Purismus im Deutschland des 18./19. Jahrhunderts


Hausarbeit, 2008

11 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Historische Entwicklung
2.1 Der Begriff „Purismus“
2.2 Geschichtlicher Verlauf des Purismus in Deutschland

3. Die Hochzeit des Purismus
3.1 Das 18./19. Jahrhundert in Deutschland

4. Ausblick auf die gegenwärtige Situation

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der folgenden Hausarbeit möchte ich zunächst dem Begriff des Purismus nachgehen und herausfinden welchen geschichtlichen Hintergrund solch eine Strömung mit sich zieht. Im Anschluss daran werde ich versuchen das 18. und 19. Jahrhundert – die Hochzeit des Purismus – näher zu untersuchen und mich dabei auf Deutschland konzentrieren. Zum Abschluss werde ich meine Ergebnisse bündeln und einen Ausblick auf die Entwicklung gegenwärtige Sprache – speziell dem Deutschen – werfen. Mit Hilfe dieser Hausarbeit für das Proseminar „Historische Linguistik“ möchte ich einen Einblick in die Sprachreinigung erhalten und herausfinden, welchen Einfluss diese Strömung auf die heutige deutsche Sprache hatte.

2. Historische Entwicklung

2.1 Der Begriff „Purismus“

Was genau versteht man unter dem Begriff des Purismus beziehungsweise der Sprachreinigung? Zunächst einmal muss festgehalten werden, dass eine Sprachentwicklung – wie wir sie in Deutschland erleben – immer durch die Auseinandersetzung mit fremdsprachlichen Einflüssen stattfindet. Alan Kirkness stellt es als „Binsenwahrheit“[1] dar, dass dieser Kontakt mit anderen Sprachen die Entwicklung des Deutschen beeinflusst hat und das die gegenwärtige deutsche Sprache eine große Anzahl an Fremdwörtern besitzt. Diese Wörter weisen auf zahllose Entlehnungen aus anderen Sprachen hinweisen. Um diese Annahme zu unterstützen möchte ich auf die Einführung in dem Fremdwörter-Duden von 1990 hinweisen, in dem zu lesen ist, dass „auf das gesamte deutsche Vokabular von etwa 400 000 Wörtern rund 100 000 fremde Wörter kommen“[2].

Schon allein das Wort „Purismus“, welches synonym für die Sprachreinigung verwendet wird, ist aus dem französischen entlehnt und deutet ein übertriebenes Streben nach der Reinigung der eigenen Sprache von fremden Wörtern an. In einem Fremdwörterbuch wird der Purismus sogar als Bestreben deklariert, die Sprache „von stilfremden Elementen zu befreien“[3].

Der Purismus ist nicht nur ein deutsches Phänomen, sondern tritt auch in anderen europäischen Sprachen auf – jedoch in unterschiedlichen Formen und verschied-enen Maßen. Zum Beispiel setzt sich im Französischen „seit 300 Jahren die Académie Française für Sprachreinheit und -richtigkeit ein“[4] und kämpft gegen den Gebrauch von Fremdwörtern.

2.2 Geschichtlicher Verlauf des Purismus in Deutschland

Der Purismus bezeichnet also zusammenfassend den öffentlichen Kampf gegen die Verunstaltung der Sprache durch die Benutzung von Fremdwörtern. Dieses Bestreben lässt sich grob in sechs Phasen einteilen.[5]

Im 18. Jahrhundert erreichte der Purismus seinen ersten Höhepunkt und zwar im „Sprachpatriotismus“[6] des Barockzeitalters. Dort versuchten Sprachgelehrten aus dem Bürgertum sich gegen die Vorherrschaft des Lateinischen und Französischen in der deutschen Sprache zu verteidigen. Die Sprachreiniger hatten das Ziel vor Augen eine einheitliche deutsche Hochsprache zu schaffen, die nicht nur die Zusammengehörigkeit in der Sprache, sondern auch im Volke bringen sollte. Dafür mussten unentbehrlich gewordene Fremdwörter eingelehnt und überflüssige Wörter durch Deutsche ersetzt werden.

Die zweite Phase kann man auch als die „frühaufklärerische“ Phase der Sprachreinigung bezeichnen. Dort versuchten vereinzelte Männern zum Zeitpunkt der Jahrhundertwende ihre Ideen der Säuberung durchzusetzen. In dieser Phase befasste sich die Sprachreinigung nicht nur mit dem Wortschatz, sondern auch mit dem Stil und der Grammatik. Man wollte erreichen, dass die gebildeten Menschen die deutsche Hochsprache mehr ehrten und begannen sie weiterzuentwickeln.

In der folgenden dritten Phase waren die mundartlichen Dialekte besonders in Gefahr. Nun galten auch diese als unrichtig und man versuchte die Provinzialismen auszumerzen. Dabei wurden die Lehnwörter, die nur eine halbherzige Übersetzung in deutsche finden würden beibehalten und alle andern fremdsprachlichen mit passender Übersetzung abgelöst. In dieser Phase wurde nun endlich eine einheitliche hochdeutsche Schriftsprache festgelegt, welche im gesamten deutschsprachigen Raum anerkannt wurde.

[...]


[1] Kirkness: Zur Sprachreinigung im Deutschen. Band 1. Seite 7.

[2] Fremdwörter-Duden 1990. Seite 10.

[3] Wörterbuch. Fremdwörter. Seite 350.

[4] Kirkness: Zur Sprachreinigung im Deutschen. Band 1. Seite 12.

[5] Ebd. Band 2. Seite 409.

[6] Ebd. Seite 409.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Purismus im Deutschland des 18./19. Jahrhunderts
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Veranstaltung
Historische Linguistik
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
11
Katalognummer
V138409
ISBN (eBook)
9783640478774
ISBN (Buch)
9783640478507
Dateigröße
485 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Purismus, Deutschland, Jahrhunderts
Arbeit zitieren
Griseldis Wedel (Autor), 2008, Purismus im Deutschland des 18./19. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138409

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