattiert wurde, war ein sehr umstrittener Punkt. Der Passus darüber wurde in der Intersessio modifiziert, so dass er nochmals aufgegriffen werden musste: Obwohl, wie bereits vorher erwähnt das Bischofskollegium nur Autorität hat, wenn es in Gemeinschaft mit dem römischen Bischof verstanden wird, sahen viele Konzilsväter in der Kollegialität eine Beeinträchtigung der päpstlichen Vollgewalt. Noch schärfere Gegensätze zeigten sich aber, als über die Erklärung der Religionsfreiheit diskutiert wurde, die jetzt losgelöst vom Ökumenismus-Dekret war.

Die eine Seite weigerte sich, in der Religionsfreiheit mehr zu sehen, als die notwendige Duldung eines Übels, und fragte sich, ob man öffentlich dem ,,Irrtum" dasselbe ,,Recht" zukommen lassen dürfe, wie der katholischen Kirche, der Trägerin der Wahrheit.

Die andere Seite beharrte darauf, dass die Religionsfreiheit ein Recht des Menschen sei, nach seinem Gewissen und seiner subjektiven Wahrheitserkenntnis leben zu dürfen. Zu noch härteren Konfrontationen unter den Konzilsvätern kam es bei der ,,Juden-Erklärung". Hier bestand die Gegnerschaft nicht nur - wie üblich aus dem konservativen Block, sondern hinzukamen auch noch die Konzilsväter aus den arabischen Staaten.

Der Grund hierfür war einerseits aus nationaler Identifikation mit dem eigenen arabischen Volk im Nahost-Konflikt, und andererseits aus der Befürchtung heraus, dass eine judenfreundliche Erklärung des Konzils als politische Parteinahme gewertet wird und somit die Christen in den arabischen Ländern äußersten Gefahren ausgesetzt wären.

Die Konzilsväter wurden sich nicht einig und letztendlich wurde der Text über die Juden wieder an die Kommission zurückverwiesen.38

Ruhigere Diskussionen - ein Wald von Texten

Das wählen war ein komplizierter Vorgang.

Die ,,Novemberkrise"

Nach den vielen Diskussionen schien es, als wären drei zentrale Konzilstexte (nämlich über die Kirche, den Ökumenismus und die Religionsfreiheit) verabschiedungsreif. Aber nun kam die schwerste Krise auf die Konzilsväter zu, und der kritischste Moment für das Gelingen des Konzils, die ,,Novemberkrise".

Als den Konzilsvätern am 14. November der endgültige Text der Kirchenkonstitution ausgehändigt wurde, war diesem eine Nota explicativa praevia (,,erklärende Anmerkung") vorausgeschickt, die vom Papst persönlich kam.

Sie erklärte nochmals - obwohl im Text auch ausführlich dargelegt -, dass das Bischofskollegium nur in Einheit mit dem Papst handlungsfähig sei, und somit die Lehre vom päpstlichen Primat nicht beeinträchtigt werde.

Ziel von dieser Anmerkung war es ein ,,Consensus unanimis" bei den Konzilsvätern zu erreichen, da einige konservative erklärt hatten, sie könnten der Kollegialitätslehre ihrem Gewissen nach nicht zustimmen.

Hatte das Erscheinen der ,,Nota expicativa praevia" schon zu emotionalen Spannungen geführt, so verschärften sich diese noch am ,,schwarzen Donnerstag" den 19. November, als bekannt wurde, dass die für jetzt vorgesehene Abstimmung über die Erklärung über die Religionsfreiheit auf das folgende Jahr vertagt sei. Grund hierfür war, dass ca. 10 % der Konzilsväter um mehr Zeit zum Studium des Textes gebeten hatten.

Niemals hatte es so große Bestürzung gegeben, wie an diesem Donnerstag.: in größter Eile wurde diese Petition an den Papst in Umlauf gesetzt, die gegen 1000 Konzilsväter unterschrieben39: ,,Mit aller Ehrfurcht, aber it größter Dringlichkeit bitten wir, dass vor dem Ende dieser Sitzungsperide des Konzils über die Erklärung zur Religionsfreiheit abgestimmt wird, sonst verlieren wir das Vertrauen der christlichen und der nichtchristlichen Welt."40 Dennoch blieb es bei der Vertagung; das einzige Zugeständnis war, dass die Religionsfreiheit als erstes Thema im nächsten Jahr behandelt werde.

Der ,,schwarze Donnerstag" brachte aber noch eine weitere Überraschung. Nämlich, dass auf Veranlassung des Papstes 19 Änderungen in das Ökumenismus-Schema eingefügt wurden. Grund war auch hierfür wieder, dass der Papst von konservativer Seite bestürmt worden war, und deswegen dem Einheitssekretariat 40 Änderungsvorschläge machte. Weil das am Vorabend geschehen war, blieb keine Zeit mehr, eine Sitzung des Einheitssekretariats einzuberufen. Deswegen wurde nur in sehr kleinem Kreise 19 von den 40 Vorschlägen ausgewählt. Inhaltlich waren die meisten zwar sehr unwesentlich, doch störte man sich an der Form: Nämlich dass ein Text, der in unendlicher Sorgfalt vom Konzil und dem dafür zuständigen Sekretariat hergestellt wurde noch in letzter Stunde verändert wurde.

Was vorallem bestürzte, war das Zusammentreffen aller drei Entscheidungen, ohne Mitbestimmung des Konzils, von oben herab. Auch für die Öffentlichkeit waren diese Vorgänge der erste Schlag auf die Hoffnungen, die der bisherige Verlauf des Konzils geweckt hatte. Doch muss man aber Paul VI. zugute halten, dass sein Ziel für das autoritative Eingreifen unbestritten der ,,Consensus unanimis" war, um somit die Dekrete gegen jede Anfechtung abzusichern.

Dieses Ziel hat er wahrhaftig erreicht: bei den Schlußabstimmung am 21. November wurde mit überwältigender Mehrheit die Kirchenkonstution ,,Lumen gentium" und das Ökumenismus-Dekret ,,Unitatis Redintegratio" angenommen. Letzteres hebt das allen Christen Gemeinsame hervor, und forderte die Gläubigen auf, die Einheit der Christen zu fördern.41

Das in ihrer Tragweite bedeutsame Dokument ,,Lumen gentium" sieht die Kirche vor allem als Communio, als wanderndes Volk Gottes, also ,,als geschichtliche, auf dem Wege befindliche und ständig der Reform bedürftige Wirklichkeit"42

Die vierte Tagungsperiode: Kleinarbeit an den Texten

Die Zeit vom Abschluss der dritten bis zum Beginn der vierten und letzten Tagungsperiode war durch intensivste Arbeit der Konzilskommissionen, die sich häufig in zahlreiche Unterkommissionen aufgliedern, ausgefüllt. S. 459

Viele Texte mussten von Grund auf neu geordnet werden ( wie z. B. Die Zexte über Dienst und Leben der Priester), bei anderen widerum -wie z. B. bei dem Schema über die Mission - war man mit der Ausarbeitung beschäftigt.

Die Erklärung Dignitatis humanae"

Als dann am 14. September die vierte Sitzungsperiode eröffnet war, wurde wie wie versprochen, zuerst über die Erklärung über die Religionsfreihiet erneut diskutiert. Der Text wurde im Laufe der vierten Tagungsperiode noch mehrfach umgearbeitet, bis dass bei der feierlichen Schlußabstimmung ,,Dignitatis humanae" verabschiedet werden konnte. Das Besondere an dieser Erklärung ist, dass sie die Freiheitsgeschichte der Moderne kirchlich bejaht und somit die - von seiten der Kirche her - durchgängige Linie des Anti-Liberalismus durchbricht. S. 323

Pastoral-innerkirchliche Texte

Jetzt wurden auch innerkirchliche Texte, über die schon vorher diskutiert wurde, in einer öffentlichen Sitzung verabschiedet. Diese waren: Das Dekret über die Bischöfe (Christus Dominus), über die Priesterausbildung (Optatam totius), die Erklärung über die christliche Erziehung (Gravissiumum educationis) und schließlich das Dekret ,,Perfectae caritatis" über die Ordensreform.

Das Verhältnis zu den nicht-christlichen Religionen.

Die Juden-Erklärung wurde jetzt in die Erklärung über die nicht-christlichen Religionen eingefügt, was zur positiven Folge hat, dass eine politische Parteinahme nun ausgeschlossen war, da einzig die religiösen Werte, sowohl die der Juden als auch des Islams gewürdigt wurden. In der Erklärung wurde die Vorstellung einer jüdischen Kollektivschuld an Jesu Tod zurückgewiesen, und jede Form des Antisemitismus verurteilt.

In dieser Fassung konnte auch dieser Text approbiert? werden. S. 325

Weitere Approbationen

Ebenso wurde ,,Dei Verbum", ,,Lumen Gentium (über die Kirche)", zugleich mit dem Dekret über das Laienapostolat - in der öffentlichen Sitzung vom 18. November verabschiedet. 326 Die Konzilsarbeit wurde mit der Approbation der Erklärung über die Religionsfreiheit ,,Dignitatis humanae", des Dekrets über die Missionstätigkeit der Kirche "Ad gentes", des Dekret über Dienst und Leben der Priester ,,Presbyterorum ordinis" und schließlich der pastoralen Konstitution über die Kirche in der Welt von heute ,,Gaudium et spes" abgeschlossen. S. 467

Der Abschluss de s zweiten Vatikanums

Am 8. Dezember fand auf dem Petersplatz der offizielle Abschluss mit dem Apostolischen Schreiben ,,in Spiritu Sancto" des Konzils statt. Das II. Vatikanum hat insgesamt 16 Dokumente zu praktisch allen Bereichen kirchlichen Lebens und Interesses geschaffen.

Die Aufgabe, die keinem anderen Konzil je gestellt war, nämlich kirchliches Leben umfassend zu erneuern unter dem Anruf sowohl des Evangeliums und der Tradition der Kirche als auch der spezifischen Herausforderung der ,,Zeichen der Zeit" war sicher keine leichte. Umso wichtiger ist es, dass diese Konzilsentscheidungen auch heute noch verwirklicht und umgesetzt werden.

Denn ,, das Zweite Vatikanum ist das wichtigste Ereignis in der Kirchengeschichte unseres Jahrhunderts, das nicht mehr r ü ckg ä ngig gemacht werden kann,d dessen Auswirkungen auf die Kirche in allen ihren Dimensionen noch in vollem Gange sind" S. 122 Heinrich Fries, München. Ein ökumenisches Konzil.

Das zentrale Anliegen des Konzils - nämlich wie die Kirche unter den Bedingungen der Welt von heute immer besser dem Auftrag ihres Herrn gerecht werden kann"(S. 114) ist auch heute noch ein wichtiges Thema, und bedarf immmer einer Verwirklichung.

Literaturnachweis:

- Guiseppe Alberigo (Hg.), Geschichte der Konzilien. Vom Nicaenum bis zum Vatikanum II, Düsseldorf 1993.
- Gerhard Eberts, Das Zweite Vatikanische Konzil und was daraus wurde, Aschaffenburg 1985.
- Hubert Jedin, Kleine Konziliengschichte. Mit einem Bericht über das Zweite Vatikanische Konzil, Freiburg-Basel-Wien 1978.
- Joseph Ratzinger, Vatikanum II. Ergebnisse und Probleme. Dritte Konzilsperiode, Köln, 1964.
- Klaus Schatz, Allgemeine Konzilien - Brennpunkte der Kirchengeschichte, Paderborn u. a. 1997.
- http://www.vatican.va/holy_father/paul_vi/ Stand: 15/01/2002 17:52
- http://www.vatican.va/holy_father/john_xxiii/index.htm / Stand:15/01/2002 18:00
- http://www.geschichte.2me.net/dch/dch_3934.htm Stand: 05/01/2002 13:32

[...]


1 vgl. Klaus Schatz, 1997, S. 263

2 http://www.vatican.va/holy_father/john_xxiii/index.htm /

3 vgl. Klaus Schatz, 1997, S. 272

4 Guiseppe Albergio, 1993, S. 416.

5 vgl. Gerhard Eberts, 1985, S. 10.

6 vgl. Klaus Schatz, 1997, S. 274.

7 vgl. Guiseppe Alberigo, 1993, S. 417.

8 vgl. Klaus Schatz, 1997, S. 274-278.

9 vgl. Hubert Jedin, 1978, S. 132-133.

10 vgl. Hubert Jedin, 1978, S. 139.

11 http://www.geschichte.2me.net/dch/dch_3934.htm

12 vgl. Klaus Schatz, 1997, S. 293.

13 Guiseppe Alberigo, 1993, S. 422.

14 Guiseppe Alberigo, 1993, S. 422.

15 Guiseppe Alberigo, 1993, S. 422.

16 Guiseppe Alberigo, 1993, S. 423.

17 vgl. Klaus Schatz, 1997, S. 300-301.

18 vgl. Klaus Schatz, 1997, S. 288.

19 Klaus Schatz, 1997, S. 288.

20 vgl. Gerhard Eberts, 1985, S. 31.

21 Gerhard Eberts, 1986, S. 31.

22 vgl. Guiseppe Alberigo, 1993, S. 432-433.

23 http: //www.vatican.va/holy_father/paul_vi/

24 Guiseppe Alberigo, 1993, S. 433.

25 Klaus Schatz, 1997, S. 302-303.

26 Vgl. Guiseppe Alberigo, 1993, S. 434-437.

27 Klaus Schatz, 1997, S. 305.

28 Joseph Ratzinger, 1964, S. 30-31.

29 Guiseppe Alberigo, 1993, S. 438.

30 Vgl. Guiseppe Alberigo, 1993, S. 437-439.

31 Hubert Jedin, 1978, S. 154.

32 Hubert Jedin, 1978, S. 154.

33 Vgl. Guiseppe Alberigo, 1993, S. 439.

34 Hubert Jedin, 1978, S. 156.

35 Vgl. Hubert Jedin, 1978. S. 156.

36 Klaus Schatz, 1997, S. 310.

37 Vgl. Hubert Jedin, 1978, S. 154.

38 Vgl. Klaus Schatz, 1997, S. 311-314.

39 Vgl. Klaus Schatz, 1997, S. 318-319.

40 Hubert Jedin, 1978, S. 164.

41 Vgl. Klaus Schatz, 1997, S. 319-321.

42 Klaus Schatz, 1997, S. 321.

14 von 14 Seiten

Details

Titel
Das 2. Vatikanische Konzil
Hochschule
Universität Passau
Veranstaltung
Kirchengeschichte: Neuzeit
Autor
Jahr
2001
Seiten
14
Katalognummer
V106077
Dateigröße
632 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vatikanische, Konzil, Kirchengeschichte, Neuzeit
Arbeit zitieren
Daniela Dittlmann (Autor), 2001, Das 2. Vatikanische Konzil, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/106077

Kommentare

  • Gast am 5.6.2002

    Theologoe/ Religion.

    Super Referat!
    Du hast mir meinen 2-er in Reli gerettet! Danke! Susi

  • Gast am 30.8.2006

    2 Vatikanische Konzil.

    ein interessanter Beitrag; aber nachdem ich das Buch des Herrn Dr. Schüler gelesen habe, muss ich feststellen, dass ich erst jetzt richtig und ausreichend informiert bin.
    Für jeden, der sich damit auseinandersetzt, kann ich dies nur wärmstens empfhelen

    www.zweites-vatikanum.de

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Titel: Das 2. Vatikanische Konzil



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