Okkasionalismen in Werbeslogans zwischen 2003 und 2008 unter besonderer Berücksichtigung der Branchen Kosmetik, Ernährung, Getränke und Pharmazie


Diplomarbeit, 2009

104 Seiten, Note: sehr gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 THEORETISCHER TEIL
2.1 Charakteristika von Okkasionalismen
2.1.1 Terminologie
2.1.2 Abgrenzungskriterien
2.1.2.1 Neuheit und Neuheitseffekt
2.1.2.2 Lexikalisierungsgrad
2.1.2.3 Häufigkeit
2.1.2.4 Kontextgebundenheit
2.1.2.5 Akzeptanz
2.1.2.6 Reproduktion
2.1.3 Definitionen
2.1.4 Allgemeine Funktionen von Okkasionalismen
2.1.4.1 Benennungsfunktion
2.1.4.2 Stilistische Funktionen
2.1.4.3 Sprachökonomie
2.1.4.4 Hypostasierung
2.1.4.5 Textfunktion
2.2 Charakteristika von Werbeslogans
2.2.1 Funktion
2.2.2 Form

3 ANALYTISCHER TEIL
3.1 Textkorpus
3.1.1 Quellen
3.1.2 Selektionskriterien
3.1.3 Selektionsergebnis
3.1.3.1 Branchenanalyse
3.1.3.2 Jahresanalyse
3.1.3.3 Besondere Trends
3.1.3.4 Exkurs: Vergleich mit bisherigen Forschungsergebnissen
3.2 Wortbildungsmuster
3.2.1 Wortarten
3.2.1.1 Substantiv
3.2.1.2 Adjektiv
3.2.1.3 Verben
3.2.2 Wortbildung
3.2.2.1 Komposition
3.2.2.2 Konversion
3.2.2.3 Kontamination
3.2.2.4 Derivation
3.2.2.5 Sonstige Wortbildungstypen
3.3 Werbespezifische Funktionen von Okkasionalismen
3.3.1 Aufmerksamkeit und Interesse aktivierende Funktion
3.3.2 Verständlichkeitsfunktion
3.3.3 Akzeptanzfunktion
3.3.4 Erinnerungsfunktion
3.3.5 Vorstellungsaktivierende Funktion
3.3.6 Ablenkungs- und Verschleierungsfunktion
3.3.7 Attraktivitätsfunktion

4 EMPIRISCHER TEIL
4.1 Probandenbefragung
4.1.1 Aufbau
4.1.2 Ziel
4.2 Ergebnis und Interpretation
4.2.1 Wortbildung und Originalität
4.2.2 Wortbildung und Akzeptanz
4.2.3 Wortbildung und Recall-Wert
4.2.4 Recall-Wert und Originalität
4.2.5 Recall-Wert und Selbsteinschätzung
4.2.6 Originalität und Interesse

5 ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT

6 LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS

7 ANHANG

7.1 Liste der Okkasionalismen

7.2 Probandenbefragung

Abstract

Danksagung

Mein Dank gilt allen voran Herrn Prof. Mag. Dr. Franz Patocka für die um­fassende und umsichtige Betreuung meiner Diplomarbeit. Ganz besonders möchte ich mich für die präzise Korrektur, die geduldige Beratung und die kompetente Hilfe bei fachlichen Fragen bedanken.

Darüber hinaus gilt mein Dank meinen Eltern, die mich während meines Studiums liebevoll und fürsorglich unterstützt haben. Ganz besonders möchte ich mich bei meiner Mutter bedanken für die kritische Lektüre meiner Diplomar­beit, die aufmunternden Worte und ihre emotionale Unterstützung. Mein Dank gilt außerdem meinen Freunden Miriam, Stefan und Judith, die mich in unzähli­gen Gesprächen motiviert und aufgebaut haben.

1 EINLEITUNG

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit okkasionellen Bildungen in Werbeslo­gans im Zeitraum zwischen 2003 und 2008 unter besonderer Berücksichtigung der Branchen Pharmazie, Kosmetik, Getränke und Ernährung. Als Quellen dienten die beiden größten Werbeslogan-Datenbanken (www.slogans.de; www.slogany.de) im deutschsprachigen Raum, die anhand einer Suchmaske eine Recherche nach Erscheinungsjahr und Branche ermöglichen. Dabei wurden auf Slogans.de 4652 und auf Slogany.de 8457 Slogans durchgesehen und auf okkasionelle Bildungen hin durchsucht. Resultat dieser Suche sind 111 individuelle Slogans, die Okkasionalismen enthalten und als Referenzkorpus einer linguistischen Analyse dienen. Ziel der Arbeit ist es, anhand einer morpho­logisch-semantischen Analyse der Okkasionalismen Erkenntnisse über die werbestrategischen Funktionen von okkasionellen Bildungen in Werbeslogans zu erhalten.

Die vorliegende Arbeit umfasst einen theoretischen, einen analytischen und einen empirischen Teil, in deren Rahmen das Phänomen der Okkasionalismen unter Berücksichtigung unterschiedlicher Perspektiven zu erforschen und kritisch zu betrachten ist.

Der theoretische Abschnitt behandelt aktuelle Probleme in Bezug auf Termino­logie, Abgrenzung, Definition und Funktion von Okkasionalismen und versucht dabei eigenständige Lösungsvorschläge, die sich für das spezifische For­schungsvorhaben als nützlich erwiesen haben, vorzustellen. Hauptanliegen des theoretischen Abschnitts ist es, einen aktuellen Forschungsüberblick über die kontrovers diskutierte Thematik zu bieten und anhand kritischer Betrachtun­gen die Adäquatheit und Nützlichkeit aktueller Erkenntnisse zu diskutieren.

Der analytische Teil der Arbeit stellt zunächst das vorliegende Textkorpus im Detail vor, um anhand einer morphologisch-semantischen Analyse Erkenntnis­se über die Wortbildungsmöglichkeiten von Okkasionalismen in Werbeslogans zu gewinnen. Die daraus resultierenden Ergebnisse werden im Anschluss funktional im Hinblick auf die Werbeintention interpretiert. Im Zentrum des analytischen Abschnitts stehen demnach Zusammenhänge zwischen struktu­rell-systematischen Eigenschaften und werbestrategischen Funktionen okkasi­oneller Bildungen.

Im empirischen Abschnitt der Arbeit werden die Ergebnisse einer Probandenbe­fragung mit über 150 Teilnehmern vorgestellt. Ziel der Probandenbefragung ist es, eine Reihe von Hypothesen, die aufgrund der theoretischen und analyti­schen Betrachtungen aufgestellt wurden, zu verifizieren oder zu widerlegen. Im Zentrum stehen dabei die Zusammenhänge zwischen morphologischen, semantischen und psycholinguistischen Eigenschaften okkasioneller Bildungen und ihr Verhältnis zueinander. Abschließend werden die Ergebnisse dieser Untersuchung zusammenfassend dargestellt und interpretiert.

2 THEORETISCHER TEIL

2.1 Charakteristika von Okkasionalismen

2.1.1 Terminologie

Wer sich mit dem Begriff Okkasionalismus auseinandersetzt, wird zunächst feststellen, dass eine Vielzahl „konkurrierender Termini“1 für dieses Wortbil­dungsphänomen innerhalb der Forschung zur Verfügung steht. Für diese Einheiten sind verschiedenartige Bezeichnungen wie Ad-hoc-Bildungen2 3, Textwörter, Augenblicksbildungen4, Einmalbildungen5 6, Gelegenheitsbildun­

gen6 und andere Benennungen in der sprachwissenschaftlichen Forschung nachweisbar. Hohenhaus spricht in diesem Zusammenhang auch von „termino­logische^] Verwirrung“7, die sich darin äußert, dass Bezeichnungen unter­schiedlicher Bedeutung wie beispielsweise Ad-hoc-Bildung, Neologismus und Wortschöpfung fälschlicherweise synonym verwendet werden und bezieht sich dabei auf Arbeiten von Betten und Erben.8 Auch neuere Diplomarbeiten, die sich mit Neologie beschäftigen, sind aus linguistischer Sicht teilweise unpräzise und verwenden die Termini Neologismus und Augenblickskompositum wie Synonyme.9 Der folgende Abschnitt soll ausgewählte Bezeichnungen diskutie­ren und ihre Adäquatheit überprüfen.

Die Bezeichnungen neue Wörter, Neubildungen und neugebildete Wörter sind in Bezug auf die Eingrenzung des Bezeichneten zu allgemein gehalten, da sie ebenso jede andere Form einer Wortneubildung benennen könnten. Dem Terminus Wortschöpfung ist in „der linguistischen Fachterminologie (wenn auch nicht in der Umgangssprache), eine andere, sehr viel engere Bedeutung zugewiesen, nämlich die (arbiträre) .Erschaffung' eines neuen Wortes ,aus dem

Nichts'.“10 Der Terminus Wortschöpfung bezeichnet daher keine Wortbildung im engeren Sinne, sondern die Kreation eines neuen Wortes „ohne daß eine Bildungsregel oder auch nur überhaupt irgendein morphologischer Bezug zu vorher bestehendem (lexikalischem) Material zugrundeliegt.“11 Dementspre­chend ist die Schöpfung eines neuen Wortes abzugrenzen von der Bildung eines neuen Wortes aus bereits vorhandenen Lexemen. Der Terminus Wort­neubildung ist zu weit gefasst, da er neben Okkasionalismen auch Neologismen bezeichnet. Im Gegensatz dazu ist der Terminus Einmalbildung laut Hohenhaus zu eng gefasst, da eine „Wortbildung, die (unabhängig voneinander) zweimal oder dreimal gebildet wird, [...] nicht schon deshalb einen anderen Status bekommen“12 kann. Der Terminus Okkasionalismus ist der Einschätzung von Hohenhaus zufolge zu weit gefasst, „da der Bezug auf Wortbildung darin [...] nicht klar genug zum Ausdruck kommt.“13 Die Termini Augenblicksbildung und Gelegenheitsbildung berücksichtigen zwar einen großen Teil der Okkasionalis­men, nämlich jene, die aus der Situation heraus, in der langue gebildet werden, schließen aber andere weniger zufällige Wortbildungen aus, die für einen bestimmten Zweck, beispielsweise innerhalb der Werbe- oder Pressesprache, intentional konstruiert werden. Der Terminus Textwort eignet sich ebenfalls nur ungenügend zur Bezeichnung des Okkasionalismus, da keineswegs alle Ad- hoc-Bildungen kontextabhängig sind.

Wladowa14 schlägt den alternativen Terminus Wortbildungsokkasionalismus vor, der sowohl die Gebildetheit des neuen Wortes als auch seinen okkasionel­len Charakter berücksichtigt. Eine latinisierte Variante, die diese Kriterien ebenfalls erfüllt, wäre in Anlehnung an den Terminus Neologismus die Bezeich­nung Okkasionallogismus. Aus Praktikabiltätsgründen werden in der vorliegen­den Arbeit jedoch die Termini Ad-hoc-Bildung und Okkasionalismus bevorzugt, mitunter, da diese Begriffe bereits einen gewissen Grad an Usualität erreicht haben. Insbesondere der Terminus Okkasionalismus lässt auch den nötigen

Spielraum, um der Vielschichtigkeit dieser Wortbildungen Rechnung zu tragen. Wie in Abschnitt 2.1.3 nachzuweisen sein wird, unterscheiden sich die gängigen Definitionen des Terminus zum Teil erheblich und können nur für das jeweils aktuelle Forschungsvorhaben präzise formuliert werden. Dahingehend ist eine Bezeichnung, die den Untersuchungsgegenstand zu sehr einengt, nicht in jedem Fall zielführend. Das folgende Diagramm stellt eine mögliche terminolo­gische Präzisierung dar, welche versucht, bisherige Termini miteinander in Beziehung zu setzen und bietet einen terminologischen Klassifikationsrahmen für Okkasionalismen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Robert Fellner, 2009

Termini wie Gelegenheits- oder Augenblicksbildung betonen die Spontaneität und Kurzlebigkeit der okkasionellen Bildungen. Der Terminus Einmalbildung nimmt Bezug auf das singuläre Auftreten mancher Okkasionalismen. Wird ein Okkasionalismus als Textwort bezeichnet, werden Kontextabhängigkeit und textuelle Funktion hervorgehoben.

2.1.2 Abgrenzungskriterien

Aus den bisherigen Betrachtungen resultiert das dringende Bedürfnis, den Terminus Okkasionalismus genauer zu definieren und von anderen Wortneubil­dungen, insbesondere den Neologismen, abzugrenzen. Die folgenden Ab­schnitte versuchen, den derzeitigen Forschungsstand darzustellen und kritisch zu betrachten. Dabei werden die relative Neuheit, der Lexikalisierungsgrad, die Kontextgebundenheit, die Akzeptanz und schließlich die Reproduktion der Okkasionalismen als wesentliche Kriterien zur Abgrenzung vorgestellt und diskutiert.

2.1.2.1 Neuheit und Neuheitseffekt

Die relative Neuheit eines Wortes gilt als konstitutives Merkmal zur Unterschei­dung usueller Wörter von Okkasionalismen. Die Relevanz des Neuheitsgrades spiegelt sich in zahlreichen bisherigen Definitionsversuchen wider.15 Was jedoch genau unter „neu“ zu verstehen ist und ob diachrone oder synchrone Kriterien für die Klassifikation als Okkasionalismus ausschlaggebend sind, ist nicht vollständig geklärt. Einigkeit besteht lediglich darüber, dass das bloße Fehlen eines Wortes in Wörterbüchern kein ausreichendes Kriterium für seine Neuheit darstellt, einerseits aufgrund der Unvollständigkeit der Wörterbücher und andererseits, weil die Neuheit eines Wortes von verschiedenen Sprachteil- nehmern unterschiedlich empfunden werden kann.16

Erstens kann die lexikographische Kodifikation schon rein chronologisch nicht Schritt halten mit dem Aufkommen neuer Wörter. Zweitens kann das Wörterbuch nicht alle neu entstandenen WBK [Wortbildungskonstruktionen] aufnehmen [...]. So bleibt das Urteil über eine im Text auftretende WBK als ,neu‘ in vielen Fällen bis zu einem gewissen Grade intuitiv - gemessen an der Kompetenz des Beurteilers.17

Die sprachwissenschaftliche Forschung hat in den letzten Jahrzehnten ver­sucht, einige Determinanten aus lexikographischer, psycholinguistischer, morphologischer und syntaktischer Sicht herauszuarbeiten, die als Kriterien für die Neuheit eines Wortes herangezogen werden können. Die wichtigsten Ergebnisse dieser Betrachtungen werden nun zusammengefasst und für das Thema fruchtbar gemacht.

Hohenhaus stellt fest, dass Neologismen und Okkasionalismen „völlig verschie­dene Begriffe von ,neu‘ zugrunde“18 liegen. Demnach sind Neologismen diachron betrachtet relativ neu, aber dem Angehörigen der Sprachgemein­schaft, der das Wort benutzt, durchaus bekannt. Im Unterschied dazu sind Ad- hoc-Bildungen „wirklich völlig neu“19, da sie „noch nie zuvor gebildet“ worden sind. Ein tatsächlich neues Wort muss also, da es im mentalen Lexikon des Sprechers noch nicht vorhanden ist, „mittels der Anwendung von Wortbildungs­regeln erst [...] neu .generiert' werden.“20

Da neue Wörter nicht im Langzeitgedächtnis der Teilnehmer einer Sprachge­meinschaft gespeichert sind, können diese oft nur durch Reflexion verstanden werden. Dieser Reflexionsaufwand kann je nach Wortneubildung unterschied­lich stark ausgeprägt sein.21

Obwohl jede lexikalische Einheit irgendwann neu aufkommt, wird ihre Neu­heit nicht von allen Sprachbenutzern gleichermaßen erkannt, d.h. das Wort wird nicht von allen eine Zeitlang .als neu empfunden'.22

Daher unterscheidet Barz zwischen der „objektiven Neuheit der Wörter“23, also ihrer zeitlichen Markiertheit und ihrem „Neuheitseffekt“, der diesbezüglichen Wirkung auf den Rezipienten.24 Die Intensität des Neuheitseffekts ergibt sich aus dem Verhältnis zu Sach- und Sprachwissen:

Je stärker eine Wortneubildung zu dem Wissen des Rezipienten in Wider­spruch gerät, um so stärker ist ihr Neuheitseffekt. Umgekehrt ist er um so geringer, je geringer der Widerspruch aufgrund gespeicherter Wissensele­mente ist, je mehr .Bekanntes' das neue Wort enthält bzw. aktiviert.25

Barz konstatiert drei sprachliche Faktoren, die für die Intensität des Wider­spruchs ausschlaggebend sind: (1) Serialität, (2) Selbstdeutigkeit und (3) Lexikalisierung. Je stärker der jeweilige Faktor ausgeprägt ist, umso leichter fällt es dem Rezipienten, die Wortneubildung in vorhandenes Wissen zu integrieren.

(1) Serialität: Darunter versteht Barz die Regelmäßigkeit der Bildung ein­schließlich der Bekanntheit der motivierenden lexikalischen Einheiten. Je leichter sich ein Wort in ein Wortbildungsparadigma eingliedern lässt, umso geringer ist der Neuheitseffekt. Als Paradigma wird eine Komposi­tionsreihe bezeichnet, die aus „einer identischen und einer variablen Konstituente sowie identischer Wortbildungsbedeutung“26 besteht. Dem­nach weisen Okkasionalismen wie Fett-Fresser-Diät, Schmerz-Schmelz­Tablette und Wannenlift-Spezialist einen vergleichsweise geringen Neu­heitseffekt auf. Die Konstituenten -Diät, -Tablette und -Spezialist bilden das statische Glied, während Fett-Fresser-, Schmerz-Schmelz- und Wannenlift- die Variablen darstellen.

(2) Selbstdeutigkeit: Sie gibt den Grad der kontextfreien Verständlichkeit in Bezug auf Text- und Wortwissen an. Ausschlaggebend dafür sind vor al­lem lexikalisch-semantische Eigenschaften der Konstituenten, worunter beispielsweise die Relation zwischen Erst- und Zweitglied nach Situation, Zweck oder Konstitution verstanden wird. Der Paradigmenbezug kommt als verständlichkeitsfördernder Faktor bei seriellen Komposita hinzu. Dennoch sind singuläre Komposita, also jene, die sich an kein Wortbil­dungsparadigma anknüpfen lassen, keineswegs immer nur aus dem Kontext heraus verständlich. Je stärker die Textbindung eines Wortes, desto höher ist auch der Neuheitseffekt. Spezialfälle bilden Okkasiona­lismen, die durch Bedeutungswandel entstehen: Demnach wird bei Quell-Gesunde, Energie-Quelle (Mineralwasser) und Mundart (Feinkost) obwohl die Komposita kontextfrei verständlich sind, die aktuelle und in- tendierte Bedeutung erst durch den (branchenspezifischen) Kontext er­schlossen.27

(3) Lexikalisierung: Der geringe Lexikalisierungsgrad eines Wortes gilt als wesentliches Merkmal von Wortneubildungen. Daraus resultiert, dass „die einsetzende Lexikalisierung eines Wortes zwangsläufig zum Abbau seines Status als Neubildung beiträgt.“28 Der Neuheitseffekt nimmt mit zunehmender Lexikalisierung ab.

Der Neuheitseffekt von Wortneubildungen erweist sich als graduelle Größe. Ein Kompositum, das „eine Reihe von lexikalisierten Komposita mit jeweils identi­schem Zweitglied, identischer Wortbildungsbedeutung und semantisch .ver­wandtem' Erstglied“29 ergänzt und ein hohes Maß an Selbstdeutigkeit aufweist, löst einen geringen Neuheitseffekt aus. Im Gegensatz dazu ist der Neuheitsef­fekt bei „singulären, nicht selbstdeutigen Wortneubildungen am stärksten ausgeprägt.“30

2.1.2.2 Lexikalisierungsgrad

Der Lexikalisierungsgrad einer Wortneubildung gilt als wesentliches Kriterium zur Unterscheidung zwischen Neologismus und Okkasionalismus. Die Feststel­lung des Lexikalisierungsgrades hingegen ist schwierig und eine scharfe Abgrenzung im Einzelfall oft nicht möglich. Deshalb hat sich in der Forschung der letzten zwei Jahrzehnte zunehmend ein skalares Modell mit den Polen Okkasionalität und Lexikalisiertheit etabliert.31 Einige Autoren sehen von einer Unterscheidung zwischen Okkasionalismen und Neologismen aus praktischen Gründen ab und subsumieren erstere unter den Neologismen im weitesten Sinne.32 Für die vorliegende Arbeit ist die Unterscheidung zwischen okkasionel­len und usuellen Wörtern in Bezug auf die Lexikalisierung unabdingbar.

Der Prozess der Lexikalisierung, also der Aufnahme eines Wortbildungspro­dukts in den Wortschatz, lässt sich in zwei Teilprozesse unterteilen: Als Spei­cherung bezeichnet man den Sachverhalt, dass die betreffenden „Wortbil­dungsprodukte zu kollektivem bzw. gesellschaftlichem Sprachbesitz geworden und als reproduzierbare lexikalische Einheiten intersubjektiv verwendbar sind.“33 Demotivation nennt man den Sachverhalt, dass „die konstruktionsinter­ne semantische Beziehung der beiden UK [unmittelbaren Konstituenten] hinter ihrer Funktion als - ganzheitliches - Etikett für eine Klasse von Gegenständen zurücktritt.“34 Aus lexikalischer Sicht sind okkasionelle Wörter Begriffe, die nur „in der Sprachverwendung einer einzelnen Person oder einer Personengruppe existieren.“35 Sie sind im Gegensatz zu usuellen Wörtern, die in die Standard­sprache eingegangen sind, „nicht über Systembeziehungen mit der usuellen Lexik verbunden.“36 Hohenhaus konstatiert hingegen, dass Ad-hoc-Bildungen Wortbildungen sind, die „nicht im mentalen Lexikon des Sprechers/Hörers mit einem eigenen Lexikon-Eintrag gespeichert“37 sind. Er geht davon aus, dass lexikalisierte Wörter in einem wörterbuchartigen Inventar der Sprache als festgespeicherte Einheiten abgelegt und als „Fertigprodukte“ jederzeit abrufbar sind. Im Gegensatz dazu müssen Ad-hoc-Bildungen erst mittels Anwendung von Wortbildungsregeln spontan gebildet werden.38 Die Lexikalisiertheit einer Wortneubildung lässt sich demnach genau mit dem „Vorhandensein vs. Nicht­Vorhandensein“ eines Eintrags im mentalen Lexikon identifizieren. Sobald ein neuer Eintrag im mentalen Lexikon des Sprechers erfolgt, wird ein Okkasiona­lismus zum Neologismus. Die Ausprägung des Lexikalisierungsgrades wäre lediglich durch weitläufige, empirische Probandenbefragungen überprüfbar.39

Die Bestimmung des Lexikalisierungsgrades ist ein methodisches Problem, da bislang keine vollkommen zuverlässigen Hilfsmittel hierfür existieren. Der Eintrag im Wörterbuch, das allein schon aus praktischen Gründen der rück­wirkenden Datenerfassung immer unvollständig bleiben muss, kann lediglich als negatives Kriterium angesehen werden: Neue Wörter, die in Wörterbüchern zu finden sind, haben ihren Status als Okkasionalismen mit Sicherheit verloren.40 Wörterbücher und Lexika können demnach höchstens zur Überprüfung der eigenen Einschätzung von Nutzen sein.

Zunehmend etablieren sich auch elektronische Medien zur Gegenprüfung des Lexikalisierungsgrades von Okkasionalismen. COSMAS II, eine vom IDS Mannheim konzipierte „Volltextdatenbank für das linguistisch motivierte Re­cherchieren“41 in Textsammlungen, bietet beispielsweise einen Referenzkorpus von etwa 3,2 Mrd. Wörtern und eignet sich daher zur Überprüfung des Lexikali­sierungsgrades. Suchmaschinen wie Google oder Yahoo sind weit umfangrei­cher als lexikographische Wörterbücher und ihre Verwendung daher zweck­dienlich. Ihre Indexgröße umfasste 2005 über 11 Milliarden Textdokumente.42

2.1.2.3 Häufigkeit

Die statistische Häufigkeit der Wiederverwendung einer Wortneubildung gilt als weiteres Kriterium für ihre Klassifizierung als Augenblicksbildung oder Neolo­gismus.43 Als eindeutige Okkasionalismen gelten demnach nur jene Wörter, die „in singulären Belegen zu finden“44 sind. Sie „existieren nur für den kurzen Moment ihrer einmaligen Verwendung“ und tauchen „auch nicht wieder auf.“45 Um die tatsächliche Häufigkeit eines Wortes zu erörtern, müsste im Prinzip die gesamte Sprache, einschließlich der Performanz, berücksichtigt werden. Erst bei mehrfachem Auftreten einer Wortneubildung wäre der Übergang vom Okkasionalismus zum Neologismus endgültig vollzogen.46 Unklar bleibt indes, wie eine Wortneubildung zu behandeln sei, die von ein und demselben Spre­cher (zeitlich versetzt) mehrfach reproduziert wird, dann aber keine weitere Verwendung findet. Wortneubildungen in Werbeslogans existieren keineswegs immer nur für einen kurzen Moment und tauchen in unterschiedlichen Interval­len durchaus wieder auf. Kontext und Produzent müssen als relevante Elemen­te der relativen Häufigkeit eines Wortes miteinbezogen werden. Erst wenn eine Wortneubildung von einem zweiten Rezipienten aufgegriffen und aktiv reprodu­ziert wird oder unabhängig davon an anderer Stelle von einem anderen Spre­cher eigenständig konstruiert wird, ist der eigentliche Übergang vom Okkasio­nalismus zum Neologismus vollzogen. Laut Teubert muss eine Wortneubildung „über einen längeren Zeitraum verteilt auf mehrere Texte, Textsorten bzw. Genres Vorkommen“47, um in Abgrenzung vom Okkasionalismus als Neologis­mus zu gelten. Teubert nennt die Belegdauer, die Beleghäufigkeit und die Distribution der Belege über verschiedene Texte als Kriterien zur Klassifikation eines Neologismus, ohne jedoch genaue quantitative Angaben beizufügen.

2.1.2.4 Kontextgebundenheit

Eng verbunden mit der in Kapitel 2.1.2.1 bereits erwähnten Selbstdeutigkeit einer Wortneubildung ist auch ihre Kontextgebundenheit. Im Zentrum der Betrachtung steht die Frage, ob usuelle und okkasionelle Wortbildungsprodukte „mit den polaren Attributen .musterhaft' vs. .kontextabhängig'“48 versehen werden können. Der Kontext dient in Wechselwirkung mit dem Okkasionalismus als „Semantisierungshilfe.“49 Die Bedeutung und Entstehung vieler Okkasiona­lismen kann oft nur durch Einbeziehung des „textuellen Umfelds rekonstruiert“50 werden. Der Grad der Kontextabhängigkeit hängt maßgeblich von der Wortbil­dungsart ab.

Ein okkasionelles Substantiv-Substantiv-Kompositum kann aufgrund der Eigensemantik seiner Konstituenten oder der starken Analogie zu einem bekannten Vorbild so eindeutig auf eine Bedeutung festgelegt sein, dass kein Kontext zu seinem Verstehen notwendig wäre.51

Okkasionalismen, die durch Bedeutungswandel entstehen, werden durch den Kontext „konterdeterminiert.“52 Die lexikalisierte Interpretation eines Wortes fällt nicht mit der aktuellen Bedeutung des Okkasionalismus zusammen. Diese Uminterpretation eines bereits usualisierten Wortes, „dessen Bedeutung im mentalen Lexikon des Sprachteilnehmers [...] verankert ist, benötigt einen größeren (kon)textuellen Aufwand als die Einführung eines neuen Wortes.“53 So wird beispielsweise das Wort Mundart, lexikalisiert als Synonym für Dialekt, durch seinen unmittelbaren werbespezifischen Kontext als ,Mundkunst‘ ver- standen.54

Um einen Okkasionalismus adäquat deuten zu können, muss man verschiede­ne Arten von Wissen (Weltwissen, Sachwissen, Sprachwissen) aktivieren. Bei Kontaminationen von Produktnamen (Gourmeggle, Iglourmet) ist es notwendig, bestimmte Eigenschaften des betreffenden Produkts zu kennen. Der Okkasio­nalismus ist auch insofern kontextgebunden, als er seine Existenz dem bewor­benen Produkt verdankt. Verschwindet das Produkt vom Markt, wird auch der Okkasionalismus, ohne in den usuellen Wortschatz einzutreten, wieder verges­sen. Das benötigte aktuelle Welt- und Sachwissen, um derartige Kontaminatio­nen zu verstehen, ist oftmals sehr spezifisch. Gelingt die Entschlüsselung einer Ad-hoc-Bildung aufgrund des Weltwissens nicht, bietet der unmittelbare Kontext weitere Informationen, um das Wort mit Bedeutung zu füllen. Lexikalisierte Wörter benötigen den aktuellen Kontext in weitaus geringerer Ausprägung.55 „Ein Wort, das auch nach seiner Bildung weiter verwendet werden soll, muss auch ohne seinen spezifischen Kontext existieren können.“56

Okkasionalismen werden in Abhängigkeit von einem gewissen Kontext gebildet und können außerhalb ihres Kontexts uninterpretierbar sein, da „unter der Vielzahl denkbarer Bedeutungen [...] die zutreffende nicht herauszufinden“57 ist. Im Unterschied dazu ist die Bedeutung usueller Wörter in Lexikoneinträgen festgehalten. Dennoch sind bestimmte usuelle Wörter durch ihre Polysemie ebenfalls kontextgebunden, jedoch in „exakt vorhersagbarer Weise“58 und dahingehend .musterhaft' oder .systematisch'. Bei usuellen Wörtern wird beim Interpretationsvorgang auf Grundlage des Kontextes ein Auswahlverfahren in Gang gesetzt, das aus mehreren möglichen Bedeutungen die zutreffende herausfiltert. Die im aktuellen Kontext vorliegende Bedeutung steht als Teil des Lexikons „bereits fest gespeichert zur Verfügung und [muss] nur noch ausge­wählt werden.“59 Dieses „vorgefertigte“ Bedeutungsangebot existiert beim Okkasionalismus nicht. Ad-hoc-Bildungen müssen vom Rezipienten „tatsäch­lich erst interpretiert werden, um überhaupt zu einer Bedeutung zu gelangen“60, was nicht mit der Polysemie bestimmter usueller Wörter vergleichbar ist.

Dieses hohe Maß an Kontextgebundenheit ist ausschlaggebend für die Nicht- Lexikalisierbarkeit der meisten Okkasionalismen. Ist das „Kontextparadigma“ einer Wortneubildung so eng gefasst, dass ein Hörer die zugrunde liegende Relation zwischen den Konstituenten nur interpretieren kann, wenn er vor Ort gewesen ist, so ist der Okkasionalismus tatsächlich nur in dieser Situation verwendbar und auf einen einzigen Kontext beschränkt.61

2.1.2.5 Akzeptanz

Damit ein Okkasionalismus sich etablieren und zum Neologismus weiterentwi­ckeln kann, bedarf er der allgemeinen Akzeptanz durch die Sprechergemein­schaft. Die Lexikalisierung hängt entscheidend von den Rezipienten ab, „indem sie ein positives oder negatives Akzeptanzvotum“62 abgeben. Helfrich definiert die Akzeptanz von Wortneubildungen „als das Resultat des Zusammenwirkens formaler, inhaltlicher und außersprachlicher Elemente, die im Sprecherbewußt- sein verankert liegen.“63 Neben „Systemkonformität (grammatische und seman­tische Motiviertheit) kommen Aussagekraft (Adäquatheit und Nützlichkeit) und ästhetische Kriterien in Frage“64, um die Vielschichtigkeit des Akzeptanzurteils zu beschreiben. Die endgültige Lexikalisierung eines Wortes ist gleichbedeu­tend mit einem kollektiven Akzeptanzvotum der Sprachgemeinschaft. Im Gegensatz dazu erreicht der Okkasionalismus diese Stufe der Integration nicht.65

2.1.2.6 Reproduktion

Ein weiteres Abgrenzungskriterium, das mir aus terminologischen Gründen nützlich erscheint, ist die Reproduktion einer Wortneubildung. Unter Reproduk­tion, die hier als Wiederaufnahme (und sprachliche Realisierung) einer Wort­neubildung durch einen zweiten Sprecher verstanden werden soll, können alle bisher genannten Abgrenzungskriterien (Akzeptanz, Lexikalisierung, Neuheit, Häufigkeit, Kontextgebundenheit) ansatzweise subsumiert werden. (1) Akzep­tanz und Lexikalisierung: Sobald eine Wortneubildung von einem zweiten Sprecher aufgegriffen und reproduziert wird, wurde das Wort von ihm als Kommunikationsmittel akzeptiert und in seinem mentalen Speicher lexikalisiert, wodurch der ursprüngliche Okkasionalismus zum Neologismus umgedeutet wird. (2) Neuheit: Reproduzierte Wortneubildungen gelten deshalb nicht mehr als vollkommen neu, da sie dem ursprünglichen Produzenten und „dem Spre­cher, der sie verwendet, [...] durchaus schon bekannt“66 sind. (3) Häufigkeit: Das statistische Kriterium der „Einmaligkeit“ trifft auf ein Wort, das von einem zweiten Sprecher reproduziert wird, nicht mehr zu. Es existiert nun wenigstens zweimal. (4) Kontextgebundenheit: Sobald ein Okkasionalismus in einer anderen Situation nutzbar gemacht wird, verliert er seine singuläre Kontextge- bundenheit, und beginnt Relationen innerhalb des sprachlichen Systems aufzubauen, was als Abgrenzungskriterium usueller und okkasioneller Wörter betrachtet wird.67 Demnach ist ein Okkasionalismus eine lexikalische Einheit, die nicht von einem zweiten Sprecher reproduziert wurde.

Wesentlich für dieses Abgrenzungskriterium ist, dass von zwei Sprachprodu- zenten ausgegangen wird, von denen einer den Terminus in die Sprachge­meinschaft einbringt und der zweite diesen aufgreift und für seine Zwecke verwendet. Nützlich erscheint diese Betrachtung vor allem in Hinsicht auf die Überprüfung der Lexikalisiertheit eines Wortes mit Hilfe von Suchmaschinen wie Google. Tritt eine Wortneubildung mehrmals im selben Kontext (dem Werbeslogan) und vom selben Sprecher (hier idealisiert als „der Werbende“) initialisiert auf, ist er dennoch als Okkasionalismus einzustufen. Sobald eine Wortneubildung von einem oder mehreren anderen Sprechern aufgegriffen, reproduziert und in einen anderen Kontext transponiert wird, ist sie als Neolo­gismus zu werten und für das Forschungsvorhaben zu verwerfen. In der Praxis liefert Google beim ersten Fall mehrmals denselben Treffer, der immer auf kommerzielle Seiten desselben Anbieters führt, die auch den Werbeslogan beinhalten. Im zweiten Fall wird die betreffende Wortneubildung beispielsweise in Foren, Blogs oder anderen Textdokumenten diskutiert, erwähnt oder benutzt. Problematisch wird das Abgrenzungskriterium Reproduktion dann, wenn unterschiedliche Sprecher etwa zeitgleich und unabhängig von einander denselben Okkasionalismus kreieren. Dabei handelt es sich um ein generelles Problem in Bezug auf den Lexikalisierungsgrad, das nur in Abhängigkeit vom jeweiligen Forschungsvorhaben individuell gelöst werden kann.68 Dieser Fall trat beim vorliegenden Korpus nicht ein.

2.1.3 Definitionen

Obwohl jedes neu aufkommende Wort zunächst ein Okkasionalismus ist, wurde dem Terminus in der germanistischen Forschung erst in den letzten zwei Jahrzehnten verstärkt Aufmerksamkeit gewidmet. Die wenigen vorhandenen Definitionen sind größtenteils von „Uneinheitlichkeit und Vagheit“69 geprägt. Ein Großteil der Nachschlagewerke zur Linguistik liefert keine oder unzureichende Ergebnisse, sucht man nach den Termini Gelegenheitsbildung, Ad-hoc-Bildung und Okkasionalismus. Unter dem Stichwort „okkasionell“ wird man in manchen Fällen fündig.

okkasionell (lat. occasio = Gelegenheit): Nur gelegentlich in best. Weise gebraucht, auftretend; z.B. Eigenschaft seltener Wortbildungen wie wellen­atmend in GOETHES „Fischer“.70

okkasionell meint die Bedeutung, die ein Wort gelegentlich - in einem ge­wissen Kontext - haben kann, z.B. /Pferd/ als Turngerät statt der usuellen Bedeutung /Pferd/ als Reit- und Zugtier.71

Okkasionell, dt.: gelegentlich; von o.er Wortbildung spricht man bei (krea­tiven) Wortneubildungen, die spontan für einen bestimmten Zweck oder in speziellen Verwendungszusammenhängen gebraucht werden [...].72

Der Duden aus dem Jahr 1999 liefert unter dem Stichwort Okkasionalismus zwar eine knappe Definition, bezeichnet den Terminus im Kontext der Sprach­wissenschaft jedoch als „veraltend“, was in Anbetracht zahlreicher neuerer Publikationen, die diesen Terminus gebrauchen, meiner Ansicht nach nicht korrekt sein kann.73

Ok|ka|si|o|na|lis|mus, [...] 2. (Sprachw. veraltend) bei einer bestimmten Gelegenheit, in einer bestimmten Situation gebildetes (nicht lexikalisiertes) Wort.74

Nicht nur die meisten sprachwissenschaftlichen Lexika und Wörterbücher sind in Bezug auf den Terminus Okkasionalismus wenig aufschlussreich, auch Einführungen in die Linguistik schenken dem Terminus selten Aufmerksam- keit.75 Ausnahmen bilden aktuelle Publikationen wie Bußmanns Lexikon der Sprachwissenschaft76 und Glücks Metzler Lexikon Sprache77. Besonders hilfreich sind spezifischere Publikationen wie Neologismen78, Ad-hoc- Wortbildung79 und Neologie und Korpus80, deren definitorischer Zugang hier diskutiert werden sollen.

Ausgehend von den genannten Abgrenzungskriterien werden nun aktuelle Definitionen des Terminus Okkasionalismus diskutiert, um zu einer eigenen, für das Forschungsvorhaben brauchbaren Definition zu gelangen.

Okkasionalismen (Einmal-, Augenblicks-, Gelegenheits-, Ad-hoc- Bildungen) sind häufig nur im Kontext verständlich und übernehmen oft textrelevante Aufgaben. Sie üben sprachökonomische oder verschiedene stilistische Funktionen aus und füllen lexikalische Lücken. Sie können sich zu den eigentlichen Neologismen und schließlich zu etablierten Wort­schatzeinheiten entwickeln oder vorher wieder verschwinden.81

Neben der Kontextgebundenheit gelten für Elsen die spezifischen Funktionen (Benennungsfunktion, Sprachökonomie), die ein Okkasionalismus erfüllt, als Hauptkriterien für seine Definition. Der Lexikalisierungsgrad als Kriterium wird verworfen, da dieser, aufgrund der Tatsache, dass gerade „unauffällige neue Wörter [...] oftmals unterschiedlich als neu empfunden“82 werden ihrer Auffas­sung nach „nicht bestimmt werden kann.“ Hohenhaus weist wiederum darauf hin, dass die Funktionen Sprachökonomie bzw. Informationsverdichtung nicht als Definitionskriterien des Okkasionalismus tauglich sind, da diese „offenbar auch für usuelle Wortbildungen gelten“83 können. „Alle Wortbildungen sind .informationsverdichtend' in dem Sinne, daß jede syntaktische Alternativkon­struktion (jedenfalls quantitativ) aufwendiger [,..]wäre.“84 Elsens Auffassung kulminiert darin, dass sie Okkasionalismen zu den „Neologismen im weiteren Sinne“85 zählt.

In Abgrenzung vom Neologismus versteht Janich unter Okkasionalismen Wortbildungen, die „erstmalig oder auch einmalig in einem Text auftauchen und bei denen noch nicht abzusehen ist, ob sie sich durchsetzen, also sich zu

Neologismen und damit in Richtung Lexikalisierung weiterentwickeln“ oder „ob sie auf die Verwendung in einem singulären Kontext beschränkt bleiben und damit nie den Weg in das Lexikon finden.“86 Janich berücksichtigt Kontext, Lexikalisierung und Häufigkeit als Kriterien zur Abgrenzung von Neologismen und Okkasionalismen. Janichs Definition ist problematisch, da das Hauptdefini­tionskriterium neben der statistischen Häufigkeit die „Unbestimmbarkeit des zukünftigen Lexikalisierungsgrades“ ist. Der Grad der zukünftigen Lexikalisie­rung ist jedoch bei allen Wörtern weitestgehend unvorhersehbar. Teuberts Okkasionalismus-Begriff unterscheidet sich deutlich von den übrigen Definitio­nen:

Von Neologismen sind Okkasionalismen zu unterscheiden. Okkasionalis­men sind solche Alphaketten, die entweder extrem selten oder aber ge­häuft während eines sehr kurzen Zeitraums in einer besonderen Domäne, einem besonderen Texttyp, einer besonderen Textsorte oder gar nur in ei­nem besonderen Text Vorkommen, die also von der Normaldistribution über diese Parameter abweichen.87

Während für Janich ein Okkasionalismus nur „erstmalig oder auch einmalig“ in einem Text auftauchen kann, akzeptiert Teubert auch Wortbildungen die „gehäuft während eines sehr kurzen Zeitraums“ auftreten als Okkasionalismen. Das Kriterium der Häufigkeit ist für Teubert also keineswegs lediglich statistisch zu betrachten. Ausschlaggebend ist der jeweilige Kontext in dem das Wort auftritt. Diese Auffassung deckt sich mit den in Kapitel 2.1.2. besprochenen Abgrenzungskriterien.

In Glücks Metzler Lexikon Sprache findet sich die Feststellung, dass der Okkasionalismus „nur aus der Situation verständlich ist“88 und „den Wortbil­dungsregeln folgt“. Beide Definitionskriterien lassen sich anhand eines populä­ren Beispiels aus der Werbung relativieren. Das Wort unkaputtbar ist kontextfrei durchaus verständlich und widerspricht den gängigen Wortbildungsregeln des Deutschen, da Adjektive bis auf wenige Ausnahmen (z.B. offenbar) nicht mit dem Suffix -bar verbunden werden.89 „Das entsprechende Wortbildungsmuster für Derivationen mit -bar verlangt ein Verb als Basis.“90 Eine besonders umfang­reiche und nützliche Definition findet sich in Bußmanns Lexikon der Sprachwis­senschaft (2008) unter dem Stichwort „Ad-hoc-Bildung“:

Spontane, meist kontextgebundene Wortneubildung zur Bezeichnung eines neuen oder bisher nicht benannten Sachverhalts bzw. zum Ausdruck der spezifischen Einschätzung eines Referenten durch den Sprecher. A. ent­stehen durch kreative Anwendung von Wortbildungsregeln auf Einheiten des Lexikons, sie haben unterschiedliche textspezifische Funktionen, wie z.B. Informationskonzentrierung [...], Ausgleich von Bezeichnungslücken [...] oder stilistische Effekte, wie sie bei bestimmten Autoren oder Medien zu finden sind. In der Regel entscheidet die statistische Häufigkeit der Wie­derverwendung solcher Bildungen über ihren gleitenden Übergang zum Neologismus bzw. kodifizierten Eintrag im Lexikon.91

Funktion, statistische Häufigkeit, Kontextgebundenheit und peripher auch der Lexikalisierungsgrad werden in der vorliegenden Definition als Abgrenzungskri­terien berücksichtigt. Der Lexikoneintrag „Okkasionelle vs. Usuelle Wortbildung“ erweist sich als Ergänzung nützlich.

In der Wortbildung Unterscheidung zwischen (nach produktiven Wortbil­dungsregeln geschaffenen) Neubildungen, die spontan aus einem momen­tanen Bedarf heraus und in starker Kontextabhängigkeit entstehen, und im Lexikon kodifizierten, zum lexikalischen Inventar einer Sprache gehörenden Ausdrücken. Da O.W. durch häufige Wiederverwendung in den usuellen Wortbestand der Sprache eingehen können, ist die Grenze zwischen bei­den Bereichen unscharf.92

Die starken Divergenzen der verschiedenen Definitionen entstehen, da die genannten Merkmale „nicht als alle Ad-hoc-Bildungen charakterisierendes, konstantes Bündel auftreten.“93 Aus diesem Grund setzt sich in der linguisti­schen Forschung zunehmend ein skalares Modell der Okkasionalität von Wortneubildungen durch. Dabei wird jedes Abgrenzungskriterium im Einzelfall überprüft, um so den Grad der Okkasionalität eruieren zu können.94 In Anleh­nung an die vorhergehenden Definitionen und unter besonderer Berücksichti­gung des Forschungsvorhabens lautet meine eigene Definition von Okkasiona­lismen wie folgt:

Okkasionalismen sind durch kreative Wortbildung entstandene, in Bezug auf ihre aktuelle Bedeutung meist stark kontextgebundene, nicht im allgemeinen Sprachgebrauch und im mentalen Lexikon nur eines Sprachbenutzers lexikali- sierte Wortneubildungen. Der Okkasionalismus tritt einmalig oder mehrmals vom selben Sprecher (oder Schreiber) produziert auf und steht immer im selben kontextuellen Umfeld (z.B. Werbeslogan für ein bestimmtes Produkt). Als wichtigstes Abgrenzungskriterium okkasioneller Wortbildungen von Neologis­men gilt die Reproduktion (vgl. 2.1.3.6) eines Wortes, worunter die Wiederauf­nahme, sprachliche Realisierung und Kontexttransposition durch mindestens einen zweiten Sprecher (oder Schreiber) verstanden wird.

In der vorliegenden Definition ist nicht von Wortbildungsregeln die Rede, da Okkasionalismen diesen oft widersprechen, trotzdem handelt es sich immer um eine (wenn auch nicht immer reguläre) Form der Wortbildung durch das syntaktische Aneinanderreihen von Morphemen: Der Okkasionalismus unka­puttbar ist zwar durch kreative Wortbildung entstanden, folgt aber nicht den Wortbildungsregeln der deutschen Sprache, da Adjektive normalerweise nicht mit dem Suffix -bar verbunden werden. Darüber hinaus sind viele Okkasiona­lismen, die aus lexikalisierten Einheiten einer Sprache bestehen, durchaus dechiffrierbar ohne den Kontext. Fraglich bleibt allerdings, ob der Rezipient die aktuelle und damit intendierte Bedeutung erschließen kann.

2.1.4 Allgemeine Funktionen von Okkasionalismen

Bevor im analytischen Teil dieser Arbeit die werbespezifischen Funktionen des Okkasionalismus genauer betrachtet werden, ist es notwendig, als Grundlage für das weitere Vorgehen, die allgemeinen Funktionen des Okkasionalismus deutlich zu machen. Dabei werden Benennungsfunktionen, stilistische Funktio­nen, sprachökonomische Funktionen ebenso berücksichtigt wie Hypostasierun­gen und textuelle Funktionen. Dabei ist nicht auszuschließen, dass einige der erwähnten Funktionen für Wortneubildungen im Allgemeinen ebenfalls gültig sind.

2.1.4.1 Benennungsfunktion

Die wahrscheinlich häufigste Funktion, die ein Okkasionalismus erfüllt, ist die der Benennung: „das Auftreten neuer Gegenstände und Sachverhalte sowie neue Sichtweisen von Bekanntem bringen das Bedürfnis hervor, diesen Dingen Namen zu geben, sie zu benennen.“95 Durch diesen „Ausgleich von Bezeich­nungslücken“96 wird eine Erweiterung der Sprache bzw. des „idealen Lexikons“ vollzogen.97 Der außersprachliche Sachverhalt und die jeweiligen Sprachzei- chen weisen jedoch keine direkte Beziehung zueinander auf, da auch ein einfaches Sprachzeichen primär einen „Denkinhalt“ oder eine „geistige Größe“ bezeichnet.98 Sobald aus Simplex-Wörtern komplexere Syntagmen gebildet werden, ist von der Motivation der Benennung die Rede. Diese Motivationsbe­ziehungen stellen Realisierungen von Gedankengängen dar, die sich daraus ergeben, dass „das verallgemeinerte Begriffsabbild der Wirklichkeit auf eine bestimmte Art und Weise betrachtet, d.h. analysiert und unter die schon erkannten und benannten Wirklichkeitserscheinungen eingegliedert wird.“99 In Bezug auf den Okkasionalismus bedeutet dies, dass auch die Nomination von Neuem sich aus der Kombination von bereits Bekanntem ergibt.100

Unter der Motiviertheit eines Syntagmas wird die „Erschließbarkeit der lexikali­schen Bedeutung eines komplexen Wortes aus der Bedeutung seiner unmittel­baren Konstituenten und deren Beziehung zueinander [,..]“101 verstanden. Im Gegensatz dazu ist unter der Demotivierung eines Syntagmas das graduelle Schwinden des Zeichencharakters einer oder mehrerer seiner Konstituenten zu verstehen.102

[...]


1Hohenhaus (1996), S. 17.

2Hohenhaus (1996).

3Motsch (2004).

4Elsen (2004).

5Krieg (2005).

6Siebold (2000).

7Hohenhaus (1996), S. 18.

8Vgl. Hohenhaus (1996), S. 18.

9Vgl. Strang (2004), S. 27.

10 Hohenhaus (1996), S. 20.

11 Hohenhaus (1996), S. 20.

12 Hohenhaus (1996), S. 18.

13 Hohenhaus (1996), S. 18.

14 Wladowa (1975), S. 84.

15 Vgl. Bußmann (2008), S.6; Glück (2005), S.217; Hohenhaus (1996), S.29.

16 Barz (1998), S. 12.

17 Fleischer (1983), S. 41.

18 Hohenhaus (1996), S. 29.

19 Hohenhaus (1996), S. 29.

20 Hohenhaus (1996), S. 31.

21 Vgl. Barz (1998), S. 12.

22 Barz (1998), S. 12.

23 Barz (1998), S. 12.

24 Vgl. Barz (1998), S. 14.

25 Barz (1998), S. 14.

26Barz (1998), S. 15.

27Vgl. Barz (1998), S. 14-16.

28Barz (1998), S. 17.

29Barz (1998), S. 27.

30Barz (1998), S. 27.

31Vgl. Peschel (2002), S. 6; Hohenhaus (1996), S. 65.

32Elsen (2004), S. 21; Barz (1998), S. 17.

33Fleischer/Barz (1995), S. 16.

34Fleischer/Barz (1995), S. 16.

35Cirkova (1982), S. 255.

36Cirkova (1982), S. 255.

37Hohenhaus (1996), S. 31.

38Vgl. Hohenhaus (1996), S. 31.

39Vgl. Elsen (2004), S. 22.

40 Vgl. Matussek (1994), S. 33.

41 COSMAS II. Volltextdatenbank für das linguistisch motivierte Recherchieren. Online im Internet. URL: http://www.ids-mannheim.de/cosmas2/uebersicht.html (17.4.2009).

42 Vgl. Links & Law. Internetrecht und Suchmaschinenoptimierung für Juristen & Webmaster. Online im Internet. URL: http://www.linksandlaw.de/news234-indexgroesse.htm (18.4.2009).

43 Vgl. Hohenhaus (1996), S. 22.

44Hohenhaus (1996), S. 22.

45Hohenhaus (1996), S. 29.

46Vgl. Hohenhaus (1996), S. 30.

47Teubert (1998), S. 134.

48Peschel (2002), S. 269.

49Peschel (2002), S. 298.

50Peschel (2002), S. 300.

51Peschel (2002), S. 51.

52Peschel (2002), S. 21.

53Peschel (2002), S. 23.

54Vgl. auch Augen-Blick.

55Vgl. Peschel (2002), S. 169.

56Peschel (2002), S. 215.

57Hohenhaus (1996), S. 38.

58Hohenhaus (1996), S. 38.

59Hohenhaus (1996), S. 39.

60Hohenhaus (1996), S. 39.

61Vgl. Hohenhaus (1996), S. 55-58.

62Helfrich (1993), S. 21.

63Helfrich (1993), S. 37.

64Helfrich (1993), S. 39.

65Vgl. Helfrich (1993), S. 43.

66Hohenhaus (1990), S. 29.

67 Vgl. Cirkova (1982), S. 255.

68 Vgl. Hohenhaus (1996), S. 30.

69Vega/Hoffmann (2008), S. 195.

70Ulrich (1975), S. 100.

71Heupel (1978), S. 95.

72Homberger (2000), S. 367.

73Vgl. Peschel (2002); Elsen (2004); Janich (2005); Richter (2008).

74Wiss. Rat d. Dudenred. (1999), S. 2792.

75Vgl. Vega/Hoffmann (2008), S. 195.

76Bußmann (2008).

77Glück (2005).

78Elsen (2004).

79Hohenhaus (1996).

80Teubert (1998).

81Elsen (2004), S. 21.

82Elsen (2004), S. 21.

83Hohenhaus (1998), S. 36.

84Hohenhaus (1998), S. 36.

85Elsen (2004), S. 21.

86Janich (2005), S. 105.

87 Teubert (199T), S. 104.

88Glück (2005), S. 217.

89 Vgl. Lenz (199T), S. 10-12.

90Motsch (2004), S. 28.

91Bußmann (2008), S. 6.

92Bußmann (2008), S. 492.

93Hohenhaus (1996), S. 65.

94Vgl. Hohenhaus (1996), S. 65-68.

95Matussek (1994), S. 35.

96BuBmann (2008), S. 6.

97Vgl. Motsch (2004), S. 21.

98Vgl. Matussek (1994), S. 35.

99Dokulil (1977), S. 175.

100Vgl. Matussek (1994), S. 35.

101Barz/Schroder/Hammer/Poethe (2007), S. 183.

102Vgl. Lipka (1981), S. 121.

Ende der Leseprobe aus 104 Seiten

Details

Titel
Okkasionalismen in Werbeslogans zwischen 2003 und 2008 unter besonderer Berücksichtigung der Branchen Kosmetik, Ernährung, Getränke und Pharmazie
Hochschule
Universität Wien
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2009
Seiten
104
Katalognummer
V144605
ISBN (eBook)
9783640527090
ISBN (Buch)
9783640527144
Dateigröße
1498 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Okkasionalismus, Okkasionalismen, Wortneubildung, Wortneubildungen, Neologismen, Werbeslogans, Werbung, Werbesprache, Werbetext, Kosmetik, Ernährung, Getränke, Pharamzie, okkasionelle Wortbildung, Wortbildung, Wort, Worte, Definition, Werbetextanalyse, Analyse, Neologismus, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008, Umfrage, Neubildung, Neues Wort, Komposita, Komposition, Kontamination, Konversion, Lakoff, Fleischer, Barz, Bildung, Wörter, Probandenbefragung, AIDA, Wirtschaft, Werbetexte, Sprache und Werbung, slogans, slogany, Werbetrend, Werbetrends
Arbeit zitieren
Mag. phil. Robert Fellner (Autor), 2009, Okkasionalismen in Werbeslogans zwischen 2003 und 2008 unter besonderer Berücksichtigung der Branchen Kosmetik, Ernährung, Getränke und Pharmazie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144605

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