Der Noachbund

Eine umfassende Analyse


Seminararbeit, 2009
64 Seiten, Note: 2+

Leseprobe

Angaben zum Studenten:
BERNHARD KIRCHMEIER
Universität Wien

Angaben zur Lehrveranstaltung:
Biblisches Proseminar I & II

DER NOACHBUND
EINE UMFASSENDE ANALYSE

Proseminararbeit
im Fach Altes Testament

eingereicht
am 30. Juni 2009

„UND ICH, SIEHE, ICH RICHTE MEINEN BUND MIT
EUCH AUF!”

 

I. INHALTSVERZEICHNIS
VERZEICHNISSE UND ANHÄNGE
I. INHALTSVERZEICHNIS I
II. LITERATURVERZEICHNIS III
II.I TEXTAUSGABEN UND HILFSMITTEL III
II.II MONOGRAPHIEN III
II.III ZEITSCHRIFTEN III
II.IV KOMMENTARE IV
II.V INTERNETLEXIKA IV
III. ANHANG V
HAUPTTEIL
1 TEXTGRUNDLAGE UND ÜBERSETZUNG 1
2 TEXTKRITIK 2
2.1 TEXTKRITISCHER BEFUND 2
2.2 ÄUSSERE KRITIK 3
2.3 INNERE KRITIK 4
2.4 TEXTKRITISCHE ENTSCHEIDUNG 6
3 TEXTANALYSE 6
3.1 GROBE ABGRENZUNG DES TEXTES 6
3.2 KONTEXT 7
3.2.1 MAKROKONTEXT 7
3.2.2 MIKROKONTEXT 7
3.3 SATZ-UND TEXTEBENE 8
3.3.1 TYP, FORMATION UND FUNKTION DER SÄTZE 8
3.3.2 VERHÄLTNIS UND ORDNUNG DER SÄTZE 8
3.3.3 REDEABSCHNITTE 10
3.3.4 PRONOMINALE PHORIK 10
3.3.5 SATZSTRUKTUR UND PARALLELISMEN 11
3.4 LAUT-UND WORTEBENE 12
3.4.1 WORTANALYSE 12
3.4.2 WORTFELDER 16
3.5 KOHÄRENZ 16
3.6 GLIEDERUNG 17
3.7 STRUKTUR DES TEXTES 17
4 ERZÄHLTEXTANALYSE 19
4.1 ORT, ZEIT UND FIGUREN 19
4.1.1 ZEIT IN DER ERZÄHLUNG 19
4.1.2 DER ORT DER ERZÄHLUNG 20
4.1.3 CHARAKTERISIERUNG DER FIGUREN 21
4.2 HANDLUNGSTRÄGER 22
4.3 FOKALISIERUNG UND ERZÄHLSITUATION 23
4.3.1 FOKALISIERUNG 23
4.3.2 ERZÄHLSITUATION UND LESER 23
5 GATTUNG UND FORM 24
5.1 ÜBERLEGUNGEN ZUR GATTUNG 24
5.2 STEHENDE FORMELN 26
5.3 SITZ IM LEBEN 27
6 TRADITIONEN UND MOTIVE 27
6.1 DER BUND ALS GNADENGABE UND SELBSTVERPFLICHTUNG GOTTES 27
6.1.1 DER BUND IN P BZW. IN GENESIS 9 27
6.1.2 DAS WARUM UND DAS WOHER DES GNADENBUNDES 29
6.1.3 DER BUND IN DER GENESIS UND IM PENTATEUCH 30
6.2 NATUR UND SCHÖPFUNG 33
6.3 SAME UND NACHKOMMENSCHAFT 36
7 GESCHICHTE UND ZUORDNUNG DES TEXTES 37
8 LESERBEFRAGUNG UND -ANALYSE 38
8.1 DER FRAGEBOGEN 38
8.2 DIE BEFRAGTEN 39
8.3 FRAGESTELLUNG UND ZIELSETZUNG 40
8.3.1 KRITERIUM DER RELIGIOSITÄT 40
8.3.2 GENDERFAIRE FRAGESTELLUNG 41
8.4 GLAUBE UND RELIGIOSITÄT ALS KRITERIUM? 41
8.4.1 GRUPPE 1 - „DIE GLÄUBIGEN“ 41
8.4.2 GRUPPE 2 - „ATHEISTEN UND AGNOSTIKER“ 43
8.4.3 ERGEBNISAUSWERTUNG 45
8.5 DIE ROLLE DER FRAU? 46
9 ABSCHLIESSENDE INTERPRETATION 48

 

1 Textgrundlage und Übersetzung
1 TEXTGRUNDLAGE UND ÜBERSETZUNG
Der Text der BHS dient als Arbeitsgrundlage für diese Proseminararbeit. Die vorliegende Übersetzung ist Ergebnis der exegetischen Arbeit. Am Beginn wurde
eine Arbeitsübersetzung angefertigt, die nach und nach an die Erträge der Exegese angepasst und verbessert wurde. Auf die festgelegte Verseinteilung (s.u.) wird in den nachfolgenden Arbeitsschritten verwiesen werden. Behandelt wird Gen 9, 8-17.

[...]

2 TEXTKRITIK
2.1 TEXTKRITISCHER BEFUND

Es gibt vier textkritische Anmerkungen in der BHS. In v.10 gibt es zwei Varianten, die bedacht werden müssen. In v.11 und in v.15 gibt es jeweils eine alternative
Lesart.

1. Die erste textkritische Bemerkung in v.10b bezieht sich auf das Wort (...);. Die alternative Lesart lautet (...) und unterscheidet sich vom Text durch ein zusätzliches Waw copulativum. Es hieße also statt der Übersetzung des BHS-Textes („mit den Vögeln, mit dem Vieh und mit allen Tieren der Erde“) nach der alternativen Lesart „mit den Vögeln und mit dem Vieh und mit allen Tieren der Erde“. Die alternative Lesart (...) wird von den Fragmenten aus der Kairoer Geniza, dem samaritanischen Pentateuch, der Septuaginta, der syrischen Peschitta, von Handschriften des Targums, dem Targum Pseudo-Jonathan, sowie dem
palästinischen Targum, bezeugt.

2. Die zweite textkritische Bemerkung in v.10c besagt, dass die letzten drei Worte ((...)) im ursprünglichen, nicht rezensierten Text der Septuaginta fehlen und daher vielleicht zu tilgen wären.

3. Der samaritanische Pentateuch unterscheidet sich durch die Lesart (...) in v.11c vom Text der BHS. Es handelt sich hierbei um einen Infinitiv constructus im Hifil. Die Text der BHS liest (...).;..Dies ist ebenso ein Infinitiv constructus der Wurzel (...), allerdings im Piel. Das Piel von (...) kann mit „verderben“ oder „zu Grunde richten“ übersetzt werden. Das Hifil hat eine kausative Bedeutung. Man kann es durchaus auch mit „verderben“ übersetzen, allerdings schwingt die Veranlassung durch ein Subjekt sehr stark mit. Es geht darum, dass jemand das Verderben macht, oder veranlasst, etwas zu verderben.

4. Die vierte textkritische Bemerkung in v.15d verweist ebenfalls auf das Wort (...). Der textkritische Hinweis empfiehlt einen Vergleich mit der Anmerkung in v.11c. Es handelt sich hier demnach um das gleiche textkritische Problem (s.o.).

 

2.2 ÄUSSERE KRITIK
1. Die alternative Lesart mit Waw copulativum ist sehr gut bezeugt. Sowohl der wichtige Samaritanus, als auch die Septuaginta bezeugen (...). Alleine dadurch könnte dem masoretischen Textes schon der Anspruch, der Urtext zu sein, verloren gehen. Zusätzlich wird diese Variante auch durch Geniza-Fragmente, die Peschitta und Targumhandschriften bezeugt. Es lässt sich also durchaus ein starkes Gewicht für die alternative Schreibweise und gegen den meist zuverlässigen Masoretentext, der in der BHS den textus bildet, feststellen.

2. Lediglich in der Septuaginta fehlt (...).Alle anderen texturkundlichen Zeugen gehen mit dem textus konform. Insofern ist der Masoretentext wesentlich besser bezeugt und vermutlich die ursprüngliche Version.

3. Der samaritanische Pentateuch, der in v.11c, sowie in v.15d (...) im Hifil überliefert, ist zwar ein wichtiger, wenn nicht nach dem Masoretentext sogar der wichtigste Zeuge, allerdings steht er mit der Lesart tyxvhl völlig alleine. Da es keine anderen Bezeugungen dieser Lesart gibt, erscheint es wahrscheinlicher, dass der masoretische Text der ursprüngliche ist.

 

2.3 INNERE KRITIK
1. Die alternative Lesart (...) taucht auch in Gen 1,26 auf. Hier heißt es (...). Wieder gibt (...) die Abfolge Vögel, Vieh, und Gesamtheit der (Tiere der) Erde, allerdings sind die Fische als erstes Glied vorgereiht. Hier steht, wie man es erwarten würde, auch vor dem Vieh das Waw. In Gen 7,21 sowie in Gen 8,17 gibt es abermals dieselbe Dreiergruppe. Auch hier steht vor dem Aufzählungsglied Vieh ein Waw. Möglicherweise führte die Bekanntschaft mit diesen Stellen und dem damit verbundenen Wortlaut zu einer Änderung des Textes.

Im Hebräischen ist es üblich, bei Aufzählungen vor jedes Glied ein Waw zu setzen.1 Insofern wäre die im Text bezeugte Version die ungewöhnlichere, und somit schwierigere. Gemäß der lectio difficilior wäre demnach dem Mosortetentext der Vorzug zu geben. Ein Abschreiber hat vielleicht aus Gewohnheit ein Waw geschrieben, das nicht in seiner Vorlage stand.

[...]


1 Vgl. NEEF, Arbeitsbuch, 40

Ende der Leseprobe aus 64 Seiten

Details

Titel
Der Noachbund
Untertitel
Eine umfassende Analyse
Hochschule
Universität Wien  (Evangelische Fachtheologie)
Veranstaltung
Biblisches Proseminar I+II
Note
2+
Autor
Jahr
2009
Seiten
64
Katalognummer
V141228
ISBN (eBook)
9783640482863
ISBN (Buch)
9783640483013
Dateigröße
1034 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Neue Erkenntnise zur chiastischen Struktur bzw. zum formalen Aufbau von Gen 9, 8-17 zeichnen diese Arbeit neben einer umfangreichen Analyse nach traditionellen methodischen Schritten der biblischen Exegese aus.
Schlagworte
Genesis, Exegese, Noah, Noachbund, Altes Testament, Bund, Berit, Textkritik, Gen 9, Textanalyse, Strukturanalyse, Leserbefragung, Regenbogen, Bundeszusage, Sintflut, anthropologisches Gottesbild, Mythos
Arbeit zitieren
Bernhard Kirchmeier (Autor), 2009, Der Noachbund, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141228

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