Projektbegleitende Qualitätssicherung im Überblick


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2007

14 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A. Einführung
I. Der Begriff der Qualität
1. Der produkt- und fertigungsorientierte Ansatz
2. Der kunden- und wertorientierte Ansatz
II. Qualitätssicherung und Projektmanagement
III. Gibt es für Projekte eine besondere Art der Qualitätssicherung?
IV. Forderungen an eine wirkungsvolle Qualitätssicherung
1. Qualitätssicherung während der frühen Projektphase
a) Lastenheft und Pflichtenheft
b) Qualitätsmerkmale und Fehleranalyse
c) Failure-Mode and Effects Analysis
2. Qualitätssicherung bei der Beschaffung
3. Qualitätssicherung bei der Leistungserstellung
a) Annahmeprüfung
b) Statische Prozessregelung

B. Schlussbetrachtung

C. Literaturverzeichnis

A. Einführung

Das vorliegende Werk beschäftigt sich mit der projektbegleitenden Qualitätssicherung. Unter Qualitätssicherung versteht man einen unternehmensinternen allgemeinen Prozess, der sicherstellen soll, dass ein Projekt ein festgelegtes Qualitätsniveau erreicht. Dabei geht es weniger darum die Qualität zu erhöhen, sondern vielmehr um den Erhalt eines vorgegebenen Niveaus.

Ein hohes Maß an Qualität wird von Beginn an vom Projekt gefordert. Sollte dies nicht der Fall sein, müssten fehlerhafte Teile bei der Produktion nachgebessert und Arbeitsschritte wiederholt werden. Dies behindert den Arbeitsvorgang und äußert sich in Zeitverlusten.

Das anzustrebende Primärziel für alle betrieblichen Tätigkeiten ist die maximale Kundenzufriedenheit. Dies wird nur gelingen, wenn dem Kunden ein Produkt mit bester Qualität, einem angemessenen Preis-/Leistungsverhältnis und einem hohen Lieferservice geboten wird. Für jedes Unternehmen steht dahinter die Notwendigkeit, die innovativen Instrumente zur Optimierung der Faktoren Qualität, Kosten und Zeit in der situativ richtigen Weise zu kombinieren.

Diese drei Faktoren stehen in einem engen Wirkungszusammenhang und gelten grundsätzlich für alle Unternehmensprozesse zur Erzeugung von Kundennutzen. Die Optimierung von Zeit, Qualität und Kosten führt auch zur Optimierung des Ertrages.

Deshalb ist die Zeitorientierung nicht vom Qualitätsaspekt zu trennen, denn alle Versäumnisse in der Qualität machen sich negativ in verlorener Zeit, in Form von Fehlerbehebungen bemerkbar. Erfolg bei der Messgröße Zeit bedeutet gleichzeitig Erfolg bei Qualität und Kosten.[1]

Daher schafft die Qualitätssicherung dauerhafte Vorteile im nationalen und internationalen Wettbewerb und sichert den Markterfolg des Unternehmens.

Und das verdeutlicht die Wichtigkeit der projektbegleitenden Qualitätssicherung und bedeutet gleichzeitig, dass das klassische Kostencontrolling durch ein prozessorientiertes Zeit- und Qualitätscontrolling ergänzt werden muss.

I. Der Begriff der Qualität

Es gibt zahlreiche sehr unterschiedliche Definitionen zu dem Begriff „Qualität“, was darauf hindeutet, dass in der Literatur und in der Praxis wenig Einigkeit herrscht.

„Es gibt grundsätzlich zwei Sichtweisen, aus denen heraus Qualität beurteilt werden kann.“[2] Zum einen aus der Sicht des produzierenden Unternehmens. Wo sich der Qualitätsbegriff auf den Grad der Erreichung angestrebter Produkt- und Prozessmerkmale bezieht. Zum anderen aus der Perspektive des Kunden. Hier geht es um den Grad der Erreichung von Kundenanforderungen.

1. Der produkt- und fertigungsorientierte Ansatz

Beim produktorientierten Ansatz haben Qualitätsunterschiede bei Produkten ihre Ursache in Differenzen der einzelnen Bestandteile, Eigenschaften und Materialien.[3] Hierbei handelt es sich im Allgemeinen um messbare Größen. Nach diesem Ansatz ist Qualität ein objektiv überprüfbares und messbares Merkmal. Somit kann eine verbesserte Produktqualität erreicht werden, indem höherwertige Rohmaterialien oder einzelne Bestandteile verwendet werden. „Nicht deutlich ist, wie bei ausschließlicher

Zugrundelegung dieses Qualitätsbegriffs entschieden werden kann, welche Materialien und Eigenschaften ein Produkt als qualitativ hochwertig auszeichnet.“[4]

Auch eine Qualitätsdefinition nach dem fertigungsorientierten Ansatz versucht, eine objektive Größe zur Festlegung und Messung von Qualität zu finden.

Ausgangspunkt dieser Auffassung ist die Vorstellung von allgemein gültigen Verwendungszwecken von Produkten. Hierzu werden den Produkten Merkmale zugewiesen, welche nach ihrer „Tauglichkeit“ für diesen Zweck zu differenzieren und zu bewerten sind. Eine Abweichung der Spezifikationen eines Produktes bedeutet eine Qualitätsminderung.

Diese Qualitätsdefinition führt dazu, dass die innerbetrieblichen Voraussetzungen zur Qualitätsschaffung ins Blickfeld gerückt werden. Dazu gehört hinsichtlich der Produktion vor allem die statische Qualitätssicherung.[5]

2. Der kunden- und wertorientierte Ansatz

In diesem Ansatz gelten die Bedürfnisse des Kunden als alleiniger Maßstab für eine Beurteilung von Qualität. Denn es ist die subjektive Qualitätsbeurteilung des Kunden die für den Absatzerfolg des Unternehmens entscheidend ist. „Diese wiederum hängt zum einen von den Anforderungen an das Produkt und dem vorgesehenen Verwendungszweck ab, zum anderen davon, wie das Produkt vom Anwender im Vergleich zu denen der Konkurrenz beurteilt wird.“[6]

In diesem Sinne ist Qualität als Erfüllungsgrad eines individuellen Kundenbedürfnisses zu definieren. Diese subjektive Qualität ist das Ergebnis eines Wahrnehmungs- und Bewertungsvorgangs des Kunden.

Beim wertorientierten Ansatz spielen Qualitäts- und Preisüberlegungen zusammen. Demnach ist Qualität unter Einbeziehung der Produktpreise zu definieren. Ein Erzeugnis ist ein Qualitätsprodukt, wenn eine qualitativ hochwertige Leistung zu einem vertretbaren Preis vorliegt.[7]

II. Qualitätssicherung und Projektmanagement

Unter „Projekt“ versteht man jede größere, komplexe, zeitlich begrenzte und in sich abschließbare Aufgabe. „Durch das erforderliche Zusammenwirken mehrerer Disziplinen und häufig auch unterschiedlicher Organisationen und Organisationsformen entstehen typische Hindernisse für die Abwicklung von Projekten, insbesondere hinsichtlich Termine, Kosten und Qualität. Die Methoden und Werkzeuge der Qualitätssicherung erweisen sich daher auch für Projektarbeit als sehr nützlich und erforderlich“[8]

Das Deutsche Institut für Normung e. V. (DIN) definiert Qualitätssicherung als die „Gesamtheit der Tätigkeiten des Qualitätsmanagements, der Qualitätsplanung, der Qualitätslenkung und der Qualitätsprüfungen.“[9]

Der Projektmanager sollte sich mehr den Tätigkeiten zuwenden, die dem Qualitätsmanagement zuzurechnen sind. Eine wichtige Aufgabe hierbei ist es, Verfahren festzulegen, die zur Erreichung der erforderlichen Produktqualität notwendig sind. Dies umfasst die neben der Festlegung der Prüfverfahren auch die Kommunikationswege bei festgestellten Fehlern und Schulungsmaßnahmen.

„Die Qualitätssicherung sorgt für die Einhaltung der vom Qualitätsmanagement festgelegten Maßnahmen. Für bestimmte Betriebe ist gesetzlich vorgeschrieben, dass das Personal der Qualitätssicherung direkt dem Qualitätsmanagement bzw. der Geschäftsleitung untersteht, damit es nicht an Weisungen z.B. der Fertigungsleitung gebunden ist.“[10]

[...]


[1] Claus Steinle/Heike Bruch, S. 152.

[2] von Ahsen, S. 9.

[3] Leffler, S. 956.

[4] von Ahsen, S. 10.

[5] von Ahsen, S. 10.

[6] von Ahlen, S. 11.

[7] von Ahlen, S. 12.

[8] Reschke, S. 473f.

[9] DIN 55350, Teil 11.

[10] http://de.wikipedia.org/wiki/Qualit%C3%A4tssicherung, abgerufen am 08.05.2007.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Projektbegleitende Qualitätssicherung im Überblick
Hochschule
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Veranstaltung
Projektmanagement
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
14
Katalognummer
V118909
ISBN (eBook)
9783640221677
ISBN (Buch)
9783640861514
Dateigröße
405 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Projektbegleitende, Qualitätssicherung, Projekt, Qualität, Projektmanagement, Qualitätsmanagement
Arbeit zitieren
Andreas Kuttelwascher (Autor), 2007, Projektbegleitende Qualitätssicherung im Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118909

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