Berufsentwicklung der Soziokulturellen Animation - Strang I


Bachelorarbeit, 2008

138 Seiten, Note: B (sehr gut)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

1. Einleitung
1.1. Doppelstrangmodell
1.2. Ausgangslage Strang I und II
1.3. Ausgangslage Strang I
1.4. Motivation
1.5. Fragestellungen
1.5.1. Hauptfrage
1.5.2. Teilfragen
1.6. Eingrenzungen
1.7. Ziele der Bachelorarbeit
1.8. Leitende Annahmen
1.9. Aufbau der Bachelorarbeit

2. Theoretischer Hintergrund
2.1. Soziokulturelle Animation
2.1.1. Definition „Soziokulturelle Animation“
2.1.2. Funktionen der Soziokulturellen Animation
2.1.3. Systemtheoretischer Ansatz in der Soziokulturellen Animation
2.2. Berufsentwicklung
2.2.1. Definition „Berufsentwicklung“
2.2.2. Berufsentwicklung aus professionssoziologischer Perspektive
2.2.3. Die Soziokulturelle Animation aus professionssoziologischer Sicht
2.2.4. Soziokulturelle Animation – ein Beruf oder eine Profession?
2.3. Soziokulturelle Prinzipien für einen Berufsentwicklungsprozess
2.3.1. Partizipation
2.3.2. Empowerment
2.3.3. Ressourcenorientierung
2.3.4. Networking
2.3.5. Kooperation
2.3.6. Interdisziplinarität
2.3.7. Gender Mainstreaming
2.3.8. Nachhaltigkeit
2.3.9. Freiwilligkeit
2.3.10. Bedürfnisorientierung
2.3.11. Niederschwelligkeit
2.3.12. Zielgerichtetes Vorgehen
2.3.13. Transparenz
2.3.14. Kommunikation
2.3.15. Ganzheitlichkeit
2.3.16. Übersicht der soziokulturellen Prinzipien
2.4. Idealbild eines soziokulturellen Berufsentwicklungsprozesses
2.5. Entwicklung der Soziokulturellen Animation
2.5.1. Die Ursprünge der Sozialen Arbeit
2.5.2. Aktueller Stand der Sozialen Arbeit in der Schweiz
2.5.3. Platz der Soziokulturellen Animation in der Sozialen Arbeit
2.5.4. Entwicklung der Soziokulturellen Animation in der Deutschschweiz
2.5.5. Akteure in der Berufsentwicklung der Soziokulturellen Animation

3. Forschungsmethodik
3.1. Forschungsabsicht
3.2. Forschungsfrage
3.3. Forschungsgegenstand
3.4. Befragte Personen
3.5. Methodenwahl
3.6. Fragebogen
3.7. Auswertungsverfahren
3.8. Qualitative Ergänzungen
3.9. Theoretischer Forschungsrahmen

4. Auswertung der Forschungsergebnisse
4.1. Auswertung der Teilnehmenden
4.2. Auswertung des Fragebogens
4.2.1. Partizipation
4.2.2. Empowerment
4.2.3. Ressourcenorientierung
4.2.4. Networking
4.2.5. Kooperation
4.2.6. Interdisziplinarität
4.2.7. Gender Mainstreaming
4.2.8. Nachhaltigkeit
4.2.9. Freiwilligkeit
4.2.10. Bedürfnisorientierung
4.2.11. Niederschwelligkeit
4.2.12. Zielgerichtetes Vorgehen
4.2.13. Transparenz
4.2.14. Kommunikation
4.2.15. Ganzheitlichkeit
4.3. Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse 84

5. Diskussion der Ergebnisse
5.1 Diskussion der untersuchten soziokulturellen Prinzipien
5.2. Verallgemeinerung der Resultate für die Deutschschweiz

6. Schlussfolgerungen
6.1. Schlussfolgerungen von Strang I
6.2. Schlussfolgerungen von Strang II
6.3. Schlussfolgerungen im Doppelstrangsystem

7. Ausblick
7.1. Anknüpfungspunkte für weitere Forschungen
7.2. Bestrebungen zur Nachhaltigkeit der Erkenntnisse

8. Reflexion der Zusammenarbeit im Doppelstrangsystem

9. Schlusswort

10. Verzeichnisse
10.1. Literaturverzeichnis
10.2. Abbildungsverzeichnis
10.3. Tabellenverzeichnis

Anhang
A – Fragebogen
B – Fachpoolgespräche
C – Danksagung

Abstract

Diese Bachelorarbeit ist in einem Doppelstrangsystem entstanden. In Zusammenarbeit mit einer zweiten Diplom-/Bachelorarbeit „Berufsentwicklung der Soziokulturellen Animation – Strang II“ wird das Ziel verfolgt, einen empirischen Beitrag zur Berufsentwicklung zu leisten.

Ausgehend von der Tatsache, dass sich die soziokulturellen Prinzipien als Prozessbegleitungsinstrumente in der Praxis bewährt haben, kristallisiert Strang I die Frage heraus, inwiefern die Soziokulturelle Animation ihre charakteristischen Prinzipien auch für die eigene Berufsentwicklung anwendet. Dazu werden in einer quantitativen Forschung die Absolvierenden der Hochschule Luzern - Soziale Arbeit des Studienganges Soziokulturelle Animation befragt. Aufbauend auf deren Wahrnehmung des Berufsentwicklungsprozesses wird analysiert, welche soziokulturellen Prinzipien darin umgesetzt werden. Es geht hervor, dass die übergeordneten Prinzipien wie ein zielgerichtetes, ein ganzheitliches und ein nachhaltiges Vorgehen nicht angewendet werden. Um diese Grundsätze umzusetzen und damit eine langfristige Berufsentwicklung anzustreben ist eine Vernetzung der verschiedenen Akteure und Organisationen nötig. Eine koordinierende Einrichtung könnte diese Aufgabe übernehmen. Mit diesen beiden Arbeiten wurde die Legitimation dafür geschaffen. Diese Massnahme allein reicht jedoch nicht aus, ebenso wichtig sind die Beiträge der einzelnen Professionellen. Ein klares berufliches Selbstbild und dessen Vermittlung sind Grundvoraussetzungen für die Berufsentwicklung. Ein ergänzendes freiwilliges Engagement ist wünschenswert, denn die Rahmenbedingungen für einen Beitrag bestehen.

1. Einleitung

Im ersten Kapitel wird auf die besondere Untersuchungsanlage dieser Bachelorarbeit hin-gewiesen, es wird erklärt und begründet, wie und warum es zu diesem Doppelstrangmodell gekommen ist. Des Weiteren werden die Fragestellungen, die Ziele und der Aufbau der Arbeit erläutert und die Annahmen besprochen, welche dieser Arbeit zugrunde liegen. Die Bachelorarbeit wurde von Rahel Schmid und Luzia Rupp - zwei Studentinnen in Soziokultureller Animation an der Hochschule Luzern - Soziale Arbeit - gemeinsam verfasst.

1.1. Doppelstrangmodell

Das gemeinsame Interesse von vier Studierenden für das Thema „Berufsentwicklung der Soziokulturellen Animation“ sowie die Absicht, Ressourcen und Synergien zweier Diplom- bzw. Bachelorarbeiten für einen Beitrag zur Berufsentwicklung einzusetzen und zu nutzen, hat zum so genannten Doppelstrangsystem geführt. Dies ist ein System, welches eine bilaterale Zusammenarbeit und einen gemeinsamen Erkenntnisgewinn zulässt und trotzdem den einzelnen Beiträgen Rechnung trägt mittels eines gemeinsamen Fernziels und je eines Hauptziels pro Bachelorarbeit. Die Ausgangslage wird gemeinsam erörtert und für den jeweiligen Strang mit einem ihm spezifischen Abschnitt ergänzt. Diese bilden die Basis für die zwei Forschungsarbeiten von Strang I und Strang II, die jeweils einer spezifischen Forschungsfrage nachgehen. Das gemeinsame Fernziel wird aus zwei unterschiedlichen Perspektiven angegangen. Somit bietet das Doppelstrangsystem die Möglichkeit eine Zielsetzung breit abgestützt zu verfolgen. Die Multiperspektivität dieses Systems erhärtet die Gültigkeit der Erkenntnisse.

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Anwendung von Soziokulturellen Prinzipien in der Berufsentwicklung der Soziokulturellen Animation. Simon Süsstrunk und Nico Scheidegger nehmen sich in Strang II einer Einrichtung mit explizitem Auftrag zur Berufsentwicklung der Soziokulturellen Animation an. Für das gemeinsame Fernziel werden die Ergebnisse beider Forschungen zusammengetragen, gemeinsam analysiert und reflektiert. Es wird angestrebt, Handlungsbedarf auszumachen und Massnahmen abzuleiten sowie Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Im Zentrum der Zusammenarbeit stehen die Nutzung gemeinsamer Ressourcen und Synergien, der Fachaustausch und der Theorietransfer. Dafür sind regelmässige Austauschgefässe installiert worden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Doppelstrangmodell

1.2. Ausgangslage Strang I und II

Von mehreren Seiten wird Interesse an der Berufsentwicklung der Soziokulturellen Animation geäussert. Studierende konzipieren in diversen Diplomarbeiten neue Arbeitsfelder (zum Beispiel im Personalwesen, in der betrieblichen Gesundheitsförderung oder als Selbstständige). Sie bestätigen, dass die Soziokulturellen Animatorinnen und Animatoren über Kompetenzen verfügen, mit denen sie in verschiedenen Feldern tätig sein können. In gewissen Bereichen fehlen ihnen zwar spezifische Fachkenntnisse wie beispielsweise das Wissen über wirtschaftliche Modelle. Anderseits verfügen sie über zusätzliches Wissen (zum Beispiel betreffend Kommunikationssysteme) verglichen mit den Personen, die auf kon-ventionellem Ausbildungsweg in diese Bereiche gelangten. Die Erkenntnisgewinne der bestehenden und entstehenden Diplomarbeiten sind wichtige Beiträge zur Berufs-entwicklung. Doch die Wirkung der Erkenntnisse ist beschränkt, denn diese Arbeiten werden häufig vor allem von nachkommenden Studierenden für weitere Diplom-, bzw. Bachelor-arbeiten konsultiert. Im Gespräch mit Mitstudierenden und auch Professionellen der Soziokulturellen Animation ist uns aufgefallen, dass viele in Schwierigkeiten und Erklärungsnot kommen, wenn sie beschreiben und ausweisen sollen, was ihre Arbeit beinhaltet.

Auch die Hochschule Luzern – Soziale Arbeit setzt sich mit dem Thema Berufsentwicklung auseinander. So zum Beispiel mit einer Forschungsarbeit im Jahr 2007 bezüglich des Übergangs vom Studium ins Berufsleben. Die Auffassungen bezüglich Arbeitsfeld, Berufsidentität und Berufsbild der Soziokulturellen Animation werden kontrovers diskutiert. Die Hochschule Luzern - Soziale Arbeit schliesst aus den Rückmeldungen dieser Forschungsumfrage, dass ihre berufspolitische Arbeit und die Anstrengungen für die Verbreitung des Berufsfeldes zu wenig sichtbar seien. (Catani, Reto; Schärer, Pia-Gabriel; Wyss, Jacqueline & Zehnder, Katrin, 2007, S. 24-25).

Der Berufsverband AvenirSocial nimmt sich der Thematik der Berufsentwicklung ebenfalls an. Die Sektion Zentralschweiz hat fürs Jahr 2008 die Soziokulturelle Animation zum Schwerpunktthema gemacht. Ein spezifischer Anlass ermöglicht, sich vertieft mit dem Berufsbild sowie mit den Arbeitsgebieten der Soziokulturellen Animation auseinander zu setzen. Der Berufsverband will damit die Bedürfnisse dieser Berufsgruppe besser erkennen. (AvenirSocial, ohne Datum b)

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, mit dem erlernten Studiumswissen die Berufsentwicklung der Soziokulturellen Animation näher zu beleuchten, um einen klärenden und gleichzeitig einen anregenden Beitrag zur Berufsentwicklung der Soziokulturellen Animation zu leisten.

1.3. Ausgangslage Strang I

Im Studium der Soziokulturellen Animation sind die charakteristischen Prinzipien und Ansätze der Soziokulturellen Animation (vergleiche Kapitel 2.1.1) zentral und werden auch in den zu absolvierenden Berufspraktika angewendet. Sie dienen der Initiierung und Begleitung von Prozessen mit verschiedenen Gruppen, beinhalten unter anderem eine ressourcen-orientierte, partizipative und interdisziplinäre Vorgehensweise und streben eine nachhaltige Wirkung an. Diese Grundsätze werden in Projekten eingesetzt, wo es fast immer um Veränderungen und Entwicklungen in einem gegebenen Rahmen geht. Deshalb wird davon ausgegangen, dass die Soziokulturelle Animation mit ihren Prinzipien über ideale Instrumente zur Prozessentwicklung verfügt. Daraus resultiert die Frage, inwiefern die Soziokulturellen Animatorinnen und Animatoren ihre Prinzipien nicht nur für die alltägliche Arbeit in der Praxis brauchen, sondern inwiefern sie diese auch nutzen und anwenden für die eigene Berufsentwicklung.

1.4. Motivation

Aus Gesprächen mit Kommilitoninnen und Kommilitonen ging hervor, dass am Ende des Studienganges in Soziokultureller Animation viele Studierende die Ausbildung mit einem diffusen Berufsbild und einer wackeligen Berufsidentität verlassen. Das löst eine gewisse Verunsicherung aus. Um dieser entgegen zu wirken, untersuchen wir in dieser Arbeit nochmals vertieft die Soziokulturelle Animation, ihre Ressourcen und charakteristischen Eigenschaften. Dies soll uns helfen ein klares berufliches Selbstbild zu erarbeiten. Als Studentinnen im Abschlussjahr beschäftigen uns ebenfalls die Berufsfelder der Soziokulturellen Animation. Obwohl diverse verfasste Diplomarbeiten bestätigen, dass die Soziokulturelle Animation in verschiedenen Bereichen Kompetenzen hat, sind die meisten Arbeitsstellen immer noch im Bereich Jugendarbeit verortet. Aufgrund dieser Divergenz beschäftigten wir uns mit der Frage wie die gewonnenen Erfahrungen und das Wissen weitergegeben und wo sie koordiniert werden. Dadurch setzten wir uns mit dem Berufs-entwicklungsprozess der Soziokulturellen Animation auseinander und stellten fest, dass für uns nicht ersichtlich ist, wer welche Verantwortungen und Kompetenzen in diesem Prozess hat. Die gleichzeitige Anregung von Nico Scheidegger und Simon Süsstrunk die Arbeit im Bereich Berufsentwicklung zu verfassen, ermutigte uns diese Thematik genauer zu untersuchen. In weiteren Gesprächen mit den zwei Studienkollegen entwickelten wir das Doppelstrangsystem (Kapitel 1.1) und beschlossen, durch zwei Forschungsarbeiten einen Beitrag zur Berufsentwicklung der Soziokulturellen Animation zu leisten.

1.5. Fragestellungen

Wenn sich die soziokulturellen Prinzipien als Prozessbegleitungsinstrumente in der Praxis bewährt haben, weshalb sollten sie nicht auch angewendet und genutzt werden für die eigene Berufsentwicklung? Auf dieser Grundlage formulieren wir die folgenden Frage-stellungen.

1.5.1. Hauptfrage

Die Hauptfragestellung, die als roter Faden durch diese Bachelorarbeit von Strang I führen wird, lautet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Inwiefern ist der Berufsentwicklungsprozess der Soziokulturellen Animation soziokulturell gestaltet?

Dabei interessiert, inwiefern die Soziokulturelle Animation ihre eigenen Prinzipien nicht nur in der täglichen Arbeit mit Dritten einsetzt, sondern inwiefern sie diese ebenfalls für die eigene Berufsentwicklung nutzt.

1.5.2. Teilfragen

Die Hauptfragestellung wird in zwei Teilfragen unterteilt. Die Antworten zu den Teilfragen führen zur Beantwortung der Hauptfrage.

In einem ersten Schritt wird die Wahrnehmung des Berufsentwicklungsprozesses der Soziokulturellen Animation bei ehemaligen Studierenden dieser Fachrichtung erfragt. Da diese direkt von dieser Thematik betroffen sind, werden sie als Expertinnen und Experten auf dem Gebiet der Berufsentwicklung der Soziokulturellen Animation betrachtet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Wie wird der Berufsentwicklungsprozess der Soziokulturellen Animation von den Alumni der Soziokulturellen Animation an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit wahrgenommen?

Diese Wahrnehmungen werden anhand der Fragebogenauswertung analysiert auf die Erwähnung soziokultureller Prinzipien. Daraus ergibt sich folgende weitere Teilfrage:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Welche soziokulturellen Prinzipien werden im Berufsentwicklungsprozess der Soziokulturellen Animation erwähnt?

Die empirisch erhaltenen Daten und Resultate werden in Rückbezug auf die in Kapitel 2 erarbeitete Theorie bewertet. Anhand dieser Ergebnisse kann die Hauptfrage beantwortet werden.

1.6. Eingrenzungen

Die Forschung beschränkt sich auf die Wahrnehmung des Berufsentwicklungsprozesses der Soziokulturellen Animation aus Sicht der Alumni dieser Berufsausbildung, denn als direkt Betroffene sind sie die Expertinnen und Experten in Bezug auf diesen Prozess. In der quantitativen Befragung werden die Hochschule Luzern – Soziale Arbeit und der Berufsverband der Professionellen der Sozialen Arbeit AvenirSocial als Institutionen und deren Wahrnehmung des Berufsentwicklungsprozesses nicht näher untersucht. Dies würde den Rahmen dieser Bachelorarbeit sprengen. Allerdings wird durch Fachpool-Gespräche mit Vertreterinnen und Vertreter der genannten Organisationen eine qualitative Ergänzung in Form von Hintergrundwissen gewährleistet. In dieser Bachelorarbeit wird die aktuelle Situation der Berufsentwicklung der Soziokulturellen Animation betrachtet. Es wird also eine Momentaufnahme des Berufsentwicklungsprozesses gemacht. Örtlich wird im Folgenden auf die Berufsentwicklung der Soziokulturellen Animation in der Schweiz, im Spezifischen in der Deutschschweiz, genauer auf Luzern geschaut. Allfällige Verallgemeinerungen auf weitere Regionen werden vermerkt.

1.7. Ziele der Bachelorarbeit

Aus dieser Ausgangslage lassen sich folgende Ziele für diese Arbeit formulieren:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Ziele der Bachelorarbeit

1.8. Leitende Annahmen

Im Folgenden wird in Anlehnung an die Systemtheorie davon ausgegangen, dass sich Systeme (Gesellschaften, Berufe etc.) nur von innen heraus nachhaltig verändern können. Dies bedeutet übertragen auf die Thematik der Berufsentwicklung, dass die Berufs-entwicklung der Soziokulturellen Animation sich nur durch sich selber (die Berufsleute) und mit ihren eigenen Mitteln (den soziokulturellen Prinzipien) weiterentwickeln kann. Daraus ergeben sich folgende Annahmen, die für diese Bachelorarbeit leitend sind:

Eine Berufsentwicklung ist ein ständiger Prozess, der immer wieder den gegebenen Umständen angepasst werden muss. Gleichzeitig verfügt die Soziokulturelle Animation mit ihren Methoden über geeignete Prozessbegleitungsinstrumente. Aus diesen beiden Annahmen und dem systemtheoretischen Ansatz kristallisiert sich die Hypothese heraus, dass sich die soziokulturellen Prinzipien als ideales Instrument für eine Prozessbegleitung der Berufsentwicklung der Soziokulturellen Animation eignen. Darauf wird im Kapitel 2.3 näher eingegangen. Die Systemtheorie im Allgemeinen wird unter Punkt 2.1.3 erläutert.

1.9. Aufbau der Bachelorarbeit

Zuerst wird auf der Metaebene der Begriff der Berufsentwicklung analysiert, um an-schliessend einen Überblick über die Berufsentwicklung der Soziokulturellen Animation zu geben. Danach werden auf theoretischer Ebene die soziokulturellen Prinzipien erarbeitet, die für den Berufsentwicklungsprozess relevant sind. Diese Elemente werden zusammengeführt zu einem theoretischen Idealbild eines soziokulturellen Berufsentwicklungsprozesses. In einer quantitativen Befragung wird über die Wahrnehmung der Alumni der Berufs-entwicklungsprozess der Soziokulturellen Animation erforscht. Darauf aufbauend gibt es einen Vergleich zwischen den tatsächlich umgesetzten und den idealerweise angewandten soziokulturellen Prinzipien in diesem Prozess. Diese Ergebnisse werden ausgewertet und interpretiert, um Schlussfolgerungen für die Berufsentwicklung der Soziokulturellen Animation ziehen zu können. Dies wird sowohl auf der Ebene von Strang I wie auch in einem zweiten Teil in Zusammenarbeit mit Strang II gemacht.

Für dieses Vorgehen ist die Bacherlorarbeit in folgende sechs Schritte unterteilt, welche in der aufgeführten Grafik schematisch aufgezeigt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Aufbau der Arbeit

2. Theoretischer Hintergrund

In diesem Kapitel werden die Begriffe „Soziokulturelle Animation“ und „Berufsentwicklung“ definiert und erläutert. Anschliessend wird detailliert auf die Definitionen und Erläuterungen der für eine Berufsentwicklung relevanten soziokulturellen Prinzipien eingegangen. Daraus wird ein theoretisches Idealbild eines soziokulturellen Berufsentwicklungsprozesses abgeleitet. Weiter wird der Berufsentwicklungsprozess der Soziokulturellen Animation in der Schweiz beleuchtet und abschliessend werden die zentralen Akteure darin vorgestellt.

Prägend für die theoretischen Überlegungen waren die Wissenschafter der Soziokulturellen Animation, die Fachbücher publiziert haben: Jean-Claude Gillet aus Frankreich, Heinz Moser, Emanuel Müller, Heinz Wettstein, Alex Willener und Hanspeter Hongler aus der Schweiz, sowie auch Marcel Spierts aus Holland. Im Folgenden wird auf ihre Literatur und ihre Theorie- und Methodenzugänge zurückgegriffen. Da die Berufsentwicklung der Sozialen Arbeit im Allgemeinen einen ähnlichen historischen Hintergrund in den verschiedenen europäischen Ländern hat, sind sie miteinander vergleichbar.

Beat Schmocker, Alex Willener und Bernard Wandeler werden zitiert als Experten der Berufsentwicklungsthematik der Sozialen Arbeit im Speziellen für die Soziokulturelle Animation. Sie sind Dozenten an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit.

2.1. Soziokulturelle Animation

Die Soziokulturelle Animation steht für eine gesellschaftliche Entwicklung, die durch eine soziale Bewegung zustande kommt. Darin werden die Individuen und Gruppen einer Gesellschaft ermutigt, sich eigenständig einzubringen und das eigene wie auch das gesellschaftliche Leben mitzugestalten. (Gillet, Jean-Claude, 1998, S. 62)

2.1.1. Definition „Soziokulturelle Animation“

In der Literatur ist keine einheitliche Definition der Soziokulturellen Animation zu finden. Begründet wird das Umgehen einer festen Definition mit der Tatsache, dass sich die Soziokulturelle Animation ständig wandelt (Gillet, 1998, S. 64). Im Folgenden wird davon ausgegangen, dass die Soziokulturelle Animation trotz ihrer Anpassungsfähigkeit eine konstante Basis hat. Diese Kernpunkte bilden die Grundlage in der folgenden Definition.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.1.2. Funktionen der Soziokulturellen Animation

Mehrheitlich hat sich in Frankreich, Deutschland wie auch in der Schweiz das Modell der Trilogie der Soziokulturellen Animation von Jean-Claude Gillet durchgesetzt. Darin werden die zentralen Funktionen dieses Berufes in drei Rollen gegliedert: Konzeption, Mediation und Organisation. Die Soziokulturellen Animatorinnen und Animatoren werden in diesen drei zentralen Berufsrollen wie folgt beschrieben:

- Die Konzeptorin, der Konzeptor hat Situations- und Bedürfnisanalysen zu erheben, wie auch technische und finanzielle Mittel aufzutreiben und bereitzustellen.
- Die Mediatorin, der Mediator fördert die Ressourcen der Zielgruppe, ermöglicht die Partizipation und ist zuständig die Verhandlungsprozesse voran zu bringen.
- Die Organisatorin, der Organisator plant die Aktionen, sucht, findet und bündelt die vorhandenen Ressourcen, koordiniert die Arbeit, gestaltet die Öffentlichkeitsarbeit und legt bei den verschiedenen Partnerinnen und Partnern Rechenschaft ab.

(Moser, Heinz; Müller, Emanuel; Wettstein, Heinz & Willener, Alex, 1999, S. 23)

Wenn Soziokulturelle Animatorinnen und Animatoren in der Gesellschaft zum Tragen kommen und ihre Funktion wahrnehmen, fungieren sie als Drehscheibe und verbindendes Glied zwischen den drei Aufgaben. (Moser et al., 1999, S.122)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Funktionen der Soziokulturellen Animation (Moser et al., 1999, S.122)

Die Soziokulturelle Animation stellt den Menschen als Subjekt ins Zentrum und versteht ihn als ein Wesen, das auf der Suche nach einer selbstbestimmten Lebensgestaltung im gesellschaftlichen System ist. Gillet greift hierbei auf den französischen Philosophen Jean-Paul Sartre zurück. Dieser besagt, dass der Mensch nicht nur von seiner Vergangenheit geprägt ist, sondern dass er eigenständig und immer wieder aufs Neue sich selber weiterentwickeln und beeinflussen kann. Die Soziokulturelle Animation geht folglich von dem Menschen als Geschichtsschreiber seiner selbst und der Gesellschaft aus und nicht vom Menschen als hilfloses Objekt der Natur und seiner Geschichte. (Gillet, 1998, S. 62-66)

2.1.3. Systemtheoretischer Ansatz in der Soziokulturellen Animation

Die Soziokulturelle Animation bezieht sich nach Moser et al. in ihren Grundsätzen auf die Systemtheorie. Diese Theorie bezeichnet ein System als ein Konstrukt, in welchem die Gesellschaft, die Gruppen und Individuen leben. Diese Systeme sind von innen her geleitet, das heisst sie funktionieren nach eigenen Regeln und Gegebenheiten in ihrer Eigendynamik, grösstenteils unabhängig von ihrer Umwelt. Somit sind diese Systeme von aussen, von der Umwelt nur schwer zu beeinflussen. Da eine Person gleichzeitig verschiedenen Systemen angehören kann, unterscheidet man Ober-, Unter- und Parallelsysteme. Diese Systeme stehen in einem Austausch mit der Umwelt und mit anderen Systemen, folglich kommt es zu einer Vielzahl gegenseitiger Systembeziehungen und damit auch zu Systemabhängigkeiten. Passt sich ein System den sich verändernden Umständen nicht ausreichend an, so ist es nicht mehr brauchbar. Mit den sich schnell verändernden und an Komplexität zunehmenden technologischen, ökologischen, ökonomischen, kulturellen und sozialen Bedingungen wird die Entwicklungsfähigkeit der verschiedenen Systeme vor grosse Herausforderungen gestellt. (Moser et al., 1999, S. 224-227)

Die Soziokulturelle Animation kann nur bedingt auf Systeme Einfluss ausüben und kann die innere Eigendynamik der jeweiligen Systeme nicht ausser Kraft setzen. Sie kann nur durch die Aktivierung der Systemangehörigen eine Veränderung von innen erzielen. Dazu muss sie die Ansatz- und Druckpunkte dieser Systeme kennen, um Ressourcen freizusetzen und zu fördern. Dabei ist wichtig die Systeme, in welchen sie interveniert, zu kennen und deren Grenzen zu akzeptieren. Die Soziokulturelle Animation will Handlungsspielräume vergrössern und Energien freisetzen. Dabei geht es nicht darum, ein System zu verbessern, sondern die Systemangehörigen anzuregen, sich mit ihrer Identität und Umwelt auseinander zu setzen und sich dadurch weiterzuentwickeln. (Moser et al., 1999, S. 73-76)

2.2. Berufsentwicklung

Neue Berufe sind Kennzeichen der Moderne. Sie verweisen auf neue gesellschaftliche Probleme. Dadurch kommen spezialisierte Formen der Problemverarbeitung auf, die neues Wissen und differenzierte Kompetenzen fordern. (Maiwald, Kai-Olaf, 2004, S. 13) Dies erfordert Berufsentwicklung (Girmes, Renate, 1997, S. 7).

2.2.1. Definition „Berufsentwicklung“

Da das Wort Berufsentwicklung in der Fachliteratur nirgends kurz und prägnant definiert wird, sondern meist nur beschrieben und umschrieben wird, ist in Zusammenarbeit mit den Autoren von Strang II eine eigene Definition erarbeitet worden. Diese wird in der weiteren Arbeit verwendet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2.2. Berufsentwicklung aus professionssoziologischer Perspektive

Um die Professionalisierung der neu entstehenden Berufe zu definieren, muss das berufliche Handeln nach seinen Strukturen ausdifferenziert werden. Dazu muss die jeweilige Problemstellung mit der sich diese neuen Berufe befassen, aufgezeigt werden. Es muss klar werden, in welcher Weise welches Problemspektrum bearbeitet wird und welche Rolle dabei das berufliche Selbstverständnis spielt. Diese Analyse wird ergeben, dass die Aspekte des neuen Berufes von verschiedenen Kontextbedingungen abhängen. Ebenfalls muss ersichtlich werden, inwiefern der aufkommende Beruf nicht nur neue Gebiete besetzt, sondern sich auch mit den bereits bestehenden Berufsbildern auseinandersetzt. (Maiwald, 2004, S. 16-17)

Aus der individuellen Arbeit machte die Gesellschaft im Laufe der historischen Entwicklung Berufe. Das heisst über Jahrhunderte entstanden Berufsnormen, Berufsbilder und Berufsordnungen, die sogenannte „Verberuflichung“ der Arbeit. Auf diese Weise entstehen auch heute noch neue Berufe. Die Professionalisierungsprozesse sind soziale Formierungsprozesse. Heute wird zudem zwischen Beruf und Profession unterschieden. Klassische Professionen sind zum Beispiel Arzt und Priester; klassische Berufe sind beispielsweise Hufschmied und Bäcker. Hierbei geht es vor allem um Status bezogene Abgrenzungen. Nach Renate Girmes erfordert Berufsentwicklung spezifische Kompetenzen von den jeweiligen Fachleuten, denn sie verlangt einen veränderten Umgang mit sich und der Arbeitswelt. Ihrer Meinung nach wäre es ein wichtiger Schritt zur Modernisierung der Hochschulen diese Kompetenzen zu lehren, indem die Studierenden aufgefordert werden, der Berufsentwicklung bereits im Studium nachzukommen. (Girmes, 1997, S. 60-61)

Karl-Ernst H. Hesser geht noch einen Schritt weiter, indem er sich auf das amerikanische Konzept „Employability“ bezieht. Dieses besagt, dass Fachkräfte selbst für eine Weiterentwicklung und Aktualität ihrer Profession verantwortlich sind, um auf dem Arbeits-markt bestehen zu können. Das heisst, dass sie mitverantwortlich für die Förderung ihres Expertenwissens und ihrer Weiterbildung sind. Für die Soziale Arbeit bedeutet dies, dass in der Professionalisierung, die verbunden ist mit einer Identitätssuche und einem Profilierungsprozess, folgende Punkte zu erfüllen sind:

- Persönliche berufliche Standortbestimmung
- Klare Aufgaben- und Methodenverteilung
- Definition der berufsspezifischen Fähigkeiten und Fertigkeiten
- Umschreibung des Arbeitsfeldes und der Arbeitsorganisation
- Erarbeitung eines Berufscodex

Dies erfordert unter anderem eine entsprechende Ausbildungs- und Fortbildungspolitik, wie auch eine Methodenentwicklung. (Hesser, Karl-Ernst H., 2000, S. 229- 235)

Die Autoren von Strang II gehen in ihrem Kapitel 2.2.2 vertieft auf die Berufsentwicklung aus systemtheoretischer Sicht ein. (Scheidegger, Nico & Süsstrunk Simon, 2008, S. 23)

2.2.3. Die Soziokulturelle Animation aus professionssoziologischer Sicht

Die eingangs erwähnte Definition zeigt, dass die Berufsentwicklung immer abhängig ist von der Berufsidentität, das heisst vom beruflichen Selbstverständnis und Selbstbild. Identität ist auch in diesem beruflichen Zusammenhang eine gedankliche Struktur und eine spezifische Haltung. Sie hilft in verschiedenen Kontexten und über eine lange Zeitspanne stetig und widerspruchsfrei zu handeln. Die prozessuale Eigenschaft der Berufsentwicklung ist bedingt dadurch, dass sie kontinuierlich den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen unterworfen ist. So muss sie nach Wendt ihre Identität immer wieder neu erwerben, bewusst werden und prüfen. Das heisst sie muss wandlungsfähig und prinzipientreu zugleich sein. (Wendt, 1995, S. 13-17, 133)

Das berufliche Selbstverständnis der Soziokulturellen Animation ist nicht einheitlich. Wie erwähnt wir auch in der Fachliteratur keine allgemeingültige Definition abgegeben, mit der Begründung, dass es nicht sinnvoll sei eine statische Begriffsklärung zu machen, denn der Beruf wandle sich sehr stark (Gillet, 1998, S. 62). Die Soziokulturelle Animation ist aus den verschiedensten gesellschaftlichen Veränderungen hervorgegangen, somit ist sie nicht eine theoretische Konstruktion, sondern in gewisser Weise ein Spiegelbild der Gesellschaft. Wie die Gesellschaft im Wandel nicht klar fest zu machen ist, so befindet sich auch die Soziokulturelle Animation in einem ständigen Wandel. (Moser et al., 1999, S. 15-25) Weiter sind die verschiedenen Berufsfelder zu beachten. Zur Zeit ist es in der Soziokulturellen Animation nicht möglich von einem einheitlichen beruflichen Selbstbild zu sprechen, es existieren verschiedene berufliche Selbstbilder. Diese Dispersität beeinflusst auch das Fremdbild. Nur ein Beruf mit einem klaren eigenen Profil kann auch nach aussen ein eindeutiges Bild vermitteln und somit ein deutliches Fremdbild entstehen lassen. Hierfür empfiehlt Wendt eine „Corporate Identity“ zu entwickeln, das heisst sich gegenüber ähnlichen Berufen abzugrenzen und Unverwechselbarkeit anzustreben. (Wendt, 1995, S. 16-20) Für die Soziokulturelle Animation kann somit teilweise erklärt werden, weshalb ihr Fremdbild sehr konfus ist: Ein eindeutiges Selbstbild fehlt, deshalb kann sie auch kein klares Bild nach aussen vermitteln.

Die Soziokulturelle Animation grenzt sich gegenüber ähnlichen Berufen ab, so wie es Wendt mit der „Corporate Identity“ empfiehlt. Allerdings geschieht dies häufig durch eine aus­schliessende Abgrenzung gegenüber dem, was sie nicht macht. Für die Unverwechsel-barkeit mit ähnlichen Berufen bräuchte es aber vor allem eine eindeutige Proklamation dessen, was die Soziokulturelle Animation tut und was sie auszeichnet.

Als weiteren Schritt nach der Bildung der „Corporate Identity“ fordert Wendt eine proaktive Berufsentwicklung. Solange man passiv und unauffällig bleibt, wird man in einen vor-definierten Erwartungsrahmen gedrängt und vom Fremdbild gesteuert. Wendt schlägt folgende Schritte für die Identitätsentwicklung der Sozialarbeit in Deutschland vor: Selbstbild klären, Aufgaben konkretisieren, Kompetenzen präzisieren, Wirksamkeit belegen, Gemein-samkeit stärken, Verbündete suchen und Durchsetzungsfähigkeit erhöhen. (Wendt, 1995, S.129, 156) Wendts Empfehlungen für das Vorgehen in einer Berufsentwicklung können auf die Soziokulturelle Animation in der Deutschschweiz übertragen werden, da sich diese in einem ähnlichen Berufsentwicklungsstadium wie die Sozialarbeit in Deutschland befindet. Das heisst, die Soziokulturelle Animation müsste als erstes ihr Selbstbild klären, dazu gehören ebenfalls ihre Aufgabenfelder und ihre Kompetenzen. Sie soll ihren Nutzen, ihre Wirksamkeit nach aussen tragen, sowie das Gemeinsame innerhalb der verschiedenen Berufsbereiche der Soziokulturellen Animation und mit der Sozialen Arbeit im Allgemeinen hervorheben. Damit können Ressourcen gebündelt, sowie eine höhere Legitimation und eine grössere Durchsetzungsfähigkeit erreicht werden.

2.2.4. Soziokulturelle Animation – ein Beruf oder eine Profession?

Bei der Begriffswahl für diese Bachelorarbeit stellte sich die Frage, ob von einer Profession der Soziokulturellen Animation zu sprechen ist. Nach der Professionssoziologin Michaela Pfadenhauer bedeutet Professionalität eine Tätigkeit im Rahmen einer Handlungslogik, ein Bemühen um Qualität, das methodisch reflektiert und empirisch überprüft wird (Pfadenhauer, Michaela, 2005). Die Soziale Arbeit als Ganzes erfüllt diese Kriterien. Das heisst, die Soziale Arbeit ist unter anderem geprägt durch die kollegiale Selbstkontrolle. Dies bedeutet, dass die Standards und Qualitäten der professionellen Tätigkeit ´von innen´ kontrolliert werden, denn nur mit der gemachten Ausbildung und praktischen Erfahrungen können die spezifischen Kompetenzen und Leistungen beurteilt, kontrolliert und somit gesichert werden (Sektion Professionssoziologie, ohne Datum). In der internationalen Definition Sozialer Arbeit aus dem Jahr 2000 in Montreal wird dieser Beruf explizit als Profession deklariert (Schmocker, Beat, 2004, S. 9-11). Die Soziokulturelle Animation als Teil der Sozialen Arbeit kann als Profession bezeichnet werden, denn sie hat zusätzlich zur Selbstkontrolle auch eigene Methoden, Handlungsmodelle und eine Theoriebasis. Die Entwicklung der Theorie in der Soziokulturelle Animation geschieht in einem ständigen Wechselwirkungsprozess zwischen Praxis und Theorie, beziehungsweise zwischen Handeln und Erkennen (Gillet, 1998, S. 67-75). Das aktuelle Professionsverständnis ist prozesshaft (Sektion Professionssoziologie, ohne Datum). Dies bedeutet für die Soziale Arbeit und die Soziokulturelle Animation, dass sie ständig ihre Qualitätskontrolle, ihre Methoden und Theorien, sowie ihre Berufsidentität und ihre Berufsethik reflektieren und weiterentwickeln muss. Diese Professionalisierung ist nach Wendt eine Strategie zur Identitätssicherung in einer sich ständig in Bewegung befindlichen Berufswirklichkeit. Die Identität darf zwar entsprechend der komplexen Realitäten vielfältig sein, muss aber definiert werden können. In dieser Identitätssuche ist die Soziokulturelle Animation aktuell noch unterwegs. So gibt es zum Beispiel noch keine einheitliche, allgemeingültige Definition der Soziokulturellen Animation. Wendt betont auch die Wichtigkeit der Fähigkeit, die Kernaspekte und Werte der Profession nach aussen tragen und darstellen zu können. Für die Soziale Arbeit und somit auch für die Soziokulturelle Animation bedeutet dies, dass die Sprachlosigkeit überwunden werden und kontinuierlich eine aktive Kommunikation nach aussen stattfinden muss. (Wendt, 1995, S. 18)

Im Folgenden wird sowohl mit dem Wortstamm Beruf als auch dem der Profession gearbeitet, da die Zuordnung der Soziokulturellen Animation kontrovers diskutiert wird und diese Frage nicht im Zentrum dieser Arbeit steht.

2.3. Soziokulturelle Prinzipien für einen Berufsentwicklungsprozess

Trotz des noch unklaren Selbstbildes der Soziokulturellen Animation hat sie mit ihren spezifischen Prinzipien eine konstante Basis. Diese Prinzipien werden im folgenden Kapitel detailliert erläutert und in Bezug auf die Berufsentwicklung der Soziokulturellen Animation bearbeitet.

Ein Prinzip wird definiert als ein Grundsatz (Library Information Portal, ohne Datum). Soziokulturelle Prinzipien sind Ansätze wie beispielsweise Partizipation, Ressourcen-orientierung, Nachhaltigkeit, Interdisziplinarität, etc. Die Auswahl der im Folgenden ausgeführten soziokulturellen Prinzipien basieren auf ihrer Präsenz in der Fachliteratur, sowie auf ihrer Relevanz für die Berufsentwicklung. Die Prinzipien werden jeweils theoretisch kurz erläutert und ihre Bedeutung für die Berufsentwicklung erklärt. Daraus werden Hypothesen abgeleitet, inwiefern diese Prinzipien in der Berufsentwicklung der Sozio-kulturellen Animation vorkommen.

2.3.1. Partizipation

Der Begriff kommt aus der Politologie und meint teilhaben an politischen Entscheidungs-prozessen um Transparenz und öffentliche Zugänglichkeit zu gewährleisten. Die Parti-zipation ist immer im Zusammenhang mit ihren Zielen einer erweiternden Demokratie zu sehen. Dabei kann sie drei Funktionen einnehmen: Integration, Selbstbestimmung und Innovation. (Moser et al., 1999, S. 109-113)

Die Einbindung von Betroffenen und ihre Aktivierung ermöglichen eine den Bedürfnissen entsprechende Behandlung eines Themas und eine Nutzung ihrer spezifischen Ressourcen.

Nach dem Modell von Maria Lüttringhaus gibt es fünf verschiedene Stufen der Partizipation:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Stufenmodell der Partizipation (nach Lüttringhaus, Maria in Linker, Karolin, 2005, S. 4)

Wird keine dieser fünf Stufen durchlaufen, so kann es zu einer Nicht-Beteiligung kommen, welche durch eine Manipulation seitens der Organisation oder durch ein Desinteresse der Betroffenen entstehen kann (Lüttringhaus in Linker, 2005, S. 4). Nach Hollihn ist eine echte Beteiligung nur gewährleistet, wenn alle fünf Stufen durchlaufen werden (Hollihn, Frank in Moser et al., 1999, S. 113). Somit heisst Partizipation tätig werden für eine bestimmte Sache. Engagement hingegen ist nur in Zusammenhang mit Partizipation zu verstehen und nicht gleichzusetzen, denn Engagement ist jeweils objektbezogen und kann nicht für sich alleine stehen. (Moser et al., 1999, S. 114)

Alex Willener hält die Wichtigkeit fest, bei einem Vorhaben immer im Voraus abzuklären, welche realen Möglichkeiten zur Beteiligung bestehen. In der Situationsanalyse muss ermittelt werden wer, wann, wie und wozu partizipieren kann und welche Bedingungen für die Partizipation bestimmter Gruppen gegeben sind. Dazu braucht es eine Klärung der Rollen der Beteiligten und der Rahmenbedingungen. Somit können falsche Erwartungen und Enttäuschungen vermieden werden. (Willener, Alex, 2007 S. 62-64) Marcel Spierts schreibt, dass es für die Partizipation einerseits eine Stimulierung der Betroffenen für eine aktive Teilnahme (in Form von Freiwilligenarbeit oder Selbstorganisation) braucht, andererseits auch eine Schaffung von günstigen Arbeitsbedingungen und –gelegenheiten. Bei der Aktivierung der Betroffenen geht es nach seinem Verständnis darum, die Situation des Individuums, der Organisation oder der Gemeinschaft zu verändern, indem die Leute unterstützt werden ihre eigenen Wünsche und Möglichkeiten zu entdecken. Die Sozio-kulturelle Animation stimuliert die Leute ihre passive Konsumhaltung durch eine aktive Beteiligung an Organisation und bei der Gestaltung von Aktivitäten zu ersetzen. (Spierts, Marcel, 1998, S. 113, 224-230)

Anwendung auf die Berufsentwicklung

Partizipation auf die Berufsentwicklung anwenden heisst, dass zuerst verschiedene Aspekte der Berufsentwicklung der Soziokulturellen Animation analysiert werden müssen. Es muss geklärt werden, welches die Rahmenbedingungen für die Partizipation sind: In welchem Berufsentwicklungsschritt oder -bereich ist es sinnvoll, eine Partizipation anzustreben und in welcher Partizipationsstufe? In welchem Bereich macht es mehr Sinn, nicht-partizipativ vorzugehen? Bereits in der Planungsphase muss geklärt werden, wie der Partizipation bei der Weiterentwicklung und Umsetzung einer Berufsentwicklung Rechnung getragen werden kann.

Hypothese für die Soziokulturelle Animation

Wird die Berufsentwicklung der Soziokulturellen Animation in die drei grossen Bereiche Berufsidentität, Berufspraxis und Berufstheorie unterteilt, so gibt es vermutlich eine grosse Partizipation in der Weiterentwicklung der Berufspraxis. Alle Professionellen, die in der Soziokulturellen Animation tätig sind, leisten durch ihre alltägliche Arbeit einen Beitrag zur Berufsentwicklung. Das entspricht der Stufe zwei der Partizipation. In der Entwicklung der Berufsidentität wird ein mehrheitlich unorganisiertes Vorgehen vermutet, in dem alle ihr eigenes berufliches Selbstbild suchen. Ein koordiniertes Weiterentwickeln der Berufsidentität wird allenfalls in den Gremien wie zum Beispiel dem Fachpool Soziokulturelle Animation oder dem Berufsverband angestrebt. Auf der Ebene der Berufstheorie wird vor allem Praxisforschung betrieben, woran die Professionellen der Soziokulturellen Animation teilweise partizipieren.

Insgesamt wird davon ausgegangen, dass nur wenige aktiv an der Berufsentwicklung der Soziokulturellen Animation partizipieren. Aktive Beiträge sind zum Beispiel Publikationen in Fachzeitschriften, die Organisation von Weiterbildungen, das Betreiben von Forschung oder eine aktive Mitwirkung in einem berufspolitischen Gremium.

2.3.2. Empowerment

Empowerment sind Arbeitsansätze, welche Menschen zur Entdeckung der eigenen Stärken ermutigen und ihnen Hilfestellungen bei der Aneignung von Selbstbestimmung und Lebens-autonomie vermitteln. Empowerment heisst Strukturen bilden, die ermöglichen, sich einzu-bringen, mitzureden oder im kleinen Rahmen mitzubestimmen. Heringer zeigt auf, dass es oft nötig ist, „Gelegenheitsstrukturen“ aufzubauen, damit Engagement und soziale Ver-netzung überhaupt in Gang kommen können. (Heringer, Norbert in Willener, 2007, S. 56) Projekte ermöglichen kollektive Handlungsfähigkeit und zwar dort wo die vorhandenen Ressourcen für die Selbstorganisation nicht ausreichen (Keupp, Heiner in Willener, 2007 S. 56). Die aktivierende, organisierende und moderierende Arbeit und der Aufbau von viel-fältigen Beteiligungsstrukturen und -methoden sind in diesem Sinne Einsatzorte und -mittel des Empowerment. Soziokulturelle Animatorinnen und Animatoren haben die Rolle des „Facilitators“, denn sie ermöglichen Lernprozesse und arbeiten mit den Beteiligten und nicht für sie. (Willener, 2007, S. 53-58)

Anwendung auf die Berufsentwicklung

Für die Berufsentwicklung bedeutet Empowerment, Strukturen und Rahmenbedingungen zu bilden und zu bieten, die es den Professionellen ermöglichen, sich einzubringen und mitzubestimmen. Fachleute sollen einerseits Strukturen vorfinden, die ihnen eine Beteiligung ermöglichen und andererseits sollen sie ermutigt und befähigt werden, an der Berufs-entwicklung teilzunehmen.

Hypothese für die Soziokulturelle Animation

In der Soziokulturellen Animation wird davon ausgegangen, dass das Engagement der Professionellen vor allem auf Eigeninitiative beruht. Sie werden nur zufällig, zum Beispiel über zufällige Kontakte, Begegnungen, Anlässe oder Informationen ermutigt, sich für die Berufsentwicklung zu engagieren. Bewusste, zielgerichtete Befähigung gibt es kaum und entsprechende Strukturen sind nur teilweise entwickelt.

2.3.3. Ressourcenorientierung

Ein Fokus auf die gegenwärtigen Ressourcen ermöglicht, bereits vorhandene Fähigkeiten, Kompetenzen, Kenntnisse, etc. zu bündeln und für die Bearbeitung einer Thematik den maximalen Nutzen daraus ziehen zu können. Nach Moser et al. versucht die Mediatorin, der Mediator die Ressourcen bei den verschiedenen Individuen aufzugreifen, um die unter-schiedlichen Fähigkeitspotentiale zum Vorschein zu bringen. Auf der strukturellen Ebene ist es die Organisation, welche die vorhandenen Anlagen und Fertigkeiten koordiniert. (Moser et al., 1999, S. 23-24)

Anwendung auf die Berufsentwicklung

Für die Berufsentwicklung bedeutet dies, die spezifischen Ressourcen der einzelnen Fachleute für Bestrebungen in der Weiterentwicklungen des Berufes zu nutzen.

Hypothese für die Soziokulturelle Animation

In der Soziokulturellen Animation wird davon ausgegangen, dass die Aufgaben innerhalb der Berufsentwicklung nicht primär ressourcenorientiert nach den spezifischen Kompetenzen der Beteiligten verteilt werden. Vielmehr sind die Kriterien zeitlicher und örtlicher Verfügbarkeit entscheidend für die Aufteilung der Arbeiten.

2.3.4. Networking

Die folgenden drei Prinzipien Networking, Kooperation und Interdisziplinarität sind alle in einem ähnlichen Bereich anzusiedeln, unterscheiden sich dennoch klar voneinander. So ist das Networking eine ausschliessliche Beziehungspflege, wo es um das gegenseitige Kennen, Weitervermitteln und Unterstützen geht, jedoch nicht um den fachlichen Austausch als solchen. Die Kooperation hingegen ist eine professionelle Arbeitsweise, die eine Form einer losen oder aber auch einer engen Zusammenarbeit für ein bestimmtes Projekt oder Arbeit voraussetzt. Die Interdisziplinarität ist eine Vernetzungsart, die ausschliesslich auf die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Berufen und Berufsbereichen abzielt.

Ein Netzwerk ist ein Mittel, um die Vielzahl von Kontakten zu systematisieren. Netzwerke sind ein strategischer Bestandteil der Arbeitseinstellung. Die gegenseitige Abhängigkeit von Dienstleistungseinrichtungen erfordert ein komplexes, integrales Vorgehen. Netzwerke werden deshalb in den wachsenden Abhängigkeitsverhältnissen immer wichtiger. Über Querverbindungen stehen die Institutionen miteinander in Verbindung. Dies ist ein komplexes und dynamisches Kräftefeld, das nur schwer kalkulierbar ist. Hingegen ermöglicht die lockere Struktur ein grosses Mass an Flexibilität, was erlaubt schnell auf neue Entwicklungen zu reagieren. (Spierts, 1998, S. 243-248)

Anwendung auf die Berufsentwicklung

Networking in der Berufsentwicklung bedeutet, dass der Kontakt und die Beziehungspflege mit Fachleuten aus der eigenen und aus anderen Disziplinen gepflegt werden. Gut durch-dachte und legitimierte Netzwerke ermöglichen den unterschiedlichen Fachleuten, in der Begegnung und dem fachlichen Austausch den professionellen Eigencharakter ihrer Arbeit sichtbar zu machen. (Spierts, 1998, S. 244)

Hypothese für die Soziokulturelle Animation

Das Betreiben von Networking, vor allem im Bereich des politischen Lobbying, ist vom individuellen Engagement der Soziokulturellen Animatorin, des Soziokulturellen Animators abhängig. Durch die Gegebenheiten der üblichen Arbeitsfelder ist eine gewisse Sensibili-sierung, vor allem für den Bereich der politischen Beziehungspflege, vorhanden. Networking mit anderen Disziplinen ist noch wenig bekannt.

2.3.5. Kooperation

Kooperationen lohnen sich, wenn die Ausgangslage komplex ist oder wenn Einzelarbeiten zu einem Gesamtprojekt zusammengeführt werden sollen. Man unterscheidet zwischen Interkooperation (verschiedene Organisationen bringen ihr spezifisches Know-how ein) und Intrakooperation (Teile desselben Organisationssystems, beispielsweise Abteilungen, arbeiten für ein Projekt zusammen). Kooperation braucht Bereitschaft zur Zusammenarbeit von Mitarbeitenden und von deren Organisation. Dies erfordert Kommunikation, Transparenz (Offenlegung der Interessen, Motive und Ziele) sowie Vertrauen und eine konstruktive Feedbackkultur. Neben den gemeinsamen Zielen müssen auch immer die eigenen im Auge behalten werden. Die Zeit für die Kooperation, die zunächst Mehrarbeit erfordert, muss eingeplant werden. (Willener, 2007, S. 68-72)

Anwendung auf die Berufsentwicklung

Für die Berufsentwicklung bedeutet dies, dass einen Austausch und eine Zusammenarbeit mit anderen Berufsbereichen notwendig sind.

Hypothese für die Soziokulturelle Animation

In der Soziokulturellen Animation existiert die Kooperation in Form eines Austausches und einer gewissen Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Stellen eines Berufbereiches vor allem in der Jugendarbeit. In den anderen Bereichen der Soziokulturellen Animation ist diese Kooperation kaum vorhanden.

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Ende der Leseprobe aus 138 Seiten

Details

Titel
Berufsentwicklung der Soziokulturellen Animation - Strang I
Hochschule
Universität Luzern
Note
B (sehr gut)
Autoren
Jahr
2008
Seiten
138
Katalognummer
V117205
ISBN (eBook)
9783640278220
ISBN (Buch)
9783640282258
Dateigröße
3251 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Strang II ist unter der Archivnummer v117203
Schlagworte
Berufsentwicklung, Soziokulturellen, Animation, Strang
Arbeit zitieren
Luzia Rupp (Autor)Rahel Schmid (Autor), 2008, Berufsentwicklung der Soziokulturellen Animation - Strang I, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117205

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