Forschungsvorbereitung: Exploration, stichprobe, Erhebungssituation und Pretest


Seminararbeit, 2002
14 Seiten, Note: keine Benotung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Exploration

3. Stichprobe
3.1. Zufallsstichproben
3.1.1. Die einfache Zufallsstichprobe
3.1.2. Die geschichtete Zufallsstichprobe
3.1.3. Die Klumpenstichprobe
3.1.4. Mehrstufige Stichproben
3.2. Systematische Stichproben
3.2.1. Quotenverfahren
3.2.2. Die systematische Auswahl
3.3. Systematische Fehlerquellen
3.4. Stichprobenschätzwerte
3.5. Bestimmung der Stichprobengröße

4. Erhebungssituation

5. Pretest

6. Fazit

1. Einleitung

Am Anfang einer empirischen Untersuchung steht ein Problem, welches durch eine Untersuchung analysiert werden soll. Durch die Erforschung dieses Problems sollen neue Erkenntnisse erlangt werden, die nach Möglichkeit dazu beitragen dieses Problem besser zu verstehen, bzw. Veränderungen herbeizuführen. Meist ist es jedoch schwierig sich aus bereits vorhandenen Untersuchungen eine Theorie zu bilden, da die unterschiedlichen Untersuchungen eines Problems zu widersprüchlichen Theorien führen können. So ist es in den meisten Fällen sinnvoll, nachdem man einen Forschungsauftrag erhalten hat, eine eigene Untersuchung des Problems durchzuführen, indem man neue Daten erhebt.[1]

Zur Vorbereitung einer Forschung ist es wichtig einen genauen Untersuchungsplan (design) zu entwickeln, da die einzelnen Phasen des Forschungsablaufes eng miteinander verbunden sind, so dass Fehler in der Planung nur schwer, bzw. gar nicht rückgängig gemacht werden können.[2]

2. Exploration

Zur Vorbereitung einer Forschungsstudie ist eine Exploration nötig, d.h. Informationen über den Forschungsgegenstand müssen gesammelt werden, um die Formulierung von Theorien und Hypothesen zu ermöglichen.[3]. Hierzu können Sekundärdaten verwendet werden, das ist Datenmaterial, das aus anderen Studien schon vorhanden ist. So kann man beispielsweise auf veröffentlichte Statistiken zurückgreifen. Solche Daten helfen, einen ersten Überblick über den Forschungsumfang zu bekommen und dienen als erster Anhaltspunkt für grundlegende Merkmalsverteilungen, Klassifikationen und bilden in seltenen Fällen auch die Basis für die zu erhebende Stichprobe. Hier tritt jedoch häufig das Problem auf, dass hieraus ersichtlichen Daten veraltet, fehlerhaft oder nur teilweise relevant sind. Ist dies der Fall, oder liegen keine Sekundärdaten vor, so erweitert sich die Exploration zu einer Vorstudie (Pilot- Study). Aufgrund der so erhaltenen Hintergrundinformationen kann man nun das Problem strukturieren. Nach Beendung der Exploration wird nun der Forschungsplan erstellt. Die Exploration ermöglicht einen Fragebogen zu erstellen und gibt erste Ansätze, welche Teile des Gesamtproblems mit welcher Methode zu untersuchen sind.[4]

3. Stichprobe

Um die Hypothesen, welche zu dem zu untersuchenden Problem entwickelt wurden, zu prüfen, benötigt man Datenmaterial, das man durch Befragung oder Beobachtung von Untersuchungsobjekten (z.B. Personen) erhält. Alle Untersuchungsobjekte sind in der Grundgesamtheit vereinigt. Jedoch wäre es unsinnig, z.B. in die Untersuchung der Verwendung von Zahnhaftcreme auch Jugendliche miteinzubeziehen, da sie die Voraussetzung für die Verwendung von Haftcreme (Zahnprothese) nicht erfüllen. Diese Voraussetzungen werden auch als Merkmale bezeichnet. Die Grundgesamtheit setzt sich nur aus den Personen oder Personengruppen zusammen, die gewisse Merkmale (z.B. Zahnprothese) aufweisen, welche in direktem Bezug zum zu lösenden Aufgabenbereich stehen. In der Regel ist es jedoch zu langwierig und zu teuer, die Untersuchung an der ganzen Grundgesamtheit auszuführen, deshalb werden Stichproben (Samples) aus der Grundgesamtheit gezogen. Ausnahmen sind z.B. die Volkszählung, sowie Untersuchungen sehr kleiner Grundgesamtheiten.[5] Es ist aber wichtig die Stichprobe so zu wählen, dass sie für die Grundgesamtheit repräsentativ ist, also Rückschlüsse auf die Gesamtheit möglich sind.[6]

Eine Stichprobe muss folgenden Anforderungen genügen:

„1. Die Stichprobe muss ein verkleinertes Abbild der Grundgesamtheit hinsichtlich der Heterogenität der Elemente und hinsichtlich der Repräsentativität der für die Hypothesenprüfung relevanten Variablen sein
2. Die Einheiten oder Elemente der Stichprobe müssen definiert sein
3. Die Grundgesamtheit sollte angebbar und empirisch definierbar sein
4. Das Auswahlverfahren muss angebbar sein und Forderung 1. erfüllen[7]

Die Stichprobe ist in folgende Einheiten untergliedert:

- Erhebungseinheit: Einheit, die einer Stichprobe zugrunde gelegt wird, auf die sich die Auswahl bezieht, z.B. Familie
- Untersuchungseinheit: Einheit, auf die sich die Untersuchung bezieht, z.B. Kinder, Eltern, Verwandte
- Aussageeinheit: Einheit, auf die sich die Ergebnisse und Aussagen beziehen

Eine Erhebungseinheit besteht aus einer oder mehreren Untersuchungseinheiten. Das Stichprobenkriterium ist die Erhebungseinheit. Die Untersuchungseinheit ist das Kriterium der Hypothesenprüfung.

Des weiteren muss überprüft werden, ob es für die definierte Grundgesamtheit eine Aufstellung (z.B. Meldekarteien) ihrer Elemente gibt, anhand derer die Stichprobe gezogen werden kann.[8]

Es gibt nun mehrere Möglichkeiten (Auswahlverfahren), eine Stichprobe ziehen.

3.1 Zufallsstichproben

3.1.1. Die einfache Zufallsstichprobe

Hier hat jede Untersuchungseinheit die gleiche Chance in die Stichprobe einbezogen zu werden. Bei einer homogenen Grundgesamtheit (z.B. lückenlose Adressliste) ist eine reine Zufallsauswahl möglich. Je größer die Stichprobe, desto bedeutungsloser sind Abweichungen. Desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Struktur der Stichprobe der Grundgesamtheit entspricht.[9] „Das Urnenmodell, das vor allem zur Veranschaulichung dient, ist für größere Grundgesamtheiten natürlich nicht sehr tauglich. Wesentlich praktikabler sind andere (...) Behelfsmittel, [wie zum Beispiel Zufallszahlentabellen].“[10]

3.1.2. Die geschichtete Zufallsstichprobe

Ist die Grundgesamtheit in den zu prüfenden Merkmalen heterogen, d.h. unterschiedlich, so ist sie aus verschiedenen Schichten zusammengesetzt. Die Elemente innerhalb einer Schicht sind homogen. Innerhalb der einzelnen Schichten wird eine Zufallsstichprobe gezogen. Durch die unterschiedliche Größe der einzelnen Schichten, ist die Chance, in die Stichprobe aufgenommen zu werden nur innerhalb einer Schicht gleich groß.

Beispiel für einzelne Schichten anhand der Bundesrepublik Deutschland:

Länder, Regionen, Kreise, Städte, Gemeinden/Dörfer, etc.[11]

[...]


[1] Vgl. S. 50. Friedrichs,J.: Methoden empirischer Sozialforschung.

[2] Vgl. S 119 a.a.O.

[3] Vgl. S. 330 Bortz, J.; Döring,N.: Forschungsmethoden und Evaluation.

[4] Vgl. S 121,ff. Friedrichs, J.: Methoden empirischer Sozialforschung.

[5] Vgl. S.370. Bortz, J.; Döring, N.; Forschungsmethoden und Evaluation.

[6] Vgl. S. 125. Friedrichs, J.: Methoden empirischer Sozialforschung.

[7] S. 125. Friedrichs, J.: Methoden empirischer Sozialforschung.

[8] Vgl. S.126,ff. Friedrichs, J.: Methoden empirischer Sozialforschung.

[9] Vgl. S.306. Atteslander, P.: Methoden der empirischen Sozialforschung.

[10] S.306. a.a.O.

[11] Vgl. S. 307. Atteslander, P.: Methoden der empirischen Sozialforschung.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Forschungsvorbereitung: Exploration, stichprobe, Erhebungssituation und Pretest
Hochschule
Universität Augsburg  (Institut für Geographie)
Veranstaltung
Methoden und Arbeitsverfahren
Note
keine Benotung
Autoren
Jahr
2002
Seiten
14
Katalognummer
V13502
ISBN (eBook)
9783638191517
Dateigröße
462 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Forschungsvorbereitung, Exploration, Erhebungssituation, Pretest, Methoden, Arbeitsverfahren
Arbeit zitieren
Katrin Englert (Autor)Katrin Oppitz (Autor), 2002, Forschungsvorbereitung: Exploration, stichprobe, Erhebungssituation und Pretest, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13502

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