Diese Arbeit wird die Darstellung der Frauenfiguren in Gotthold Ephraim Lessings bürgerlichen Trauerspielen "Miss Sara Sampson" und "Emilia Galotti" untersuchen. Die wichtigeren weiblichen Figuren werden bezüglich ihres Verhaltens, ihrer Vorstellungen vom Leben und ihrer Beziehungen zu anderen Figuren analysiert.
Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf den zwei Protagonistinnen, die zugleich Titelheldinnen sind, Sara Sampson und Emilia Galotti, aber auch ihre Antagonistinnen, Marwood und Orsina, sollen näher betrachtet werden. Die Figur der Claudia Galotti, der Mutter der Protagonistin Emilia, wird auch untersucht.
Am Ende werden die weiblichen Figuren aus diesen zwei Trauerspielen miteinander verglichen, um Parallelen bzw. Unterschiede aufzuweisen.
Die Nebenfiguren, wie beispielsweise die Kammermädchen oder auch Arabella, die junge Tochter Marwoods, werden außer Sicht gelassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Frauenfiguren in Miss Sara Sampson
2.1 Die Figur der Sara Sampson
2.2 Die Figur der Marwood
3. Frauenfiguren in Emilia Galotti
3.1 Die Figur der Emilia Galotti
3.2 Die Figur der Claudia Galotti
3.3 Die Figur der Gräfin Orsina
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Darstellung weiblicher Protagonistinnen und Antagonistinnen in Gotthold Ephraim Lessings bürgerlichen Trauerspielen "Miss Sara Sampson" und "Emilia Galotti", um deren Verhalten, Lebensvorstellungen und zwischenmenschliche Beziehungen zu analysieren und miteinander zu vergleichen.
- Analyse der Protagonistinnen Sara Sampson und Emilia Galotti
- Untersuchung der Antagonistinnen Marwood und Gräfin Orsina
- Betrachtung der Mutterfigur Claudia Galotti
- Vergleich der Frauenfiguren hinsichtlich Parallelen und Unterschieden
- Untersuchung der Auswirkungen von Erziehung und gesellschaftlichen Zwängen
Auszug aus dem Buch
Die Figur der Sara Sampson
Sara Sampson ist die Tochter des Sir William Sampson. Über die Mutter wird anfänglich nicht viel gesagt. Es scheint, dass sie früh verstorben ist, sogar wahrscheinlich nach Saras Geburt. Diese Annahme folgt aus Waitwells Bemerkung, dass er sich seit Saras Geburt um sie gekümmert hat: Ach Sarchen! Sarchen! Ich habe dich aufwachen sehen; hundertmal habe ich dich als ein Kind auf diesen meinen Armen gehabt; auf diesen meinen Armen habe ich dein Lächeln, dein Lallen bewundert. (Lessing, Sara, 5)
Erst im vierten Aufzug erfährt der Leser bzw. Zuschauer die Wahrheit über Saras Mutter, da Sara erwähnt, dass sie sich als „Muttermörderin“ (Lessing, Sara, 64) sieht, weil die Mutter im Kindbett gestorben ist. Sie bedauert auch, dass sie ohne mütterliche Liebe und Fürsorge aufwachsen musste. Sara sieht die Abwesenheit der mütterlichen Führung als Ursache ihrer Unerfahrenheit. So sagt sie, dass ihr Entschluss, Mellefont zu folgen und aus dem Vaterhaus zu flüchten, gar nicht stattgefunden hätte, „wenn eine zärtliche Mutter die Führerin meiner Jugend gewesen wäre!“ (Lessing, Sara, 65) Sie fügt sogar zu: „eine Mutter würde mich vielleicht mit lauter Liebe tyrannisiert haben, und ich würde Mellefonts nicht sein.“ (Lessing, Sara, 65) Hier wird angedeutet, dass die Abwesenheit der Mutter Saras Erziehung geprägt hat. In der folgenden Ausführung soll nun gezeigt werden, wie die Figur der Sara Sampson eingeführt und dargestellt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung umreißt die Untersuchung der Frauenfiguren in Lessings Trauerspielen und definiert den Fokus auf die Protagonistinnen und ihre Antagonistinnen.
2. Die Frauenfiguren in Miss Sara Sampson: Hier werden die Hauptfiguren Sara Sampson und Marwood hinsichtlich ihrer Motivation, ihrer Beziehung zu Mellefont und ihrer gesellschaftlichen Rolle detailliert analysiert.
3. Frauenfiguren in Emilia Galotti: Dieses Kapitel widmet sich der Analyse von Emilia Galotti, ihrer Mutter Claudia und der Gräfin Orsina im Kontext der tragischen Handlung.
4. Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, indem es Parallelen und Unterschiede zwischen den Frauenfiguren beider Dramen herausarbeitet und deren Handeln als Reaktion auf männliches Fehlverhalten deutet.
Schlüsselwörter
Gotthold Ephraim Lessing, Miss Sara Sampson, Emilia Galotti, bürgerliches Trauerspiel, Frauenfiguren, Sara Sampson, Marwood, Emilia Galotti, Claudia Galotti, Gräfin Orsina, Mitleid, Verführung, Tugend, Emanzipation, Rache.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Darstellung weiblicher Haupt- und Gegenfiguren in den Werken "Miss Sara Sampson" und "Emilia Galotti" von Gotthold Ephraim Lessing.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die psychologische Zeichnung der Figuren, deren Verhältnis zur Tugendhaftigkeit, ihre familiären Bindungen sowie ihr Umgang mit Verführung und gesellschaftlichen Erwartungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch eine tiefgehende Analyse der Figuren ein Verständnis für Lessings Art der Charakterdarstellung zu entwickeln und die Frauenfiguren beider Stücke miteinander zu vergleichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Die Autorin verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, die sich auf den Text der Dramen sowie auf sekundärliterarische Quellen stützt, um das Verhalten der Figuren kausal zu erklären.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil behandelt die detaillierte Untersuchung der Figuren Sara Sampson, Marwood, Emilia Galotti, Claudia Galotti und Gräfin Orsina in ihren jeweiligen Kontexten.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind bürgerliches Trauerspiel, Mitleid, Selbstbestimmung der Frau, Leidenschaft und die tragische Konsequenz gesellschaftlicher sowie familiärer Zwänge.
Welche Bedeutung hat der Traum von Sara Sampson?
Der Traum wird als Prophezeiung gedeutet, die das spätere tragische Ende und die Rolle von Marwood als "mördrische Retterin" in einem komplexen Licht darstellt.
Warum wird der Tod von Emilia Galotti als durch sie provoziert angesehen?
Die Arbeit argumentiert, dass Emilia durch ihre bewusste Provokation des Vaters dessen Handeln instrumentalisierte, um einer ungewollten Zukunft als Mätresse zu entgehen.
- Quote paper
- MA Dusica Marinkovic-Penney (Author), 2005, Das Bürgerliche Trauerspiel. Die Frauenfiguren in Lessings "Miss Sara Sampson" und "Emilia Galotti"., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116137