Das Konzept des Wasserfußabdrucks als Nachhaltigkeitsmaß


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009

14 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Virtuelles Wasser
2.1 Definition
2.2 Berechnung des virtuellen Wassergehalts

3 Der Wasserfußabdruck einer Nation
3.1 Definition
3.2 Berechnung des Wasserfußabdrucks
3.3 Interner und externer Wasserfußabdruck
3.4 Das Beispiel Deutschland
3.5 Zahlen und Fakten
3.6 Bestimmende Faktoren für den Wasserfußabdruck

4 Der Wasserfußabdruck hinsichtlich der Fläche
4.1 Definition
4.2 Beispiel zur Bestimmung eines Wasserfußabdrucks
4.3 Notwendigkeit zur Verringerung des Wasserfußabdrucks

5 Der Wasserfußabdruck als Indikator der Nachhaltigkeit
5.1 Trägt der Wasserfußabdruck zur Nachhaltigkeit bei?
5.2 Chancen durch den Wasserfußabdruck
5.3 Politische und wirtschaftliche Herausforderungen

6 Verwendete Quellen

1 Einführung

In der heutigen, globalisierten Welt beeinflussen sich die einzelnen Länder im jeweiligen Wasserhaushalt. Es gibt eine indirekte Steuerung untereinander. Die Antwort auf die Frage, warum das so ist, heißt oft: Klimawandel. Dies ist in gewisser Weise richtig, da die Treibhausgase alle betreffen und beeinflussen. Es existiert aber ein zweiter Effekt. Durch Handel von Gütern entsteht ein reger Wasseraustausch unter den Ländern der Welt. Jedes Produkt benötigt zu seiner Herstellung Wasser. Dieses Wasser „steckt“ also in dem Produkt. Nicht physisch, jedoch wurde es zu seiner Produktion verwendet. Dieses unsichtbare Wasser, das sogenannte „Virtuelle Wasser“, wird ausgetauscht. So profitiert Deutschland zum Beispiel davon, dass sehr wasserintensive Produkte wie Baumwolle nur importiert werden. So spart man eine Menge Wasser und lässt die Wasserprobleme in den anderen Ländern.

Der Wasserfußabdruck berücksichtigt genau dieses Wasser und betrachtet den eigentlichen Wasserverbrauch oder das tatsächlich benötigte Wasser eines Menschen. Es reicht nicht, sich nur auf die Wasserentnahme im eigenen Land oder den täglichen Bedarf zum Trinken, Waschen oder Kochen zu stützen, um nachhaltig zu wirtschaften und mögliche Probleme zu lösen.

2 Virtuelles Wasser

2.1 Definition

Das virtuelle Wasser, wie oben angesprochen, ist das unsichtbare Wasser in den einzelnen Produkten. Um den Wasserabdruck zu verstehen, muss man diesen Begriff kennen.

Vorab eine Definition der UNESCO: „Unter virtuellem Wasser versteht man die Wassermenge, die man braucht, um landwirtschaftliche oder industrielle Produkte herzustellen.“ Diese Definition trifft nicht ganz den Charakter und ist ein wenig verwirrend. Man könnte hier meinen, dass jedes Produkt einen bestimmten Gehalt an virtuellem Wasser hat. Dieser kann jedoch stark variieren. Je nach dem unter welchen Umständen, welchen klimatischen Bedingungen und welchen technischen Voraussetzungen ein Produkt erzeugt wurde, desto unterschiedlicher ist dieser Wert. Eine bessere Formulierung ist deshalb: „[...] die Wassermenge, die tatsächlich benötigt wird, [...]“. Im Folgenden meint der Begriff Wassergehalt immer die Menge des virtuellen Wassers.

2.2 Berechnung des virtuellen Wassergehalts

Jedes Produkt beinhaltet also dieses Wasser und durch den globalen Handel, durch Importe und Exporte, findet ein reger Wasseraustausch unter den Nationen statt. Das heißt, zum Wasserverbrauch im eigenen Land kommt noch der Wassergehalt der Importgüter und der Wassergehalt der Exportgüter wird abgezogen. Hier sind wir schon nahe am Wasserfußabdruck. Relevant für ihn ist die Menge dieses Austauschs an virtuellem Wasser und zwangsläufig deren Berechnung.

Bei Industriegütern lässt sich der Gehalt leicht bestimmen und ist überall ziemlich identisch. Bei landwirtschaftlich erzeugten Produkten ist das nicht ganz so einfach. Theoretisch kann man hier den Wassergehalt durch eine einfache Formel berechnen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Jedoch gibt es hier große Differenzen und Probleme. Entscheidend dafür sind nämlich etliche Faktoren wie Region und Zeitpunkt des Anbaus, die Produktionsweise oder die Zwischenschritte. So ist zum Beispiel der Wassergehalt eines Produktes in Regionen mit hoher Evapotranspiration weitaus höher als in gemäßigteren Regionen. So kommen hier oft ungenaue und verschiedene Werte raus. Mittlerweile haben sich aber einige Zahlen bewährt. Hier eine kleine Auswahl an Beispielen (vgl. Tab 1), um sich den Gehalt eines Produktes in

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das sind Durchschnittswerte. Es gibt sehr große Unterschiede. Eine Tonne Reis, wenn er in China produziert wird, hat einen Wassergehalt von 1972 m3. Zum Vergleich, bei einer Produktion in Indien, erhöht sich der Wert auf mehr als das Doppelte, auf 4254 m3. Bei einer Tonne Baumwolle (bei Produktion in den besagten Ländern) ist der Wert fünfmal so hoch und liegt in Indien bei 18694 m3.

Wenn man diese Werte hat, kann man den Austausch für jedes Land berechnen. Es ist die Multiplikation der Importe [t/a] mit deren virtuellem Wassergehalt [m3/t] abzüglich der der Exporte [t/a] multipliziert mit deren virtuellem Wassergehalt [m3/a]. Somit erhält man einen

Gesamtaustausch [m3/a] mit positiven oder aber negativen Werten. Wer mehr importiert als exportiert, zum Beispiel Deutschland (aus Sicht des Wassergehalts der Produkte), kommt hier auf eine positive Zahl, wohingegen Länder wie Usbekistan, wo sehr intensiv bewässerte Baumwolle angebaut wird, einen negativen Austausch aufweisen.

Weltweit liegt der Austausch bei etwa 1600 Mrd. m3/a. Der weltweite Wasserverbrauch bei rund 7500 Mrd. m3/a, das heißt, mehr als ein Fünftel des globalen Wasserbedarfs wird durch so einen Austausch befriedigt (FAO).

3 Der Wasserfußabdruck einer Nation

3.1 Definition

Mit diesem Vorwissen können wir nun den Wasserfußabdruck berechnen und verstehen. Er wurde in Analogie zum ökologischen Fußabdruck entwickelt. Dieser zeigt die Fläche [ha] auf, welche benötigt wird, um den Lebensstandard jedes Einzelnen zu erfüllen. Der Wasserfußabdruck beschreibt das Volumen [m3/a], welches benötigt wird, um seinen Lebensstandard zu erfüllen. Die Definition lautet wie folgt: „Der Wasserfußabdruck umfasst die Gesamtmenge an Wasser, die für die Produktion der Güter und Dienstleistungen benötigt wird, die ein Land in Anspruch nimmt.“

Er besteht aus zwei Teilen (Abb. 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

Die eine Komponente beschreibt den Verbrauch innerhalb der Landesgrenzen, die andere den Verbrauch außerhalb der Landesgrenzen. Die zweite Komponente ist die Menge an virtuellem Wasser, welches in den konsumierten Importprodukten steckt.

3.2 Berechnung des Wasserfußabdrucks

Es gibt zwei Methoden, mit denen man den genauen Wasserfußabdruck berechnen kann.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Das Konzept des Wasserfußabdrucks als Nachhaltigkeitsmaß
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Veranstaltung
Nachhaltiges Wassermanagement
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
14
Katalognummer
V140629
ISBN (eBook)
9783640502912
ISBN (Buch)
9783640503223
Dateigröße
506 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wassermanagement, Wasserfußabdruck, Virtuelles Wasser, Wasserverbrauch, Nachhaltigkeit, Wasser, Konzept, Nachhaltig, Wasseraustausch
Arbeit zitieren
Fabian Stoffner (Autor), 2009, Das Konzept des Wasserfußabdrucks als Nachhaltigkeitsmaß, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140629

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