Vergleich der Standorte Oyten (Deutschland) und Juárez (Mexiko) für die Produktion eines Raumklimagerätes


Hausarbeit (Hauptseminar), 2008

30 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Untersuchungsgegenstand
2.1. Die Standorte
2.2. Das Produkt und seine Märkte

3. Untersuchung der Produktionsfaktoren
3.1. Die menschliche Arbeitskraft
3.2. Werkstoffe
3.3. Betriebsmittel

4. Vergleich der Infrastruktur
4.1. Die Verkehrsinfrastruktur
4.2. Energie und Kommunikationsinfrastruktur

5. Weitere Standortfaktoren
5.1. Die Steuerbelastung
5.2. Das Arbeitsrecht
5.3. Förderprogramme

6. Beurteilung beider Standorte

7. Fazit

III Abbildungsverzeichnis

IV Quellenverzeichnis

II Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Bei der Auswahl eines geeigneten Produktionsbzw. Unternehmensstandortes stehen einem Existenzgründer heute viele Möglichkeiten zur Verfügung. Dies ist vor allem die Folge der Erweiterung zahlreicher Handelsabkommen, wie z. B. der EWWU, NAFTA, ASEAN und APEC sowie dem damit verbundenen Abbau von Handelsbeschränkungen zwischen den Staaten. Diese voranschreitende Globalisierung auf nahezu allen Märkten erleichtert dem Unternehmer die Einund Ausfuhr von Rohstoffen und Gütern, ermöglicht den Zugang zu Häfen und Flughäfen und verbessert die wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit unter den einzelnen Staaten.1 Dies versetzt die Produzenten unterschiedlichster Güter in die komfortable Lage, dass sie einen deutlich größeren Handlungsspielraum bei der Auswahl eines für ihre Zwecke optimalen Produktionsstandortes haben. So sind sie nicht mehr uneingeschränkt an den Standort des Beschaffungsbzw. Absatzmarktes gebunden, sondern können z. B. unter Berücksichtigung der Transportkosten und Ausfallrisiken unterschiedlichste Standorte vergleichen.

Ein solcher Standortvergleich wird in dieser Arbeit für die Produktion von Klimaanlagen durch ein mittelständisches Unternehmen vorgenommen. In seiner Vorauswahl hat sich der Unternehmer für die beiden Standorte Oyten in Deutschland und Ciudad Juárez in Mexiko entschieden. Für beide sprechen ihre gute Lage in einem wirtschaftlichen Ballungsgebiet, die liberale Außenhandelspolitik ihrer Länder und die Nähe zu einem der Absatzmärkte. Nach einer kurzen Vorstellung der Standortalternativen und des Produktes werden zunächst die Produktionsfaktoren, die Infrastruktur und weitere wesentliche harte Standortfaktoren der beiden Standortalternativen gegenübergestellt. Im nächsten Schritt folgt eine Bewertung der Standorte anhand ihrer wesentlichsten Unterschiede. Diese soll es dem Unternehmer dann ermöglichen eine begründete Entscheidung für einen der beiden Standorte zu treffen.

2. Untersuchungsgegenstand

2.1 Die Standorte

An dieser Stelle sollen die beiden zur Auswahl stehenden Standorte kurz vorgestellt werden. Der deutsche Standort Oyten liegt in der Mitte Niedersachsens und grenzt an das Bundesland Bremen an. Damit hat der mit 15.000 Einwohnern2 eher kleine Ort einen guten Zugang zu dem Arbeitskräftemarkt der anliegenden Großstadt, deren Einwohnerzahl knapp 550.000 beträgt.3 Auch kann der Standort von den Forschungseinrichtungen, der Lieferantenvielfalt und der Infrastruktur Bremens und des Umlandes profitieren. Im “Gewerbepark an der Autobahn“ stehen bis zu zehn Hektar Bauland zum Verkauf.4 Das gemäßigte Klima des Standortes stellt keinerlei Hindernisse für die Produktion dar. Die zentrale Lage innerhalb der EU ermöglicht den einfachen Zugang zu den Absatzmärkten einiger der einkommensstärksten Länder der Welt. Des Weiteren ist die stabile Sicherheitslage in der gesamten Region attraktiv für jeden Unternehmer.

Der zweite Standort ist der Juárez Industrial Park, ein großes Industriegebiet im Norden des mexikanischen Bundesstaates Chihuahua. Zudem grenzt die Stadt Juárez im Norden unmittelbar an die USA an.5 Damit ist sie einer der wichtigsten mexikanischen Wirtschaftstandorte und profitiert enorm von dem Freihandelsabkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada (NAFTA). Das subtropische bis tropische Klima in der Region erscheint als ideal für die Produktion und vor allem dem Absatz von Klimaanlagen. Hinzu kommt die hohe Einkaufskraft in den südlichen Bundesstaaten der USA. Insgesamt hat der Ballungsraum um die Grenzstadt Juárez eine Einwohnerzahl von etwas mehr als 2.000.000.6 Durch das rasche Anwachsen der Stadt ist Juárez allerdings auch zu einem sozialen und ökologischen Brennpunkt in der Region geworden. Dennoch haben sich große Konzerne wie Philips, Bosch und Siemens nicht gescheut Produktionsstätten in Juárez zu eröffnen.7

2.2 Das Produkt und seine Märkte

Ganz entscheidend für die Auswahl des besten Produktionsstandortes sind Kenntnisse über das Produkt. Auch die notwendigen Beschaffungsund Absatzmärkte müssen in diesem Zusammenhang berücksichtigt werden. Der angesprochene Mittelständler konzentriert sich vorrangig auf den Produktionsprozess der Klimaanlagen. Mit der Wartung der Geräte wird er einen Dienstleister beauftragen. Für die F & E strebt er eine Kooperation mit einem größeren Unternehmen an. Das Produkt ist ein mobiles und kompaktes Raumklimagerät und verfügt über die Funktionen Kühlung, Heizung, Lüftung und Filterung sowie Feuchtigkeitsregulierung. Es ist für die Klimatisierung einzelner Räume in Wohnungen, Büros und Häusern geeignet und ist im unteren Preissegment angesiedelt. Des Weiteren ist es geräuscharm und energiesparsam. Vertrieben wird das Raumklimagerät über den Einzelhandel, wie Supermärkte und Elektronikgeschäfte. Diese Produktspezifikation ermöglicht es, dass das Produkt auf den unterschiedlichsten Märkten abgesetzt werden kann. In Mittelund Nordeuropa besteht für die Verbraucher keine Notwendigkeit große und teure Klimaanlagen in ihren Häusern und andern Gebäuden zu installieren. Sie sind lediglich von kurzen Hitzeperioden betroffen. Dennoch wird die Nachfrage nach einem angenehmen Raumklima aufgrund des wachsenden Wohlstandes auch hier wachsen. Hierfür ist das beschriebene Produkt ideal. Es ist preiswert, leicht zu transportieren und muss nicht aufwendig installiert werden. Auch im Süden Europas kann dieses Gerät von Verbrauchern nachgefragt werden, welche entweder aufgrund der alten Bauweise ihrer Häuser keine großen Anlagen installieren können, nicht die finanziellen Mittel für Komplettanlagen haben, oder für Gebäude, welche nur selten genutzt werden. Ähnlich sieht die Nachfrage in den USA aus. Die wärmeren Bundesstaaten können mit Südeuropa und einige der kälteren mit dem übrigen Europa gleichgesetzt werden. Insbesondere verspricht der Absatz der Klimaanlagen in Mexiko Erfolg. Zwar würde sich die Installation von Komplettanlagen in nahezu allen Regionen lohnen, allerdings kann sich dies nur ein geringer Anteil der Bevölkerung leisten. Somit besteht in ganz Mexiko eine sehr hohe Nachfrage nach preiswerten Klimaanlagen. Verstärkt wird dies durch die Tatsache, dass viele Geschäfte und Wohnungen relativ klein sind und ihnen somit schon durch eine Raumklimaanlage geholfen ist. Der Produzent der Klimaanlagen wird unabhängig vom Produktionsstandort versuchen, seine Produkte auf allen angesprochenen Märkten abzusetzen.

3. Untersuchung der Produktionsfaktoren

3.1 Die menschliche Arbeitskraft

Eine wesentliche Rolle in jedem Produktionsbetrieb spielen die drei betriebswirtschaftlichen Produktionsfaktoren Betriebsmittel, Werkstoffe und menschliche Arbeitskraft. Letztere soll im Hinblick auf die beiden Standorte als erstes untersucht werden. Der Produktionsfaktor Mensch ist sowohl auf die Qualität der Ausbildung und die Quantität der verfügbaren Arbeitskräfte als auch auf deren Kosten zu untersuchen. Für die Produktion von Klimaanlagen werden vor allem Akademiker wie Maschinenbauingenieur, Elektrotechnikingenieure sowie Facharbeiter wie Elektriker, Systemtechniker, Kälteanlagentechniker, Kälteanlagenbauer aber auch ungelernte Arbeitskräfte, welche man für leichte Tätigkeiten anlernen kann, benötigt. Hinzu kommen wie in nahezu jedem Unternehmen Betriebswirte und kaufmännische Angestellte.

Obwohl Deutschland nach einem Bericht der OECD im Vergleich zu anderen Industrienationen einen zu geringen Anteil an Akademikern aufweist8, ist das Ausbildungsniveau in Deutschland und der EU im weltweiten Vergleich sehr hoch. In der Bundesrepublik gibt es eine große Anzahl von staatlich anerkannten Ausbildungsberufen. Diese laufen meistens in Form des dualen Systems ab, welches die betriebliche Ausbildung im Unternehmen und an der Berufsschule vorschreibt. Dadurch werden den Auszubildenden sowohl praktische als auch theoretische Kenntnisse vermittelt.9 Im Landkreis Verden, in welchem die Gemeinde Oyten liegt, haben 80 Prozent der Beschäftigten einen solchen Ausbildungsabschluss, so dass der Bedarf an Facharbeitern in Oytens Umland gedeckt wird. Problematisch sind hier eher die nur fünf Prozent Beschäftigten mit einem Hochschulabschluss.10 Aufgrund der Nähe zur Universität sowie Hochschule Bremen kommen jedoch halbjährlich zahlreiche Hochschulabgänger auf den Arbeitsmarkt. Auch die Anzahl ungelernter Arbeitskräfte ist in Oyten ausreichend. Dies kann man aus den Arbeitslosenquoten Bremens mit 11,4 Prozent und Niedersachsens mit 7,7 Prozent schlie- ßen.11

[...]


1 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Handelsabkommen

2 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Bremen

3 Vgl. http://www.oyten.de/wirtschaft.html

4 Vlg. http://www.landkreis-verden.de/

5 Vgl. http://www.intermex.com/html/park_juarez.html

6 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Ciudad_Ju%C3%A1rez

7 Vgl. Fuchs, 2001, S. 3 ff.

8 Vgl. http://www.stern.de/politik/deutschland/:Bildungsniveau-Deutschland/569901.html

9 Vgl. http://www.s-hb.de/duale-ausbildung-de/

10 Vgl. http://www.landkreis-verden.de/index.cfm?content=http://www.landkreis-verden.de/wirtschaftsfoe/ wirtschaftsraum2.cfm

11 Vgl. www.niedersachsen.dgb.de/.../kurzinfos/kurzinfo_arbeitsmarkt_juli_2008.pdf

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Vergleich der Standorte Oyten (Deutschland) und Juárez (Mexiko) für die Produktion eines Raumklimagerätes
Hochschule
Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven; Standort Emden  (FHO Emden)
Veranstaltung
Produktionswirtschaft, Produktionstechnik und Logistik in der Automobil- und Fertigungsindustrie
Note
1,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
30
Katalognummer
V120028
ISBN (eBook)
9783640240241
ISBN (Buch)
9783656524083
Dateigröße
552 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vergleich, Standorte, Oyten, Juárez, Produktion, Produktionswirtschaft, Produktionstechnik, Logistik
Arbeit zitieren
Stefan Luttmann (Autor), 2008, Vergleich der Standorte Oyten (Deutschland) und Juárez (Mexiko) für die Produktion eines Raumklimagerätes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120028

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