Die Begründung staatlicher Gewalt - Legitimationsbeispiele der Politischen Ideengeschichte


Essay, 2005
13 Seiten
Dr. Stefan Schweizer (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einordnung in den Unterrichtszusammenhang

3. Fachwissenschaftliche Analyse und didaktische Begründung des Unterrichtsstoffs

4. Begründung des methodischen Vorgehens

5. Formulierung der Lernziele Geplanter Unterrichtsverlauf

7. Literatur

8. Tafelbild zu Hobbes

9. Materialien

1. Einleitung

Der folgende fachdidaktisch orientierte Aufsatz beschäftigt sich mit einem schwierigen Thema der gymnasialen Oberstufe im Politikunterricht. Es handelt sich dabei um das Themengebiet des Rechts und der Rechtsordnung in der Bundesrepublik Deutschland. Relevante Fragen dabei sind: Wie kann staatliche Gewalt legitim begründet werden? Was veranlasst Menschen dazu, den Staat als ausübenden Teil der Gewalt anzuerkennen?

Die dergestalt skizzierten Fragen und weitere Aspekte werden an zwei Klassikern der Politischen Ideengeschichte abgearbeitet. Es handelt sich dabei um Thomas Hobbes und John Locke.

Der Aufsatz umfasst folgende Teile: 1. Die Einordnung in den Unterrichtszusammenhang 2. die fachwissenschaftliche und didaktische Analyse des Unterrichtsstoffs 3. ein Beispiel für das methodische Vorgehen 4. mögliche Lernziele 5. ein denkbares Verlaufsschema 6. Literaturangaben und 7. Tafelanschrieb und wertvolle Materialien.

2. Einordnung in den Unterrichtszusammenhang

Die Unterrichtsstunde findet innerhalb der Lehrplaneinheit 3, Klasse 11 ,“Das Recht und die Rechtsordnung in der Bundesrepublik Deutschland“ statt. Innerhalb der auf ca. 14 Stunden konzipierten Unterrichtseinheit findet der Unterrichtsbesuch in der dritten Stunde statt. Die ersten drei Stunden drehen sich um die Notwendigkeit staatlicher Gewalt und die Bedeutung des Rechts. Ausdrücklich finden sich im Lehrplan Hinweise auf Texte der politischen Theorie und Staatstheorie über die Verwirklichung von Individualrechten und das staatliche Gewaltmonopol. Vor dem Unterrichtsbesuch wurden die ersten beiden Unterrichtsstunden „Wozu Staat und Recht?“ sowie „(Geschichtlicher Abriss über die) Funktion des Staats und seines Rechts“ gehalten. Der Unterrichtsbesuch findet zum Thema „Begründung staatlicher Gewalt“ statt. Der nächste große Block der Unterrichtseinheit wird in der Kategorisierung, Thematisierung und Problematisierung der Grundrechte bestehen. Die Schüler/innen sollen auf besondere Vorzüge und Chancen, aber auch Grenzen und Gefahren der Grundrechte in der demokratischen Verfasstheit der bundesrepublikanischen Staatsordnung hingewiesen werden. Die Unterrichtseinheit wird durch den Unterrichtsblock hinsichtlich der Stellung und Bedeutung des Bundesverfassungsgerichts in der Staats- und Rechtsordnung der Bundesrepublik Deutschland abgeschlossen.

3. Fachwissenschaftliche Analyse und didaktische Begründung des Unterrichtsstoffs

Da der Unterrichtsinhalt im Thema des Gesellschaftsvertrags besteht, so bietet es sich z.B. an, Thomas Hobbes und bzw. oder John Locke zu behandeln. Im Folgenden werden die Theoretiker rekonstruiert und abschließend auf ihren Gehalt hinsichtlich einer Behandlung im Unterricht durchleuchtet.

Hauptziel und -anliegen der Vertragstheoretiker ist die Legitimierung und Etablierung staatlicher Herrschaft.[1] Staatliche Herrschaft soll dadurch gerechtfertigt werden, dass alle unter dieser staatlichen Herrschaft lebenden Menschen als Freie und Gleiche dieser durch einen Vertrag zugestimmt haben. Theoretisch muss die erneute Zustimmung zu der gewählten Herrschaftsart und -form immer wieder aufs Neue erfolgen können.[2] Alle Vertragstheorien können sich daher als Möglichkeit einer beliebig wiederholbaren Neuschöpfung des politischen Universums verstehen.[3] Zunächst wird in den verschiedenen Vertragstheorien ein bestimmtes Menschenbild skizziert. Dieses Menschenbild ist für die weiteren Schlussfolgerungen bis zur Staatskonstitution bestimmend.[4] Nach den das Individuum betreffenden Überlegungen werden von den Vertragstheoretikern (das Kollektiv betreffende) Szenarien entworfen: Menschen treffen aufeinander und befinden sich in einem Zustand des zumeist asozialen Miteinanders, das insbesondere durch die Bedingungen einer materiellen Ressourcenknappheit bestimmt wird. Dieses menschliche Zusammenleben in dem als Ur- bzw. Naturzustand titulierten Szenario ist nicht erstrebenswert. Konkurrenz- und Verteilungskämpfe um knappe Ressourcen gefährden das menschliche (Über-) Leben. Dem Individuum wohnt ein unveräußerlicher Selbsterhaltungstrieb inne, der durch die Gegebenheiten des Naturzustands gefährdet wird. Der Selbsterhaltungstrieb ist eine allerhöchste Priorität besitzende menschliche bzw. dem Menschen a priori immanente Eigenschaft. Um den menschlichen Trieb zum Überleben bei jedem gleichermaßen gewährleisten zu können, wird versucht, in ein "System der Kooperation einzutreten".[5] Dazu ist ein Vertragsabschluß nötig. Der Wille, den Vertrag abzuschließen basiert somit auf nutzenmaximierendem Denken bzw. ökonomischer Rationalität.[6] Durch den Vertragsabschluss wird Herrschaft konstituiert. Dabei ist der Vertrag Legitimationsfaktor für die gegründete Form der Herrschaft. Die Herrschaftsformen und -arten können unterschiedlicher Ausprägung sein. Zusammengefasst handelt es sich in den Werken der Kontraktualisten um vier verschiedene Bestandteile: 1. Es wird ein Menschenbild entworfen. 2. Das Menschenbild wirkt sich auf die Art des Naturzustandes aus. 3. Aus diesem bedrohlichen Naturzustand rettet sich der Mensch durch einen Vertragsabschluß. 4. Der Vertragsabschluß konstituiert Herrschaftsform und -art.

[...]


[1] M. Forsyth, Hobbes's contractarianism, in: D. Boucher, P. Kelly (Hrsg.), The social contract from Hobbes to Rousseau, S. 37

[2] K.G. Ballestrem, Vertragstheoretische Ansätze in der politischen Philosophie, in: Zeitschrift für Politik, 30 Jg., S. 4

[3] L. Siep, Vertragstheorie, in: U. Bermbach, K.-M. Kordalle (Hrsg.): Furcht und Freiheit. Leviathan-Diskussion 300 Jahre nach Thomas Hobbes, S. 130

[4] M. Dießelhorst, Nachwort, in: T. Hobbes, Leviathan, S. 310

[5] K.G. Ballestrem, Vertragstheoretische Ansätze in der politischen Philosophie, in: Zeitschrift für Politik, 30 Jg., S. 11

[6] W. Kersting, Die politische Philosophie des Gesellschaftsvertrags, S. 54

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Die Begründung staatlicher Gewalt - Legitimationsbeispiele der Politischen Ideengeschichte
Autoren
Jahr
2005
Seiten
13
Katalognummer
V114801
ISBN (eBook)
9783640148127
ISBN (Buch)
9783640148264
Dateigröße
621 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Begründung, Gewalt, Legitimationsbeispiele, Politischen, Ideengeschichte
Arbeit zitieren
Dr. Stefan Schweizer (Autor)Pia-Johanna Schweizer (Autor), 2005, Die Begründung staatlicher Gewalt - Legitimationsbeispiele der Politischen Ideengeschichte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114801

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