Bedeutungen des Landes für Aborigines


Hausarbeit, 2004

11 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Taditionelle Bedeutungen des Landes
2.1 Mythische Bedeutungen
2.2 Bedeutungen für die Sozialstruktur

3 Aktuelle bzw. gegenwärtige Bedeutungen des Landes
3.1 Landrechtsdebatten
3.2 Forschungsprojekt im Indigenen Ökotourismus

4 Problematiken
4.1 Verallgemeinerung von Erkenntnissen über Aborigines
4.2 Grenze zwischen 1. und 2.

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In dieser Hausarbeit möchte ich danach fragen, ob und wie sich die traditionellen Bedeutungen des Landes für die Aborigines durch die Besiedlung Australiens seit 1788, wodurch der Kontakt mit anderen Wertvorstellungen entstanden ist, verändert oder auch erweitert haben und wie diese möglichen neuen Bedeutungen aussehen. Diese Fragestellung ist deshalb v.a. vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Personen der australischen Gesellschaft, die nicht Aborigines sind, „an overwhelming influence on Aborigines“ haben, umgekehrt aber die „non-Aboriginal population of 12 millions, with (...) its rapid rates of social and economic change, is not matched by any comparable influence from the 200,000 Aborigines alongside“ (Schapper 1970: 55). Diese Ungleichheit hat zur Konsequenz, dass keine Gruppe der Aborigines ihre Einheit und Unabhängigkeit erhalten konnte (Berndt 1992: 492), wodurch eine Veränderung oder Erweiterung der traditionellen Bedeutungen des Landes wahrscheinlich ist.

Hierzu stelle ich zuerst unter Punkt 1 in 2 Teilen traditionelle Bedeutungen des Landes vor. Im folgenden Abschnitt stelle ich ebenfalls in 2 Teilen aktuelle bzw. gegenwärtige Bedeutungen des Landes für die Aborigines vor. Im 3. Arbeitsschritt werde ich auf generelle Problematiken dieser Hausarbeit eingehen. Abschließend folgt das Fazit.

Angemerkt sei hier noch, dass ich spezielle Begriffe und Konzepte wie bspw. „looking after“, „manager“ oder „place“ nicht übersetzt habe bzw. im originalen Wortlaut gelassen habe, um eine sprachliche Verfälschung dieser zu vermeiden.

2 Taditionelle Bedeutungen des Landes

Der erste Teil dieses Abschnitts bezieht sich v.a. auf die mythischen Bedeutungen des Landes, wobei ich mich auf „The world of the first Australians“ von Ronald M. und Catherine H. Berndt sowie auf die „The Encyclopedia of Aboriginal Australia“ von David Horton beziehe. Im zweiten Teil geht es dagegen um die Bedeutungen des Landes für die Sozialstruktur, wobei ich vornehmlich auf das „holding“ und auf die Rollen der sog. „manager“ und „owner“ eingehe. Hierbei beziehe ich mich auf „Pintupi Country, Pintupi Self“ von Fred R. Myers. Fragestellung ist dabei wie jeweils die Bedeutungen und die Personen in Bezug stehen.

2.1 Mythische Bedeutungen

„The relationship of Aborigines to land (…) are the focus of emotional and religious attitudes“ (Berndt und Berndt 1992: 135). Dieses Zitat zeigt, dass das Land in Verbindung mit religiösen und weltanschaulichen Vorstellungen zu sehen ist. Hierzu gehört, dass die Aborigines mit ihrer Umwelt und deren Teilen und Elementen sehr verbunden waren und dabei eine Weltanschauung hatten, in der Kern und Essenz von ihnen selbst mit dem Kern und der Essenz von Flora und Fauna identisch war. (Berndt und Berndt 1992: 136). Diese Beziehung ergibt sich auch aus dem Glauben, dass die Welt durch das Auftreten ihrer Vorfahren entstand, die wiederum mit ihren Aktivitäten der Landschaft ihr spezifisches Bild gaben (Horton 1994: 582). Aus Glaube und Weltanschauung der Aborigines ergibt sich also eine andere Auffassung von Natur und v.a. ein anderes Verständnis von Land.

Das hat nach Berndt und Berndt zur Folge, dass das gesamte Land als heilig betrachtet wird (1992: 137). Für den Einzelnen bedeutet dies, dass er zum einen die Manifestation eines heiligen mythischen Charakters ist, und zum anderen eine unmittelbare Beziehung mit dem Ort und dem Land hat, mit dem ein mythisches Wesen verbunden ist. (Berndt und Berndt 1992: 138) hat. Hierbei sind auch einzelne Gruppen der Aborigines durch die Wanderungen der mythischen Wesen mythisch und rituell miteinander verbunden (Berndt und Berndt 1992: 141). So konstatieren Berndt und Berndt, dass man sowohl von „of the land possesing men as of men possesing land“ (1992: 140) sprechen kann. Es lässt sich also sagen, dass religiöse und weltanschauliche Vorstellungen, das Land und die Personen in unmittelbarer und direkter Verbindung zu sehen sind bzw. nicht unabhängig voneinander gesehen werden können. Dies wird durch die Tatsache verstärkt, das sich die Vorstellungen verbindend auf einzelne Gruppen auswirken.

Anzumerken ist, dass man bspw. aus religionswissenschaftlicher Perspektive den Begriff des Dreaming oder meine gewählte Überschrift „Mythische Bedeutungen“ bspw. unter dem Feld der Eurozentrismen kritisieren könnte. Zu ersterem ist zu sagen, dass Berndt und Berndt vom „concept of the Dreamnig“ (1992: 137) sprechen und bspw. nicht von der Religion des Dreaming, also einen durchaus wertneutralen Begriff benutzen. Zu meiner Überschrift ist zu sagen, dass sich unter dieser die oben genannten Erkenntnisse gut zusammenfassen lassen und sie für die Thematik dieser Hausarbeit insofern sinnvoll ist.

Weiterhin ist bedeutsam, dass Berndt und Berndt den Taten der mythischen Wesen eine entscheidende Bedeutung bis in die Gegenwart beimessen (1992: 137), wobei sie allerdings die genauen Bedeutungen nicht ausführen.

2.2 Bedeutungen für die Sozialstruktur

Myers leitet sein Kapitel über Landbesitz bei den Pintupi mit dem Satz „It is not one man that holds a country; many do“ (1986: 127/ 153) ein, woraus man auf unterschiedliche Aufgabenverteilungen, Rechte und bestimmte Rollen in der Sozialstruktur schließen kann. Hierbei sind zuerst die Konzepte des „looking after“ und „holding“ zu nennen (Myers: 1986: 145). Sie spezifizieren die Rechte und Pflichten im religiösen Bereich über Rituale und geheime Verbindungen von Mythen, Liedern und Objekten (Myers 1986: 145- 146) und geben Aufschluss ob jemand über Rituale unterrichtet werden soll bzw. allgemein über Ansprüche und Forderungen (Myers 1986: 158). Die Personen, die nun an einem Ort wohnen kennen dessen geographische Eigenheiten, die untrennbar zu dem Dreaming gehören, besser als andere. Deshalb basieren die Bedeutungen der beiden Konzepte auf einer engen und aktiven Beziehung zwischen dem „holder“ und dem was er „hält“ (Myers 1986: 149), was sich auch in Myers Feststellung, dass das Land die äußere Erscheinung und Verkörperung der Subjektivität des „holders“ ist, zeigt (1986: 146).

[...]

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Details

Titel
Bedeutungen des Landes für Aborigines
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
11
Katalognummer
V115668
ISBN (eBook)
9783640170678
Dateigröße
357 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bedeutungen, Landes, Aborigines
Arbeit zitieren
Christian Johannsmann (Autor), 2004, Bedeutungen des Landes für Aborigines, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115668

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