Die Bedeutung des Quartiersmanagements für die Integration von Migranten

Am Beispiel des Berliner Beusselkiezes


Vordiplomarbeit, 2009
105 Seiten, Note: 1,3
Frank Frei (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Integration von Migranten im Quartier
2.1 Definition Integration (von Migranten)
2.2 Was ist Segregation?
2.3 Migrantenkinder im Bildungssystem
2.4 Migranten auf dem Wohnungsmarkt

3. Quartiersmanagement als kommunale Strategie für benachteiligte Wohngebiete
3.1 Definition Quartiersmanagement
3.2 Definition Quartiersmanagement in Berlin
3.3 Programm „Die soziale Stadt“
3.4 Ziele und Aufgaben von Quartiersmanagement

4. Steuerung und Organisation von Quartiersmanagement
4.1 Organisationsstrukturen und Steuerungsebenen
4.2 Aufbauorganisation des Quartiersmanagement in Berlin
4.3 Kritik an Quartiersmanagement

5.Quartiersmanagement am Beispiel vom Beusselkiez
5.1 Abgrenzung des Gebietes
5.2 Merkmale des Kiezes bezogen auf Migration
5.3 Handlungsfelder im Bereich Integration von Migranten 2007/
5.4 Beispiele für Integrationsprojekte
5.4.1 Projekt Mütter für Mütter
5.4.2 Projekt Chance

6. Online Umfrage: Integration von Migranten im Beusselkiez unter Berücksichtigung der Rolle des Quartiersmanagement
6.1 Methodisches Vorgehen
6.2 Ziel der Befragung
6.3 Auswertung und Interpretation der Daten
6.3.1 Struktur der Stichprobe
6.3.2 Bedeutung des Quartiersmanagements für die Integration
6.3.3 Integrationsgefühl der Migranten
6.3.3.1 Kontakt zu Nachbarn
6.3.3.2 Zugehörigkeitsgefühl
6.3.4 Zufriedenheit der Anwohner

7. Interpretation des Experteninterviews mit dem Quartiersmanagement im Beusselkiez

8. Zusammenfassung und Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang
- Zeitplan
- Flyer der Umfrage
- Fragebogen
- Experteninterview mit dem Quartiersmanagement
- Ergebnisse der Umfrage als Grafiken
- Ergebnisse der Umfrage als Kreuztabellen
- Chi- Quadrat Unabhängigkeitstest

1. Einleitung

In vielen Städten von Deutschland ließ sich in den letzten Jahren eine zunehmende räumliche und soziale Spaltung erkennen.[1] Dies macht sich vor allem in Form einer Konzentration von Armut und Arbeitslosigkeit sowie einem hohen Anteil an Ausländern und Empfängern von Sozialhilfe- und Transferleistungen in bestimmten Gebieten bemerkbar. Oft sind weitere Kennzeichen für sozialschwache Gebiete eine enorme Wegzugsrate und ein stark negativ geprägtes Image dieser Gebiete.[2] Um diesen Problemen entgegenzuwirken wird seit einigen Jahren das Quartiersmanagement als Instrument zur Förderung von Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf eingesetzt.

Ziel dieser Hausarbeit ist es einen Überblick über die Funktionsweise des Quartiersmanagement zu geben und die Bedeutung des Quartiersmanagements für die Integration von Migranten am Beispiel des Berliner Beusselkiezes zu bewerten. Dazu haben wir die Hausarbeit in zwei Blöcke unterteilt, wobei wir das Thema eingrenzen und uns auf die Integration von Migranten konzentrieren möchten. Andere Handlungsfelder und Tätigkeitsgebiete des Quartiersmanagement bleiben daher eher unberücksichtigt.

Der erste Block beschäftigt sich allgemein mit der Integration und Segregation von Migranten im Quartier sowie mit dem Aufbau und den Strukturen des Quartiersmanagements. Dabei soll auch die kritische Seite betrachtet werden.

Der zweite Block wird dann konkret auf die Bedeutung des Quartiersmanagements für die Integration von Migranten im Beusselkiez eingehen. Hier werden vor allem die aktuellen Handlungsfelder im Bereich Integration von Migranten vorgestellt sowie einige Integrationsprojekte näher betrachtet. Anschließend möchten wir mit einer empirischen Studie weitere Anhaltspunkte zur Bedeutung des Quartiersmanagements für die Integration von Migranten im Beusselkiez finden. Der zweite Block wird schließlich mit einem Experteninterview der Quartiersmanagerin abgerundet, die für den Bereich Integrationsprojekte im Beusselkiez verantwortlich ist.

Der nun folgende Punkt wird eine Definition des Begriffes Integration geben.

2. Integration von Migranten im Quartier

2.1 Definition Integration (von Migranten)

Seit nunmehr fast 40 Jahren diskutieren wir in Deutschland, was Integration heißt. Dieser Begriff ist sehr weit zu fassen und keineswegs leicht zu definieren. Im ersten Zuwanderungsbericht der Landesregierung von 1995 heißt es: „Die Landesregierung versteht Integration als einen interkulturellen, dynamischen Prozess, in dem sich Zuwanderer und Aufnahmegesellschaft aufeinander zu bewegen. Integration wird nicht im Sinne einer einseitigen Anpassung und Assimilation seitens der Zuwanderer gesehen. Deshalb kommt der Sicherung der Pflege eigener kultureller, ethnischer, religiöser und sprachlicher Identitäten eine große Bedeutung zu.[3]

Für unser Themengebiet ist die Unterscheidung nach Systemintegration und sozialer Integration von großer Bedeutung. Die Unterscheidung kam 1969 von Lockwoods. Hier wird nämlich verdeutlicht, dass sich Integration auf alle Mitglieder einer Gesellschaft und nicht nur auf Zuwanderer bezieht. Mit Systemintegration ist der Zusammenhalt und die konflikthafte Beziehung der Teilsysteme Staat und Markt gemeint, die durch Recht und Geld reguliert werden. Bei der sozialen Integration ist es so, dass sich diese auf die konflikthafte Beziehung von Akteuren (Individuen und Gruppen) zueinander sowie zu gesellschaftlichen Teilbereichen und zur Gesellschaft insgesamt bezieht. Kommt es zum Scheitern einer Systemintegration wird dies Desintegration genannt.[4]

Wenn man nun den Begriff weiter konkretisieren möchte, kann man sich auf Essers Unterscheidung von vier Varianten der Integration stützen: „Kulturation, Platzierung, Interaktion und Identifikation“

Mit Kulturation ist der Erwerb kognitiver Fähigkeiten gemeint. Diese benötigen die Individuen zur gesellschaftlichen Teilhabe. Die Platzierung ist die Einnahme sozialer Positionen, die sich vor allem aus der Stellung innerhalb der Hierarchie des Arbeitsmarktes ergibt. Als Interaktionen werden soziale Kontakte, die Einbindung in soziale Netzwerke sowie die Partizipation in der Öffentlichkeit bezeichnet. Bei der Identifikation geht es um die subjektive Verortung von Individuen innerhalb der Gesellschaft.[5]

Diese Begriffsdefinition macht deutlich, dass Integration als wechselseitiger Prozess der Annäherung zwischen Aufnahmegesellschaft und Zugewanderten verstanden wird, der damit beispielsweise klar abzugrenzen ist vom Integrationsverständnis der Assimilation. Integration der verschiedenen sozialen Gruppen ist dann gelungen, wenn Aufnahmegesellschaft und Zuwanderer in einer gleichgewichtigen, spannungsarmen Beziehung zueinander stehen.[6]

Aktuelle Studie: Integration von Migranten in Deutschland

An dieser Stelle möchte ich einen Bezug zu einer jüngst durchgeführten Studie herstellen, welche auf dem Mikrozensus 2005 basiert und vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung ins Leben gerufen wurde. Hier haben Wissenschaftler die Integrationserfolge verschiedener Migrantengruppen an 20 Indikatoren wie Bildung, Teilhabe am Erwerbsleben, Heiratsverhalten und soziale Absicherung im Vergleich zur deutschen Mehrheitsgesellschaft gemessen. Das Ergebnis war, dass die Integration von Migranten in Deutschland mangelhaft ist. Die Integrationsleistung Berlins liegt im bundesweiten Vergleich im oberen Mittelfeld. Bei den Bundesländern liegt Berlin auf Platz 7; bei den 20 deutschen Großstädten auf Platz 10.

Am schlechtesten ist die Integration deutschlandweit bei der zweitgrößten Gruppe, den türkischstämmigen Zuwanderern. Und das, obwohl ungefähr die Hälfte von ihnen bereits hier geboren ist. Bundesweit haben 30 Prozent von ihnen keinen Schulabschluss. Nur 14 Prozent machen Abitur, halb so viele wie in der deutschen Bevölkerung. In der Studie heißt es, dass die jüngere Generation, die hier geboren ist, wenig Bildungsmotivation erkennen lässt. 93 % der hier Geborenen heiraten in der türkischen Gemeinschaft. Die größte Gruppe der Zuwanderer bilden die Aussiedler mit knapp vier Millionen. Laut Studie sind sie besser integriert als öffentlich wahrgenommen. Das machen die Wissenschaftler am Heiratsverhalten fest: In der ersten Generation der Zuwanderer suchten sich nur 17 % einen Partner unter den Deutschen. In der zweiten Generation sind es bereits 67%. Ihr Bildungsstand ist hoch und ebenso der Erfolg auf dem Arbeitsmarkt.

Die Wissenschaftler sind der Meinung, dass Sprache und Bildung zentral für eine erfolgreiche Integration seien. Den Eltern müsste ein größeres Angebot an Beratung und Weiterbildung geboten werden. Allerdings sollte man auch das Einbürgerungsrecht nach dem Vorbild Frankreichs oder den Vereinigten Staaten ändern. Wer in Deutschland geboren ist, sei Deutscher und habe Anspruch auf einen deutschen Pass: „Sinn dieser Politik ist es, den Menschen ein Zeichen zu setzen, dass sie von Anfang an Willkommen sind und gebraucht werden“, so die Experten.[7]

2.2 Was ist Segregation?

Nach Emmanuel Todd gibt es zwei mögliche Schicksale für Einwanderer: Assimilation oder Segregation. Welches Prinzip nun wirkt, hängt von der anthropologischen Grundstruktur der Aufnahmegesellschaft ab.[8]

Segregation nennt man die räumlich ungleiche Verteilung von Personengruppen, die bestimmte einheitliche Merkmale aufweisen, z.B. Ausländer, Einkommens- oder Statusgruppen, Berufe, Lebensstile usw. Der Messung von Segregation liegt die Annahme zugrunde, dass in jeder räumlichen Einheit (Quartier, Nachbarschaft etc.) jede Bevölkerungsgruppe zu gleichen Anteilen wie in der Gesamtstadt vertreten sei – alle Abweichungen davon werden als Segregation bezeichnet.[9]

Segregation ist auch immer Ausdruck von Machtverhältnissen, beruhend auf der ungleichen Verteilung von ökonomischen, sozialen und kulturellen Ressourcen.

Soziale Ungleichheit, die sich räumlich in Segregation manifestiert, bedeutet aber nicht notwendig sozial-räumliche Ausgrenzung.[10]

Segregation kann „akzeptabel“, „normal“, aber auch „problematisch“ oder „gefährlich“ sein.

Als erstes muss gesagt werden, dass nicht jede Art von Segregation als problematisch oder gefährlich angesehen wird. In allen Städten ist es grundsätzlich so, dass die reichsten Haushalte am stärksten segregiert leben, weil sie vollkommen selbständig darüber entscheiden können, wo sie wohnen wollen und mit wem sie zusammen wohnen möchten.[11]

Für Migranten bedeutet Segregation ein wichtiger Zwischenschritt zur Integration. Bis heute dienen räumlich konzentrierte, ethnische Gemeinschaften als Brücken und Hilfestellungen in die Einwanderungsgesellschaft. Sie bieten Anlaufstellen für Neuankömmlinge, die sehr oft schon vor der Ausreise Kontakt geknüpft hatten. Diese Gemeinschaften dienen als Informationsstelle für Arbeitsstellen und erlauben es, sich mit der Kultur der Aufnahmegesellschaft nach und nach vertraut zu machen ohne von Anfang an dazu gezwungen zu sein, die eigene kulturelle Identität abzustreifen. Solche Hilfestellungen sind gerade für Migranten aus unteren sozialen Klassen sehr wichtig. Bei dem eigenen sozialen Aufstieg oder dem in der Generationenfolge verlieren die ethnischen Nachbarschaften an Bedeutung. Aber schwierig kann auch diese freiwillige Segregation werden, wenn es zu keinem sozialen Aufstieg bzw. Erfolg kommt. Wenn die Chancen auf dem Arbeitsmarkt schlecht stehen, kommt es zur verstärkten Binnenorientierung und es wird ein Teufelskreis in Gang gesetzt, der wiederum die Integrationsmöglichkeit und den Willen dazu wieder sinken lässt.[12]

Probleme der Segregation

Die Segregation von ethnischen Minderheiten in europäischen Städten ist in den letzten Jahren immer wieder zum Thema geworden. In diesem Zusammenhang sind immer wieder Begriffe wie „Ghetto“ oder „ethnische Kolonie“ gefallen. Diese wurden oft dazu benutzt die sozialen Wirkungen der Segregation zu beschreiben.

Wenn Menschen das Wort „Ghetto“ hören, dann denken sie oft an die amerikanischen Städte. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wurde dieser Begriff nämlich in den amerikanischen Städten für die extreme räumliche Segregation von ethnischen Minderheiten benutzt. Wenn man auf die historische Entstehung des Begriffes „Ghetto“ eingehen möchte, ist zu sagen, dass dieser Begriff die institutionalisierte Einschließung der jüdischen Bevölkerung in bestimmten Stadtteilen meinte. Die Juden waren gezwungen in den „Ghettos“ zu wohnen. Die „Ghettos“ waren nur für Juden gedacht. Diese Judenquartiere wurden im späten Mittelalter zur räumlichen und sozialen Trennung von Juden und Christen eingeführt.

In den Vereinigten Staaten wird dieser Begriff in der Regel genutzt um nur die Wohngebiete von Schwarzen zu bezeichnen. Diese Wohnviertel weisen in den USA die höchste Segregation auf und sind ein Zeichen der gesellschaftlichen Ausgrenzung der Schwarzen.[13]

Somit steht der Begriff „Ghetto“ eindeutig für Zwangssegregation und ist dadurch aus moderner Sicht ein zu kritisierender Tatbestand.

Koloniebildung ist die freiwillige Aufnahme oder Weiterführung innerethnischer Beziehungen. Anders als beim Ghetto ist die Entwicklung eines sozialkulturellen Eigensystems der Minderheit nicht notwendig mit der Existenz segregierter und /oder zusammenhängender Wohnbezirke verbunden.[14]

Die folgenden Ausführungen zeigen am Beispiel Berlins wie die räumliche Segregation zustande kam, welche Probleme auftraten und welche Lösungsansätze von der Stadt Berlin gewählt wurden. In Berlin ist die sozialräumliche Verteilung von Zuwandergruppen im Stadtraum schon lange Zeit ein zentrales und kontroverses Thema der Migration.

Schon seit Beginn der Zuwanderung in den 60er Jahren gab es die Entwicklung, dass sich die Migranten in bestimmten Stadtvierteln nach Staatsangehörigkeiten konzentrierten (Segregation). Die Angst vor der Bildung von Parallelgesellschaften und die direkte Assoziation mit Gewalt und Verwahrlosung durch die räumliche Konzentration von bestimmten Migrantengruppen, machte sich in Berlin breit. Die Befürchtung von unkontrollierten Entwicklungen ethnischer Strukturen wuchs. Deshalb reagierte die Stadtpolitik natürlich sofort und wollte dieser Entwicklung mit einer „Entballung“ entgegen wirken. Ziel dieser Maßnahme war eine gleichmäßigere Verteilung der Migranten über das Stadtgebiet und die Herstellung einer ethnischen Mischung.[15]

In diesem Zusammenhang wurde die ethnische Mischung als Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Integration betrachtet. Die integrationspolitische Vorstellung war, dass im Laufe der Zeit das Zusammenleben von Deutschen und Zuwanderern in Wohnquartieren zu Integration führt. Gemischte Strukturen würden den Migranten das hineinwachsen in die deutsche Gesellschaft erleichtern. Thema der öffentlichen und politischen Debatten war aber weiterhin die Angst vor räumlich konzentrierten, ethnischen Strukturen und einer „Überfremdung“. Deshalb forderte 1998 der Innensenator Berlins eine neue Regulierung des Zuzugs von Migranten in Gebiete mit hohem Ausländeranteil. Seine Begründung war, die Angst der deutschen Bevölkerung vor einer „Ghettoisierung“. Solch einer Entwicklung müsse vorgebeugt werden.[16]

Heute weiß man aber, dass zwar die erwünschte sozialräumliche Verteilung von Zuwanderern über einen langen Zeitraum über eine Desegregationspolitik angestrebt worden ist, letztendlich jedoch das Ziel nicht erreicht wurde. Das Festhalten an diesem wenig erfolgreichen Konzept, hatte zur Folge, dass ethnische Segregation als gescheiterte Integration interpretiert wurde. Diese Betrachtungsweise hat sich auf die Lebenssituation der Migranten negativ ausgewirkt: Das Bild der integrationsunwilligen Ausländer, die vom Sozialstaat einseitig profitieren, wurde verstärkt. Für Quartiere und Bezirke, in denen der Ausländeranteil sehr hoch ist, setzte ein Prozess der sozialen Entmischung ein: Haushalte, die über eine größere Wahlfreiheit auf dem Wohnungsmarkt verfügten, reagierten auf die öffentlich Abwertung mit Wegzug. Dies gilt auch für Migrantenhaushalte, welchen der soziale Aufstieg gelungen ist. Die soziale Lage der Zuwanderer wurde also wenig Beachtung geschenkt. Es gab schlichtweg keine Stabilisierungsmaßnahmen in den betroffenen Quartieren.

Der soziale Entmischungsprozess muss deshalb zunächst einmal gestoppt werden. Dadurch kommt es nämlich zum „Auseinanderklaffen“ der armen und reichen Wohnviertel in Berlin. Dies ist eine Entwicklung, welche zu einer weiteren sozialen Polarisierung im Stadtraum führt und damit zunehmende soziale „Entmischung“ zur Folge hat. Aus diesem Grund wurde 2005 in Berlin das Integrationskonzept mit dem Titel „Vielfalt fördern – Zusammenhalt stärken“ eingeführt. Dieses Konzept befasst sich unter anderem mit der Lebenssituation von Zuwandern in den Berliner Wohnvierteln. Eine Verdichtung von sozialen Problembereichen wird gerade für innerstädtische Altbaugebiete und Großsiedlungsbereiche festgestellt. Diese ungleiche Verteilung von Migranten im Stadtraum ist ein Zeichen für ihre marginale Position auf dem Arbeitsmarkt. Im Rahmen des Quartiersmanagement sollen die vorhandenen Ressourcen gebündelt und eine nachhaltige, integrierte Stadtteilentwicklung gefördert werden. Näheres zur Arbeit des Quartiersmanagements folgt in dieser Arbeit etwas später. Das Prinzip der sozialräumlichen Verteilung wird im Konzept als bedeutend eingestuft, da das Quartier durch die abnehmende Integrationsleistung des Arbeitsmarktes für die Integration von Zuwandern an Bedeutung zunehme. Laut Integrationskonzept ist aber für die Initiierung von stabilisierenden Entwicklungen die direkte Partizipation der Migranten vor Ort erforderlich. Wichtig ist auch die Vernetzung der an den Prozessen Beteiligten Institutionen und Akteuren.[17]

2.3 Migrantenkinder im Bildungssystem

Im Zusammenhang mit der Frage nach Integration und Ausgrenzung kommt dem Bildungssystem heute eine strategisch andere Bedeutung zu als in der Bundesrepublik der 50er und 60er Jahre. Damals hatten Schulabgänger ohne Abschluss die Perspektive auf eine belastende, anstrengende, aber dennoch dauerhafte Tätigkeit als un- und angelernter Arbeiter. Heute sieht dies aber ganz anders aus: Bei fehlendem Schulabschluss droht Arbeitslosigkeit oder prekäre Beschäftigung. Das Bildungssystem verteilt heute weniger als vor 30 Jahren die Zugangschancen auf ein Oben und Unten innerhalb des Systems regulärer Beschäftigung, sondern eher Eintrittskarten um überhaupt an der Verteilung innerhalb des Systems teilnehmen zu können. Wie bei deutschen, so ist es natürlich auch bei den ausländischen Schülern sehr wichtig höhere Schulabschlüsse anzustreben. Die Differenz zu den deutschen Schulabgängern hat sich jedoch kaum verändert. Auch stockte bei ausländischen Schülern der Trend zu höheren Schulabschlüssen in den 90er Jahren. Im Jahr 1997 machten 42,7% aller ausländischen Schulabgänger den Hauptschulabschluss, während dies bei deutschen Schulabgängern für 22,7% galt. Die Hochschulreife hingegen erreichten 23,7% aller deutschen Schulabgänger und nur 9,8% der ausländischen Schulabgänger.[18]

Bezug nehmend auf Berlin ist auf die jüngste Integrations-Studie (bereits weiter oben genannt) mit dem Titel „Ungenutzte Potenziale“ zu verweisen. Durchgeführt wurde diese Studie vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung. Laut dieser Studie gibt es nirgendwo sonst in Deutschland so eine große Menge gering-qualifizierter Migranten wie in Berlin. 18 Prozent haben weder einen schulischen noch einen beruflichen Bildungsabschluss (bei den türkischstämmigen Zuwanderern sind es 37 Prozent). Zugleich ist aber zu erwähnen, dass Berlin eine starke Bildungselite vorzuweisen hat: 39 Prozent haben einen akademischen Abschluss. Die Situation der schlecht Ausgebildeten sei in Berlin „dramatisch“: die Arbeitslosenquote ist mit 31 Prozent nach der in den neuen Bundesländern unter den Migranten am höchsten.[19]

Mit der Segregation von ethnischen Minderheiten werden insbesondere die Bildungserfolge von Migrantenkindern in Zusammenhang gebracht.

Die Bildungserfolge nichtdeutscher Schüler haben sich in den letzten zehn Jahren kaum geändert. Wenn man sich die berufliche Bildung anschaut, hat sich diese sogar seit der Vereinigung verschlechtert. Der Anteil von Ausbildungsverhältnisse mit nichtdeutschen Jugendlichen an der Gesamtzahl aller Ausbildungsverhältnisse ist seit 1990 kontinuierlich gefallen: von 13,3% im Jahr 1990 auf 5,4% im Jahr 1999 (Bericht zur Integrations- und Ausländerpolitik 2000, Anhang, Tabelle 18). Im öffentlichen Dienst wurden 1999 sogar nur 1,7% aller Ausbildungsverträge mit Nichtdeutschen geschlossen. An dieser Stelle sollte aber erwähnt werden, dass etwa ein Drittel der in Berlin lebenden Türken und 15% aller nichtdeutschen Berliner in Berlin geboren worden sind. Die Zahl der ausländischen Berufsschüler ist gegenüber 1992 sogar gesunken. Und zwar weit unter den Anteil der ausländischen Jugendlichen in der Altersgruppe, die in etwa für die Berufsschule in Frage kommt (15 bis unter 20). Der Anteil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Alter zwischen 15 bis unter 20 Jahren liegt in Berlin bei 13,9%. Angesichts der zuvor präsentierten Zahlen über die Repräsentation der ausländischen Jugendlichen in den verschiedenen Schultypen kann man auch nicht davon ausgehen, dass der Anteil bei den Berufsschülern so niedrig ist, weil die Jugendlichen auf andere Schulen gehen.

Laut Armutsbericht hatten Ende der 1990er Jahre 41% der Ausländer keinen Berufsabschluss, 15% keinen Schulabschluss, gegenüber 18% bzw. 1,5% der deutschen Bevölkerung. Im Bericht heißt es: „Es zeigt sich…, dass die Bildungssituation – bezogen auf formale Bildungsabschlüsse - bei den jungen hier aufwachsenden Ausländern noch schlechter ist als bei den Ausländern insgesamt.“[20]

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass anders als die erste Generation der Gastarbeiter heute die zweite und dritte Generation auf einen Arbeitsmarkt trifft, der kaum aufnahmefähig ist und gerade unterdurchschnittlich Qualifizierte wenig nachfragt. Die Überpräsenz an Sonder- und Hauptschulen sowie die Unterpräsenz an weiterqualifizierenden Schulen, im beruflichen Ausbildungssystem und an den Universitäten lässt deshalb die Vermutung plausibel erscheinen, dass ein Großteil der ausländischen Schüler von heute die Arbeitslosen von morgen sind. Die Arbeitsmarktkrise hat allgemein die Ausbildungs- und Arbeitsmarktchancen ungleich zu Lasten von Bevölkerungsgruppen verteilt, die sowieso gesellschaftlich benachteiligt sind. Dazu zählen gerade ausländische Jugendliche, die wie ihre Eltern Interesse an Bildung und Qualifikation haben. Die Diskrepanz zwischen Qualifizierungsinteresse und fehlendem schulischen und beruflichen Erfolg kann zur Resignation oder Rückkehrorientierung führen, die die Ausgrenzung subjektiv verfestigen.[21]

Eine ausreichende Bildung sei heute nun einmal der Schlüssel zu mehr Integration, so die generelle Forderung der Wissenschaftler. Sie empfehlen ein verpflichtendes Vorschuljahr und kostenfreie Kitaplätze mit gezielter Sprachförderung. Schulen sollten zu ganztätig offenen Integrationszentren ausgebaut werden. Angesichts einer schrumpfenden Gesellschaft könne Deutschland es sich gar nicht leisten, die Potenziale seiner Zuwanderer ungenutzt zu lassen. In seiner ersten Reaktion auf die Studie appellierte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) an türkische Eltern, ihre Kinder Deutsch lernen zu lassen. Es sei nicht hinnehmbar, dass die Kinder mit unzureichenden Kenntnissen in die Schule kommen, sagte er dem Nachrichtenmagazin Spiegel.[22]

2.4 Migranten auf dem Wohnungsmarkt

Während 55% der deutschen Wohnbevölkerung zur Miete wohnen, sind rund 90% der Migrantinnen und Migranten auf den Mietwohnungsmarkt angewiesen. Nur 17% aller nicht-deutschen Personen im Vergleich zu 43% der deutschen Bevölkerung sind Eigentümer ihrer Wohnung oder ihres Eigenheimes.[23]

Es ist nicht leicht eine Aussage darüber zu machen, ob Individuen und Gruppen von Ausgrenzungsprozessen auf dem Wohnungsmarkt betroffen sind. Man müsste dazu gezielt untersuchen wie sich die Wohnkarriere mit der Zeit entwickelt hat. Wenn sich im Zeitverlauf die Wohnverhältnisse von Menschen in Bezug auf Wohnungsausstattung, -größe, Wohnsicherheit usw. verschlechtern, oder wenn es dazu kommt, dass bestimme Gruppen in die schlechtesten Wohnungsmarktsegmente weg gedrängt werden, dann wäre dies eine Rechtfertigung dafür, diese Entwicklung als Ausgrenzung zu bezeichnen. Die Wohnverhältnisse der Migranten unterscheiden sich in vielen Punkten stark von denen der Deutschen. Migranten wohnen oft in viel kleineren Wohnungen, mit schlechterer Ausstattung und haben eine geringere Wohnsicherheit. Dies ist nicht zu unterschätzen, da gerade der kleiner Wohnraum und die schlechte Ausstattung wichtige Hinweise auf fehlende Rückzugsräume gibt und dadurch auch die Lernfähigkeit der Kinder stark beeinflusst werden kann. Hinzu kommt, dass Migranten häufig eine viel höhere Miete zahlen müssen, obwohl ihre Wohnungen in Stadtteilen mit einem ungünstigen Wohnumfeld liegen.[24]

Das Wohnumfeld der ausländischen Haushalte lässt sich oft durch höhere Umweltbelastungen, schlechtere Baussubstanz, unattraktive Bauformen und andere Nachteile charakterisieren. Typisch für Migrantenquartiere sind oft Altbaugebiete mit schlechter Wohnumfeldqualität, strukturell vergleichbare kleine Vorortkerne und alte Arbeiterquartiere. In den Großsiedlungen und den innerstädtischen Altbauquartieren ist der Ausländeranteil in den letzten Jahren am stärksten gestiegen. Ursachen für die vergleichbar miserablen Wohnverhältnisse der Migranten gibt es viele. Aber sehr nahe liegend sind immer noch die Einkommensverhältnisse. Nach wie vor verfügen Migranten über ein unterdurchschnittliches Haushaltseinkommen

Neben dem niedrigeren Einkommen sind weitere Aspekte die Haushaltsgröße, Wohndauer, der Informationszugang zum Wohnungsmarkt und oft auch die Unsicherheit über das Bleiberecht. Zur Informationsbeschaffung nutzen die Zuwanderer oft die sozialen Netzwerke der Verwandten und Bekannten. Informationskanäle wie Zeitungsanzeigen, Makler und Internetrecherche nutzen sie nur kaum. Bei der Unsicherheit des Bleiberechts geht es oft darum, dass Zuwanderer, selbst, wenn sie ein rechtlich gesichertes Aufenthaltsrecht haben, oft hin und her überlegen, ob sie dauerhaft in der Bundesrepublik bleiben möchten.

Ein weiteres sehr großes Problem stellt die Struktur auf dem Wohnungsmarkt dar, welche durch Diskriminierung seitens des Vermieters einerseits und andrerseits durch die immer weiter auseinander klaffende Schere zwischen erhöhter Nachfrage nach preisgünstigen Mietwohnungen und schrumpfenden Angeboten in diesem Wohnungsmarktsegment andrerseits gekennzeichnet ist.

Untersuchungen belegen, dass Migranten für Wohnungen gleicher Qualität auf dem freien Wohnungsmarkt mehr zahlen müssen als Deutsche.[25]

Dass Migranten bei der Wohnungssuche in Berlin oft diskriminiert und benachteiligt werden, zeigt auch eine Studie einer Studentin der Humboldt-Universität Berlin. Laut der Studie werden Wohnungssuchende mit ausländisch klingenden Namen deutlich benachteiligt. Eine umfangreiche empirische Forschung für die Diplomarbeit mit dem Titel: „Erfahrungen von türkischen und türkischstämmigen Migranten bei der Wohnungssuche in Berlin“ hat dies bewiesen.[26]

Auch verschiedene andere Forschungen deuten darauf hin, dass Migrantengruppen zu sehr unterschiedlichem Grad von dieser Diskriminierung betroffen sind. Insbesondere Personen türkischer Herkunft (wie schon oben erwähnt) scheinen von Diskriminierungspraktiken besonders betroffen zu sein. Hingegen scheinen Aussiedler in geringerem Maße vor diesem Problem der Zugangsbarrieren und Vermittlungsschwierigkeiten auf dem Wohnungsmarkt zu stehen.[27]

3. Quartiersmanagement als kommunale Strategie für benachteiligte Wohngebiete

3.1 Definition Quartiersmanagement

Zunächst einmal sei festzustellen, dass der Begriff keine einheitliche Definition besitzt. Stattdessen gibt es unterschiedliche Vorstellungen, was unter Quartiersmanagement zu verstehen ist. Deshalb ist es ratsam zuerst die unterschiedlichen Definitionen des Begriffes zu erläutern und anschließend zu klären, was das Quartiersmanagement in Berlin darunter versteht.[28]

Monika Alisch teilt den Begriff Quartiersmanagement (oft auch als Stadtteilmanagement bezeichnet) in fünf verschiedene Bedeutungen ein.

Zum einen versteht sie darunter ein Instrument der Quartierspolitik, dass sich stark auf Bewohneraktivierung fokussiert, d.h., dem Aufbau von Kommunikations- und Selbstorganisationsstrukturen sowie einer nachhaltigen Quartiersentwicklung. Die zweite Bedeutung des Begriffes bezieht sich auf die Sozialarbeit in einem bestimmten Stadtteil, wobei betont werden soll, dass es sich um ein neues Instrument handelt, das sich von klassischer Sozialarbeit abgrenzen will. Die dritte Bedeutung, die Monika Alisch definiert, bezieht sich auf die Erneuerung benachteiligter Stadtgebiete, welche zum Beispiel geprägt sind von einem starken Gebäudeverfall. Die vierte Bedeutung versteht unter Quartiersmanagement, dass sich Bewohner zusammenschließen und gemeinsam versuchen ihr Quartier eigenverantwortlich weiterzuentwickeln (Beispiel Niederlande). Die fünfte Dimension des Begriffes meint schließlich, dass der zunehmenden Steuerungsunfähigkeit des Staates durch kommunale Politik entgegengewirkt werden soll.[29]

Eine etwas kürzere und knappere Definition von Quartiersmanagement schlägt Wolfgang Hinte vor. Er versteht unter diesem Begriff ein Konzept, das das Ziel hat, die Lebensbedingungen von Bewohnern zu verbessern, indem diese aktiviert werden selbst etwas beizutragen. Außerdem sollen Ressourcen innerhalb der Verwaltung gebündelt werden, um den Bedürfnissen der Bewohner im Quartier einfacher gerecht zu werden und so abgestimmte Projekte für die Menschen im Quartier entwickeln zu können.30

3.2 Definition Quartiersmanagement in Berlin

Wenn wir im Folgenden von Quartiersmanagement sprechen, so gehen wir von der Definition aus, die uns die Stadt Berlin im Kontext des Programmes der sozialen Stadt liefert. Demnach ist Quartiersmanagement ein Instrument zur Vernetzung und Zusammenführung von verschiedenen Akteuren aus der Wirtschaft, dem sozialen Bereich, der Verwaltung, Vereinen und Anwohnern der Quartiere. Normalerweise haben diese Akteure kaum gemeinsame Schnittstellen. Das Quartiersmanagement versucht diese zu schaffen, um die Akteure in Verbindung zu bringen. Ebenfalls zum Quartiersmanagement gehört es die Anwohner zu Empowermentprozessen zu ermutigen, also den Grad der Selbstbestimmung und Selbstbeteiligung der Menschen im Quartier zu erhöhen mit dem Ziel mehr Eigenverantwortung für das eigene Quartier zu übernehmen.

Dazu hat der Berliner Senat im Jahre 1999 15 Gebiete definiert, die genau begrenzt sind und diese 2001 um zwei Gebiete auf insgesamt 17 erweitert. Diese Gebiete stellen jeweils ein Quartier dar, in dem eine dauerhafte Verbesserung der Lebenssituation erreicht werden soll. Auswahlkriterien für die Definition der einzelnen Quartiere stellten sozioökonomische und demographische Indikatoren dar, die eine starke Abweichung vom Berliner Durchschnitt aufzeigten. Es handelt sich also um sogenannte Problemgebiete, die einer strake Intervention bedürfen. Beispielindikatoren sind Arbeitslosenquote, Ausländeranteil, durchschnittliches Einkommen pro Haushalt oder Kriminalitätsrate.

In jedem Gebiet existiert ein sogenanntes Vor-Ort-Büro, das eine Anlaufstelle für die Anwohner und Akteure vor Ort darstellen soll. Das Team setzt sich aus Menschen zusammen, die vor allem besondere Kenntnisse im Bereich Management und Vernetzung, im sozialen Bereich, der Integration von Migranten, Jugendlichen und Minderheiten sowie Finanzierung von Projekten besitzen.[30]

3.3 Das Programm soziale Stadt

Das Programm „Die soziale Stadt – Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf“ wird seit 1999 vom Bund und den Ländern getragen und soll der zunehmenden sozialräumlichen Segregation in bestimmten Gebieten entgegenwirken. Ein besonderer Entwicklungsbedarf besteht dann, wenn in einem bestimmten Gebiet die soziale Ungleichheit stark zunimmt (Bsp.: Arbeitslosigkeit, Armut etc.), die Wirtschaft stark rückläufig ist oder starke Defizite im Wohnumfeld zu verzeichnen sind.11

Insgesamt nehmen alle 16 Bundeländer teil, die für sich verschiedene Gebiete als Teil des Programmes definiert haben.[31] Derzeit wird das Programm in 498 Gebieten bzw. 318 Gemeinden umgesetzt.[32] Gefördert wird das Programm jährlich mit etwa 150 Millionen Euro für sogenannte integrierte Handlungskonzepte. Befürworter dieses Programmes schätzen vor allem die intensivere Fokussierung auf soziale Probleme in den Städten positiv ein. Kritiker dagegen bemängeln, dass das Finanzvolumen auf keinen Fall reichen würde, um den Problemen entgegenzuwirken.[33] Berücksichtigt im Programm der sozialen Stadt werden Bildung, Wirtschaft, Politik, Soziales, Kultur, Verkehr, Familie, Gesundheit, Ökonomie und Sport zu gleichen Teilen. Das Quartiersmanagement ist ein Instrument zur Umsetzung dieses Programmes in den einzelnen definierten Gebieten und soll somit die Stadtentwicklungsprozesse vor Ort lenken. Dabei lassen sich fünf größe Umsetzungsstrategien beobachten:

1. Externe Planungsbüros, die beauftragt werden die Ziele und Aufgaben in den Gebieten zu erfüllen
2. Organisationseinheiten, die in der Verwaltung speziell geschaffen werden zur Umsetzung der Ziele
3. Outsourcing der Verwaltungen in externe Entwicklungsgesellschaften
4. Schaffung von Stadtteilbüros mit einem Team, das sozialarbeiterische und planerische Kompetenzen mitbringt
5. Gründung von Stadtteilvereinen, die als Bürgerbüros fungieren[34]

In Berlin lässt sich am Beispiel des Beusselkiezes (Quartiersmanagement Moabit West) ein Outsourcing der Verwaltung an externe Entwicklungsgesellschaften erkennen. Hier übernimmt die S.T.E.R.N. GmbH als Beauftragter für das Quartiersmanagement in innerstädtischen Gebieten und Großsiedlungen mit besonderem Entwicklungsbedarf die Verwaltung und Umsetzung der Ziele und Strategien. Die S.T.E.R.N. GmbH ist hier also tätig als Projektsteuerer und Generalplaner.[35]

Kritisiert am Programm soziale Stadt werden jedoch auch die Verwaltung und Steuerung der Projekte. Hier sei vor allem zu nennen, dass es oft zu Problemen bei der Bewilligung von Fördergeldern kommt, da es zahlreiche verschiedene Fördertöpfe gibt, die eine unterschiedliche Laufzeit haben und auch verschiedenen Bewilligungskriterien unterliegen. Dadurch wird die Umsetzung von Projekten mit mehreren Zielen deutlich erschwert. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass es kaum verbindliche kommunalpolitische Beschlüsse zur Umsetzung dieser integrierten Handlungskonzepte gibt.[36]

3.4. Ziele und Aufgaben von Quartiersmanagement

Da im vorhergehenden Teil schon einige Ziele und Aufgaben von Quartiersmanagement angeschnitten wurden, soll hier nur eine kurze Übersicht gegeben werden.

1. Es sollen die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Entwicklung des Quartiers geschaffen werden. Die Arbeit des Quartiersmanagements muss also quartiersbezogen (v.a. sozial- und Umweltverträglichkeit), prozesshaft (v.a. kontinuierliche Entwicklung) und Bewohner orientiert (v.a. anknüpfend an die Potentiale und Bedürfnisse) sein.
2. Vernetzung von lokalen Akteuren v.a. aus Wirtschaft, Vereinen, Bewohnern, Politik, etc. Dieser Punkt wurde unter 1.2 schon näher erläutert.
3. Schaffung neuer Anreize zur Bildung und Weiterentwicklung des Quartiers[37]
4. Aktivierung von Quartiersbewohnern und -institutionen. Hier sind vor allem Empowermentprozesse gemeint, die unter 1.3. beschrieben wurden. Bürger sollen angeregt werden sich am Quartiersmanagement aktiv zu beteiligen und mitzuwirken. Dies gilt auch für die anliegende Schulen, Kirchen, Vereine, Wirtschaft, Verbände, etc.[38]
5. Die Beteiligung an der strategischen Planung und der Projektentwicklung für das Gebiet (Entwicklung von integrierten Handlungskonzepten der Quartiersmanagement Teams)
6. Beteiligung der Teams an der Umsetzung eines Handlungskonzeptes im Quartier
7. Gewinnung finanzieller Mittel (z.B. Sponsoren, Förderer,…) sowie personeller und materieller Ressourcen zur Umsetzung von Projekten im Quartier[39]

Insgesamt muss jedoch festgehalten werden, dass die konkreten Aufgaben eines Quartiersmanagements immer von Gebiet zu Gebiet variieren und abhängig davon sind, wie die Aufgabenverteilung zwischen Quartiersmanagern und den Programmverantwortlichen ist. Die eben erläuterten Ziele und Aufgaben stellen typische dar, die oft einem Quartiersmanagement übergeben werden.[40] Die untere Grafik zeigt im Überblick weitere wichtige Aufgaben eines Quartiersmanagements.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Aufgaben des Quartiersmanagements

Quelle: Spiekermann, Holger, Schubert, Herbert: „Standards des Quartiermanagements – Handlungsgrundlagen für die Steuerung einer integrierten Stadtentwicklung“, Verlag SRM, Köln 2004

4. Steuerung und Organisation des Quartiersmanagements

Da das Quartiersmanagement in vielen Städten unterschiedlich aufgebaut und organisiert ist, soll zunächst ein oft umgesetztes Organisationsmodell vorgestellt werden und anschließend konkret auf die Aufbauorganisation des Quartiersmanagements in Berlin eingegangen werden.

4.1 Organisationsstrukturen und Steuerungsebenen

In der Praxis findet man oft ein Organisationsmodell auf drei Ebenen vor. Diese Ebenen sind die normative, strategische und operative Managementebene.

Auf der normativen Managementebene ist der Stadt- bzw. Gemeinderat anzusiedeln. Er gibt den Auftrag für Voruntersuchungen, ob ein bestimmtes Gebiet als Quartier definiert werden soll. Dazu werden u.a. Sozialraumanalysen durchgeführt. Sollte sich herausstellen, dass ein bestimmtes Gebiet bestimmte soziale Risiken in sich birgt oder starke negative Abweichungen von anderen Gebieten aufweist, so ist es ebenfalls die Aufgabe des Stadt-/ Gemeinderates ein Quartiersmanagement einzurichten, normative Ziele und ein Handlungskonzept zu formulieren. Die Ausführung und Kontrolle der Aufgaben wird an die Verwaltung delegiert.

Auf der strategischen Ebene gibt es eine sogenannte Lenkungsgruppe. Diese setzt sich unter anderem aus dem Oberbürgermeister und Dezernenten zusammen. Aufgabe der Lenkungsgruppe ist es für die Umsetzung der normativen Ziele zu sorgen. Dazu sollen die normativen Ziele auch weiterentwickelt und konkretisiert werden. Diese Ergebnisse werden dann an eine Koordinationsschnittstelle weiter delegiert (Geschäftsstelle KOQ). Diese Geschäftsstelle arbeitet einerseits mit Dezernat-übergreifenden quartiersbezogenen Arbeitsgruppen zusammen und andererseits berichtet sie über Zwischenergebnisse. Folgende Aufgaben gehören unter anderem zum Spektrum: Koordination von Abstimmungsaufgaben, Finanzplanung, Verhandlung von Entwicklungszielen. In den Arbeitsgruppen arbeiten verschiedene Ämter und Fachbereiche zusammen. Die Arbeitsgruppen bilden die Schnittstelle zwischen den Geschäftskreisen und den Quartieren. Das Quartiersmanagement Vor-Ort-Büro erhält hier fachliche Unterstützung und Hilfe.

Auf der operativen Ebene werden die konkreten Ziele umgesetzt. Dazu gibt es meist Fachkräfte, die ein Quartiersmanagement-Team bilden, welches oft im Quartier ein Büro hat und dort ansässig ist. Das Team bringt meist viele verschiedene Qualifikationen mit, wobei jeder einen Arbeitsschwerpunkt besitzt. Das Quartiersmanagement-Team begleitet die Projekte bei der Umsetzung, aktiviert und beteiligt die Bewohner des Quartiers und initiiert Projekte. Auf der operativen Ebene existieren meist noch ein Quartiersbeirat und eine Bürgerjury. Der Quartiersrat soll die Bürgerinteressen vertreten und setzt sich vor allem aus Menschen zusammen, die im Quartier leben. Der Beirat hat die Aufgabe Projekte zu entwickeln, zu diskutieren und umzusetzen. Die Bürgerjury soll über die Vergabe von Quartierfonds für Projekte entscheiden. Sie setzt sich zusammen aus Bürgern, die im Quartier leben und Vertretern von Institutionen wie z.B. Vereinen, Gewerbetreibenden. Die Jury wird vom Quartiersmanager und den Dezernaten übergreifenden Arbeitsgruppen beraten.31

Abbildung 2: Organisationsstrukturen und Steuerungsebenen

Quelle: Spiekermann, Holger, Schubert, Herbert: „Standards des Quartiermanagements – Handlungsgrundlagen für die Steuerung einer integrierten Stadtentwicklung“, Verlag SRM, Köln 2004

4.2 Aufbauorganisation des Quartiersmanagement in Berlin

Die Steuerung des Quartiersmanagements in Berlin wird von mehreren Gremien beeinflusst und unterscheidet sich von kommunalen Strukturen in anderen Städten. In Berlin wurden im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ 16 Quartiere räumlich definiert, in denen es stark negative Abweichungen vom Durchschnitt bezüglich verschiedener sozioökonomischer und demographischer Faktoren gibt. In jedem Quartier ist ein Quartiersmanagement eingerichtet, dass ein Vor-Ort Büro besitzt und nur für sein eigenes definiertes Gebiet verantwortlich ist.

Dies sind die Quartiere im Einzelnen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Auf Staatssekretärsebene gibt es eine Lenkungsrunde, die zwei bis dreimal im Jahr tagt. Beteiligte sind hier Vertreter folgender Einrichtungen:

- Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
- Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales
- Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport
- Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen
- Rat der Bürgermeister
- weiteren Fachverwaltungen nach Bedarf

Auf Bezirksebene tagt zirka zweimal monatlich eine sogenannte Lenkungsrunde im Bezirk (=Bezirkssteuerungsrunde). Sie trifft Grundsatz- und Strategieentscheidungen. Folgende Vertreter sind dabei anwesend:

- Bezirksbürgermeister
- Dezernenten
- Fachvertreter der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
- Die Geschäftsführung des Quartiersmanagements-Teams
- Gebietsbeauftragte vom jeweiligen Quartier
- weitere Interessens- und Fachvertreter

Zusätzlich existiert auf der Bezirksebene eine Ämterrunde, die sich aus den zuständigen Amtsleitern des Bezirksamtes und dem Bezirkskoordinator zusammensetzt. Der Bezirkskoordinator bildet die Schnittstelle zwischen Quartier und Fachämtern, da er meist in den Bezirksämtern tätig ist.

Im Quartier selbst gibt es ebenfalls eine Steuerungsrunde (= QM-Steuerungsrunde vor Ort). Diese trifft sich meist zweimal im Monat. Diskutiert werden hier Fragen rund um Arbeitsplanung, Entscheidungen über Projektförderung, Entscheidungsvorbereitung und strategische Weiterentwicklung. Beteiligt an der Steuerungsrunde im Quartier sind folgende Personen:

- Geschäftsführung des Quartiersmanagement Teams
- Gebietskoordinatoren des jeweiligen Bezirkes
- Fachvertreter/Koordinator der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
- Vertreter von Wohnungsbaugesellschaften/Wohnungsunternehmen
- Mietervertreter
- Externe Beauftragte
- verschiedene weitere Akteure

Auf Landesebene wird das Quartiersmanagement in Berlin koordiniert und geleitet. Hierfür ist ein Referat der Senatsverwaltung verantwortlich. Dieses dokumentiert die Prozesse des Quartiersmanagement und führt Evaluationen bezüglich des Erfolges durch. Es ist außerdem für die Organisation der Abläufe zwischen verschiedenen Gremien innerhalb der Verwaltung verantwortlich.

Der Managementprozess in den einzelnen Gebieten wird vom Quartiersmanagement- Team vor Ort durchgeführt. Das Team ist verantwortlich für das Koordinieren und Initiieren von Projekten, die Aktivierung von Bewohnern und Akteuren sowie die Unterstützung bei der Durchführung einiger Projekte. Weitere Ziele und Aufgaben von Quartiersmanagement und den Teams wurden bereits unter Punkt 3.4 näher beschrieben. Das Quartiersmanagement-Team führt zur Erreichung der Ziele z.B. Seminare, Beratungen, Öffentlichkeitsarbeit und Tagungen durch. Außerdem werden verschiedenen Planungs-, Meditations-, und Werkstattverfahren eingesetzt.

Das Vor-Ort-Büro stellt den Arbeitsplatz der Quartiersmanager dar. Hier können die Bewohner sowie lokale Institutionen und Einrichtungen mit dem Quartiersmanagement in Kontakt treten. Wichtig ist jedoch festzuhalten, dass sich die Quartiersmanagement-Teams eher als Dienstleister verstehen. Dies bedeutet, dass sie die initiierten Projekte nicht selbst durchführen wollen, sondern diese lediglich auf die Beine stellen und maximal begleitend wirken. Wichtig ist also, dass die Bewohner selbst tätig werden bzw. sich beteiligen, indem sie zum Beispiel die Projekte unterstützen, daran teilnehmen oder mitwirken.[41]

Ebenfalls auf der Landesebene anzusiedeln ist das sogenannte „Jour fixe“. Hier werden Erfahrungen ausgetauscht und strategische Ansätze besprochen. Beteiligt an dem Jour fixe sind alle Quartiersmanagerinnen und -manager, Bezirksamtskoordinatoren sowie Kooperationspartner auf Verwaltungsebene.[42]

4.3 Kritik an Quartiersmanagement

Quartiersmanagement wird derzeit als Krisenmanagement eingesetzt und auch genau als solches kritisiert. Seine Qualität als Instrument einer Stadtpolitik, die soziale Integration zum Ziel hat und in ökonomisch und sozial benachteiligten Quartieren dynamische Entwicklungsprozesse initiieren will, wird oft übersehen.[43] Beim Stadtpolitischen Kongress der SPD im März 1999 unter dem Motto „Berlin 2010“ sollte über Probleme und Konzepte für die Entwicklung Berlins diskutiert werden. Dort musste sich der Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) heftig von Experten für sein Quartiersmanagement kritisieren lassen. „Quartiersmanagement ist nur ‚Notstandspolitik’“, sagte Thomas Sievers, Städtbau-Professor an der Technischen Universität Darmstadt. In seinen Augen sei es der falsche Ansatz nur mit Hilfe von Sozialarbeitern die richtige gesellschaftliche Mischung in so genannten Problemkiezen wieder herstellen zu wollen. Das Problem der Arbeitslosigkeit müsse man zuerst lösen, sonst würden in den Wohnvierteln auf lange Sicht nur noch Armutsinseln entstehen, die sich in den Rest der Stadt gar nicht mehr integrieren lassen.[44]

Heftige Kritik erhält das Quartiersmanagement von Dr. Olaf Schnur auch in dem Punkt, dass es keine klaren Zielvorgaben formuliert hat und somit ja auch eine Auswertung schwer vorgenommen werden kann. Für die Quartiersmanagementgebiete gab es zu Beginn des Quartiersmanagements keine aufwändigen, vorbereitenden Untersuchungen. Somit war der Status Quo zu Anfang weitestgehend unbekannt. Ohne eine fundierte empirische Basis gibt es keine Evaluierung. Man muss sich auf Einschätzungen, Spekulationen und Plausibilitätsüberlegungen stützen.[45] Damit kann auch die Kritik des Berliner Rechnungshofes gebracht werden. Er attestierte bei seiner Prüfung des Quartiersmanagements dem Programm konzeptionelle Fehler und Verfahrensmängel sowie unzulängliche Erfolgskontrollen. Dagegen stellen sich aber die Quartiersmanagementbüros vor Ort mit der Meinung, dass der Rechnungshof bei seiner Prüfung soziale und kulturelle Entwicklungsansätze völlig außer Acht gelassen hat. Der Rechnungshof hat sie Anfangsphase des Quartiersmanagement geprüft, für das seit 1999 jährlich bis zu 30 Millionen Euro in Problemkieze mit besonderem Entwicklungsbedarf fließen. Bemängelt wird von den Prüfern, dass sehr lange nur allgemeine Ziele wie „nachhaltige Aufwertung“ und „Stabilisierung des Wohnumfeldes“ formuliert worden sind. Sie teilen also die Meinung der unklaren Zielsetzungen mit Dr. Olaf Schnur. Davon abgesehen sei auch noch erst ab 2001 darüber nachgedacht worden was für die betroffenen Gebiete sinnvoll ist und was nicht. Der Zwischenbericht des Beratungsunternehmens „Empirica“ habe im Mai 2001 nicht einmal eine Prüfung darüber liefern können, ob die Mittel wirtschaftlich, sparsam und zweckmäßig bei den bis dahin geförderten Einzelmaßnahmen einsetzt worden sind. Grund dafür war, dass der Zwischenbericht kaum Aussagekraft über die Einzelprojekte enthielt. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung verteidigt diese extrem lange Anlaufphase damit, dass die Qualität der Arbeit des Quartiersmanagements genau darin liege, dass die Handlungsansätze, Ziele und Lösungen gemeinsam mit den Beteiligten vor Ort in dieser langen Phase entwickelt wurde.

Einen Interessenkonflikt sehen die Rechungsprüfer aber auch in der Durchführung der Förderung. Denn bei 78 % der von ihnen untersuchten und geprüften Projekte waren die Quartiersmanagementträger, gleichzeitig Antragsteller und Geldempfänger. „Mehrere QM-Manager haben für die von ihnen durchgeführten oder initiierten Projekte zusätzlich Honorare in erheblicher Höhe abgerechnet", heißt es außerdem im Bericht. Auch dieser Aspekt ist für den Berliner Rechnungshof mehr als fragwürdig.[46]

[...]


[1] Vgl. http://www.quartiersmanagement-berlin.de/fileadmin/content-media/Dokumentation/Evaluation/DIFU-Resuemee.pdf (aufgerufen am 19.10.2008)

[2] Vgl. http://www.quartiersmanagement-berlin.de/Starke-Intervention-Quartiersmanagement.7.0.html aufgerufen am 19.10.2008

[3] Vgl. Forschungsinstitut der Friedrich-Ebert-Stiftung Abt. Arbeit und Sozialpolitik: „Ghettos oder ethnische Kolonie?“, Bonn 1998, S.17f.

[4] Vgl. Häußermann, Hartmut, Kronauer, Martin und Siebel, Walter: „An den Rändern der Städte“, 1. Auflage, Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main 2004, S. 259

[5] Vgl. ebd. S. 260

[6] Vgl. Hanhörster, Heike: „Integration von Migrantinnen und Migranten im Wohnbereich“, 1. Auflage, Institut für Landes- und Stadtentwicklung des Landes Nordrhein-Westfalen, Dortmund 2001, S.16

[7] Vgl. Artikel vom 26. Januar 2009: „Lange hier und doch nicht angekommen“, aus der Berliner Zeitung

[8] Vgl. Forschungsinstitut der Friedrich-Ebert-Stiftung Abt. Arbeit und Sozialpolitik: „Ghettos oder ethnische Kolonie?“, Bonn 1998, S.100

[9] Vgl. Häußermann, Hartmut, Kronauer, Martin und Gornig, Martin: „Desintegration und Kohäsion in Berlin“, Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf 2008, S.57

[10] Vgl. Anhorn, Roland, Bettinger, Frank und Stehr, Johannes: „Sozialer Ausschluss und soziale Arbeit“, 2. Auflage, VS Verlag, Wiesbaden 2008, S.183

[11] Vgl. Häußermann, Hartmut, Kronauer, Martin und Gornig, Martin: „Desintegration und Kohäsion in Berlin“, Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf 2008, S.57f.

[12] Vgl. Anhorn, Roland, Bettinger, Frank und Stehr, Johannes: „Sozialer Ausschluss und soziale Arbeit“, 2. Auflage, VS Verlag, Wiesbaden 2008, S.184

[13] Vgl. Häußermann, Hartmut, Kronauer, Martin und Gornig, Martin: „Desintegration und Kohäsion in Berlin“, Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf 2008, S.64ff.

[14] Vgl. Forschungsinstitut der Friedrich-Ebert-Stiftung Abt. Arbeit und Sozialpolitik: „Ghettos oder ethnische Kolonie?“, Bonn 1998, S.31 ff.

[15] Vgl. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Senatskanzlei/Planungsstelle (Hg.) (1980):Wohnraumversorgung von Ausländern und Entballung überlasteter Gebiete durch stadträumliche Maßnahmen. Berlin, S.27

[16] Vgl. Caglar, Ayse (2001): Stigmatisierende Metaphern und die Transnationalisierung sozialer Räume. In: Frank Gesemann (Hg.): Migration und Integration in Berl i n . Opladen:Leske + Budrich; S. 334

[17] Vgl. Der Beauftragte des Senat von Berlin für Integration und Migration (Hg.) (2005): Vielfalt fördern – Zusammenhalt stärken. Das Integrationskonzept für Berlin, Berlin, S.49 ff.

[18] Vgl. Häußermann, Hartmut, Kronauer, Martin und Siebel, Walter: „An den Rändern der Städte“, 1. Auflage, Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main 2004, S. 272

[19] Vgl. Artikel vom 26. Januar 2009: „Lange hier und doch nicht angekommen“, aus der Berliner Zeitung

[20] Vgl. Häußermann, Hartmut, Kronauer, Martin und Gornig, Martin: „Desintegration und Kohäsion in Berlin“, Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf 2008, S. 52

[21] Vgl. Häußermann, Hartmut, Kronauer, Martin und Siebel, Walter: „An den Rändern der Städte“, 1. Auflage, Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main 2004, S.273f.

[22] Vgl. Artikel vom 26. Januar 2009: „Türken am schlechtesten integriert“ aus der Berliner Zeitung

[23] Vgl. Hanhörster, Heike: „Integration von Migrantinnen und Migranten im Wohnbereich“, 1. Auflage, Institut für Landes- und Stadtentwicklung des Landes Nordrhein-Westfalen, Dortmund 2001, S.9

[24] Vgl. Häußermann, Hartmut, Kronauer, Martin und Siebel, Walter: „An den Rändern der Städte“, 1. Auflage, Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main 2004, S.274

[25] Vgl. Ebd. S. 277 ff.

[26] Vgl. http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/ein-deutscher-name-ist-die-halbe-miete/; Artikel vom 5.12.2008 aufgerufen am 08.02.09

[27] Vgl. Hanhörster, Heike: „Integration von Migrantinnen und Migranten im Wohnbereich“, 1. Auflage, Institut für Landes- und Stadtentwicklung des Landes Nordrhein-Westfalen, Dortmund 2001, S.10

[28] Vgl. Grimm, Gaby, Hinte, Wolfgang und Litges, Gerhard: „Quartiermanagement – Eine kommunale Strategie für benachteiligte Wohngebiete“, Rosch-Buch Verlag, Berlin 2004, S. 37

[29] Vgl. Alisch, Monika: „Stadtteilmanagement – Voraussetzungen und Chancen für die soziale Stadt“, 1. Auflage, Hemsbach, Leske und Buchrich Verlag 1998, S.7ff.

[30] Vgl. http://www.quartiersmanagement-berlin.de/Quartiersmanagement.116.0.html aufgerufen am 12.11.2008

[31] Vgl. Becker, Heidede, Löhr, Rolf-Peter: „Soziale Stadt – Ein Programm gegen sozialräumliche Spaltung in den Städten“, aus Politik und Zeitgeschichte, Ausgabe 11/2000, S.22ff.

[32] Vgl. http://sozialestadt.de/gebiete/ aufgerufen am 12.11.2008

[33] Vgl. Becker, Heidede, Löhr, Rolf-Peter: „Soziale Stadt – Ein Programm gegen sozialräumliche Spaltung in den Städten“, aus Politik und Zeitgeschichte, Ausgabe 11/2000, S.22ff.

[34] Vgl. Grimm, Gaby, Hinte, Wolfgang und Litges, Gerhard: „Quartiermanagement – Eine kommunale Strategie für benachteiligte Wohngebiete“, Rosch-Buch Verlag, Berlin 2004, S. 28ff.

[35] Vgl. http://www.stern-berlin.com/members/stern/bereiche.html aufgerufen am 14.11.2008

[36] Vgl. Grimm, Gaby, Hinte, Wolfgang und Litges, Gerhard: „Quartiermanagement – Eine kommunale Strategie für benachteiligte Wohngebiete“, Rosch-Buch Verlag, Berlin 2004, S.32

[37] Vgl. Spiekermann, Holger, Schubert, Herbert: „Standards des Quartiermanagements – Handlungsgrundlagen für die Steuerung einer integrierten Stadtentwicklung“, 1. Auflage, Verlag Sozial, Köln 2004, S.8

[38] Vgl. Franke, Thomas: „Quartiermanagement – Schlüsselinstrument integrierter Stadtteilentwicklung“, 1.Auflage, S.176

[39] Vgl. Spiekermann, Holger, Schubert, Herbert: „Standards des Quartiermanagements – Handlungsgrundlagen für die Steuerung einer integrierten Stadtentwicklung“, 1. Auflage, Verlag Sozial, Köln 2004, S.47

[40] Vgl. http://www.sozialestadt.de/veroeffentlichungen/evaluationsberichte/zwischenevaluierung-2004/5.3.phtml aufgerufen am 10.11.2008

[41] Vgl. Spiekermann, Holger, Schubert, Herbert: „Standards des Quartiermanagements – Handlungsgrundlagen für die Steuerung einer integrierten Stadtentwicklung“, 1. Auflage, Verlag Sozial, Köln 2004, S.19ff.

[42] Vgl. http://www.quartiersmanagement-berlin.de/Quartiersmanagement.116.0.html aufgerufen am 14.11.2008

[43] Vgl. Alisch, Monika: „Quartiersmanagement als Qualitätsbegriff“, Vortrag im 397. Kurs des Instituts für Städtebau Berlin „Soziale Stadt – Stadtentwicklung und Stadterneuerung vor neuen Herausforderungen“ vom 8. bis 10. November 1999 in Berlin, S.9

[44] Vgl. http://www.berlinonline.de/berlinerzeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1999/0301/none/0051/index.html; Artikel:„Quartiersmanagement ist nur ‚Notstandspolitik“, aufgerufen am 12.02.09

[45] Vgl. Aus Präsentation Dr. Olaf Schnur DVAG Mai 2005 „Das Berliner Quartiersmanagament“ Geographisches Institut HU Berlin

[46] Vgl. http://www.berliner-mieterverein.de/magazin/online/mm0703/070321.htm; aufgerufen am 12.02.2009

Ende der Leseprobe aus 105 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung des Quartiersmanagements für die Integration von Migranten
Untertitel
Am Beispiel des Berliner Beusselkiezes
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Note
1,3
Autoren
Jahr
2009
Seiten
105
Katalognummer
V137382
ISBN (eBook)
9783640476732
ISBN (Buch)
9783640476619
Dateigröße
2291 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Inklusive durchgeführter wissenschaftlicher Studie zur Integration von Migranten im Berliner Beusselkiez.
Schlagworte
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Arbeit zitieren
Frank Frei (Autor)Rashmi Venkataraju (Autor), 2009, Die Bedeutung des Quartiersmanagements für die Integration von Migranten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137382

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