Professionelle Gesprächsführung in der Sozialen Arbeit. Kommunikationstheorien, Mediation und Beratung


Hausarbeit, 2022

16 Seiten, Note: 1,2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Kommunikation
2.1 Was ist Kommunikation?
2.2 Professionelle Kommunikation
2.2.1 Gegenüberstellung Alltags- und professioneller Kommunikation
2.2.2 Die fünf grundlegende Axiome nach P. Watzlawick
2.2.3 Die drei grundlegende Axiome nach C. Rogers

3. Professionelle Gesprächsführung in der Mediation
3.1 Was ist Mediation?
3.2 Kommunikationsmethoden und Prinzipien der Mediation
3.2.1 Gesprächstechniken
3.2.2 Fragetechniken
3.2.3 Weitere Kommunikationstheorien
3.3 Gesprächsstrukturierung in der Mediation

4. Reflexion

5. Abschlussdiskussion

6. Literaturverzeichnis

1. Einführung

Ein Leben ohne Kommunikation ist undenkbar; ein Mensch kann nicht nicht kommunizieren (vgl. Watzlawick, 1974). Die menschliche Entwicklung basiert auf Kommunikation, wobei Kommunikation das Grundprinzip der menschlichen sozialen Struktur ist (vgl. Mead, 1934a). Die Kommunikation wirkt sich auf uns und unser Handeln aus. Doch die Kommunikation ist störungsempfindlich und kann Auswirkungen auf die persönliche Befindlichkeit haben. Konfliktsituationen können die Kommunikation noch mehr herausfordern und zu einer unerwünschten Art der Kommunikation führen, wobei beide Parteien nicht in der Lage sind, eigenständig mit dieser Situation umzugehen. In solchen Fällen empfiehlt es sich, auf professionelle kommunikative Hilfsmöglichkeiten zurückzugreifen, wie die Mediation (vgl. Wicht, 2018, S. 2).

Die vorliegende Arbeit thematisiert die professionelle Gesprächsführung in der Sozialen Arbeit. Die Analyse beschränkt sich dabei auf die Frage nach der praktischen Umsetzung der Gesprächsführung in der Mediation. Aufgrund des gewünschten Umfangs enthält dieser Beitrag nur einen kleinen Teil des umfangreichen theoretischen Hintergrunds der Mediation, der diesem Thema nicht angemessen gerecht wird. Dieser Beitrag dient lediglich als eine erste Annäherung an einige Fachkonzepte und Aspekte der professionellen Gesprächsführung in der Mediation.

Der erste Teil ist der terminologischen Erläuterung vorbehalten. Sie definiert den Begriff der Kommunikation und führt aus, wie sich die professionelle Kommunikation von der Alltagskommunikation unterscheidet. Anschließend werden wichtige Kommunikationstheorien vorgestellt, basierend auf theoretischen Modellen von P. Watzlawick (1974) und C. Rogers (1980).

Der zweite Teil ist dem Thema der Kommunikation in der Mediation gewidmet. Zunächst wird beschrieben, was Mediation ist und welche verschiedenen Methoden und Kommunikationstechniken in der Mediation eingesetzt werden können. Es werden die Auswirkungen dieser Techniken aufgezeigt sowie die Notwendigkeit, die Grundprinzipien der Mediation zu integrieren. Anschließend werden zwei wichtige Kommunikationstheorien vorgestellt, das Konzept der gewaltfreien Kommunikation und das Konzept der 4-Seiten einer Nachricht, die auch für die Mediation interessant sind.

Im letzten Teil werden dann weitere Modelle vorgestellt, die sich auf die Strukturierung eines professionellen Gesprächsprozesses beziehen. Die Hausarbeit wird mit einer persönlichen Reflexion und einer Abschlussdiskussion beendet.

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, zu verdeutlichen, wie Gespräche mit Klienten der Sozialen Arbeit auf professionelle Weise geführt werden können. Darüber hinaus wird in dieser Arbeit der Versuch unternommen, die Strukturierung und Steuerung von Fachgesprächen näher zu betrachten.

2. Kommunikation

Die vorliegende Arbeit thematisiert die professionelle Gesprächsführung in der Sozialen Arbeit. In diesem ersten Kapitel wird der Versuch unternommen, wichtige Begriffe zu definieren, um das Verständnis dieses Themas zu erleichtern.

2.1 Was ist Kommunikation?

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass es keine allgemeingültige Definition von Kommunikation gibt, die alle Aspekte umfasst. Der Kommunikationsbegriff ist zu facettenreich, er lässt sich nicht auf eine einzige Definition festlegen (vgl. Ant et al., 2014, S. 26). Die Eingabe der Definition von Kommunikation in eine Suchmaschine führt zu Millionen von Ergebnissen. Eine vereinfachte Kurzdefinition (i.w.S) von Kommunikation wird von verschiedenen Autoren vorgelegt als: „Prozess der Übertragung von Nachrichten zwischen einem Sender und einem oder mehreren Empfängern“ (Lackes et al., 2018).

In Bezug auf die Soziale Arbeit ist es notwendig, Kommunikation als soziale Kommunikation zu verstehen und die Begriffe „Sender“ und „Empfänger“ auf die zwischenmenschliche Kommunikation zu beschränken, die auf Augenhöhe stattfindet und nicht als Massenkommunikation (vgl. Widulle, 2018, S. 17). Delhees definiert soziale Kommunikation als „der beabsichtigte, bedeutungshaltige, interaktionale Austausch von Informationen zwischen Individuen“ (Delhees, 1994, S. 11). Ein ähnlicher Ansatz zur Definition von Kommunikation, der auch weitere soziale Aspekte einbezieht, wird von Beck und Burkart vorgestellt:

„Kommunikation ist die Form der sozialen Interaktion, in der mindestens zwei Menschen mithilfe symbolischer Zeichen wie Sprache oder nonverbaler Signale wechselseitig aufeinander bezogen (interaktiv) und absichtsvoll (intentional) kommunikativ handeln und aufgrund ihres gemeinsamen biologischen Erbes (kognitives System), ihrer Sozialisation und Enkulturation (Erziehungs- und Lernprozesse) hinreichend ähnliche Informationen konstruieren und so Verständigung schaffen und Kommunikationsinteressen und Ziele realisieren“ (Beck 2017, S. 36; Burkart 2019, S. 53).

Merkmale und Formen der Kommunikation

Kommunikation ist eine Form der sozialen Interaktion, bei der mindestens zwei Individuen über symbolische Mittel miteinander in Verbindung treten (vgl. Widulle, 2018, S. 17). Dabei lassen sich folgende Merkmale von Kommunikation ableiten. Kommunikation ist immer sozial, interaktiv und situativ, da es immer zwischenmenschlich stattfindet und von der Situation bedingt ist. Zudem ist die Kommunikation zielgerichtet und symbolisch. Im Rahmen der Kommunikation wird versucht, ein Ziel zu erreichen, indem Zeichensysteme und Symbole verwendet werden, um eine Botschaft zu übermitteln. Der Empfänger muss diese Botschaft entschlüsseln, um sie verstehen zu können. Ein weiteres Merkmal der Kommunikation ist dabei das Rückmeldeverhalten als Reaktion auf die Nachricht. Der Empfänger kann dann die Rolle des Senders übernehmen, indem er auf die Botschaft antwortet, was einen Dialog zur Folge hat (Sender-Empfänger-Modell) (vgl. Ant, 2014, S. 27f). Dies sind nur einige der Merkmale, die in der Kommunikation auftreten und nur einen Eindruck vermitteln. In der Praxis ist die Kommunikation viel differenzierter und sie entspricht oft nicht genau der Theorie (vgl. Widulle, 2020, S. 37).

Neben gewissen Merkmalen können auch verschiedene Ebenen der Kommunikation unterschieden werden. Diese Formen der Kommunikation können sowohl separat als auch zeitgleich stattfinden. Zum einen gibt es die verbale Kommunikation, die durch Sprache erfolgt und sich auf den Inhalt der Kommunikation richtet (vgl. Ant, 2014, S. 38). Andererseits können wir auch nonverbal kommunizieren, indem wir verschiedene Ausdrucksformen verwenden. Die Körpersprache ist ein wichtiges Mittel der nonverbalen Kommunikation, das uns ermöglicht, etwas auszudrücken, ohne es verbal zu äußern. Zur Körpersprache gehören unter anderem Mimik, Gestik, Körperhaltung oder Blickkontakt (vgl. ebd., S. 39).

Diese Formen der verbalen und nonverbalen Kommunikation sind in der Sozialen Arbeit von zentraler Bedeutung, denn SozialarbeiterInnen begegnen täglich vielen kommunikativen Situationen und Einzelfällen, in denen Kommunikation eine große Rolle spielt (vgl. ebd.). In der Sozialarbeit wird Kommunikation als soziales Handeln und soziale Interaktion verstanden, bei der es besonders auf einen störungsfreien Ablauf der Kommunikation ankommt. Die Soziale Arbeit kommuniziert nicht nur mit Menschen in Problemsituationen, sondern auch mit staatlichen Institutionen (vgl. Widulle, 2008, S. 3). Theoretische Modelle zur professionellen und strukturierten Kommunikation können aufgrund der Vielfalt möglicher Situationen nicht immer vollständig mit der Praxis übereinstimmen, jedoch lassen sich gewisse Aspekte und Rahmenbedingungen feststellen, die den Professionellen in der Sozialen Arbeit als Richtschnur dienen können (vgl. ebd.). Die folgenden Kapitel dieser Hausarbeit werden sich weiter auf die professionelle Kommunikation beziehen.

2.2 Professionelle Kommunikation

In vielen Konstellationen ist die Soziale Arbeit sehr nah am Alltag und Lebensumfeld der Menschen. Für Sozialarbeiter gibt es jedoch neben den alltäglichen Gesprächen auch viele Gespräche im professionellen Kontext. Die Zusammenarbeit zwischen Sozialarbeitern und Klienten kann je nach Gesprächsverlauf unterschiedlich ausfallen (vgl. Lange, 2012, S. 10). In diesem beruflichen Kontext ist es folglich sinnvoll, zwischen privater und professioneller Kommunikation zu unterscheiden.

2.2.1 Gegenüberstellung Alltags- und professioneller Kommunikation

Professionelle Kommunikationstheorien befassen sich im Wesentlichen mit der Lehre und Anwendung von Kommunikation in beruflichen Kontexten. Professionelle Kommunikation in der Sozialen Arbeit wird als methodisches und lösungsorientiertes Handeln verstanden, die eine kommunikative Vermittlung in der Sozialen Arbeit sicherstellen (vgl. Widulle, 2020, S. 5).

Professionelle Kommunikation ist zweckorientiert und im Gegensatz zur Alltagskommunikation nicht von der persönlichen Stimmung oder vom Einfühlungsvermögen abhängig. Außerdem erfolgt die professionelle Kommunikation anders als bei Alltagskommunikation, bewusst und reflektiv und ermöglicht es, das Verhalten und die Körpersignale des Kommunikationspartners richtig wahrzunehmen, um den eigentlichen Beweggrund für seine Äußerungen zu entschlüsseln (vgl. Widulle, 2020, S. 242). Dabei werden bestimmte Techniken eingesetzt, wie z. B. aktives Zuhören, Berücksichtigung der Körpersprache und das stellen gezielter Fragen. Professionelle Kommunikation kann das Konfliktpotenzial verringern und hat eine hohe Wahrscheinlichkeit, effektiv zu sein (vgl. ebd., S. 231).

Anders als Unterhaltungen im Alltag, die spontan und unvorbereitet stattfinden, müssen Gespräche im beruflichen Umfeld störungsfrei und gut strukturiert sein (vgl. Widulle, 2020, S. 89). Eine gute Gesprächsstruktur hilft dem Gesprächspartner, die Aussagen besser zu verstehen und den Gesprächsfaden beizubehalten (vgl. Koeberle-Petzschner, 2008, S.30).

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Professionelle Gesprächsführung in der Sozialen Arbeit. Kommunikationstheorien, Mediation und Beratung
Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,2
Autor
Jahr
2022
Seiten
16
Katalognummer
V1168805
ISBN (Buch)
9783346586827
Sprache
Deutsch
Schlagworte
professionelle, gesprächsführung, sozialen, arbeit, kommunikationstheorien, mediation, beratung
Arbeit zitieren
Flower Kamal (Autor:in), 2022, Professionelle Gesprächsführung in der Sozialen Arbeit. Kommunikationstheorien, Mediation und Beratung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1168805

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