Die Adaption von diversen Thesen Kants und Nietzsches. Dargestellt durch ausgewählte Songs der Prog-Metal-Band Tool


Hausarbeit, 2021

18 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zusammenhang zwischen Musik und Philosophie-Stand der Forschung

3. Immanuel Kant-Leben und Werk
3.1. Kritik der reinen Vernunft-Rezeption und Wirkung
3.2. Kritik der praktischen Vernunft-Rezeption und Wirkung

4. Friedrich Nietzsche-Leben und Werk
4.1. Die Geburt der Tragödie-Rezeption und Wirkung
4.2. Zur Genealogie der Moral-Rezeption und Wirkung

5. Die Band Tool und deren Rezeption
5.1. „Lateralus“ in Verbindung mit „Kritik der reinen Vernunft“
5.2. „Right in Two“ in Verbindung mit „Kritik der praktischen Vernunft“
5.3. „Schism“ in Verbindung mit „Geburt der Tragödie“
5.4. „Vicarious“ in Verbindung mit „Zur Genealogie der Moral“

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

8. Anhang

1. Einleitung

Die Aussagen und Theorien sowohl von Immanuel Kant (Kapitel 3) als auch von Fried­rich Nietzsche (Kapitel 4) haben heute noch Gültigkeit und werden entsprechend oft zi­tiert.

Aber ist das wirklich so? Und wenn dem so ist, gilt das für alle Bereiche des gesell­schaftlichen Zusammenlebens?

Im Folgenden werden diese Fragen nicht nur beantwortet, sondern es wird auch aufge­zeigt, dass die Denkanstöße sowohl von Kant als auch von Nietzsche bis in die Bereiche der modernen Kultur und deren Subkulturen hineinreichen.

Die Beweisführung geschieht anhand von Texten der US-Amerikanischen Prog-Metal­Band Tool. Das bedeutet, die ausgewählten Werke der beiden deutschen Philosophen werden mit Texten in Prosaform in einen kausalen Zusammenhang gesetzt.

Die genannte Formation Tool wurde bewusst gewählt, da die Band selbst ihre Texte im­mer wieder in einen philosophischen Kontext bringt und auch deren Hörer bzw. „Fans“ nicht müde werden, die teilweise kryptischen Texte zu deuten und zu interpretieren (Ka­pitel 5).

Es werden von den zu beschreibenden Personen bzw. der Formation biografische Daten genannt, da die zeitliche Einordnung der zu untersuchenden Subjekte eine maßgebliche Rolle spielt bei der Beantwortung der anfänglichen Frage.

Da sowohl Kant als auch Nietzsche grundlegende und auch wegweisende Gedanken über Philosophie, Moral und gesellschaftliches Zusammenleben geschrieben haben, ha­ben besonders die biografischen Gegebenheiten maßgeblichen Einfluss auf die Genese der jeweiligen Werke.

Dabei werden sowohl Rezeption als auch die Wirkung nicht komplett abgebildet, son­dern nur wesentliche Erkenntnisse, damit diese in den Kapiteln 5.1. bis 5.4. mit den Texten in Prosaform verglichen werden und eine Kausalität in Kapitel 6 hergestellt wird.

2. Zusammenhang zwischen Musik und Philosophie-Stand der Forschung

Jürgen Stolzenberg konstatiert 2019 im Kapitel „Philosophie als „größte Musik“ und Musik als höchste Philosophie?“ des Buches „Religion. Geist. Musik“: „Die Philoso­phie ist insofern ,größte, höchste, vortrefflichste Musik‘, als sie nicht nur selber zu den musischen Tätigkeiten zählt, sondern darüber hinaus auch die Prinzipien der Ordnung alles Seienden, die Ideen, erkennt und durch sie eine von der Liebe zur Weisheit ge­prägte Lebensform begründet. Soweit die naheliegende und oft vertretene Deutung von Sokrates' Wort von der Philosophie als höchster Musik.“1

Ferner wird im gleichen Kapitel festgestellt: „Die Musik ist daher, wie Nietzsche es im Vorwort zur Tragödienschrift und als Widmung an Wagner im Anschluss an Schopen­hauer formuliert hat, die „höchste Aufgabe“ und die „eigentlich metaphysische Tätig­keit dieses Lebens“. In diesem analogen Sinne kann Musik als höchste Philosophie be­zeichnet werden.“2

Nach Stolzenberg ist ein kausaler Zusammenhang zwischen Musik im Allgemeinen und der Philosophie hergestellt.

Kant beschäftigte sich nicht nur mit der genannten Metaphysik, sondern auch mit den Prinzipien der Logik, also der Ordnung (siehe Kapitel 3).

Nietzsche benennt nicht nur in o.g. Ausführung ganz klar den Zusammenhang zwischen Philosophie und Musik, sondern in Kapitel 4 wird auch noch näher erläutert, wie diese metaphysische Tätigkeit gestaltet wird.

3. Immanuel Kant-Leben und Werk

Immanuel Kant wurde am 22. April 1724 als viertes von elf Kindern des pietistischen Sattlers Johann Georg Kant und dessen Ehefrau Anna Regina (geborene Reuter) in Kö­nigsberg geboren. Während er das pietistische Collegium Fridericianum besuchte (1732 bis 1740), starb seine Mutter (1738). 1740 begann Immanuel Kant, an der Universität Königsberg Philosophie, Mathematik und Naturwissenschaft zu studieren. Er hörte nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1746 damit auf und arbeitete dann neun Jahre lang als Hauslehrer.3

1755 promovierte Immanuel Kant und begann, als Privatdozent an der Universität Kö­nigsberg Vorlesungen zu halten. Die angebotene Professur für Dichtkunst lehnte er 1764 ab, aber im Jahr darauf nahm er eine Stelle als Bibliothekar der Königlichen Schlossbibliothek in Königsberg an. 1769 hätte er als Professor sowohl nach Jena als auch nach Erlangen ziehen können, aber er hoffte auf einen Ruf der Universität Königs­berg. Den erhielt er 1770. So wurde er ordentlicher Professor für Metaphysik und Lo­gik. Zwei Jahre später gab er seine Tätigkeit in der Schlossbibliothek auf. 1786 wurde Immanuel Kant Rektor der Universität, und im Jahr darauf konnte er sich ein eigenes Haus leisten. 1797 gab der inzwischen 73-Jährige seine Lehrtätigkeit auf. Immanuel Kant starb am 12. Februar 1804.4

Trotz aller Diskussionen und Tragik gilt Immanuel Kant als der bedeutendste deutsche Philosoph. Sein Denken brachte die Aufklärung zum Abschluss und überwand sie zu­gleich. Er begründete den deutschen Idealismus, und seine Philosophie bildete den Aus­gangspunkt für viele der neueren philosophischen Richtungen.5

3.1. Kritik der reinen Vernunft-Rezeption und Wirkung

Eine ausführliche Besprechung dieses Werkes ist hier nicht möglich, daher wird sich auf die Wirkung bei Veröffentlichung und heutige Rezeption beschränkt.

Ferner werden maßgebliche Erkenntnisse aus diesem Werk genannt, damit diese im Ka­pitel 5.1. angewendet werden können.

Philip Hölzing schreibt 2015 in seinem Buch „Ein Laboratorium der Moderne“, dass Kants „Kritik der reinen Vernunft“ eines der bedeutendsten Werke der Philosophiege­schichte sei. Ferner führt Hölzing aus, dass Kant durch diese Veröffentlichung nicht nur weltberühmt, sondern auch zum Fixpunkt aller politischen und philosophischen Diskus­sionen im Deutschland der damaligen Zeit wurde. Kant begeht mit seiner Kritik der rei­nen Vernunft eine Richtung, die bis hierhin unerreicht war. Er setzt Erkenntnis und Transzendenz als Grundlage.6

In der „Kritik der reinen Vernunft“ (1781) untersuchte Kant, was menschliches Erken­nen ist, wie Heiko Reisch 2018 in dem Buch „Eine kleine Geschichte der Philosophie“ in seinem Kapitel über Kant schreibt. Von einem in seinem eigentlichen Sein nicht er­kennbaren „Ding an sich“ strömt etwas Undefinierbares aus. Einen Teil davon können wir wahrnehmen - allerdings nur in vorgegebenen Anschauungs- und Denkformen. Kant ging also davon aus, dass alles Erkennen aus zwei Quellen gespeist wird: die In­halte werden sukzessiv von außen gewonnen, die Formen aber, in denen diese Erfahrun­gen bewusstwerden, stammen aus dem überindividuellen menschlichen Geist. Raum und Zeit nannte Kant als Beispiele solcher Formen.7

3.2. Kritik der praktischen Vernunft-Rezeption und Wirkung

Auch hier soll lediglich eine Zusammenfassung dargestellt werden, damit diese Er­kenntnisse in dem Kapitel 5.2. Anwendung finden können.

Mit Ethik befasste sich Kant in der „Kritik der praktischen Vernunft“ (1788). Kant war überzeugt, dass der Mensch einerseits durch die Vernunft weiß, was er soll, aber die Freiheit hat, es zu tun oder nicht. Das Prinzip der Sittlichkeit fasste er bereits 1785 im kategorischen Imperativ zusammen: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“8

Jan Rommerskirchen bemerkt 2019 in dem Buch „Das Gute und das Gerechte“ in sei­nem Kapitel „Grundlagen der Ethik“, dass Kants Freiheitsbegriff sich auf seine Anthro­pologie bezieht: „Der Mensch ist als vernünftiges Wesen in der Lage, seine sinnlichen Bedürfnisse zu prüfen und ihnen zu widerstehen, wenn es vernünftige und rationale Gründe dafür gibt. Tiere besäßen weder Vernunft noch Freiheit, daher folge ihr Han­deln lediglich ihren Begierden und Instinkten. Diese zwängen sie dazu, nach Lust zu streben und Leid zu vermeiden. Tiere kennten keine vernünftigen Gründe, für oder ge­gen die sie sich frei entscheiden könnten. Diese Freiheit, der Stimme der Vernunft zu gehorchen, habe nur der Mensch.“9

Ferner führt Rommerskirchen an: „Der Gegensatz von Pflicht und Neigung ist in Bezug auf die Sittlichkeit einer Handlung nichts anderes als der Gegensatz von Autonomie und Heteronomie in Bezug auf die Freiheit des Menschen. Das Gute zu wollen und zu tun, ist für Kant deshalb Ausdruck der Freiheit und der Selbstbestimmung des Menschen - wenn die Handlung ausschließlich des guten Willens folgt.“10

Vor dem Hintergrund dieser Maxime und dem in der »Kritik der praktischen Vernunft« postulierten Faktum der Vernunft haben wir den Einstieg in Kants Rechts- und Staats­philosophie gefunden, die auf diesem Weg mit einer apriorischen, rationalistischen Be­gründung einer freiheitlichen Rechtsstaatlichkeit eröffnet wird.

4. Friedrich Nietzsche-Leben und Werk

Der Philosoph Nietzsche kam aus einem protestantischen Pfarrhaus, wie viele Philoso­phen des 19. Jahrhunderts. 1844 wurde er in Röcken in der Nähe von Leipzig geboren und verstarb im Jahre 1900 in Weimar. Nach dem Abitur 1864 immatrikulierte sich Nietzsche in Bonn an der theologischen Fakultät und wechselte im folgenden Se­mester zur klassischen Philologie. Im Herbst 1865 setzte er das Studium in Leipzig fort. Zu dieser Zeit entdeckte Nietzsche Schopenhauers Schrift „Die Welt als Wille und Vor­stellung“, die auf seine Entwicklung wesentlichen Einfluss hatte. Getragen von der Lei­denschaft Schopenhauers, widmete er sich dem Studium der Philologie. Auf diesem Fachgebiet promovierte und habilitierte er nicht nur, sondern bekleidetet auch verschie­dene Lehrtätigkeiten.11

Thomas Meißner schreibt 2019 über Nietzsche, dass dieser seit seiner Kindheit an Krankheiten wie Migräne und Schlafstörungen litt. „Der zu Lebzeiten weitgehend unbe­kannte Philosoph und Schriftsteller suchte häufig Kurorte auf, unterzog sich Diäten, konsultierte viele Ärzte und konsumierte reichlich Medikamente, darunter das Schlaf­mittel Chloralhydrat. Eine Chloralhydrat-Vergiftung war deshalb wohl eine der vielen Diagnosen, die glühende Verehrer Nietzsches, vor allem aber seine Schwester Elisabeth Förster-Nietzsche, als Gründe für den 11 Jahre andauernden körperlichen und geisti­gen Verfall angeführt haben.12

Diese diffuse Krankheitsgeschichte ist ein Erklärungsansatz für Nietzsches Weltan­schauung und seine zeitgenössischen, radikalen Analysen, mündend in den beispielhaf­ten Werken: „Geburt der Tragödie“ (siehe Kapitel 4.1.) und „Zur Genealogie der Mo­ral“ (siehe Kapitel 4.2.).

Reisch schreibt dazu: „ Nietzsche entwickelt kein philosophisches System, sondern ein zeitkritisches Experimentierfeld radikaler Gedanken. Er ist ein Zeitdiagnostiker und sieht sich als einen Zertrümmerer von Vorstellungen und Werten der eigenen Gegen­wart, die in seinen Augen der Ausdruck einer kompletten Verfallsgeschichte sind.“13

[...]


1 Stolzenberg (2019): „Philosophie als „größte Musik“ und Musik als höchste Philosophie?“, S.42.

2 Stolzenberg (2019): „Philosophie als „größte Musik“ und Musik als höchste Philosophie?“, S.55-56.

3 vgl. Hinske (1977): „Immanuel Kant“, S.110-111.

4 vgl. Hinske (1977): „Immanuel Kant“, S.112-124.

5 vgl. Hinske (1977): „Immanuel Kant“, S. 125.

6 Vgl. Hölzing (2015): „Kant“, S. 65.

7 Vgl. Reisch (2018): „Kant-Vernunft als methodisches Verfahren“, S. 139-140.

8 Vgl. Reisch (2018): „Kant-Vernunft als methodisches Verfahren“, S.141.

9 Rommerskirchen (2015): „Das Gute und das Gerechte“, S.102.

10 Rommerskirchen (2015): „Das Gute und das Gerechte“, S. 105.

11 Vgl. Nemec (1999): „Nietzsche, Friedrich“, S. 249.

12 Meißner (2019): „Friedrich Nietzsche-Zeichen einer Mitochondriopathie“, S. 259.

13 Reisch (2018): „Nietzsche-Wahrheit als Trieb“, S. 188.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Die Adaption von diversen Thesen Kants und Nietzsches. Dargestellt durch ausgewählte Songs der Prog-Metal-Band Tool
Hochschule
DIPLOMA Fachhochschule Nordhessen; Abt. Hannover
Veranstaltung
Ethische und sozialphilsophische Grundlagen
Note
1,0
Autor
Jahr
2021
Seiten
18
Katalognummer
V1128967
ISBN (eBook)
9783346492746
ISBN (Buch)
9783346492753
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Philosophie, Soziologie, Heavy-Metal, Kant, Nietzsche, Progressive-Metal, Prog-Metal, Ethik, Subkultur, Soziale Arbeit, Sozialpädagogik, Tool, Jugendkultur
Arbeit zitieren
Daniel Ude (Autor:in), 2021, Die Adaption von diversen Thesen Kants und Nietzsches. Dargestellt durch ausgewählte Songs der Prog-Metal-Band Tool, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1128967

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