Der Wirtschaftsstandort Deutschland in der EU


Hausarbeit, 2002
11 Seiten, Note: keine Benotung

Leseprobe

Gliederung

I. Einleitung

II. Wirtschaftsstandort Deutschland in der EU

III. Strukturschwache Regionen
a) Das Ruhrgebiet
b) Polen

IV. Strukturstarke Regionen
a) Bayern
b) Finnland

V. Schlussfolgerungen

I. Einleitung

Mit der zunehmenden Globalisierung, der Osterweiterung und dem immer engerem Zusammenschluss der EU stellen sich mehrere Fragen über den Wirtschaftsstandort Deutschland in der EU. Hat Deutschland als Standort in der letzten Zeit an Attraktivität gewonnen oder verloren? Wie sind die Perspektiven für die Zukunft? Dies soll in den folgenden Seiten – auch anhand von Beispielen – aufgezeigt werden.

Allgemeine Standortfaktoren gliedern sich in absatzrelevante, produktions- und kostenrelevante und weiche Standortfaktoren.

Absatzrelevante Standortfaktoren sind:

- Markt- und Kundennähe
- Umgehung von Importrestriktionen
- Kurzfristige Liefermöglichkeiten

Produktions- und kostenrelevante Standortfaktoren sind:

- Arbeitszeitregelungen und Arbeitsverträge
- Qualifizierte Arbeitskräfte
- Hohes technologisches Niveau
- Verfügbare Rohstoffe
- Agglomerationsvorteile
- Höhe der Sozialabgaben und Lohnkosten
- Umweltauflagen
- Steuern und Subventionen
- Transport- und Energiekosten

Weiche Standortfaktoren sind:

- Lebensqualität innerhalb des Landes
- Politische Stabilität und Akzeptanz bei den Nachbarn
- Arbeitsfrieden
- Stand der Technik
- Umweltqualität
- Standortimage[1]

II. Wirtschaftsstandort Deutschland in der EU

Weiche absatzorientierte Standortfaktoren sind in allen EU- Staaten auf ziemlich gleichem Niveau gegeben. Deutschland hat hinsichtlich des Standortimages jedoch den Vorteil, dass mit dem „Made in Germany“ – Siegel versehene Güter meist weltweit mit Produkten hoher Qualität gleichgesetzt werden und es über eine hohe Umweltqualität verfügt.

Je nach Betriebsart wird ein Unternehmen in die Wahl seines Standorts von der Qualifikation der potentiellen Arbeitnehmer oder den verfügbaren Rohstoffen abhängig machen. Der Unternehmer ist außerdem Nutzenmaximierer, d.h. er will seine Kosten reduzieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Dr. M.v. Baratta: Der Fischer Weltalmanach 2003, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt a.M. 2002, S.1163

Hieraus lässt sich erkennen, dass Deutschland in Europa zwar das Land mit den dritthöchsten Lohnsteuerkosten ist, diese aber allgemein recht hoch sind.

Die Steuer- und Abgabenlast betrug in Deutschland 2002 36,4 %. In anderen großen Ländern liegt diese höher ( GB 37,4 %, I 41,8 %, F 45,4 % ).[2] Allgemein zeichnet sich eine zunehmende Verschlechterung des Wirtschaftsstandorts Deutschland ab, betrachtet man aber die gesamte EU, so ist erkennen, dass dies auf alle Länder zutrifft. In den letzten zehn Jahren ist die deutsche Wirtschaft nur um 1,7% gestiegen, der EU- Wert gesamt beträgt jedoch 2,1%. Seit 2001 hat Deutschland im Vergleich mit anderen europäischen Industriestaaten mit 26,4 % den zweitniedrigsten Körperschaftssteuersatz auf einbehaltene Gewinne, Hingegen ist die Einkommenssteuer mit 44,3 % recht hoch. Durchschnittlich geben Länder in Europa 1,9 % ihres BIP für Bildung aus. Deutschland liegt mit 2,46% auf Platz drei hinter Finnland und Schweden.

Repräsentativ für die Beurteilung eines Wirtschaftsstandorts ist auch die Anzahl der angemeldeten Patente, da diese die industrielle Entwicklung des Landes wiederspiegeln. Weltweit werden 19% aller Patente in Deutschland angemeldet. Somit liegt Deutschland hier weltweit an zweiter Stelle nach Japan.[3]

Deutschland bietet in vielen Bereichen sehr gut qualifizierte Arbeitskräfte, deren Anzahl durch die zunehmende Mobilität der Arbeitnehmer und Erleichterung der Einstellungen ausländischer Fachkräfte (Greencard ) noch verstärkt wird. Jedoch ist zu vermerken, dass eine Unternehmensneugründung mit erheblichem bürokratischem Aufwand verbunden ist, der auch erhebliche Kosten verursacht. In England dauert der bürokratische Teil der Neugründung lediglich 6 Stunden, in Deutschland 6 Wochen.

Im Vergleich zu den anderen EU –Ländern besitzt Deutschland eine unflexible Arbeitszeitenregelung, die sich besonders negativ auf den Einzelhandel auswirkt. Arbeitsverträge sind im Vergleich sehr arbeitnehmerfreundlich und unterliegen besonders im Bereich Teilzeit- und Minderbeschäftigung strikten Regelungen, die sich in dieser Hinsicht negativ auswirken.

Abschließend kann nun festgestellt werden, dass es schwer ist, den Standort Deutschland gegenüber anderen Ländern negativ oder positiv zu bewerten, da sich beide Faktoren gegenseitig ausgleichen.[4]

[...]


[1] Landeszentrale für politische Bildung Baden- Württemberg: Standort Deutschland, Kohlhammer, Stuttgart 1994, S. 34- 51

P. Warneke: Wirtschaftsstandort Deutschland- Chancen und Gefahren, Duncker und Humbolt, Berlin 1994, S.29-39, 85-101, 145-156

K.Löbbe u.a.: Der Wirtschaftsstandort Deutschland vor dem Hintergrund regionaler Entwicklungen in Europa, RWI, Essen 1997, S. 22-107, 165- 171

[2] www.spdfraktion.de, 18.02.03

[3] www.embajada-managua.org/wirtschaft/deutshland, 18.02.03

[4] Landeszentrale für politische Bildung Baden- Württemberg: Standort Deutschland, Kohlhammer, Stuttgart 1994, S. 34- 51

P. Warneke: Wirtschaftsstandort Deutschland- Chancen und Gefahren, Duncker und Humbolt, Berlin 1994, S.29-39, 85-101, 145-156

K.Löbbe u.a.: Der Wirtschaftsstandort Deutschland vor dem Hintergrund regionaler Entwicklungen in Europa, RWI, Essen 1997, S. 22-107, 165- 171

www.kas.de, 18.02.03

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Der Wirtschaftsstandort Deutschland in der EU
Hochschule
Universität Augsburg  (Institut für Geographie)
Veranstaltung
Wirtschaftsgeographie
Note
keine Benotung
Autor
Jahr
2002
Seiten
11
Katalognummer
V13507
ISBN (eBook)
9783638191548
Dateigröße
474 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand.
Schlagworte
Wirtschaftsstandort, Deutschland, Wirtschaftsgeographie
Arbeit zitieren
Katrin Englert (Autor), 2002, Der Wirtschaftsstandort Deutschland in der EU, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13507

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