Die Machtverhältnisse zwischen Mann und Frau in Shakespeare’s „A Midsummer Night’s Dream“


Seminararbeit, 2002

13 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung:

2. Die Demonstration der Macht des Mannes über die Frau
2.1 Das Patriarchat und der Staat
2.2 Der Machtkampf im Reich der Feen und Trolle

3. Männer und ihre zerstörerische Wirkung auf die Situation und Beziehungen der Frau
3.1 Der Verlust von weiblicher Gemeinschaft
3.2 Die Folgen der Hochzeit für die Situation der Frau

4. Die heimliche Stärke der Frau
4.1 Die Mittel der weiblichen Machtausübung

5. Schluss:

6. Bibliographie:

1. Einleitung:

Obwohl Shakespeare seine Werke vor Hunderten von Jahren verfasste, ist er heute noch immer aktuell und präsent. Die Themen seiner Stücke haben nie an Aktualität verloren. Gerade bei „A Midsummer Night’s Dream“ trifft diese Aussage voll und ganz zu. Nicht nur die Wandelbarkeit der Liebe, sondern auch das sexuelle Begehren und Verlangen von Mann und Frau spielen eine große Rolle in diesem Stück.[1] Doch in dieser Analyse soll der Schwerpunkt auf einem anderen, heute aber genauso modernen und oft diskutierten, Thema liegen, der Beziehung zwischen Mann und Frau. Shakespeare schrieb dieses Stück zu einer Zeit, in der der Mann eine bevorzugte Stellung im Staat und in der Familie inne hatte. Die Macht war in den Händen von Männern konzentriert, doch die höchste politische Autorität war weiblich. Elizabeth war Königin von England und stellte somit, die mächtigste politische Institution dar, die es zu achten und zu ehren galt. Wie Shakespeare die Beziehung und Machtverhältnisse zwischen Mann und Frau angesichts dieser Erwartungen des Königshauses und der männlichen Bevölkerung darstellte, soll im Folgenden angesprochen werden. Besondere Aufmerksamkeit soll dabei auf die Art und Weise wie Männer ihre Macht demonstrieren, die Behandlung der Frauen durch die Männer, die Folgen der Hochzeit für die Frau und den Widerstand der Frau gegen die männliche Vorherrschaft gelenkt werden.

2. Die Demonstration der Macht des Mannes über die Frau

2.1 Das Patriarchat und der Staat

Es gibt unzählige Stellen, in denen deutlich auf die Vormachtstellung der Männer hingewiesen wird. Gleich zu Beginn der finale Sieg gegen die Amazonen, ein von Frauen regiertes Volk, das die Männer nur zur Sicherung des eigenen Fortbestands benutzt.[2] Die Bedrohung der männlichen Vorherrschaft durch dieses emanzipierte Frauenvolk, schaltet Shakespeare durch deren Niederlage aus und wähnt den privilegierten, herrschenden Mann des 16. Jahrhunderts in der gewohnten, unantastbaren Sicherheit ihrer Vormachtstellung. Man muss nicht lange weiterlesen, um auf das nächste Problem zwischen Mann und Frau zu stoßen. Hermia will ihren zukünftigen Ehemann Demetrius, den ihr Vater für sie ausgesucht hat, nicht heiraten. Doch ihr Vater Egeus macht schnell klar, wer hier das Sagen hat:

As she is mine, I may dispose of her

Which shall be either to this gentleman

Or to her death, according to our law

Immediately provided in that case. ( I.1. 42-45 )

„Egeus is too wilfully absorbed in his own paternal despotism to take account of Hermia's feelings, even to take account of her life“, wie es Calderwood ausdrückt.[3] In dem Fall der Ungehorsamkeit fordert er sogar ihren Tod. Doch auch Demetrius macht sich keine Gedanken, wie die Person, die er liebt, fühlt. Er besteht auf sein Recht, wenn der Preis auch Hermias Unglück sein soll. Theseus, der die Staatsgewalt darstellt, muss auch nicht lange nachdenken, um ein gerechtes Urteil im Sinne des patriarchalischen Staates zu fällen.

What say you, Hermia? Be advised, fair maid.

To you your father should be as a God,

One that composed your beauties, yea, and one

To whom you are but as a form in wax,

by him imprinted, and within his power

To leave the figure or disfigure it. ( I.1. 46-51 )

Theseus Aussage vom Vater als Künstler, der sein Kind entworfen hat, vernachlässigt die Rolle der Mutter vollständig. Es wird der Eindruck erweckt, als sei die Mutter nicht von Bedeutung. Diese Vorstellung der Kinderzeugung entspricht dem mittelalterlichen Glauben, in dem der Vater die gebende und die Mutter die empfangende Rolle im Entstehungsprozess eines Kindes spielt. Und da der Vater somit alleinverantwortlich für die Entstehung seines Kindes ist, hat dieser auch das Recht, das geschenkte Leben wieder zu nehmen.

In Egeuses Verteidigung ist zu erwähnen, dass auch dieser sich in einer schwierigen Situation befindet. Durch die bevorstehende Heirat, muss er einsehen, dass sein Einfluss auf sein eigen Fleisch und Blut nun ein Ende hat. Die letzte Entscheidung bei der er noch ein Bestimmungsrecht besitzt, ist die Wahl des Ehepartners für seine Tochter, und dieses soll ihm jetzt auch noch genommen werden. Das kann er nicht akzeptieren. Egeus geht es in dieser Entscheidung nicht wirklich um Demetrius oder Lysander. Lysander stellt klar:

I am, my lord, as well derived as he,

As well possessed. My love is more than his,

My fortunes every way as fairly ranked,

If not with vantage, as Demetrius’;

And—which is more than all these boasts can be—

I am beloved of beauteous Hermia. ( I.1. 99-104)

Da beide Gentlemans gleichen Standes, Ansehens und Besitzes sind, sollte es keinen Unterschied für Egeus machen, welcher der beiden sein zukünftiger Schwiegersohn werden wird, da das Erbe somit gesichert ist. Dass Egeus den Tod seiner Tochter trotz ihres Ungehorsams nicht wirklich will, bestätigt er, als er von dem Verrat Hermias und Lysanders erfährt, doch lediglich den Kopf Lysanders und nicht den Hermias fordert.

[...]


[1] vgl. Kott, Jan, Shakespeare Our Contemporary, Norfolk, 1972, 174 ff..

[2] vgl. Montrose, Louis A., „ A Midsummer Night’s Dream and the Shaping Fantasies of Elizabethan Culture“, in: Ferguson, M., M. Quilligan, N. Vickers (Hrsg.), Rewriting the Renaissance: The Discourses of Sexual Difference in Early Modern Europe, Chicago, London, Basingstoke, 1983, 70-71.

[3] Calderwood, James L., A Midsummer Night’s Dream, New York, 1992, 168.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Die Machtverhältnisse zwischen Mann und Frau in Shakespeare’s „A Midsummer Night’s Dream“
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Anglistisches Seminar)
Veranstaltung
Einführung in die Literaturwissenschaft
Note
1,7
Autor
Jahr
2002
Seiten
13
Katalognummer
V111555
ISBN (eBook)
9783640096053
ISBN (Buch)
9783656250029
Dateigröße
383 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Machtverhältnisse, Mann, Frau, Shakespeare’s, Midsummer, Night’s, Dream“, Einführung, Literaturwissenschaft
Arbeit zitieren
Christian Weckenmann (Autor), 2002, Die Machtverhältnisse zwischen Mann und Frau in Shakespeare’s „A Midsummer Night’s Dream“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/111555

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