Schwache Substantive - Diachrone Entwicklung und der Bestand dieser Flexionsklasse


Studienarbeit, 2009
14 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Das indogermanische Substantiv
1.1 Das germanische Substantiv
1.2 Das Deklinationssystem des Germanischen

2. Die Entwicklung im Deutschen
2.1.Diachronie der deutschen Substantivflexion
2.1.1 Althochdeutsch
2.1.2 Die konsonantische Deklination des Althochdeutschen
2.2.1 Mittelhochdeutsch
2.2.2 Die konsonantische Deklination des Mittelhochdeutschen

3.Neuhochdeutsch

4.Zusammenfassung

5.Literaturverzeichnis

Abstrakt

Das Thema der Arbeit stellt die historische Entwicklung der schwachen maskulinen Substantive in groben Zügen dar. Die Entwicklung wird vom Indogermanischen über das Germanische bis zum Neuhochdeutschen verfolgt. Die Arbeit ist in vier Kapitel gegliedert.

Das erste Kapitel ist in drei Teile unterteilt. Der erste Teil stellt die allgemeine Ausgangsposition dar und gibt die ersten wichtigen Hinweise, die für den weiteren Verlauf wichtig und notwendig sind. Der zweite Teil gibt die Veränderungen in Reflektion zum ersten Teil wieder Der dritte Teil nimmt Bezug zu den beiden vorhergehenden Kapiteln und reflektiert diese in Bezug auf die Fragestellung wieder. Dieses Kapitel stellt unter anderem auch den Anker dar, indem er als Vergleichsbasis für den weiteren Verlauf nützlich ist.

Das zweite Kapitel besteht aus drei Unterkapiteln. Im ersten Unterkapitel wird eine knappe Informationen über die Sprachräume gegeben.

Die zwei anderen Unterkapitel gliedern sich jeweils in einen allgemeinen und einen informierenden Teil. Der allgemeine Teil informiert über die wichtigsten Veränderungen, die für die Thematik von Bedeutung sind. Der aufklärende Teil spiegelt diese in Reflektion auf die Fragestellung wieder.

Das dritte kurze Kapitel spiegelt die aktuelle Situation in Bezug auf die Fragestellung, hauptsächlich, warum der Bestand der Flexionsklasse der schwachen Substantive nur auf Maskulina eingeschränkt ist, wieder.

Im vierten Kapitel folgt dann eine Zusammenfassung

Einleitung

Ein Blick in den Duden verrät, dass die schwache Deklination der Substantive im Deutschen nur Maskulina aufweist. Für einige mag dies selbstverständlich sein, was es jedoch nicht ist. Dahinter steckt ein langwieriger Prozess sprachlicher Entwicklungen, die schon mehrere Jahrhunderte andauern und sogar noch heute nicht abgeschlossen sind. Nun stellt sich die Frage, wie es überhaupt zu einer Trennung zwischen starker und schwacher Deklination gekommen ist und wo überhaupt der Ursprung liegt. Da das Deutsche zur indoeuropäischen Sprachfamilie gehört, bilden das indogermanische und das germanische Substantiv den historischen Ausgangspunkt dieser diachronen Untersuchung.

1. Das indogermanische Substantiv

Kennzeichnend für indogermanische Substantive ist, dass sie morphologische Suffixe tragen und nicht einfach in Form ihrer Wurzeln auftreten. Indogermanische Substantive zeichnen sich durch eine dreigliedrige Struktur aus. Jedes Substantiv besitzt einen Stamm, der sich aus einer Wurzel und einem sogenannten stammbildenden Suffix zusammensetzt. An diesen Stamm ist zusätzlich ein Kasus-Numerus-Suffix in Form eines Flexivs angebunden1 Die geht auch aus der folgenden Tabelle hervor (siehe Kürschner 2008,71).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Sieht man von den regulären Ablautstufen ab, tritt das stammbildende Suffix im Paradigma eines Wortes einheitlich und damit unabhängig von Kasus und Numerus auf. Das Genusmerkmal beeinflusst die Form des stammbildenden Suffixes höchstens indirekt, da es kein eindeutiges Morphem gibt, das die grammatische Kategorie Genus trägt.2

Bei einzelnen stammbildenden Suffixen lässt sich jedoch eine Trennung nach Genus zwischen Maskulina und Neutra erkennen.3

Dies bedeutet dementsprechend, dass zwischen einer primären und einer sekundären Klassenbildung unterschieden wird. Die primäre Klassenbildung erfolgt durch das stammbildende Suffix und die sekundäre Klassenbildung erfolgt durch das Genus.

Hauptsächlich wird dabei zwischen vokalischen und konsonantischen Stämmen unterschieden. Die konsonantischen Stämme weisen ein auf Konsonant auslautendes, stammbildendes Suffix aus. Die vokalischen Stämme werden als solche unterschieden, deren stammbildendes Suffix aus einem Vokal besteht. Eine weitere Klasse bilden die Wurzelnomina, welche ohne stammbildendes Suffix auftreten.4

1.1 Das germanische Substantiv

Die dreigliedrige Struktur des indogermanischen Substantivs zerbricht jedoch zum Germanischen hin. Ein Grund dafür ist, dass die stammbildenden Suffixe zum Germanischen hin funktionslos geworden sind. Hauptursache ist eine starke Akzentfestlegung auf der Erstsilbe, die zur Folge hat, dass sich die Struktur des Substantivs aus lautlichen Gründen mehr und mehr reduziert hat. Dadurch, dass die Morphemgrenze zwischen dem stammbildenden Suffix und dem Flexiv nicht mehr aufrecht erhalten wird, treten an vielen Stellen im Paradigma Verschmelzungen mit dem Kasus-Nummerus-Suffix auf, welche die stammbildendenden Suffixe schwinden lassen. Die dreigliedrige Struktur wird dadurch zu einer zweigliedrigen reduziert.5

vgl. Nom.Sg. idg. *dhogh- o -s, 'Tag' > germ. *dag-az

Akk.Sg.. idg. *dhogh- o -m > germ. *dag-an

Nom.Pl. idg. *dhogh- o -es > germ. *dag-os

Aus diesem Beispiel geht hervor, dass der mittlere Teil wegfällt.

Dadurch, dass die stammbildenden Suffixe ihre Funktion verlassen haben, wird die semantische Motivation für die Deklinationsklassenbildung zum Germanischen hin außer Kraft gesetzt. Deshalb spricht man auch oft von einer „Krise des Flexionssystems im Germanischen.“(siehe Kürschner 2008, 73).6

Die Flexionsparadigmen im Germanischen treten jedoch nicht ganz ohne Distribution auf, sondern werden nun im Germanischen vor allem an den Genus gekoppelt. Die noch im Indogermanischen eher als Subklassifizierung eintretende sekundäre Klassenbildung nach Genus, wird im Germanischen nun mehr als Rettungsanker angesehen. Der Genus wird im Germanischen Hauptdifferenzierungsmerkmal der Substantive und bildet die Grundlage einer neuen geregelten funktionalen Opposition. Es lässt sich jedoch beobachten, dass neue Differenzierungen in dieser Opposition entstehen.7

[...]


1 Kern, P, C. & Zutt, H. (1977). Geschichte des deutschen Flexionssystems. Tübingen: Max Niemeyer Verlag. S.78

2 Kürschner, S. (2008). Deklinationsklassen-Wandel. Eine diachron-kontrastive Studie zur Entwicklung der Pluralallomorphie im Deutschen, Niederländischen, Schwedischen und Dänischen. Berlin, New York: Walter de Gruyter Verlag. S.72

3 Kern, P, C. & Zutt, H. (1977). S.78

4 Kürschner, S. (2008). S.72

5 Kern, P, C. & Zutt, H. (1977). S.81-83

6 Kürschner, S. (2008).S.73

7 Kürschner, S. (2008). S.75

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Schwache Substantive - Diachrone Entwicklung und der Bestand dieser Flexionsklasse
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Sprachwissenschaften)
Veranstaltung
Wortarten
Autor
Jahr
2009
Seiten
14
Katalognummer
V144097
ISBN (eBook)
9783640535040
ISBN (Buch)
9783640794652
Dateigröße
2551 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
schwache substantive, diachonie, germanisch, althochdeutsch, mittelhochdeutsch, synkretysmen
Arbeit zitieren
Serdar Demirel (Autor), 2009, Schwache Substantive - Diachrone Entwicklung und der Bestand dieser Flexionsklasse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144097

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