Die Bevölkerungsentwicklung im Landkreis Jerichowerland und der Stadt Genthin bis zum Jahr 2025


Essay, 2008

11 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kernaussagen

1 Demographische Entwicklung in Deutschland

2 Die demographische Entwicklung in Sachsen-Anhalt

3 Der Landkreis Jerichower Land und die Stadt Genthin im Jahr 2025

4 Schlussbetrachtung

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Sachsen-Anhalt Voraussichtliche Bevölkerungsveränderung bis zum Jahr 2025

Tab. 2: Sachsen-Anhalt Anteil ausgewählter Altersgruppen an Bevölkerung insgesamt

Tab. 3: Voraussichtliche Bevölkerungsveränderung bis zum Jahr 2025

Tab. 4: Anteil ausgewählter Altersgruppen an Bevölkerung insgesamt

Tab. 5: Bevölkerungsvorausberechnung 2005 bis 2025 der Altersgruppe 0 – 5 Jahre

Kernaussagen dieses Essay´s:

Seit 33 Jahren liegen die Kinderzahlen in Deutschland unter jenem Wert, der für eine langfristig stabile Bevölkerungsentwicklung notwendig wäre.

Die Geburtenrate ist in Sachsen-Anhalt nachhaltig niedriger als in Westdeutschland und der Wanderungssaldo ist ebenfalls negativ, d.h. jedes Jahr verlassen mehr Menschen das Land als zuwandern.

Sachsen-Anhalt verzeichnet seit 1950 (3.607.586 Einwohner) eine kontinuierliche Abnahme der Bevölkerung. (Stand 31.12.2005: 2,47 Millionen Einwohner)

Bis zum Jahr 2025 wird sich dieser Trend weiter verstärken. So werden im Jahr 2025 nur noch ca. 1,97 Millionen Menschen in Sachsen-Anhalt leben.

Das Jerichower Land wird von seinen derzeit ca. 102.000 Einwohnern nach Schätzung bis zum Jahr 2025 21,5 Prozent verlieren.

Betrug der Bevölkerungsstand der 0-5 Jährigen im Landkreis Jerichower Land im Jahr 2005 noch 3667 Personen so wird er sich bis 2025 auf 1970 Personen in dieser Altersgruppe verringern.

In der Stadt Genthin lebten zum Stichtag 31.12.2007 13899 Einwohner. Davon waren 6836 männlichen und 7063 weiblichen Geschlechts.

Im Jahr 2007 konnten für die Stadt Genthin 105 Lebendgeborene zu 188 Sterbefällen verzeichnet werden. Reduziert sich die Bevölkerung analog den Prognosen für das Jerichower Land, dann wird die Einwohnerzahl der Stadt Genthin bis zum Jahr 2025 ca. 11200 betragen.

Im Jahr 2005 betrug die Kinderzahl (0-6 Jahre) in Genthin im Mittel 520 Kinder. Prognostiziert werden für das Jahr 2015 nur noch maximal 380 Kinder in Genthin.

1 Demographische Entwicklung in Deutschland

Seit 33 Jahren liegen die Kinderzahlen in Deutschland unter jenem Wert, der für eine langfristig stabile Bevölkerungsentwicklung notwendig wäre.1 Die Zahl der Lebendgeborenen hat sich nach einem Höhepunkt zur Mitte der 1960er Jahre („Baby-Boom“) nahezu kontinuierlich verringert. Sie wird auch in Zukunft weiter absinken. Selbst wenn das Geburtenniveau je Frau steigen würde, werden die potenziellen Elterngenerationen beständig kleiner. So liegt seit Anfang der 1970er Jahre die Zahl der Gestorbenen über den Geburtenzahlen. Im Jahr 2006 sind in Deutschland 672.000 Kinder zur Welt gekommen. Bereits der Vergleich zum Jahr 1964, in dem 1.357.000 Kinder geboren wurden, zeigt die Dimension des Geburtenrückgangs an. Die Geburtenzahlen haben sich in dieser Zeit nahezu halbiert.2

Doch erst langsam stellt sich die Nation der demographischen Herausforderung. Denn geringe Kinderzahlen bei gleichzeitig zunehmender Lebenserwartung bedeuten hohe Kosten für eine alternde Gesellschaft bei gleichzeitig schwindender wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Betrachtet man die Zahl der Geburten je 1.000 Einwohner, so liegt Deutschland, wie schon vor 30 Jahren, weltweit auf dem letzten Platz. Dieser Messwert ist besonders wichtig, denn er beschreibt die Kopfstärke der nachwachsenden Generation, die für die Lösung der Zukunftsaufgaben zur Verfügung steht. Sie ist im Vergleich zu den Älteren, die es zu versorgen gilt, nirgendwo so klein wie in Deutschland. Das gesamte System der sozialen Versorgung, der Renten-, Kranken und Pflegeversicherung gerät unter enormen Druck.3

Deutschland steht vor vielfältigen Herausforderungen, wobei die Veränderungen die Regionen Deutschlands in höchst unterschiedlichen Ausmaßen treffen werden.

2 Die demographische Entwicklung in Sachsen-Anhalt

Die Bevölkerung Sachsen-Anhalts war Ende des Jahres 2007 im Durchschnitt 45,5 Jahre alt. Das Durchschnittsalter der Frauen lag mit 47,4 Jahren um 4 Jahre über dem der Männer. Das Durchschnittsalter der Sachsen-Anhalter erhöhte sich seit 1990 um 7,0 Jahre. Ursache waren steigende Lebenserwartung, sinkende Geburtenzahlen und Abwanderung vor allem junger Leute. Regional betrachtet zeigen sich deutliche Unterschiede. Die jüngste Bevölkerung lebt im Norden Sachsen-Anhalts. Der Altmarkkreis Salzwedel weist ein Durchschnittsalter von 44,1 Jahren auf. Eine vergleichsweise junge Bevölkerung hat auch der Landkreis Börde (44,2 Jahre). Am ältesten ist die Bevölkerung in der kreisfreien Stadt Dessau-Roßlau (47,4 Jahre) sowie im Landkreis Mansfeld-Südharz (46,6 Jahre).4

Der demographische Wandel betrifft aber nicht allein Sachsen-Anhalt und Ostdeutschland, sondern die ganze Bundesrepublik und Europa und ist letztlich ein globales Phänomen. Seine Grundlinien – Verlängerung der Lebenserwartung, Verringerung der Geburtenzahlen, Zentralisierung und Urbanisierung – sind langfristige Entwicklungen, die sich politisch nur teilweise beeinflussen lassen. Dennoch hat dieser demographische Wandel neben der globalen auch eine oft vernachlässigte regionale Komponente. Die demographische Situation in Sachsen-Anhalt unterscheidet sich nicht wesentlich von der der anderen ostdeutschen Länder. Die Geburtenrate ist weiterhin niedriger als in Westdeutschland und der Wanderungssaldo negativ, d.h. jedes Jahr verlassen mehr Menschen das Land als zuwandern.5

Sachsen-Anhalt verzeichnet seit 1950 eine kontinuierliche Abnahme der Bevölkerung. Lebten im Jahr 1950 in Sachsen-Anhalt noch 3.607.586 Personen, so fiel die Bevölkerungszahl mit der Wiedergründung Sachsen-Anhalts im Jahr 1990 erstmals unter die 3 Millionen-Marke und verringerte sich bis zum 31.12.2001 weiter auf 2.580.626 Personen.6

Bei einer Fortdauer des heutigen Trends würden 2025 nur noch 2 Millionen Menschen in Sachsen-Anhalt leben.7 Damit wird das Land in gut einer Generation ein Drittel seiner Einwohner verloren haben. Gleichzeitig altert die Bevölkerung ganz erheblich. Neben den vielen materiellen Auswirkungen wird auch die Balance bzw. der Generationenvertrag zwischen älteren und jüngeren Bevölkerungsgruppen in Frage gestellt, wenn 2025 mehr als die Hälfte der Bevölkerung (54 Prozent) in Sachsen-Anhalt über 50 Jahre sein wird. Bis zum Jahr 2050 wird sich dieser Trend weiter verstärken. So werden im Jahr 2050 ca. nur noch 1,6 Millionen Menschen in Sachsen-Anhalt leben. Davon werden 38 Prozent älter als 65 Jahre sein und weitere 17,2 Prozent werden bereits 80 Jahre und älter sein.8

[...]


1 Kröhnert, S./Medicus, F./Klingholz, R. (2006): Die demographische Lage der Nation – Wie zukunftsfähig sind Deutschlands Regionen? Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. Kurzfassung. Berlin 2006, S.3

2 Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (2008): Geburtenrückgang und Wanderungsgewinne. Quelle: http://www.bib demographie.de/cln_090/nn_750728/DE/Demographie/Altersaufbau/bevoelkerungsbilanz.html

3 Oberender, P./Hebborn, A./Zerth, J. (2006): Wachstumsmarkt Gesundheit. 2. Aufl. Lucius&Lucius Verlag. Stuttgart 2006 S. 110-115.

4 Statistisches Landesamt Sachen-Anhalt (2008): Quelle: http://www.stala.sachsen-anhalt.de

5 Dienel, C. (2005): Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Regionalentwicklung Herausforderung und Chance. Prof. Dr. Christiane Dienel Hochschule Magdeburg-Stendal (FH). unveröffentlichter Vortrag. Bad Düben 2.Juni 2005, S. 2-12.

6 Gender Report Sachsen-Anhalt (2002): Teil II – Frauen und Männer in Sachsen-Anhalt. Gender-Institut Sachsen-Anhalt. Magdeburg 2002, S. 91.

7 Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr Sachsen-Anhalt (2007): Bevölkerungsentwicklung bis 2025 4. Regionalisierte Bevölkerungsprognose. Statistisches Landesamt. Halle 2007, S. 1-6.

8 Statistisches Bundesamt (2007): 11. Koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung für Sachsen-Anhalt. Quelle: http://www.destatis.de/laenderpyramiden/ vom 06.01.2008

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Details

Titel
Die Bevölkerungsentwicklung im Landkreis Jerichowerland und der Stadt Genthin bis zum Jahr 2025
Autor
Jahr
2008
Seiten
11
Katalognummer
V112687
ISBN (eBook)
9783640122394
ISBN (Buch)
9783640123803
Dateigröße
462 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bevölkerungsentwicklung, Landkreis, Jerichowerland, Stadt, Genthin, Jahr
Arbeit zitieren
M.A. Gordon Heringshausen (Autor), 2008, Die Bevölkerungsentwicklung im Landkreis Jerichowerland und der Stadt Genthin bis zum Jahr 2025, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112687

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