Kritische Analyse stereotypischer Bilder in Reisekatalogen am Beispiel Afrika


Hausarbeit, 2004

10 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Das Forschungsfeld
2.1 Von der Macht des Bildes
2.2 Der Kontext: „Reisekatalog

3 Methode & Beschreibung

4 Schlussfolgerungen & weitere Ergebnisse
4.1 „Hochkulturelle“ nördliches - „ursprüngliches“ südliches Afrika
4.2 Die Motive
4.3 Vermischung der beiden Themenkomplexe: Mensch und Tier

5 Fazit

6 Verwendete Literatur

1. Einleitung

„Auch wenn offen rassistische Darstellungsweisen subtileren Formen von Eurozentrismus gewichen sind, zeugen die Facetten von Bildern eines brutalen, eines hilflosen bzw. eines edlen Afrika davon, dass Europa weiterhin Verantwortung und Schuld verdrängt, sich selbst unrealistisch überhöht... Wirkliches Interesse ist selten. Ein Dialog bleibt somit weitgehend unmöglich, Europa monologiert weiter mit sich selber, letztlich an den eigenen Bedürfnissen und denen der heutigen Welt vorbei.“ (Poenicke 2003, S. 1)

Die hier von Poenicke beschriebenen „subtileren Formen von Eurozentrismus“ äußern sich in der Medienwelt und Schulliteratur zumeist in negativen Perspektiven von Afrika. Die Thematisierung von Elend, Unterentwicklung, Armut und Gewalt steht in täglichen Nachrichtensendungen zur Debatte und auch in Schulbüchern lässt sich eine negativ verzerrende, gerade für Kinder sicher beängstigende Sicht auf Afrika verzeichnen.

Einen anderen, wenn auch nicht weniger falschen Eindruck von den Ländern südlich des Mittelmeers erzeugt die Reisebranche mit ihren schönen, bunten und fröhlichen Bildern von Afrika. Relevant wird die Branche bei der Untersuchung von stereotypischen Aussagen, wenn man in Betracht zieht, dass sich jeder dritte Reisende vor Urlaubsantritt mit einem Reiseführer versorgt. Sicher spielen auch Reisekataloge bei der Wahl des Landes und durch den Einbezug in den Reisebüros eine entscheidende Rolle. Es ist durchaus von einer großen Verantwortung bei der Tourismusbranche zu sprechen, da gerade sie vorgibt, sich mit den beworbenen Ländern auszukennen und kompetent Wissen vermitteln zu können. Dass dies häufig nicht der Fall ist, wird die folgende Untersuchung zeigen.

Gegenstand der Forschung sind folgende neun Kataloge des Jahrgangs 2004:

JahnReisen, STATravel, ADAC Reisen, Meier’s Weltreisen, Tjaergeborg, DerTour, Neckermann, TUI, Thomas Cook.

Des weiteren stützen sich die Beobachtungen zum Teil auf die Aussagen Anke Poenickes, die sich mit ähnlichem Forschungsinteresse mit deutschen Reiseführern zu Ländern Afrikas beschäftigt hat. Viele ihrer Kritikpunkte an den in Reiseführern verwendeten Bildern lassen sich auf die Kataloge übertragen. Auch in weiteren Aspekten, wie Wortwahl und Themen lassen sich Parallelen ziehen.

Es soll gezeigt werden, an welchen Stellen die Darstellung Afrikas in Reisekatalogen auf Stereotype zurückgreift und wie diese vor allem in den Bildern zum Ausdruck kommen. In Form einer Inhaltsanalyse werden Texte und Fotos der Kataloge betrachtet und unter dem benannten Aspekt untersucht. Mit welchen Begrifflichkeiten wird gearbeitet? Und wie korrelieren diese mit der bildlichen Darstellung? Wie wirken die Einheimischen? Wie verhalten sich die Bilder dem Betrachter gegenüber? Welche Eindrücke werden erzeugt?

2 Das Forschungsfeld

2.1 Von der Macht des Bildes

Glindmeyer beschreibt die Aufnahmesituation als „der Rahmen, innerhalb dessen die Produktion stattfindet“. Sie schildert, wie der Fotograf in seiner Wahl des

Blickwinkels oder Ausschnittes, in der Wahl der Kamera und des Moments der Belichtung, das Bild in seinem Ausdruck steuern kann.

„Er [der Fotograf, B.G.] sortiert aus, was ihm sozusagen gefällt bzw. missfällt, und damit verhält er sich zu seiner Hervorbringung, klassifiziert sie als eine mehr oder weniger gültige Tat, als eine mehr oder weniger zurechnungsfähige Selbstäußerung.“ (Wünsche in Glindmeyer, S. 12)

Nicht weniger bedeutend ist jedoch die Situation, in der ein Betrachter mit den Bildern im Reisekatalog konfrontiert wird. Schließlich tritt dieser mit einem touristischen Interesse an Afrika heran. Auch bestärken die untersuchten Bilder den Eindruck einer Entdecker- und Abenteurerkultur. In Fotos mit Einheimischen kommt Distanz zwischen Fotografierten und Fotografierendem (bzw. Betrachter) zum Ausdruck. Es handelt sich, wie Poenicke es auch für die Reiseführer beschreibt, um „gestohlene Bilder“. Man merkt den Bildern sozusagen an, dass sich der Fotograf in keinerlei kulturellen Austausch mit den Menschen begeben hat.

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Kritische Analyse stereotypischer Bilder in Reisekatalogen am Beispiel Afrika
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Seminar für Ethnologie)
Note
1,7
Autor
Jahr
2004
Seiten
10
Katalognummer
V134311
ISBN (eBook)
9783640418138
ISBN (Buch)
9783640418343
Dateigröße
364 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Afrika Stereotype Reisekatalog Reiseprospekt Kritik
Arbeit zitieren
Stefanie Mauksch (Autor), 2004, Kritische Analyse stereotypischer Bilder in Reisekatalogen am Beispiel Afrika, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134311

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