Stillen als primäre Prävention gegen den Brustkrebs - ein unterschätztes Potential?


Referat (Ausarbeitung), 2006

12 Seiten


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Formen der Prävention

3. Risikofaktoren zur Entstehung des Brustkrebs
3.1. Beeinflussbare Risikofaktoren
3.2. Unbeeinflussbare Risikofaktoren

4. Ergebnisse ausgesuchter Stillstudien

5. Heutiger Wissensstand zu Brustkrebs und Stillen
5.1. Ansätze zu den Ursachen
5.2. Der deutsche Stillalltag in Zahlen
5.3. Überlegungen zum Stillverhalten

6. Zusammenfassung und Ausblick

Anmerkungen

Literaturverzeichnis:

Bildnachweis

1. Einleitung

Die häufigste Krebserkrankung und Todesursache bei Frauen in Deutschland ist der Brustkrebs. Die Inzidenz liegt laut Schätzung des Robert Koch Institutes bei 47.500 Frauen, wobei auch jüngere Frauen zunehmend betroffen sind (Deutsche Krebshilfe 2004).

Seit Jahren gibt es eine breite Diskussion über Risikofaktoren und die verschiedenen Präventionmaßnahmen gegen Brustkrebs. Von Empowerment der Patientinnen wird dabei kaum gesprochen. Insbesondere betrifft dieser Punkt das Stillen als Primärprävention. In Fachkreisen gibt es dazu zwei Thesen: die Erste ist eine überwiegend medizinisch geprägte, die besagt: „Stillen kann nur als Brustkrebsprävention wirken, wenn die Frau jünger als 20 Jahre ist und länger als 12 Monate stillt. Die zweite These kommt aus dem Lager der Stillbefürworterinnen und besagt: „Stillen und insbesondere Langzeitstillen ist eine sinnvolle Brustkrebsprophylaxe.“ Die Frage ist: Sollte Stillen als Vorsorgemassnahme gegen Brustkrebs in den Vorsorgemassnahmenkatalog integriert und publiziert werden?

Im folgendem werden die verschiedenen Formen der Brustkrebsprävention erläutert. Anhand der in der Literatur genannten Risikofaktoren soll gezeigt werden, welche Risiken beeinflussbar und unbeeinflussbar sind und im heutigen Vorsorgealltag eine Gewichtung bezüglich der Brustkrebsprophylaxe und -früherkennung haben. Durch ausgesuchte Studien der letzten Jahre soll aufgewiesen werden, dass Stillen als Primärprävention geeignet ist und bisher zu wenig als preiswerte Vorsorgemassnahme in der Bevölkerung bekannt ist. Abschließend werden Änderungsvorschläge für das Gesundheitswesen aufgewiesen.

2. Formen der Prävention

Zur medizinischen Prävention zählen alle Vorkehrungen zur Verhinderung von Krankheiten und Unfällen. Sie dienen der Überwachung und Erhaltung der Gesundheit des Individuums. (Roche 1987:1395). In der Prävention wird zwischen Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention unterschieden.

- Zur Primärvorsorge bei Brustkrebs zählt die Vermeidung von Krankheiten. Sie umfasst alle Massnahmen zur Minimierung der Risikofaktoren vor dem Wirksamwerden der Krankheit und soll Neuerkrankungen verringern (Roche 1987:1395). In Deutschland wird als Primärvorsorge bei Brustkrebs unter anderem eine gesunde, fettarme Ernährung und Bewegung verstanden.
- Unter Sekundärprävention wird die Früherkennung oder Therapie von Brustkrebs in einem frühen Stadium der Erkrankung verstanden (Roche 1987:1395). Ziel dieser Prävention ist es, die Anzahl der Todesfälle zu senken. Das Abtasten der Brust, die Mammasonographie und Mammographie sind sekundäre Brustkrebspräventionsmassnahmen.
- Tertiärprävention bei Brustkrebs ist der Versuch bei bereits eingetretener Erkrankung eine Verschlimmerung und Komplikationen zu verhindern (Roche 1987:1395). Hier finden die Rehabilitationsmassnahmen bei Brustkrebs einen besonderen Umfang.

3. Risikofaktoren zur Entstehung des Brustkrebs

Risikofaktoren sind Umstände, die von außen auf einen Menschen einwirken und die den Ausbruch einer Krankheit begünstigen können. Für Brustkrebs werden von der deutschen Krebshilfe (2004) beeinflussbare und unbeeinflussbare Faktoren genannt.

3.1. Beeinflussbare Risikofaktoren

- Hormon-Ersatz Therapien
- Übergewicht und Bewegungsmangel
- zuviel Alkoholkonsum (Obergrenze ♀en 10 g Alkohol / Tag, enthalten in 125 ml Wein oder 250 ml Bier)

3.2. Unbeeinflussbare Risikofaktoren

- Allgemeines Altersrisiko (> 50 Jahre)
- Brustkrebserkrankungen in der Familie ( Mutter, Schwester)
- Frühere eigene Brustkrebserkrankungen
- Mastopathien
- Kinderlosigkeit oder späte Geburt des ersten Kindes
- Früh einsetzende Menstruation
- Spät einsetzende Menopause

Auf die beeinflussbaren Faktoren kann ein Mensch einwirken und sie reduzieren oder ganz abstellen, unbeinflussbare Risikofaktoren müssen größtenteils als unabänderlich hingenommen werden.

Das Risiko des Nicht-Stillens für Frauen mit Kindern wird nicht erwähnt. Alle genannten Faktoren machen den Anschein, als ob wenig Einfluss auf das mögliche Schicksal einer Brustkrebserkrankung genommen werden könnte.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Stillen als primäre Prävention gegen den Brustkrebs - ein unterschätztes Potential?
Hochschule
Universität Bremen
Veranstaltung
Public Health als multidisziplinäre Problemanalyse am Beispiel Brustkrebs
Autor
Jahr
2006
Seiten
12
Katalognummer
V109876
ISBN (eBook)
9783640080540
Dateigröße
547 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stillen, Prävention, Brustkrebs, Potential, Public, Health, Problemanalyse, Beispiel
Arbeit zitieren
Ulrike Binias (Autor), 2006, Stillen als primäre Prävention gegen den Brustkrebs - ein unterschätztes Potential?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/109876

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