Die Geschichte der RAF und die einzelnen Generationen


Hausarbeit, 2008

13 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Geschichte der RAF
2.1 Die erste Generation
2.2 Die zweite Generation
2.3 Die dritte Generation

3. Die Ideologie der RAF

4. Die Strategie der RAF

5. Nach der dritten Generation

6. Resümee

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die folgende Ausarbeitung umfasst das Thema die „Rote Armee Fraktion“ (RAF). Es handelt sich um eine deutsche Terrororganisation, welche in den späten 60er und 70er Jahren in ihrer Blütezeit stand. Der Linksterrorismus der RAF spiegelt hierbei eine Facette des in Deutschland vorhandenen politischen Extremismus wider, der zum primären Staatsfeind und zu einer echten Bedrohung der Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland wurde. Ich werde in dieser Hausarbeit auf die Geschichte der RAF und die einzelnen Generationen, welche die RAF bildeten eingehen. Anschließend werde ich die Ideologie und Strategie der RAF erwähnen, um zum Schluss zu einem Resümee zu finden. Ich hoffe mit dieser Hausarbeit einen guten Überblick über die Thematik der RAF geschaffen zu haben.

2. Die Geschichte der RAF

Der politische Linksextremismus in der Bundesrepublik Deutschland hatte seine Wurzeln in den Studentenbewegungen. Diese antiautoritäre studentische Szene gründete sich am Ende der Sechziger Jahre (1968) und setzte sich durch subkulturelle Gruppierungen mit dem vorrangigen Ziel einer Rebellion gegen die Obrigkeit des Staates und die kapitalistische Struktur der Gesellschaft zusammen. Vor dem Hintergrund des Krieges in Vietnam und der in unterschiedlichen Ländern der Welt vorherrschenden diktatorischen Staatsformen etablierte sich durch diese politische Welle ein gegen Westdeutschland gerichteter Widerstand bis hin zu einer eindeutigen Anklage des Systems.[1] Aus dieser, am Anfang noch auf Kritik und friedliche Demonstrationen gegen den Staat beschränkten Protestbewegung, entwickelte sich zunehmend eine politische Gewaltszene. In der Folgezeit fand der Terror als geeignetes Mittel der Systemkritik und des Versuches der Beeinflussung des Systems regen Zuspruch und eine immer größer werdende Sympathisantenschaft. Beistehende Tätigkeiten für die militante linke Szene wurden aus der gemäßigten Linken geleistet und für legitim erklärt.[2] Es entstanden Institutionen der Rekrutierung, Kommunikation und Organisation, was als Indikator für eine stramme Struktur und ein Voranschreiten der Bewegung zu werten war.

Die zahlenmäßig stärkste und einflussreichste der linken Organisationen stellte die Außerparlamentarische Opposition (APO), die sich teils zu stalinistischen Maximen bekannte und in ihren Statuten auch MAO zitierte. Eine Persönlichkeit dieser studentischen Bewegung war Rudi Dutschke, ein führender Aktivist. Er war Student der Soziologie und Vorstandsmitglied des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS). Außerdem galt er als Initiator und Hauptakteur der APO in Berlin. Während einer Demonstration wurde Rudi Dutschke von einem Gelegenheitsarbeiter mit einer Waffe angeschossen und dabei auch schwer verletzt. Eine andere Gewalteskalation war auch der Todesfall des Studenten Benno Ohnesorg. Dies geschah während einer Politkundgebung und gab Anlass für eine nachfolgende politische Demotivation der militanten linken Szene. Nur eine kleine Gruppe entsagte sich dem politischen Rückzug und erklärte der Gesellschaft den Krieg. Dies war zugleich die Schöpfungsphase des größten Staatsfeindes der Bundesrepublik, dem organisierten Linksterrorismus, der ein heikles Kapitel der Nachkriegsgeschichte einläutete. Aktionen und Demonstrationen dieser Terrorszene erfuhren eine absolut neue Qualität der Gewalt, wobei selbst Tote für die politische Richtung durch die Funktionäre toleriert wurden. Bisherige Aktionen erschienen dieser linken Fraktion unangemessen und zu harmlos.[3] Die bedingungslose Zerstörung des kapitalistischen Staatssystems war nunmehr das primäre Ziel. In verschiedenen deutschen Großstädten kam es in der Folgezeit zu einer Reihe von Brand- und Sprengstoffanschlägen, als symbolische Akte der Terrorszene. Die verschiedenen Aktionen wurden zumeist noch von lokalen Splitterorganisationen begangen bzw. unterstützt. Aufgrund derartiger Anschläge traten auch die späteren Begründer der „Rote Armee Fraktion“ (RAF) zum ersten Mal öffentlich in Erscheinung. Nach den in der Studentenbewegung geführten Diskussionen um die Erlaubnis von „Gewalt gegen Sachen“ hatten Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Thorwald Proll und Horst Söhnlein am 2. April 1968 Brände in zwei Kaufhäusern in Frankfurt gelegt. Sie taten dies um gegen den Vietnamkrieg zu protestieren. Die Brände verursachten einen Gesamtschaden von 700.000 Mark. Die Brandstifter wurden am 4. April gefasst und anschließend zu jeweils drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Gudrun Ensslin war politisch stark engagiert, so nahm sie auch an politischen Aktionen und Demonstrationen der APO teil.[4] Andreas Baader lernte Gudrun Ensslin in Frankfurt kennen, wo er mit ihren politisch revolutionären Gedanken konfrontiert wurde. Diese Gedanken kamen auch ihm treffend entgegen. Nachdem die Revisionsanträge aus der Haft abgewiesen wurden, gelang es den beiden dennoch, sich im Juni 1969 ins Ausland abzusetzen. Nach kurzer Zeit reisten Baader und Ensslin erneut nach Deutschland ein, wo sie im Untergrund weiter an den politischen Zielverwirklichungen arbeiteten. Andreas Baader wurde schließlich bei einer fingierten Verkehrskontrolle im April 1970 verhaftet.[5] Die Szene entschloss sich daraufhin endgültig, dass man besser aus dem Untergrund operieren sollte. Schließlich schloss sich auch Ulrike Meinhof der Organisation an.

2.1 Die erste Generation

Es gab keine formelle Gründung der RAF. Als erste Aktion der RAF und somit auch Geburtsstunde gilt im Allgemeinen die Befreiung von Andreas Baader am 14. Mai 1970. Baader war in das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen in Berlin gebracht worden, weil die Journalistin Ulrike Meinhof als Vorwand angab, mit Baader ein Buch verfassen zu wollen. Bei dieser Gelegenheit wurde er mit Waffengewalt befreit. Dabei wurde der Institutsangestellte Georg Linke durch einen Schuss schwer verletzt. Nachdem sich auch der Rechtsanwalt Horst Mahler der Organisation anschloss, war die Gruppe als Baader-Meinhof-Bande bekannt und nannte sich „Rote Armee Fraktion“. Diese neue deutsche Terrorfraktion bestand vorrangig aus Studenten und Intellektuellen. Die führenden Mitglieder der RAF kamen größtenteils aus dem Bürgertum.[6] In einem Brief an die Zeitung „Agit 883“ rief die RAF im Juni 1970 erstmalig zum bewaffneten Kampf auf und kritisierte das bloße Debattieren der linken Szene ohne Folgen und Taten. In der Folgezeit wurde die Organisation aufgebaut und erhielt ihre Untergrundstruktur. Auch auf internationaler Ebene weitete sich das Netz der RAF aus. So arbeitete man effektiv mit der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO zusammen. Diese Sympathie beschränkte sich allerdings zunächst auf eine finanzielle und materielle Unterstützung der RAF. Zudem wurden Mitglieder der RAF in palästinensischen Camps in Jordanien ausgebildet.[7] Finanziert wurde die vielfach aufwendige und teure Terrorlogistik mittels einer Vielzahl von Banküberfällen, wobei es häufig zu Schusswechseln mit der Polizei kam. Im April 1971 trat die RAF mit dem Strategiepapier „Das Konzept Stadtguerilla“ an die Öffentlichkeit.[8] Kurz darauf wurde eine bundesweite Fahndung nach den mittlerweile etwa fünfzig Gruppenmitgliedern gestartet. Der harte Kern der ersten Generation bestand aus Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Holger Meins, Ulrike Meinhof und Jan-Carl Raspe. 1972 wurde dann eine Vielzahl von Attentaten verübt, die Staat und Bevölkerung verunsicherten und zudem die Strafverfolgungsbehörden überforderten. Es kam zu Anschlägen auf das Hauptquartier des 5. US-Army Korps in Frankfurt, das Hauptquartier der US-Streitkräfte in Heidelberg sowie auf den Springer-Verlag (Hamburg). Es wurden mehrere Menschen getötet und verletzt. Im Zuge dieser terroristischen Aktionen trat die RAF auch erstmals in die Öffentlichkeit und rechtfertigte den bewaffneten politischen Kampf. Die RAF erhoffte sich durch ihre Anschlagserien einen Effekt der Mobilisierung und eine politische Akzeptanz ihrer Organisation auf breiter Ebene. Diese Resonanz blieb allerdings aus. Im Juni 1972 wurden die Protagonisten der 1. Generation (Baader, Ensslin, Meinhof, Raspe, Meins, Müller) verhaftet. Im Gefängnis bezeichneten die Terroristen ihre Haftbedingungen als „Isolationsfolter“ und forderten unter anderem deren Aufhebung und den Status von Kriegsgefangenen. Zur Untermauerung ihrer Forderungen traten sie insgesamt zehn Mal in den Hungerstreik. An Folgen des Hungerstreiks starb Holger Meins am 9. November 1974 in der Haftanstalt Wittlich. Im Mai 1975 wurden die festgenommenen RAF-Mitglieder angeklagt und im April 1977 nach 192 Tagen vor Gericht im Stammheimer Prozess unter anderem wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Ulrike Meinhof war bereits am 29. November 1974 zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden.[9]

[...]


[1] Vgl. Butz, Peters, Tödlicher Irrtum, Frankfurt 2007

[2] Vgl. Butz Peters, RAF-Terrorismus in Deutschland, 1994

[3] Vgl. Stefan Aust, Der Baader Meinhof Komplex, 1998

[4] Vgl. Butz Peters, RAF-Terrorismus in Deutschland, 1994

[5] Vgl. Butz Peters, RAF-Terrorismus in Deutschland, 1994

[6] Vgl. Butz, Peters, Tödlicher Irrtum, Frankfurt 2007

[7] Vgl. Stefan Aust, Der Baader Meinhof Komplex, 1998

[8] Vgl. Internet (Das Konzept Stadtguerilla)

[9] Vgl. Butz Peters, RAF-Terrorismus in Deutschland, 1994

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Die Geschichte der RAF und die einzelnen Generationen
Hochschule
Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
13
Katalognummer
V134074
ISBN (eBook)
9783640416752
Dateigröße
371 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rote Armee Fraktion, Terrorismus Deutschland
Arbeit zitieren
Christopher Paris (Autor), 2008, Die Geschichte der RAF und die einzelnen Generationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134074

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