Grammatik in Schulbüchern anhand "Praxis Sprache" (Westermann Verlag)

Bewertung und Vergleich


Hausarbeit (Hauptseminar), 2008
19 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeine curriculare Vorgaben für das Unterrichtsfach Deutsch

3. Der Beitrag des Schulbuchs im Grammatik-Unterricht

4. Vorstellung des Schulbuchs Praxis Sprache (Sek. I)
4.1. Aufbau
4.1.1. Der Grammatikteil
4.1.2. Das Nomen
a) Klasse 5
b) Klasse 6
c) Klasse 7
d) Zusammenfassende Untersuchung

5. Vorstellung der einzelnen Bewertungskriterien
5.1. Flexibilität
5.2. Attraktivität
5.3. Abstraktheit
5.4. Niveau

6. Individuelle Bewertung der Schulbücher Praxis Sprache: Das Nomen im Grammatik-Teil der Klassenstufen 5 bis 7
6.1. Klassenstufe 5: Sind die Kriterien erfüllt?
6.1.2. Flexibilität
6.1.3. Attraktivität
6.1.4. Abstraktheit
6.1.5. Niveau
6.2. Klassenstufe 6: Sind die Kriterien erfüllt?
6.2.1. Flexibilität
6.2.2. Attraktivität
6.2.3. Abstraktheit
6.2.4. Niveau
6.3. Klassenstufe 7: Inwieweit ist die Behandlung des „Nomen“ fortgeschritten?

7. Fazit des Schulbuchvergleichs

8. Schlusswort

9. Literaturnachweis

1. Einleitung

Das Lehrbuch stellt als Medium im Deutsch-Unterricht eine wichtige Rolle dar, denn Sprach- oder Arbeitsbücher sind „Hof-Lieferanten von Sprachreflexion / Grammatik-Unterricht“1, deren Anwendung im Deutsch-Unterricht nachhaltige Wirkung zeigen.

Der schulische Grammatik-Unterricht stellt ein wichtiges Anwendungsgebiet dar, um sich mit dem syntaktischen Bau der deutschen Sprache auseinander zu setzen.

Der vorliegende Aufsatz behandelt Funktion und Aufbau des Lehrwerks Praxis Sprache der Sekundarstufe I vom Westermann Verlag. Hierbei wird der Lehrplan für das Unterrichtsfach Deutsch herangezogen, um festzustellen inwieweit Praxis Sprache die im Weiteren aufgezeigten Bewertungskriterien erfüllt. Folglich werden verschiedene Klassenstufen des Schulbuchs miteinander verglichen, das Augenmerk liegt hierbei auf den Grammatikteil, welcher das „Nomen“ beinhaltet. Es soll gezeigt werden, wie in der Klassenstufe 5 die Einführung in die Grammatik des Nomens erfolgt und in Klasse 6 und 7 ihre Entwicklung und Intensivierung findet.

2. Allgemeine curriculare Vorgaben für das Unterrichtsfach Deutsch

Das Fach Deutsch hat unter anderem die Aufgabe SchülerInnen* in Bezug auf ihre Kommunikations- und Handlungsfähigkeit zu fördern. Hierbei wird das Lernen mit und über Sprache hervorgehoben. Sprachliche Gestaltungsmittel sollen kreativ eingesetzt und Einblicke in die Struktur und Funktion der Sprache gewonnen werden. Nicht zuletzt hat der Deutsch-Unterricht das Ziel, den mündlichen sowie schriftlichen Sprachgebrauch der Schüler vor groben Verstößen in Sprach- und Schreibrichtigkeit zu bewahren.2

Wichtig ist, dass das Fach Deutsch mit anderen Unterrichtsfächern, also fächerübergreifend oder fächerverbindend, verknüpft wird. So bietet es sich an, dass Texte im Schulbuch geschichtliche, naturwissenschaftliche oder andere Themen aufgreift, in denen die Schüler Gestaltungserfahrungen mit der deutschen Sprache machen, Sachinformationen aufnehmen, bearbeiten und sich mit diesen auseinander setzen.

* im Folgenden als „Schüler“ bzw. „Lehrer“ aufgeführt

Es sollen Werte und Lebenshaltungen mit Hilfe von Texten vermittelt werden und in sprachlicher und kultureller Perspektive die Lern- und Lebenserfahrungen der Schüler gefördert werden. In allen Verwendungszusammenhängen sollen Sprach- und Schreibnormen eine angemessene Berücksichtigung und Behandlung finden. „Dazu zählt auf Grundlage der Sprechakttheorie vor allem die Reflexion sprachlichen Handelns in mündlicher und schriftlicher Kommunikation als Teil der sozialen Interaktion, auch unter Einbeziehung der nonverbalen Kommunikation.“3

Zu den didaktischen Grundsätzen gehören unter anderem das Sprechen, das Schreiben (Sprechen und Schreiben wird auch als „Mündliche und schriftliche Kommunikation“4 zusammengefasst), das Lesen und Verstehen von Texten sowie die Reflexion der Sprache, welche die Sprachbetrachtung sowie Rechtschreib- und Grammatikunterricht beinhaltet. Dabei soll die Fähigkeit der Schüler gefördert werden, welche für selbständige Texterschließungen und Textproduktion erforderlich sind.

Für den didaktischen Grundsatz Sprechen sind geeignete Gesprächs- und Redeformen (Partner-, Gruppen-, Klassengespräch beziehungsweise spontanes, vorbereitetes und textgebundenes Sprechen) vorgesehen, in denen die Schüler die Wirkungsweise verschiedener verbaler und nonverbaler Ausdrucksmittel erfahren sollen.

Das Schreiben gilt als Ausdruck des eigenen Wahrnehmung- und Empfindungsvermögen. Der Unterricht soll auf spielerisches und schöpferisches Schreiben Bezug nehmen und somit zu steigender Sicherheit und Bereitwilligkeit führen, unterschiedliche Schreibformen anzuwenden.

Hinsichtlich des Lesens und Verstehens, also dem Umgang mit Texten, sind der Leistungsstand, insbesondere Lesefähigkeit und –fertigkeit sowie Interessen und Konsumverhalten der Schüler zu beachten.

Die Texte des Lektürekanons aber auch des Schulbuchs sollen daher individuell und differenziert sein, wodurch die Schüler zum einen zu einer positiven Einstellung zum Lesen und zum anderen zu einem gründlichen Textverständnis gelangen sollen.

Über die Teilbereiche der Rechtschreibung und Grammatik sollen die Schüler einen Einblick in Bau und Funktion der Sprache erhalten. Die Erweiterung ihres Sprachwissens findet über die Behandlung mit Text-, Satz- und Wortgrammatik, Lautung und Schreibung statt. Das altersgemäße Reflektieren und Artikulieren über Sprache sollen in der Vermittlung von grammatischen Inhalten und Begriffen berücksichtigt werden.

„Grammatisches und orthographisches Wissen soll die Schülerinnen und Schüler dazu befähigen, bewusst mit Sprache umzugehen, über Sprache zu reden und eigene Texte selbständig zu überarbeiten. Dazu ist es zweckmäßig, Hilfsmittel in Buchform [...] heranzuziehen.“5

Der Grammatikunterricht muss sich hierbei den entwicklungspsychologischen Voraussetzungen wie dem sprachlich-kognitiven Vermögen, dem Abstraktions- und Distanzierungsvermögen sowie seelischen Erleben und Intelligenzleistung der Schüler anpassen, damit die Lernenden Rückschlüsse auf den Gebrauch von Wortarten ziehen können.6

3. Der Beitrag des Schulbuchs im Grammatik-Unterricht

Lesen und Schreiben gelten als Basiskompetenzen, welche mittels Deutsch-Unterricht erreicht und gefördert werden sollen. Das Schulbuch trägt der Lese- und Schreibförderung bei und stellt somit nach curricularen Vorgaben einen Schwerpunkt des schulischen Unterrichts dar. Es soll den Schülern erleichtern, sprachliche Formen und Strukturen der Grammatik sowohl in textlichen, funktionalen und situativen Zusammenhängen und ihrer Verwendung kennen zu lernen. Nicht zuletzt beschäftigt sich der Grammatik-Unterricht und somit das Schulbuch mit der Auseinandersetzung des syntaktischen Baus und systematischen Darstellung der deutschen Sprache. Die Schulgrammatik orientiert sich dabei an den Ansprüchen des Unterrichts und folgen in ihren strukturellen Besonderheiten den Unterrichtsabläufen oder „erwarteten Lernprogression der Schüler“.7

Schulbücher legen besonderen Wert auf die Entfaltung der Methoden-, Sprach- und Lesekompetenz der Schüler und alle weiteren curricularen Vorgaben möglichst praxisnah umzusetzen. Wie dies dem Lehrwerk für die Sekundarstufe I Praxis Sprache gelungen ist, möchten folgende Kapitel aufzeigen.

4. Vorstellung des Schulbuchs Praxis Sprache (Sek. I)

Mit vielen Alternativen der zweckmäßigen und experimentellen Grammatik soll Praxis Sprache als Schulbuch vom Westermann Verlag den Erwerb von sprachlichen Kompetenzen erleichtern, welche für die didaktischen Grundsätze Schreiben, Verstehen und Interpretieren von Texten konstruktiv sind. Dabei soll der Umgang mit der Grammatik erträglicher, wenn nicht sogar vergnüglich gestaltet werden. Prof. Dr. Menzel, Herausgeber von Praxis Sprache, erklärt, dass es Rechtschreibprobleme gibt „die ohne Grammatik nicht lösbar sind: die Groß- und Kleinschreibung, die Getrennt- und Zusammenschreibung, die Unterscheidung von dass und das, die gesamte Kommasetzung und einiges mehr.“8 Die Werksreihe Praxis Sprache soll über formales Wissen hinaus vermitteln und mit Regeln und grammatischen Experimenten die Rechtschreib- und Grammatikkompetenz der Schüler fördern. Laut dem Westermann Verlag bietet Praxis Sprache „ein Spiralcurriculum zum gezielten Aufbau der Text- und Lesekompetenz [sowie] vielfältige Anlässe zur Entwicklung der Schreibkompetenz.“9

4.1. Aufbau

Das Schulbuch besteht aus zwei großen Teilgebieten: einer sachlich-thematischen Einheit und einem werkstattmäßig konzipierten Praxisteil mit literarischem Schwerpunkt. Der thematische Bereich beinhaltet konkrete Schlüsselthemen des Deutsch-Unterrichts, welche in den einzelnen Schuljahren bearbeitet werden. Die Praxis-Bereiche bestehen aus einem Rechtschreiben- und Grammatik-Teil, dort werden orthographische Regeln ermittelt und vermittelt, Lernmethoden erarbeitet sowie die Grammatik des Wortes und Satzes angeeignet mit dem Augenmerk auf „Sprachrichtigkeit, Sprachwissen und Sprachverwendung“.10

Im anschließenden Sprachmagazin werden interessante und wichtige Erscheinungen der Sprache aufgeführt.

4.1.1. Der Grammatikteil

In den Klassenstufen 5, 6 und 7 finden wir jeweils eine einführende Seite in den Grammatikteil. Es handelt sich dabei um eine liebevoll formulierte Erklärung, was Grammatik ist und was es bedeutet, sich in der Grammatik gut auszukennen. Der erste Satz im der Klassenstufe 5 lautet: „Die Grammatik handelt von Dingen, die man in der Sprache richtig und falsch machen kann.“11 Grammatik heißt also, über Sprache nachzudenken und Sprache richtig zu gebrauchen. Die Schüler werden darauf hingewiesen, dass sie in diesem Buch etwas darüber lernen und das Gelernte gut im Alltag gebrauchen können: im Gespräch mit anderen Menschen, im Lesen oder Text schreiben.

In Klassenstufe 6 werden drei Bedeutungen für Grammatik aufgeführt, welche durch Beispiele erklärt und anschließend zusammengefasst werden.

„Grammatik – das heißt...

- zu allererst wissen, was richtig ist und was falsch ist. Und das ist manchmal gar nicht so einfach. [...]
- aber auch wissen, worin der Unterschied besteht zwischen der einen und der anderen grammatischen Form. […]
- vor allem auch: Wissen, warum etwas so und nicht anders ist und warum der eine Satz im Textzusammenhang besser […] als der andere ist.“12

In Klassenstufe 7 werden vier wichtige Dinge aufgeführt, die man mit Hilfe der Grammatik lernen kann: 13

- Wie man richtig spricht und schreibt.
- Wie man gut, verständlich und genau schreibt.
- Wie man beim Lesen etwas richtig versteht.
- Wie unsere Sprache aufgebaut ist.


[...]

1 Böttcher: Sprachreflexion im Deutschunterricht

2 Vgl. Lehrpläne der einzelnen Unterrichtsgegenstände

3 Kobler-Trill / Schilcher, S. 6

4 Vgl. Lehrplan Deutsch, S. 1

5 Salzburger Bildungsservice: Deutsch

6 Vgl. Menzel: Die deutsche Schulgrammatik, S. 31

7 Glück: Stichwort Schulgrammatik

8 Rahmenprogramm didacta 2006

9 Westermann: Sprechen – Schreiben - Lesen

10 Westermann: Das neue Sprachbuchkonzept

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Grammatik in Schulbüchern anhand "Praxis Sprache" (Westermann Verlag)
Untertitel
Bewertung und Vergleich
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main)
Veranstaltung
Sprachreflektion – Schwerpunkt Grammatik
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
19
Katalognummer
V123111
ISBN (eBook)
9783640277216
ISBN (Buch)
9783640277872
Dateigröße
482 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Praxis, Sprache, Sprachreflektion, Praxis Sprache, Westermann, Westermann Verlag, Schulbuch, Lehrbuch, Grammatik-Unterricht, Grammatik, Schulgrammatik, Deutsch-Unterricht, Sprachbuch, Arbeitsbuch, Unterrichtsfach, Deutsch, syntaktischer Bau, Lehrwerk, Lehrplan, Curriculum, Nomen, Klassenstufe, Bewertungskriterien, Bewertung, Vergleich, Sprachdidaktik, Didaktik
Arbeit zitieren
Solveig Höchst (Autor), 2008, Grammatik in Schulbüchern anhand "Praxis Sprache" (Westermann Verlag), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123111

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